Vielfältiges Hörangebot Positive Bilanz: ARD Radiofestival begeisterte mit vielfältigem Kulturangebot

70 Abende mit 27 Live-Konzerten: Nach 10 Wochen endet am 16. September das ARD Radiofestival 2022. Unter Federführung des MDR präsentierten vom 9. Juli bis 16. September die ARD-Kulturradios die besten Konzerte des Klassik- und Festivalsommers, Kabarett, Jazz, Lesungen und hintergründige Gespräche.

Collage ARD Radiofestival
Das ARD Radiofestival können Sie noch in der ARD Audiothek 30 Tage nach Festivalende nachhören und spannende Konzerte erneut erleben. Bildrechte: MDR/dpa/imago/ colourbox

Nach dem Auftakt beim MDR-Musiksommer am 9. Juli in Wernigerode geht das ARD Radiofestival am 16. September mit dem dritten und letzten Preisträgerkonzert des ARD-Musikwettbewerbs 2022 zu Ende. In der Live-Übertragung ab 20.00 Uhr dirigiert Joshua Weilerstein das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks.  

70 Abende mit 27 Live-Konzerten

Insgesamt wurden allein über 100 klassische Konzerte und Opern aus Deutschland und ganz Europa übertragen – u.a. von den Festspielen aus Bayreuth und Salzburg, vom MDR-Musiksommer, dem Schleswig-Holstein Musik Festival oder vom Musikfest Erzgebirge. Die musikalische Vielfalt reichte dabei von Barock, Klassik, Romantik bis hin zu Jazz und Weltmusik.

Alle Konzerte wurden in der ARD Audiothek übertragen. Dort gibt es viele Konzerte auch nach Festival-Abschluss für 30 Tage zum Hören. Das gesamte Programm ist hier zu finden.

Die zehnte und letzte Festivalwoche

Das ARD Radiofestival nähert sich dem Abschied. Nach 10 Wochen voller intensiver Programme, toller Künstlerinnen und Künstler und über 70 Konzerten wird das Festival mit den drei Live-Übertragungen des ARD Preisträgerkonzerts aus München enden.

Der Cellist Daniel Müller-Schott beim Konzert der MDR-Musiksommer Sonderausgabe am 26. Juli 2020 im Kultur- und Kongresszentrum Gera.
Der Cellist Daniel Müller-Schott wird mit Elgars Cellokonzert am 12. September ab 20:00 Uhr auf MDR KLASSIK zu hören sein. Bildrechte: MDR/Stephan Flad

In die letzte Woche startet das ARD Radiofestival am Montag mit einem Konzert von den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern. Auf dem Programm des Abends steht Edward Elgars Cellokonzert e-Moll op. 85 mit dem beliebten Solisten Daniel Müller-Schott und Antonin Dvoraks Sinfonie Nr. 9 e-Moll op.95 "Aus der Neuen Welt" mit dem BBC Symphony Orchestra unter der Leitung von Dalia Stasevska. Aus der Konzertkirche Neubrandenburg wird das Programm des Abends mit Ralph Vaughan Wiliams Fantasia on Greensleeves" abgerundet. Das BBC Symphony Orchestra feiert in diesem Jahr seine Premiere bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern.

Am Dienstagabend stehen die Sommernachtsträume von Purcell und Mendelssohn und die kaum bekannte 2. Sinfonie der Komponistin Emilie Mayer mit dem jungen Ensemble reflektor unter der Leitung von Holly Hyun Choe auf dem Programm. Sommersonnenwende – Elfen und Kobolde treiben ihr Unwesen, alles steht im Zeichen der Liebe, ihrer Freuden und Leiden: William Shakespeare hat diese kürzeste Nacht des Jahres zur Komödie "Ein Sommernachtstraum" inspiriert, Henry Purcell und Felix Mendelssohn Bartholdy schrieben dazu zauberhafte Schauspielmusiken. Alles blitzt und glänzt, wimmelt und wirbelt in dieser Musik. Anschließend treffen zwei Streichquartette, das Belcea Quartet und das Quatuor Ebène bei den Schwetzinger SWR Festspielen aufeinander.

