Oper Leipzig Christoph Gedschold: "Meine Leidenschaft ist es, Emotionen zu wecken."

Christoph Gedschol bei einer Probe
Christoph Gedschold in seinem Element als Dirigent. Bildrechte: Kirsten Nijhof

Der Mann mag es, Gemüse zu schnippeln, er spielt leidenschaftlich gern Klavier, ist gelegentlich als "Freier Redner" unterwegs, studierte in den 90ern an der Leipziger Musikhochschule Leipzig, später auch in Hamburg und ist seit kurzem Musikdirektor der Oper Leipzig: Christoph Gedschold.

Leitugsteam der Oper Leipzig
Das neue Leitungsteam der Oper Leipzig: Dirk Becker, Lydia Schubert, Tobias Wolff, Cornelia Preissinger, Christoph Gedschold, Marlene Hahn (v. l. n. r.) Bildrechte: Tom Schulze

Er kennt das Haus seit 2015, leitete hier unter anderem den "Freischütz", "Herzog Blaubarts Burg", "Rusalka", "Die verkaufte Braut" oder "Pagliacci".  Zum Dirigieren kam der gebürtige Magdeburger, nachdem er als Junge im Konzert Richard Wagners Rienzi-Ouvertüre gehört hatte: "Von da an wusste ich, das will ich auch machen!". Schließlich sang Gedschold im Magdeburger Domchor und übte Klavier, obwohl er als Junge so manches Mal lieber Fussball gespielt hätte.

Nach dem Studium wurde Gedschold Kapellmeister und Korrepetitor am Theater Luzern, arbeitete auch beim Lucerne Festival etwa für Claudio Abbado, Mariss Jansons und Pierre Boulez. Erfahrungen aus dieser Zeit fasst er so zusammen:

Wichtig ist mir Transparenz. Alles, was zu fett im Klang ist, tut den Stimmen nicht gut. Viele Kollegen vergessen, dass die Sänger nur zwei Stimmbänder haben und viele Sänger haben keine ausgereifte Gesangstechnik mehr.

Christoph Gedschold, Musikdirektor Oper Leipzig

2005 assistierte er Ulf Schirmer bei den Bregenzer Festspielen, wechselte an das Staatstheater Nürnberg und wurde 2009 als Erster Kapellmeister an das Staatstheater Karlsruhe berufen.

Nun also Musikdirektor im neuen Leitungs-Team mit Intendant Tobias Wolff an der Spitze der Oper Leipzig. Und in dieser neuen Spielzeit wird Christoph Gedschold am Haus gleich drei große Opern-Neuproduktionen leiten: "Undine", "Otello" und "Peter Grimes". Arbeitswut? Gedschold verneint, denn: "Ich arbeite gern! Und es hilft uns allen, wenn wir es gut machen."

Dieses Thema im Programm: MDR KLASSIK | MDR KLASSIK am Morgen | 25. März 2022 | 08:20 Uhr

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