Pflegeleicht Statt Rasen: Polsterthymian, Teppichverbene und Fiederpolster pflanzen

Ein grüner Rasen macht sich in vielen Gärten ganz wunderbar. Aber er muss gepflegt werden, braucht Wasser und Dünger. Für weniger genutzte Bereiche im Garten muss es keine grüne Rasenfläche sein. Auch Ersatzpflanzen wie Polsterthymian oder Teppichverbene bilden schöne grüne Flächen, die kaum Pflege benötigen.

Thymus praecox coccineus
Thymian ersetzt hier den klassischen Rasen - und muss sich mit seiner tollen Blüte auch nicht verstecken. Ist die Blüte vorbei, bleiben duftende, immergrüne Blätter. Bildrechte: MDR Garten/Jörg Heiß

Ein saftiger grüner Rasen ist der Stolz vieler Gärtner. Die Fläche wirkt frisch und ordentlich. Sie lockt zum Spielen und Ausruhen. Aber ein solch englischer Rasen ist schwierig zu pflegen. Alle zwei Wochen muss gemäht werden. Mit einer Sprinkler-Anlage oder der Gießkanne muss gewässert werden. Nicht zu reden vom Düngen und Vertikutieren. Ohne ordentliche Pflege verbrennt der Rasen oder verwandelt sich irgendwann in eine Wiese. So mancher Gärtner fragt sich, ob es da nicht eine andere Möglichkeit gäbe. Zumal "60 bis 70 Prozent der Rasenfläche im Garten kaum begangen werden", sagt Jörg Kohout von  Kohout's Baumschule und Gartencenter in Elstra. In diesen Bereichen können statt Rasen auch andere Pflanzen wachsen.

Ein Sprinkler auf dem Rasen.
Sprengen, düngen, mähen - das muss doch auch anders funktionieren. In einigen Bereichen des Gartens lassen sich Rasenflächen ersetzen. Bildrechte: MDR/Estha Taddigs

In diesen Bereichen sollte der Rasen bleiben

Ein gut gepflegter Rasen ist äußerst robust und muckt auch bei starker Belastung nicht. Deshalb sollte in Spielbereichen, rund um Pools oder auf einem Fußballplatz auch weiterhin Rasen wachsen. Welche Möglichkeiten es gibt, auch in trockenen Sommern für ansprechenden Rasen zu sorgen, erfahren Sie hier.

In diesen Bereichen können Rasenersatzpflanzen übernehmen

In Bereichen, die nur ein oder zwei Mal am Tag betreten werden, können andere Pflanzen die Funktion des Rasens übernehmen. Jörg Kohout schlägt Polsterthymian, Teppichverbene und Fliederpolster vor. Diese Pflanzen wachsen nur wenige Zentimeter hoch. Sie brauchen kaum Wasser und keinen Dünger, müssen nicht gemäht oder beschnitten werden. Sie sind besonders geeignet für Vorgärten, Bereiche zwischen einzelnen Beeten oder Teile des Gartens, die nicht so häufig aufgesucht werden. Neben der Pflegeleichtigkeit punkten die Rasenersatzpflanzen noch mit einem weiteren Vorteil: "Die Blüten von Thymian und Teppichverbene bieten Insekten Nahrung", sagt Jörg Kohout.

Gartenbauexperte Jörg Kohout im Gespräch mit Moderator Jens Haentzschel 11 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Diese Rasenersatzpflanzen eignen sich besonders gut

  • Thymian (Thymus praecox): Diese alpine Form des Thymians wird gerade einmal drei Zentimeter hoch. Die Pflanzen mögen sonnige Standorte, gern darf es auch Sandboden sein. Der Thymian kommt ohne Bewässerung aus, bleibt im Winter grün und blüht im Frühsommer hübsch in blau und weiß. Zusatznutzen: Die Blätter können gesammelt und getrocknet als Tee oder Gewürz verwendet werden. Geeignet sind Thymus praecox 'albiflorus' und 'coccineu' sowie Thymus longicaulis.