Die letzten drei Abende des ARD Radiofestivals stehen ganz im Zeichen des Internationalen Musikwettbewerbs der ARD: Live aus dem Prinzregententheater in München. Der Internationale Musikwettbewerb der ARD ist durch seine weltweite Ausstrahlungskraft, die Leistungsbereitschaft aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer und durch die Begeisterungsfähigkeit des Publikums ein Ereignis. Neben den Fächern Flöte, Posaune und Streichquartett stand 2022 auch das beliebte Fach Klavier auf dem Programm. Beim ersten der drei Abschlusskonzerte am Mittwochabend, das traditionell gemeinsam mit dem Münchner Rundfunkorchester gestaltet wird, steht Christian Reif am Dirigentenpult. Das zweite Abschlusskonzert am Donnerstagabend gestaltet das Münchener Kammerorchester unter der Leitung seines Konzertmeisters Daniel Giglberger. Beim dritten und letzten Preisträgerkonzert am Freitagabend und damit auch Abschluss von 10 Wochen ARD Radiofestival steht mit dem 35-jährigen Amerikaner Joshua Weilerstein ein gleichfalls junger Dirigent beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks am Pult – gemeinsam präsentieren sie die Besten der Besten des Jahrgangs 2022.

Rückblick

Die neunte Festivalwoche

Zuschauer schwenken 2014 während eines Last Night of the Proms Konzerts in der Royal Albert Hall Flaggen
Die Last Night of the Proms in der Royal Albert Hall Bildrechte: dpa

Die legendäre Last Night of the Proms aus der Royal Albert Hall in London und das Eröffnungskonzert des Musikfestivals Erzgebirge garantieren in der vorletzten ARD-Radiofestival-Woche Live-Feeling. Außerdem sind die Eröffnungsabende des Beethovenfests in Bonn oder des Musikfests Bremen sowie Konzerte von den Händelfestspielen aus Halle, Jazzbaltica vom Timmendorf Strand und dem Kaunas Pažaislis Festival. Diese Höhepunkte der diesjährigen Festivalsaison werden zur gewohnten Zeit ab 20:04 Uhr auf MDR KLASSIK sowie allen weiteren Kultursendern der ARD übertragen und sind im Anschluss zum Nachhören in der ARDAudiothek verfügbar.

Die achte Festivalwoche

Das Carion Bläserquintett
Das Bläser-Ensembler Carion überrascht immer wieder mit ihren außergewöhnlichen Konzerten. Bildrechte: Carion Bläserquintett

Die achte Woche des ARD-Radiofestivals steht im Zeichen von besonderen Verbindungen und jungen Talenten. Am Montag (29.8.) dirigiert der junge finnische Dirigent Tarmo Peltokoski die Kammerakademie Potsdam beim Rheingau Musik Festival. Mit auf dem Programm steht das Violinkonzert in e-Moll von Mendelssohn-Bartholdy, an dem der damalige Gewandhauskapellmeister im Taunus arbeitete. Am Mittwoch (31.8.) folgt von das Oslo Philharmonic unter dem Jungstar Klaus Mäkelä. Als Solistin wird auch die gefeierte Pianistin Yuja Wang spielen: Das erste Klavier-Konzert von Franz Listz bringt Orchester- und Konzertform zusammen.

Etwas leichter wird es im zweiten Teil der Übertragung von den BBC Proms am Mittwoch: Das Bläserquintett Carion geht auf seine unvergleichliche den Stücken Strawinskys oder Ligetis auf den Grund, in dem sie sich musizierend durch den Raum bewegen – aber das klingt auch gut. Am Dienstag (30.8.) singt Anna Deppenbuch ihre Lieblingssongs, die von von romantischen Chansons bis Blues sowie von Retro-Pop bis Country reichen. Am Freitag verzaubert der Jazzmusiker Shai Maestro, der dieses Jahr zu Gast beim Jazzfestival Esslingen war, auf seine unvergleiche Weise mit dem Klavier.

