Sommerblumen schützen Vorsicht, Frost: Exotische Kübelpflanzen überwintern

Kübelpflanzen wie Geranien, Dipladenia, Engelstrompeten, Begonien oder Fuchsien müssen überwintert werden - und gehören schon bei Temperaturen um die fünf Grad ins Winterquartier. Gärtnerin Brigitte Goss erklärt, welche exotischen Sommerblumen Sie rechtzeitig vor dem Frost schützen sollten.

Rot blühende wärmeliebende Pflanze Mandevilla in Topf
Die Mandevilla, auch Dipladenia genannt, blüht bis in den Herbst. Doch wenn die Temperaturen unter fünf Grad sinken, wird es der exotischen Kletterpflanze draußen zu kalt. Dann ist die Zeit für die Überwinterung gekommen. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Zwiebel- und Knollenpflanzen rechtzeitig ausgraben

Imposante Vertreter von sommerblühenden Knollen- und Zwiebelgewächsen wie Gladiolen, Indisches Blumenrohr und Dahlien überstehen kalte Winter im Freien nicht. Nach den ersten Frösten oder am besten schon davor, sollten sie ausgegraben und geschützt gelagert werden.

Ausgepflanzte, nicht winterharte Knollen- und Zwiebelpflanzen werden im Herbst zurückgeschnitten und mit der Grabegabel aus der Erde gehoben. Lassen Sie die Wurzelstöcke ein paar Tage abtrocknen, so dass größere Erdklumpen abfallen können. Machen Sie die Knollen oder Zwiebeln nicht ganz sauber. Anhaftende Erde kann in geringen Mengen an den Knollen und Zwiebeln bleiben. Wählen Sie für die Überwinterung nur feste, gesunde und unbeschädigte Exemplare aus. Selbst über kleine Faulstellen könnten sich in den Wintermonaten unbemerkt Pilzerkrankungen breit machen und ihre gesamten Blumenschätze vernichten.

Knollen mit etwas anhaftender  Erde in Zeitungspapier wickeln
Bevor die Dahlienknolle ins Winterquartier kommt, wird der Stiel eine Handbreit über dem Knollenansatz abgeschnitten. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Diese Kübelpflanzen müssen frostfrei überwintern

Unter den Kübelpflanzen gibt es besonders empfindliche Exemplare, die schon bei Temperaturen zwischen 5°C Grad und knapp über dem Gefrierpunkt in einen frostfreien Raum gebracht werden sollten.


Dipladenia, auch Mandevilla genannt

Die Dipladenia müssen Sie überwintern, da sie keinen Frost verträgt. Kalte Tage und Nächte mit Temperaturen bis 5°C hält eine Mandevilla zwar aus, wächst dann aber nur wenig oder gar nicht. Die exotischen Pflanzen blühen bis in den späten Herbst hinein. Wenn die Temperaturen in der Nacht unter fünf Grad sinken, ist jedoch der Zeitpunkt für den Umzug gekommen. Die längsten und besonders ausladenden Ranken können vor dem Überwintern entfernt werden.

Ein geeigneter Standort für Ihre Dipladenia im Winter ist möglichst hell, die Temperaturen sollten zwischen 5 und 15°C liegen. Ein helles Treppenhaus, ein Wintergarten oder das Schlafzimmerfenster bieten sich daher an. Die Pflanze braucht weniger Wasser, lassen Sie die Dipladenia aber nicht austrocknen.

Rot blühende wärmeliebende Pflanze Mandevilla in Topf
Die Dipladenia muss hell aber kühl überwintert werden. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Begonien (Begonia Cultivars)

Die Begonie wird wegen ihrer eigentümlichen Blattform auch Schiefblatt genannt. Ursprünglich stammt die Pflanze aus tropischen Wäldern, wo sie im Schatten hoher Bäume wächst. Begonien vertragen daher schattige Standorte. In einem kühlen, frostfreien Raum werden sie über den Winter gebracht. Als ideal gelten Temperaturen zwischen 10 und 15°C.