Thymus praecox coccineus nah
Ein lilafarbenes Meer bildet der Thymian im Garten. Bildrechte: MDR Garten/Jörg Heiß


  • Teppichverbene (Phyla nodiflora): Die Teppichverbene ist äußerst wuchsstark. In kürzester Zeit wächst sie ganze Flächen zu. Von Juli bis Oktober blühen ihre zarten, helllila Blüten und locken Scharen von Insekten. Auch die Teppichverbene braucht kaum Pflege. Allerdings muss die Pflanze vom Wuchern abgehalten werden. Dafür werden Ausläufer einfach regelmäßig abgestochen - so wie man es auch mit einem normalen Rasen machen würde. Im Winter wird die Teppichverbene braun, treibt aber im Frühjahr ganz von unten durch. Vorsicht: Bevor man die Teppichverbene pflanzt, sollte man gut nachdenken. Ihre einen Meter tiefen Wurzeln machen es schwer, sie wieder zu entfernen. Eine schöne Sorte ist 'Summer pearls'.

Phyla nodiflora 'Summer Pearls' nah
Die Knospen der Teppichverbene Phyla nodiflora 'Summer Pearls' spitzen schon zwischen den Blättern hervor. Bald werden sie die Fläche mit einem weißen Blütenteppich überziehen. Bildrechte: MDR Garten/Jörg Heiß


  • Fiederpolster (Cotula dioica): Das Fiederpolster blüht nicht so reich wie Thymian und Teppichverbene. Stattdessen überzieht es den Boden mit feinem, zartfiedrigem Flaum. Dadurch ist es auch wunderbar für Bereiche geeignet, in denen Barfußläufer unterwegs sind. Fiederpolster wird nicht höher als acht Zentimeter, es bleibt auch im Winter grün.

Cotula dioica
Immergrün und barfußfreundlich - das Fiederpolster macht sich gut als Rasenersatz. Bildrechte: MDR Garten/Jörg Heiß

So legen Sie eine Rasenersatzpflanzung an

Wer statt Rasen lieber Thymian, Teppichverbene oder Fiederpolster pflanzen möchte, muss zuerst den alten Rasen entfernen. Dann kommt frische Erde auf den Untergrund, in den kleine Pflänzchen gesetzt werden. "Schauen Sie nach Minipflänzchen für Dachgärten", rät Gärtner Kohout.

"Für Thymian brauchen Sie acht bis zwölf Pflanzen pro Quadratmeter, bei Teppichverbene fünf bis sechs und beim Fiederpolster etwa sechs bis acht." Alternativ kann auch ausgesät werden. Die erste Zeit nach dem Pflanzen oder der Aussaat muss der Boden gut feucht gehalten werden. Später kann die Wassermenge reduziert werden, sobald alle Pflanzen gut angewachsen sind, ist keine Wassergabe mehr notwendig.

So pflanzen Sie Thymian und Co. zwischen Rasengittersteine

Zwischen Rasengittersteinen wächst meist ein wildes Gemisch verschiedener Wildkräuter, die sich dort eigenmächtig angesiedelt haben. Hier sorgen die Rasenersatzpflanzen für Ordnung. Am besten funktioniert das, wenn das alte Unkraut abgeflammt wird. Dann wird zwischen die Steine eine Schicht Torf-Sand-Gemisch gegeben. Die Schicht verhindert, dass Unkraut aufläuft. Unkrautpflanzen gehören nämlich fast alle zu den Lichtkeimern. In die neue Schicht Erde werden Thymian und Co. gesetzt und angegossen.

Gestalten mit Rasenersatzpflanzen

Rasenersatzpflanzen müssen natürlich nicht monothematisch gepflanzt werden. Große Flächen lassen sich schön in der Kombination verschiedener Arten gestalten. Auch Seggen und das Blauschwingelgras - beide Gräser vertragen Wasser- und Nährstoffmangel - können gut mit Polsterthymian, Teppichverbene und Fiederpolster kombiniert werden.

Quelle: MDR Garten (anz)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 12. Juni 2022 | 08:30 Uhr