Am Donnerstag (1.9.) können Musiktheater-Fans Scarlattis Oper "I portentosi effetti de la Madre Natura" entdecken, die die Dirigentin Dorothee Oberlinger zurück an das Potsdamer Schlosstheater brachte, wo schon Friedrich der Große das Werk aufführen ließ. Am Samstag (3.9.) ist der Broadway-Klassiker "Porgy and Bess" von George Gershwin zu hören, den Stars der New Yorker MET, das NDR Vokalensemble und das NDR Elbphilharmonie Orchester zum Abschluss des Schleswig-Holstein Musik Festivals spielten. Am Sonntag (4.9.) schließlich setzen Jugendorchester aus der Ukraine (unter Oksana Lyniv) und der Türkei (mit Cem Mansur) beim Berliner Festival Young Euro Classic ein Zeichen für Frieden und Demokratie.

Die siebte Festivalwoche

Die Berliner Philharmonie
Berlin ziert thematisch die siebte Woche des ARD Radiofestivals – mit der Saisoneröffnung der Berliner Philharmoniker und dem Eröffnungskonzert des Musikfests Berlin. Bildrechte: IMAGO / camera4+

Am Montag gibt es zwei Konzerte des Rheingau Musikfestes auf die Ohren: Zuerst wird der litauische Akkordeonvirtuose Martynas Levickis zu hören sein, der mit seinem Mikroorkéstra die Musikgeschichte von litauischem Folk über barocke Konzertkunst bis hin zu Lady Gaga durchpflügt. Eine ungewöhnliche Klangkombination bietet auch das zweite Konzert des Abends: Der Tenor Daniel Behle und die vier Hornisten von German Hornsound erspüren das weite Feld des Themas "Heimat".

Der Dienstagabend steht bei den 32. Internationalen Wolfegger Konzerten unter dem Motto "Musik verbindet, kennt keine Grenzen". In zwei von drei Konzerten steht der Künstlerische Leiter des Festivals, Dirigent Manfred Honeck, selbst am Pult: einmal mit Beethoven sowie zu einem geistlichen Abend, der Mozarts Krönungsmesse mit einer Uraufführung von Florian Franneks Oratorium "Bevor wir schweigen" kombiniert. Der Komponist, Dirigent und Sänger vertonte sieben letzte Briefe von Verfolgten und Ermordeten des Naziregimes, unter ihnen Klaus Bonhoeffer und Maximilian Kolbe.

Am Mittwoch präsentiert Johannes Pätzold Höhepunkte aus vier Tagen Rudolstadtfestival. Mit dabei sind unter anderem Maria Farantouri, Goran Bregovic und sein Wedding and Funeral Orchestra sowie zahlreiche weitere Künstlerinnen und Künstler von fünf Kontinenten. Das Festival für Folk-Roots-Weltmusik wurde in den frühen neunziger Jahren aus dem Geist des einstigen Tanzfestivals erschaffen und bietet einen neuen Raum für Musizierende und Kunstschaffende. Bis heute wird es als das "schönstes Kind der Einheit" bezeichnet.

Das Verbier Festival ehrt am Donnerstagabend Rodion Schtschedrin zum 90. Geburtstag. Schtschedrins Werke sind von klanglicher Kraft und packender Virtuosität. So auch die "Dialoge mit Schostakowitsch", welche vom Verbier Festival Orchestra unter der Leitung von Gianandrea Noseda aufgeführt werden. Schostakowitschs 1. Symphonie steht ebenso auf dem Programm wie Béla Bartóks 2. Klavierkonzert.

Am Freitag eröffnet Kirill Petrenko mit Gustav Mahlers 7. Sinfonie die Saison der Berliner Philharmoniker. Das Orchester setzt in dieser Spielzeit das Leitthema "Identitäten". Mahlers Siebte spiegelt sowohl die Konflikte der Epoche als auch die Auseinandersetzung des Komponisten mit seiner komplexen Identität wider.

Mit dem Drama "The Wreckers" schreibt Komponistin Ethel Smyth Geschichte. Im Rahmen des ARD-Radiofestivals ist die Oper am Samstagabend zu hören. Lange zu Unrecht in Vergessenheit geraten, sorgte Smyths Werk zur Eröffnung des Glyndebourne Opera Festivals für eine vielbeachtete Opernsensation.

