Vitaminreiches Gemüse Palmkohl: Pflanzen, ernten und Saatgut gewinnen

Schwarzkohl, Cavolo nero, Italienischer Kohl, Toskanischer Kohl; Botanischer Name: Brassica oleracea var. palmifolia

Palmkohl ist eine echte Vitaminbombe. Das Superfood kommt aus dem Mittelmeerraum und ist ein Sommerkohl. Er ist hitzeresistent, aber nicht winterhart. Wir erklären, wie er angebaut und verwendet werden kann.

Palmkohl
Palmkohl ist eine Unterart des Grünkohls. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Auf einen Blick: Palmkohl
Herkunft  
Pflanzenfamilie Kreuzblütenwächse
Wuchs Palmenartig mit einer Wuchshöhe von bis zu drei Metern; dunkel- bis schwarzgrüne, blasige, leicht nach unten gerollte, 60 bis 80 Zentimeter lange Blätter
Blüte Im zweiten Jahr hellgelbe kleine Blüten
Standort sonnig, warm
Boden nährstoffreich,feucht
Aussaat Samen ein bis zwei Zentimeter tief in feuchte Erde geben, Keimtemperatur: 15 bis 20 Grad Celsius, Keimdauer etwa sieben bis zehn Tage
Anbau in Mischkultur mit Spinat, Mangold oder Sellerie, Abstand mindestens 50 Zentimeter
Winterhart nein, verträgt keinen starken Frost
Pflege regelmäßig mit Kompost und Flüssigdünger düngen, Blätter regelmäßig ernten und alte Blätter entsorgen, um das Wachstum und die Gesundheit zu fördern
Lebensdauer Zweijährig bei frostfreier Überwinterung

Palmkohl aussäen und pflanzen

Ab April ist die Anzucht von Palmkohl auf der Fensterbank möglich. Die Samen keimen relativ schnell. Schon nach sieben bis zehn Tagen kommen die Pflänzchen aus der Erde. Ist das erste richtige Blattpaar zu sehen, werden die Palmkohl-Pflänzchen in einzelne Töpfe pikiert. Vier bis sechs Wochen spätr - am besten zwischen Ende Mai und Anfang Juli - können sie dann gestärkt ins Freiland ziehen und wachsen dort schnell an. Achten Sie dabei auf einen Pflanzabstand von mindestens 50 Zentimetern - der Palmkohl wächst nämlich nicht nur in die Höhe. Alternativ können Palmkohl-Pflanzen auch ab Mitte Mai ins Freiland gesät werden.

Beliebte Palmkohl Sorten

Es gibt einige Palmkohl-Sorten, die sich vor allem im Aussehen und Erntezeitpunkt unterscheiden. Auch der Geschmack variiert bei den Sorten leicht. Besonders beliebt sind die Sorten:

  • 'Black Magic': Die Sorte ist sehr ertragreich bei einer eher niedriger Wuchshöhe von etwa 30 Zentimetern.
  • 'Nero di Toscana': Der Klassiker unter den Palmkohl-Sorten hat blaue bis schwarz-grüne Blätter und schmeckt besonders mild.
  • 'Palmizio Senza Testa': Diese Palmkohl-Sorte wächst schnell und kann früh geerntet werden.

Palmkohl pflegen

Der Sommerkohl steht gerne sonnig und windgeschützt. Da Palmkohl ein Starkzehrer ist, bevorzugt er einen nährstoffreichen und durchlässigen Boden. Er sollte mit reichlich Komposterde versorgt werden. Bei Trockenheit benötigen die Pflanzen viel Wasser und müssen gedüngt werden, um ein gesundes Wachstum anzuregen. Eine Schicht Mulch schützt vor dem Austrocknen.

Schädlinge und Krankheiten beim Palmkohl

Wie alle Kohlsorten steht auch Palmkohl auf dem Speiseplan von Kohlfliege, Kohlweißling und der weißen Fliege. Ein Kulturschutznetz schützt den Kohl vor dem Befall. Dabei sollte die Höhe des Netzes der Höhe der Pflanzen angepasst werden.

Auf einem zerfressenen Blatt krabbelt eine gelb-schwarze Raupe
Die Raupen des Kohlweißlings lieben Kohlblätter. Bildrechte: MDR/Annett Zündorf

Um Kohlhernie vorzubeugen ist die Beachtung der Fruchtfolge notwendig. Pflanzen aus der Familie der Kreuzblütler sollten mindestens drei Jahre lang nicht auf dem gleichen Beet stehen.

Eine Grafik zeigt Kohlpflanzen. 1 min
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Palmkohl überwintern und Saatgut gewinnen

Palmkohl ist eine zweijährige Pflanze. Das bedeutet, dass sie erst im zweiten Jahr in die Blüte geht. Um Saatgut gewinnen zu können, muss die Pflanze also überwintert werden. Da der Palmkohl allerdings nur bedingt winterhart ist, ist dieses Vorgehen mit einem kleinen Mehraufwand verbunden.

Überwintern: Um die Pflanze zu überwintern, wird sie vor den ersten strengen Frösten mitsamt den Wurzeln ausgegraben. Die Erde von den Wurzeln schütteln und die Pflanze dann in einen Eimer mit feuchtem Sand stellen. Mehrere Pflanzen können dabei durchaus gemeinsam in ein Behältnis, zum Beispiel einen Laubsack. Wichtig ist dabei nur, dass die Pflanzen nicht verfaulen. Der Sand darf dementsprechend nicht zu nass sein und die Kohlpflanzen dürfen nicht zu eng stehen.

Die Palmkohlpflanzen sollten am besten stehend, zum Beispiel in einer frostfreien Garage, gelagert werden. Das hat den Vorteil, dass sie an milden Tagen an die frische Luft gestellt werden können. Luft und Licht sind auch im Winter essenziell für das Wohlergehen der Pflanzen.

Nach dem Winter: Sobald es etwas wärmer wird, können die Pflanzen wieder ins Freiland gesetzt werden. Ein guter Zeitpunkt dafür ist Ende März oder Anfang April - leichte Bodenfröste schaden dem Palmkohl nicht. Beim Auspflanzen kann der Palmkohl deutlich tiefer in die Erde gesetzt werden, als im Vorjahr. So bekommt er den nötigen Halt. Zusätzlich können die Kohlpflanzen an einem Stab hochgebunden werden.

Saatgut gewinnen: Nach ungefähr acht Wochen fängt der Palmkohl an zu blühen. Die Fruchtstände sollten frei wachsen können und nicht gebunden werden. Nach einer Weile bilden die Stränge Samenträger. Im August oder September sind sie reif, sodass das Saatgut geerntet und erneut verwendet werden kann.

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Palmkohl ernten und zubereiten

Palmkohl ist eine richtige Vitaminbombe. Er enthält in 100 Gramm mehr Vitamin C als die gleiche Menge Orangensaft, auch Vitamin B, Betacarotin, Kalzium und Kalium stecken reichlich in den Blättern. Er kann sowohl roh als auch gekocht gegessen werden. Die Blätter werden dabei von unten nach oben geerntet. So wächst die Pflanze weiter.

Die Blätter des Palmkohls schmecken milder als Grünkohl. Sie passen gut in Salate oder Smoothies, gedünstet zu Nudeln oder in eine leckere Quiche. Im Kühlschrank halten sich die Blätter einige Tage. Blanchiert können Palmkohlblätter eingefroren werden.

Quelle: MDR Garten (eta)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Radiogarten | 26. Februar 2022 | 09:10 Uhr