Philip-Meyer-Journalism-Award Preis für Datenprojekt zur Diskriminierung bei Wohnungssuche

Mit "Hanna und Ismael" zeigten BR und Spiegel, wie sehr Menschen mit ausländisch klingenden Namen bei der Wohnungssuche in Deutschland benachteiligt werden. Nun erhielten die Redaktionen einen Preis für die Arbeit.

Eine Frau sichtet Immolienanzeigen
Bildrechte: imago/Rolf Kremming

Für ihre Recherche "Wir müssen draußen bleiben - warum Hanna zur Besichtigung eingeladen wird und Ismail nicht" werden der Bayerische Rundfunk und Der Spiegel mit dem Philip-Meyer-Journalism-Award ausgezeichnet. Das gemeinsame Datenprojekt der beiden Medienhäuser war der Frage nachgegangen, ob Menschen mit ausländischen Namen bei der Vergabe von Wohnungen in Deutschland diskriminiert werden.

Der Preis Philip-Meyer-Journalismus-Preis wird für journalistische Arbeiten vergeben, die auf innovative Art wissenschaftliche Methoden einsetzen. Für "Hanna und Ismael" hatten beide Redaktionen unter anderem ein Computerprogramm erstellt, das automatisiert rund 20.000 Anfragen auf Wohnungsanzeigen verschickte. Die Anfragen waren dabei stets vergleichbar, sie unterschieden sich lediglich darin, ob ein ausländisch oder ein deutsch klingender Absendername angegeben war. Die Redakteure erhielten rund 8000 Antworten, Menschen mit deutsch klingenden Namen wurden eindeutig bevorzugt.

Die Jury lobte in ihrer Begründung die Methode der automatisierten Datenerhebung. Die Preise werden am 8. März vergeben.