Live aus der Berliner Philharmonie wird am Sonntag das Eröffnungskonzert des Musikfests Berlin übertragen. Einen Blick in die Sterne richtet die finnische Komponistin Kaija Saariaho mit ihrem Werk "Orion" und zeichnet ein Porträt des mythologischen Helden wie auch des Sternbildes. In Gustav Mahlers Sinfonie Nr. 6 zeigt der junge Dirigent Klaus Mäkelä seine großsinfonischen Ambitionen. Mit dem Concertgebouw Orchester hat er bereits die Sinfonien von Jean Sibelius eingespielt. 2027 wird er Chefdirigent des Orchesters.

Die sechste Festivalwoche

In der sechsten Woche des ARD-Radiofestivals stehen zahlreiche Live-Konzerte auf dem Programm. Von der Cologne Jazzweek, dem Rheingau Musik Festival und den BBC Proms aus der Royal Albert Hall erwartet uns ein breitgefächertes Programm. Uraufführungen von den Wittener Tagen für neue Kammermusik dürfen dabei ebenfalls nicht fehlen.
Einmal im Jahr verwandelt sich die Stadt Witten an der Ruhr in ein Mekka für Fans der zeitgenössischen Musik. Am Montagabend erklingen Uraufführungen von diesem besonderen Festival. Unter anderem vom Ensemble Modern, der Geigerin Carolin Widman, dem Vokalensemble Exgaudi, dem Arditti String Quartett und dem WDR Sinfonieorchester in agiler Sinfonietta-Besetzung.
Am Dienstagabend spielen die Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Riccardo Muti bei den Salzburger Festspielen Peter Tschaikowskys Sinfonie "Pahtétique" und Franz Liszts "Von der Wiege bis zum Grabe". In Arrigo Boitos Prolog aus "Mefistofele" singt Ildar Abdrazakov den Mefistofole. Anschließend folgt von der Schubertiade Schwarzenberg ein Schubert-Abend mit der Sopranistin Regula Mühlemann und der Pianistin Tatiana Korsunskaya.
Live aus dem WDR Funkhaus groovt es am Mittwochabend. Im Rahmen der Cologne Jazzweek kehrt Anthony Braxton mit seinem aktuellen Trio nach fast zwanzig Jahren zurück nach Köln. 1993 hatte er hier zuletzt im Sextett Kompositionen von Charlie Parkers neu interpretiert. Jetzt blickt Anthony Braxton in die Zukunft und erforscht Echtzeit-Klangsynthesen und algorithmische Kompositionen. Von der Monheim Triennale aus spannt die Sängerin Sofia Jernberg den Bogen weltweit mit Gesängen aus Korea, Äthiopien bis hin nach Norwegen.
Ein weiterer Live-Abend erwartet uns am Donnerstag aus dem Kurhaus Wiesbaden. Im Rahmen des Rheingau Musik Festivals wird der isländische Pianist Víkingur Ólafsson das berühmte Klavierkonzert a-Moll op. 16 von Edvard Grieg interpretieren. Im Konzert mit dem Bergen Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Edward Gardner stehen zudem "La Valse" von Maurice Ravel und Sergei Rachmaninows "Sinfonische Tänze op. 45" auf dem Programm.
Exzellente Kammermusik steht am Freitagabend im Fokus. Die faszinierenden Spielstätten des Moritzburgfestivals prägen die Atmosphäre des von Kai Vogler, Peter Bruns und Jan Vogler gegründeten Festivals. Als ein experimentelles musikalisches Labor und Exzellenzstätte zugleich vereint es ein kammermusikalisches Programm der Extraklasse und Nachwuchskünstler aus aller Welt und hat sich so zu einem weltweit etablierten Kammermusikfestival entwickelt. Auf einer extra dafür geschaffenen künstlichen Insel erhebt sich das barocke Schloss Moritzburg. In dieser traumhaften Kulisse musiziert Jan Vogler mit diesjährigen Festivalkünstlern. Zu hören sind unter anderem Werke von Mozart, Martinů und Brahms.
Der Samstagabend hält gleich zwei vokale Highlights bereit. Zuerst wird Arthur Honegger "Jeanne d’Arc au bûcher" von den Salzburger Festspielen übertragen und im Anschluss "Elvira" von Amalie von Sachsen. Honeggers Oratorium in 11 Szenen nach einen Text von Paul Claudel mit seinen zeitlosen Fragen nach Macht, Einfluss und Korruption besticht aus Salzburg mit Starbesetzung, u.a. mit Isabelle Huppert als Jeanne d’Arc. Amalies Bühnenwerk "Elvira" ist von Mozarts "Entführung aus dem Serail" inspiriert und begeistert musikalisch mit italienischem Temperament. Dieses Hörvergnügen ist in einer Aufnahme von den Dresdner Musikfestspielen zu erleben.
Die Woche beschließt ein Live-Abend von den BBC Proms. Das WDR Sinfonieorchester und Cristian Măcelaru gastieren mit ihrem Artist in Residence, dem Geiger Augustin Hadelich, in der Londoner Royal Albert Hall. Auf dem Programm stehen "Die Hebriden" von Felix Mendelssohn Bartholdy, das Violinkonzert aMoll op. 53 von Antonín Dvořák und Brahms Sinfonie Nr. 3 F-Dur op. 90. "Der Kerl hat mehr Ideen als wir alle" – so Johannes Brahms über Dvořák. Augustin Hadelich hat das Violinkonzert seit langer Zeit in sein Herz geschlossen, wie er selbst sagt und kostet sowohl die Kantilenen als auch die virtuosen Momente mir dem Orchester voll aus.