Rote Blüten einer Begonie der Art Begonia boliviensis in einem üppig bepflanzten Balkonkasten.
Die Begonie kommt aus den Tropen und verträgt keinen Forst. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Geranien (Pelargonium)

Pelargonien werden von vielen auch als Geranien bezeichnet. Die blühfreudigen Sommerblumen müssen im Herbst nicht entsorgt werden, sie können stattdessen überwintert werden. Wählen Sie dafür einen hellen, kühlen Standort aus - ein Kellerfenster zum Beispiel.

Blüte der Pelargonie “Costa Barcelona Early Lavender”. Die Blüte ist pink. Jedes Blütenblatt hat einen rosa-weißen Rand.
Alle Jahre wieder schön sind Geranien, wenn sie frostfrei und hell überwintert werden. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft

Fuchsien (Fuchsia Cultivars)

Bis auf wenige Ausnahmen müssen Fuchsien frostfrei überwintert werden. Das geht am einfachsten im hellen Wintergarten, aber auch im dunklen Keller ist die Überwinterung von Fuchsien möglich. Bevor Fuchsien ins Winterquartier kommen, werden sie zurückgeschnitten.

Rosa-lila Blüte einer Fuchsie
Wer lange Freude an den Pflanzen haben möchte, muss sie rechtzeitig reinstellen. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Wandelröschen (Lantana)

Die hübschen Wandelröschen sind im Winter an einem hellen Ort bei Temperaturen um 10°C am besten aufgehoben.

Wandelröschen der Sorte Canarybird Red
Wandelröschen müssen rechtzeitig ins Winterquartier gebracht werden. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Engelstrompeten (Datura, Brugmansia)

Engelstrompeten sollten an einem frostfreien Ort überwintern - entweder an einem kühlen, dunklen oder einem hellen, etwas wärmeren Standort. Geeignet sind beispielsweise Keller oder Wintergärten. Wem die ganze Engelstrompete zu groß für die Überwinterung ist, kann auch einige Äste abschneiden. Die exotische Pflanze lässt sich über Steckhölzer vermehren, die in Wasser bewurzelt wurden.

Hellrosa Blüten der Engelstrompete
Die Engelstrompete mit ihren prächtigen Blüten gehört ab Temperaturen um fünf Grad ins Winterquartier. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Hibiskus (Hibiscus rosa-sinensis)

Im Oktober sollten auch Hibiskus-Sträucher im Kübel in ihr Winterquartier umziehen. Suchen Sie einen hellen Standort aus. Ein kühler Raum mit rund 15°C oder ein Wintergarten sind ideal.

Hibiskusstrauch mit orangenen Blüten
Wächst Hibiskus im Kübel, ist eine frostfreie Überwinterung nötig. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Enzianstrauch (Lycianthes rantonnetii), Sommerjasmin (Solanum jasminoides) 

Auch der violett blühende Enzianstrauch (Lycianthes rantonnetii), der als Bäumchen im Kübel beliebt ist, verträgt keinen anhaltenden Frost. Räumen Sie den Topf rechtzeitig an einen hellen, kühlen, frostfreien Ort mit Temperaturen zwischen 5 und 12°C. Lassen Sie den Kübel nicht austrocknen, aber vermeiden Sie Staunässe. Zur selben Pflanzenfamilie gehört auch der Sommerjasmin, der ebenfalls früh geschützt werden muss.

Lila blühender Enzianstrauch und weiß blühender Sommerjasmin
In violett blüht der Enzianstrauch, in weiß der Sommerjasmin. Frost vertragen beide nicht. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Auch diese Pflanzen müssen jetzt geschützt werden:

  • Prinzessinnenstrauch (Tibouchina urvilleana)
  • Gewürzrinde (Cassia corymbosa)
  • Enzianstrauch (Lycianthes rantonnetii)
  • Sommerjasmin (Solanum jasminoides)
  • Kap-Bleiwurz (Plumbago auriculata)
  • Schönmalve (Abutilon ssp.)
  • Vanilleblume (Heliotropium arborescens)
  • Veilchenstrauch (Iochroma ssp.)
  • Schmetterlingsingwer, Zieringwer (Hedychium gardnerianum)
  • Hakenlilie (Crinum)
  • Hammerstrauch (Cestrum ssp.)
  • Feuerball-Lilie, Blutblume (Scadoxus multiflorus)

Quelle: Brigitte Goss

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Radiogarten | 16. Oktober 2021 | 11:45 Uhr

Mehr Gartentipps von Brigitte Goss