"Nervöse Republik" von Stephan Lamby Ein Land in Dauererregung

Der Takt im politischen und journalistischen Betrieb wird immer schneller. Der Ton immer schärfer. Symptome für den Zustand der derzeitigen Landschaft in Politik und Medien zeigt der Journalist Stephan Lamby.

Berittene Polizei beim AfD-Bundesparteitag am 30. April 2016 in Stuttgart.
Bildrechte: ECO Media/NDR/RBB/Steffen Bohnert

Stephan Lamby, ein vielfach ausgezeichneter Dokumentarfilmer, hat in einer einjährigen Langzeitbeobachtung ein detailliertes Bild vom politischen Zustand Deutschlands gezeichnet: Über den rüder werdenden Ton in politischen Auseinandersetzungen. Über den immer schneller werdenden Takt von Meldungen, die wiederum Reaktionen auf Meldungen generieren. Über den stärker werdenden Druck auf Politiker und Journalisten.
Geht es bei jeder Meldung um tatsächlich drohende Dramen? Oder ist alles nur überhitzte Inszenierung? Geht es wirklich stets um Alles oder Nichts?
Das drohende Auseinanderbrechen der EU, die Bedrohung durch den IS, die Bewältigung des Flüchtlingsproblems… Eine sachliche Debatte scheint unmöglich, immer wird gehasst, geliked, getwittert, "ge-shitstormt".

"Hinter dem aktuellen Geschrei und Gezänk verbergen sich strukturelle Veränderungen: Im Reiz-Reaktionsschema des Berliner Politikbetriebes ist Krawall der natürliche Zustand geworden. Und viele Bürger verlieren in diesem täglichen Schauspiel die Orientierung, sie fühlen sich "von denen in Berlin" nicht mehr repräsentiert. Die Folge: Die Zentrifugalkäfte in der Gesellschaft nehmen zu, große Teile der politischen Klasse und der Bevölkerung driften auseinander", so die Einschätzung von Lamby.

"Nervöse Republik" zeigt ein fein gezeichnetes Bild der politischen Klasse aller Couleur und ihre Wechselwirkungen mit den Medienmachern.

Einblicke in den Film

Eine aufgebrachte Bürgerin am Tag der Deutschen Einheit, 3. Oktober 2016, in Dresden. 2 min
Bildrechte: ECO Media/NDR/RBB
2 min

Die Eingangssequenz des Films "Nervöse Republik"
Erstausstrahlung am 19. April 2017 in der ARD.

Fr 31.03.2017 12:27Uhr 01:55 min

https://www.mdr.de/medien360g/medienkultur/video-94680.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video
Die hochkarätig besetzte Diskussionsrunde bestehend aus: Julian Reichelt, Vorsitzender der "Bild"-Chefredaktionen, Sahra Wagenknecht, Fraktionschefin der Linken im Bundestag, AfD-Vorsitzende Frauke Petry, Moderatorin Anne Will, CDU-Generalsekretär Peter Tauber, SPD-Generalsekretärin Katarina Barley, Filmautor Stephan Lamby und Klaus Brinkbäumer, "Spiegel"-Chefredakteur. 72 min
Bildrechte: rbb24.de/Rundfunk Berlin Brandenburg
72 min

Moderatorin Anne Will bespricht den Film mit einigen der Protagonisten. Der komplette Film wird am 19. April 2017 um 22:45 in der ARD zu sehen sein.

Fr 31.03.2017 12:50Uhr 71:36 min

https://www.mdr.de/medien360g/medienkultur/video-94682.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video
Fotografen beim Treffen zwischen Frauke Petry, AfDVorsitzende, und Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Mai 2016.
Fotografen beim Treffen zwischen Frauke Petry, AfDVorsitzende, und Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Mai 2016. Bildrechte: ECO Media/NDR/RBB/Knut Muhsik