Die fünfte Festivalwoche

The Royal Philharmonic Orchestra London
Sally Beamishs "Hive" wird bei den BBC Proms in der Royal Albert Hall solistisch zu hören sein. Bildrechte: IMAGO / PA Images

Die fünfte Woche des ARD-Radiofestivals beginnt mit einer Premiere: Die Harfenistin Catrin Finch wird am Montag Sally Beamishs "Hive" bei den BBC Proms in der Royal Albert Hall solistisch interpretieren. In ihrem Werk "Hive" wirft Sally Beamishs einen Blick in einen Bienenstock und zeichnet das dortige Leben im Wandel der Jahreszeiten nach – von sanften Wintertönen hin zur Ausgelassenheit der Sommermonate.
Am Dienstagabend sind die Pianisten Mark Viner, Julien Lieber und Sofia Gülbadamova beim Klavierfestival "Auf schwarzen und weißen Tasten" zu hören. Nachdem das Radiofestival aus Bremen coronabedingt in den vergangenen beiden Jahren abgesagt werden musste, sind in diesem Jahr selten zu hörende Werke von Charles-Valentin Alkan, Ernst von Dohanányi und Arnold Schönberg zu hören.
Musik trifft Literatur: Auf der Spur der Lichtmetapher spannen am Mittwochabend Anna Lucia Richter und Ammiel Bushakevitz einen Bogen vom Minnegesang Walthers von der Vogelweide bis zu Hanns Eisler und Kurt Weill. Gesendet wird aus dem Funkstudio des SWR.
Am Donnerstagabend ist ein Zusammenschnitt des "Deutsch-Französischen SongpoetInnentreffens" aus Saarbrücken zu hören. Gerd Heger präsentiert Ausschnitte aus den Konzerten vom Juli. Insgesamt standen acht Künstlerinnen und Künstler in Solo-Konzerten auf der Bühne. Im Anschluss wurde noch gemeinsam improvisiert. Mit dabei sind unter anderem Jérémie Bossen, Marjolaine Piemont und Philipp Dewald.
Am Freitag spielt die Sächsische Staatskapelle Dresden unter der Leitung Christian Thielemanns bei den Dresdner Musikfestspielen unter anderem die spätromantische "Lyrische Symphonie" op. 18 für Sopran, Bariton und Orchester. Alexander Zemlinsky fügt darin sieben unabhängig voneinander entstandene und von ihm vertonte Gedichte des bengalischen Nobelpreisträgers Rabindranath Tagore zu einer Handlung zusammen.
Samstagabend steht Händels "Giulio Cesare" in der Regie und musikalischen Leitung von George Petrou von den Händel-Festspielen Göttingen auf dem Programm. Der neue künstlerische Leiter in Göttingen Petrou wählt mit dem Stück eine der schönsten Opern Händels, die klanggewaltig auftritt und getreu dem Festivalmotto "neue Horizonte" einschlägt.
Die Woche endet am Sonntag mit Highlights der Alten Musik: Jedes Jahr zu Pfingsten pilgern Musikliebhabende der Alten Musik nach Regensburg. Dieses Jahr standen dort unter anderem Wolfgang Amadeus Mozart, Antonio Vivaldi und Cipriano de Rore auf dem Programm.

