Nährstoffe für Pflanzen gewinnen Wurmkiste: So wird dank Kompostwürmern aus Küchenabfällen Bio-Dünger

Wurmkisten mit fleißigen Kompostwürmern können ganzjährig angelegt werden, um für eigenen Bio-Dünger zu sorgen. Alles, was Sie dafür wissen müssen, und welche Vorteile eine eigene Wurmfarm gegenüber dem 'normalen' Kompost im Garten hat, erfahren Sie hier.

Brigittes Wurmkiste 1 min
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Was sind die Vorteile von Wurmkisten im Vergleich zum herkömmlichen Kompost?

Mit einer Wurmkiste können auf kleinem Raum Küchenabfälle in wertvollen Biodünger verwandelt werden. Sie ist damit kleiner als ein herkömmlicher Kompost. Außerdem ist Wurm-Humus reichhaltiger als 'normaler' Kompost. Er enthält die fünf- bis siebenfache Düngewirkung. Wurmkompost kann tiefer eingearbeitet werden als Kompost. Kompost kann nur oberflächlich eingesetzt werden, da die Lebewesen in ihm Luft benötigen.

Wurmkiste - Kompostwürmer
Die Würmer verwandeln Küchenabfälle und Pappe in fruchtbaren Humus. Bildrechte: MDR Garten/Annett Zündorf

Wie sollte eine Wurmkiste aufgebaut sein?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten eine Wurmfarm anzulegen. Am einfachsten ist die horizontale Zwei-Kammer-Variante. Allerdings ist auch eine Turmstruktur möglich. Die Kiste kann aus Kunststoff oder Holz sein. Sie sollte unbedingt luftdurchlässig sein. Weil die Würmer kein Licht mögen, sollten die Behälter einen Deckel haben. Die einzelnen Behälter sollten 30 bis 60 Zentimeter hoch sein. Die Trennwand zwischen den Behältern sollte Löcher haben, damit die Würmer hin und her wandern können.

Zwei Skizzen illustrieren den Aufbau einer Wurmfarm. Die linke Abbildung zeigt eine flache Kiste mit zwei Kammern. Die rechte Abbildung einen Rum mit zwei Kammern und unten drunter einer Auffangwanne für Kompostwasser.
Zwei Möglichkeiten für eine Wurmfarm – als Kiste (links) und als Turm (rechts). Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Was für Würmer brauche ich für meine Wurmkiste?

In der Wurmkiste fühlen sich Kompostwürmer (auch Mistwürmer genannt) wohl. Im Gegensatz zu Regenwürmern arbeiten sie sich horizontal durch die Erde. Das ist für eine solche Kiste von Vorteil. Kompostwürmer leben nicht allein. Mit ihnen sind Bakterien, Pilze und andere Bodenlebewesen an den Umsetzungsprozessen beteiligt.

Wurmturm 3 min
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Wo bekomme ich Kompostwürmer her?

Bitten Sie am besten jemanden, der einen Kompost hat, um etwas davon. Verwenden Sie idealerweise Kompost aus zwei verschiedenen Gärten und mischen Sie ihn durch. Denn: In jedem Garten wohnen andere Tierchen. Das kann für Ihre Wurmkiste nur gut sein. Sie können aber auch Würmer bei spezialisierten Versendern bestellen.

Wurmkiste - Kompostwürmer
Kompostwürmer, Regenwürmer - ganz genau weiß der Laie nicht, wer den wertvollen Humus produziert. Aber meist sind in der Wurmkiste vor allem Kompostwürmer (Eisenia fetida) im Einsatz. Bildrechte: MDR Garten/Annett Zündorf

Wie befülle ich meine Wurmkiste zu Beginn?

Kleiden Sie zunächst die Wände mit unbehandeltem Karton aus. Geben Sie nun ein bis zwei Handvoll Kompostwürmer, etwas Rohkost, ein paar Pferdeäpfel und eingeweichten Karton (z.B. Eierkartons) in die Kiste. Überfordern Sie Ihre Würmer zu Beginn nicht und verwenden Sie anfangs nicht zu viel organische Materialien. Halten Sie die Wurmfarm feucht. Sorgen Sie aber auch dafür, dass überschüssiges Wasser abfließen kann oder gießen Sie es ggf. selber ab.

Wurmkiste - Kompostwürmer
So fühlen sich die Würmer wohl: in einer feuchten Mischung aus Erde, Küchenabfällen und Pappe. Bildrechte: MDR Garten/Annett Zündorf

Darf das, was auf den Kompost darf, auch in meine Wurmkiste?

Jein. Einige Materialien, die auf den Kompost dürfen, können auch in die Wurmkiste - aber nicht alle.

Das darf rein Das darf nicht rein
  • alle ungesalzenen Gemüsereste
  • Fleisch- und Milchprodukte
  • Obstreste
  • gesalzene Speisen
  • zerkleinerte Eierschalen
  • Zitrusfrüchte
Papier und Karton (bis zu 20%) Öl
  • Laub
  • Zwiebeln
  • Pflanzenteile (nicht verholzt)
  • Knoblauch
  • Kaffeesatz
  • giftige Pflanzen
  • Teebeutel
 
Gesteinsmehl  

Wo kann die Wurmkiste stehen?

Wurmkisten sollten idealerweise draußen im Schatten stehen. Allerdings dürfen die Würmer im Winter nicht erfrieren. Daher sollte die Wurmkiste bei unter 5 Grad Celsius vor Kälte geschützt werden. Stellen Sie sie dafür z.B. in eine Garage oder den Keller. Wurmkisten sollten nicht in Wohnräumen gelagert werden.

Zu warm darf es auch nicht werden: Bei über 40 Grad Celsius gehen die Würmer ein. Am aktivsten sind die Würmer bei 15 bis 30 Grad Celsius.

Eine Holzkiste mit zwei Kammern. In der einen Kammer ist der Kompost sehr fein, in der anderen Kammer ist er noch sehr grob.
So sieht es in einer Wurmkiste aus: In der linken Kammer befindet sich der fertige Wurmhumus; in die rechte Kammer werden die organischen Abfälle gegeben. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 13. März 2022 | 08:30 Uhr