Störenfriede bei der Anzucht Trauermücken bei der Aussaat erfolgreich bekämpfen

Sciaridae

Eine Frau mit grüner Schürze steht in einem Garten vor einem Pfirsichbaum mit Früchten.
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Auf der Fensterbank sprießen die vorgezogenen Gemüsepflanzen - und prompt sind die Trauermücken zur Stelle. MDR-Gärtnerin Brigitte Goss erklärt, welche Hausmittel und Methoden helfen, die kleinen Insekten bei der Aussaat loszuwerden und sie am Ablegen ihrer Larven zu hindern.

Brigitte Goss im Gespräch über Aussaathilfen 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Trauermücken sind winzige schwarze Mücken, die man jetzt an den Pflanzen in Innenräumen entdecken kann. Sie nerven immer gerade dann, wenn es mit der Anzucht von Tomaten, Paprika und anderen Jungpflanzen auf der Fensterbank los geht.

Larven der Trauermücken fressen Wurzeln junger Pflanzen

Die Mücken selbst schaden den Pflanzen nicht, aber ihre Larven leben im Boden und fressen die zarten Wurzeln der Keimlinge. So kann eine ganze Anzucht von Tomaten, Gurken und Paprika vernichtet werden. Diese Gemüsepflanzen werden schon ab Februar im Haus vorgezogen und benötigen auch einige Wochen, um groß und kräftig zu werden. In dem Jugendstadium sind die Pflanzenwurzeln besonders gefährdet, von den Trauermücken-Larven komplett gefressen zu werden.

Die Mücken beziehungsweise deren Larven leben fast unbemerkt im Haus in den Erdballen der Zimmerpflanzen oder werden durch Kräutertöpfe eingeschleppt. Auch Bio-Erden ohne Torf können Überträger der Trauermücken sein. Um die Sämlinge vor den Trauermücken zu schützen, ist es gut, Mehrfachstrategien zu entwickeln.

Das hilft gegen Trauermücken

Selbstgemischte, aber auch gekaufte Anzuchterde "dämpfen". Eine Möglichkeit ist, die Erde in einen Bratschlauch zu füllen und in einem Ofen auf 80°C bis 100°C für etwa eine Stunde zu erhitzen. Kleine Mengen Erde können auch in der Mikrowelle erhitzt werden. Dabei werden die Trauermücken-Larven und die Eier abgetötet. Um keine unnötige Energie einzusetzen, lässt sich dafür auch die Nachwärme des Backofens ausnutzen.

Erde im Bratschlauch sterilisieren
Anzuchterde im Bratschlauch steriliserien: Beim Erhitzen im Ofen werden Larven und Eier abgetötet. Bildrechte: MDR Garten/Annett Zündorf

Außerdem sollten Gelbtafeln zur Kontrolle in Zimmerpflanzen-Töpfen verteilt im Haus aufgestellt werden. So werden die erwachsenen Trauermücken abgefangen und können sich nicht weiter vermehren.

Trauermücken an Gelbtafel
Mit Gelbtafeln werden erwachsene Trauermücken abgefangen. Bildrechte: MDR Garten/Annett Zündorf

Ansaaten sollten immer mit einer Haube abgedeckt werden. Lichtkeimer wie beispielsweise Basilikum schützt man, indem man eine Glasscheibe auf die Ansaat legt.

Lichtkeimer mit Glasplatte abdecken
Zum Abdecken lichtkeimender Pflanzen am besten eine Glasscheibe verwenden. Bildrechte: MDR Garten/Annett Zündorf

Frisch ausgesätes Gemüse und andere Pflanzen nicht mit Erde, sondern anderen Materialien abdecken. Die Mücken erkennen dadurch die "Ablagestelle" in den Ansaaten nicht mehr. Profis verwenden das natürliche Tonmineral "Vermiculit" (im Internet zu kaufen) oder Sand.

Vermiculit streuen
Vermiculit, ein natürliches Tonmineral, ist nützlich zum Abdecken der Erde. Es verhindert, dass Trauermücken ihre Eier in die Erde darunter ablegen. Bildrechte: MDR Garten/Annett Zündorf

Trauermücken mit natürlichen Mitteln loswerden

Zum Abdecken der frisch ausgesäten Samen eignen sich auch zerkleinerte, zermahlene Eierschalen. Zuvor müssen die Schalen noch gereinigt und sterilisiert werden. Das geht so: Die Schalen von frischen Eiern werden zunächst mit Wasser gereinigt und dann im Backofen über einige Zeit auf mehr als 100° C erhitzt: Tipp: Dazu kann die Ofenwärme beim oder nach dem Backen genutzt werden.

Jungpflanze zwischen Eierschalen
Gut getarnt: Dank der zerstoßenen Eierschalen erkennen die Trauermücken die Ansaat nicht als ihre übliche "Ablagestelle". Bildrechte: MDR Garten/Annett Zündorf

Eine andere Möglichkeit ist, Pflanzenschutzmittel auf Basis des Neembaumes (im Handel erhältlich) zu verwenden. Dieses Mittel kann gegossen werden und verdirbt den Trauermücken-Larven den Appetit. Erwachsene Tiere werden dabei aber nicht erfasst.

Mit Neempräparat gieße
Speziell gegen die Larven hilft ein Neempräparat, das man gießen kann. Bildrechte: MDR Garten/Annett Zündorf

Trauermücken-Larven können zudem mit speziellen Nützlingen (Fadenwürmern, Nematoden) bekämpft werden. Diese Fadenwürmer gibt es nur auf Bestellung. Sie leben in einem Pulver in einer Art "Ruhezustand". Dieses Pulver wird im Gießwasser aufgelöst und gegossen. Am besten sollte man alle Töpfe und Gefäße im Haus mit dem Fadenwurm-Wasser versorgen. Die Fadenwürmer erwachen in der Erde, suchen aktiv nach den Mückenlarven und fressen sie.

Diana Fritzsche-Grimmig im Gespräch 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR Garten | 13. März 2022 | 13:56 Uhr