Die vierte Festivalwoche

Zahlreiche Besucher warten vor dem Königsportal des Festspielhauses am (Grünen Hügel) in Bayreuth auf Einlass und Beginn der Vorstellung.
Richard Wagners Ring aus Bayreuth wird beim ARD-Radiofestival zu hören sein. Bildrechte: dpa

Die vierte Woche des ARD-Radiofestivals steht mit "Die Walküre" (1. August), "Siegfried" (3. August) und "Götterdämmerung" (5. August) ganz im Zeichen von Richard Wagners Ring aus Bayreuth. "Siegfried", das Scherzo der Ring-Tetralogie, ist auf dem Grünen Hügel wie "Rheingold" und "Götterdämmerung" seit 2015 nicht mehr gespielt worden. Inszeniert hat Valentin Schwarz. Am Dienstagabend (2. August) kommt das älteste Kammermusikfestival Deutschlands ins Programm: die Sommerlichen Musiktage Hitzacker. Das Festivalmotto ist "Tradition trifft Gegenwart". Auf dem Programm steht ein musikalisches Experiment, das der französische Pianist Pierre-Laurent Aimard und das Kuss Quartett präsentieren. Das musikalische Schaffen Elliot Carters wird durch rhythmisch-metrische Verschiebungen aufgehoben und zu Mozart in Beziehung gesetzt. Der Donnerstagabend (4. August) steht im Zeichen der Arolser Barockfestspiele. Countertenor Valer Sabadus und das Ensemble Nuevo Apetto machen sich in pastoralen Opern-Arien getreu dem Motto des Festivals "auf nach Arkadien". Im Anschluss steht ein weiteres Kammermusikfestival auf dem Programm. Von der Kronberg Academy sind Tabea Zimmermann und Christian Tetzlaff mit Farrenc und Strauss zu hören. Internationale Stars der Klassik-Szene feiern am Samstagabend (6. August) ihre ICMA-Auszeichnung im Galakonzert aus der Philharmonie Luxembourg. Im Konzert sind das Orchester Philharmonique du Luxembourg unter der Leitung von Adam Fischer sowie die ICMA-Preisträger, unter ihnen Frank Dupree, Adèle Charvet und Franz Peter Zimmermann zu erleben. Live aus Nürnberg gibt es das dritte "Stars im Luitpoldhain - The Night of Jazz with Friends" mit Soul, Swing, oder Funk.

Die dritte Festivalwoche

Die dritte Woche des ARD-Radiofestivals wird bestimmt von der Oper und großen Gefühlen. Am Montag (25. Juli) überträgt MDR KLASSIK die Eröffnung der Bayreuther Festspiele ab 15 Uhr live vom Grünen Hügel. Auf dem Programm steht die Neuinszenierung von "Tristan und Isolde" mit Markus Poschner am Pult. Die langen Pausen werden mit Einschätzungen unserer Kritikerinnen und Gesprächen gefüllt. Am Sonntag (31. Juli) folgt mit "Das Rheingold" die Bewährungsprobe von Cornelius Meister, der eingesprungen ist, um den "Ring" zu dirigieren. Am Freitag (29. Juli) wird Puccinis "Il Trittico" von den Salzburger Festspielen live übertragen: drei Geschichten über Schuld, Tod und Liebe. An den anderen Tagen bleibt es hingegen eher andächtig: Vom größten Musik- und Tanzfest Andalusiens dem "Festival de Música y Danza" steht am Dienstag (26. Juli) Berlioz im Mittelpunkt mit seiner "Symphonie fantastique" und dem Liederzyklus "Les Nuits d’éte". Sphärische Klänge, Jazz und Pop-Grooves gab es beim Kölner Acht Brücken Festival, von dem am Mittwoch (27. Juli) die Highlights zu hören sind. Am Donnerstag (28. Juli) werden moderne geistliche Gesänge mit dem SWR Vokalensemble unter Yuval Weinberg vom RheinVokal Festival in Koblenz übertragen.

