Service | 26.10.2021 Strom und Gas um fast fünf Prozent teurer - Was Verbraucher tun können

Privathaushalte mussten im ersten Halbjahr 2021 fast fünf Prozent mehr für Strom und Gas bezahlen. Trotzdem warnt die Verbraucherzentrale, überstürzt die Verträge zu wechseln.

Ein Mädchen wärmt sich an der Heizung.
Wer es kuschelig warm haben will, muss in diesem Jahr mehr zahlen als sonst. Bildrechte: Colourbox.de

Privathaushalte mussten im ersten Halbjahr 2021 fast fünf Prozent mehr für Strom und Gas bezahlen. Hauptursache für den Anstieg ist die Erhöhung der Mehrwertsteuer am Jahresanfang. In der Servicestunde war deshalb die Verbraucherzentrale Thüringen zu Gast im Studio.

Sie rät davon ab, vorschnell und unüberlegt den Anbieter zu wechseln. Günstige Lockangebote können sich als Kostenfalle herausstellen, bei kleinen Billiganbietern kann Insolvenz drohen. Trotzdem lohnt natürlich die Suche nach günstigeren Anbietern, und jeder, dem eine Preiserhöhung ins Haus flattert, hat ein Sonderkündigungsrecht.

Hier gibt es das Audio mit Verbraucherzentralen-Juristin Claudia Kreft zum Anhören. Sie erklärt, was bei der Suche nach dem neuen Strom-und Gasanabieter beachtet werden sollte. Wichtig sind zum Beispiel kurze Vertragslauf-und Kündigungszeiten.

ine Ein-Euro Münze steht aufrecht vor einer Gas-Flamme 9 min
Bildrechte: dpa

Fast fünf Prozent teurer

Die privaten Haushalte in Deutschland haben im ersten Halbjahr 2021 jeweils 4,7 Prozent mehr für Strom und Gas zahlen müssen als in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres. Damit verteuerte sich der Strom nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes im Durchschnitt auf 32,62 Cent je Kilowattstunde. Erdgas kostete durchschnittlich 6,41 Cent je Kilowattstunde.

Hauptgrund: Anhebung der Mehrwertsteuer

Hauptgrund dafür war demnach, dass die in der Corona-Krise gesenkte Mehrwertsteuer wieder auf 19 Prozent angehoben wurde. Bei einem Jahresverbrauch an Strom von weniger als 1.000 Kilowattstunden seien etwa 67 Prozent des Preisanstiegs auf die Umsatzsteuer zurückzuführen, erläuterten das Bundesamt.

Ohne diesen Effekt hätten private Haushalte weniger zahlen müssen. Zum Beispiel bei einem Jahresverbrauch von mehr als 15.000 Kilowattstunden wären es 0,27 Cent weniger gewesen als noch im zweiten Halbjahr 2020. Beim Erdgas verteuerte der zu Jahresbeginn eingeführte CO2-Zertifikatehandel den Preis zusätzlich.

Quelle: dpa/AFP/MDR

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 26. Oktober 2021 | 11:50 Uhr