Die zweite Festivalwoche

Die zweite Woche des ARD-Radiofestivals wird von spannenden Künstlerinnen aus dem Bereich Jazz und Folk bestimmt: Am Montag (18.07.) stehen mehrere Konzerte aus Bremen vom "Women in (e)motion-Festival" auf dem Programm unter anderem mit Tokunbo, Sängerin Josienne Clarke und der Pianistin Julia Falkevik Tungevag. Am Donnerstag (21.07.) sind Afra Kane und Maya Fadeeva zu hören. In einer Aufnahme von den Dresdner Musikfestspielen geben die Geschwister Isata Kanneh-Mason (Klavier) und Sheku Kanneh-Mason (Cello) am Dienstag (19.07.) ein Konzert. Aus Leipzig ist der Thomanerchor unter seinem Leiter Andreas Reize zu hören.
Als Geburtstagskonzert dirigiert der jüngst 85 Jahre alt gewordene Este Neemi Järvi am Mittwoch (20.07.) das Estonian National Symphony Orchestra, das ihn zum Ehrendirektor auf Lebenszeit ernannte. Musiktheater-Freunde können sich am Samstag (22.07.) auf eine Aufnahme von Mozarts "Idomeneo" vom renommierten Festival d'Aix-en-Provence und einer Live-Übertragung von Stravinskys "Le sacre du printemps" vom Schleswig-Holstein Musik Festival freuen. Zum Abschluss der Woche (23.07.) widmet sich sich Lars Vogt zusammen mit der Deutschen Radio Philharmonie in zwei Konzeten den fünf Klavierkonzerten von Beethoven.

Die erste Festivalwoche

Gleich das Auftaktswochenende bot grenzenloses Hörvergnügen und spannende Live-Atmosphäre. Den Eröffnungsabend des ARD-Radiofestivals am 9. Juli gestaltete das MDR-Sinfonieorchester unter der Leitung von Michael Balke in der zum Konzerthaus umgebauten Liebfrauenkirche in Wernigerode. Ursprünglich sollte Marie Jacquot die Leitung übernehmen, sie fiel jedoch kurzfristig aus gesundheitlichen Gründen aus. Der junge französische Geiger Mohamed Hiber gab mit Mozarts Violinkonzert A-Dur KV 219 sein Debüt beim MDR-Musiksommer.
In der ersten Woche des ARD-Radiofestivals werden u. a. die Eröffnungsabende der Brandenburgischen Sommerkonzerte (12.07.) sowie des Rheingau Musik Festival (14.07.) übertragen. Die Pianistin Gabriela Montero konzertiert mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra unter der Leitung von Mirga Gražinytė-Tyla beim stARTfestival 2022 Bayer Kultur (11.07.) und die Sopranistin Simone Kermes lädt mit dem Pianisten Jarkko Riihimäki und dem Adelphi Quartett zu einem ausgelassenen Sommerfest bei den Festspielen Mecklenburg Vorpommern (13.07.). Die SWR Bigband feiert 70-jähriges Jubiläum mit einem schwungvollen Abend in der Stuttgarter Porsche-Arena (15.07.). Eine Aufführung von Giuseppe Gazzaniga "L'Isola d’Alcina" von den Schwetzinger SWR Festspielen (16.07.) sowie zwei Konzerte vom Kissinger Sommer (17.07.), u.a. mit der Mezzosopranistin Magdalena Kožená und Sir Simon Rattle am Klavier beschließen die erste ARD-Radiofestivalwoche.

Dieses Thema im Programm: MDR KLASSIK | MDR KLASSIK am Morgen | 09. Juli 2022 | 09:40 Uhr

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