Corona-Daten-Newsletter | Mittwoch, 13. Oktober 2021 Trotz Lockdowns keine Pleite-Welle in der Gastro

Volontärin Fabienne von der Eltz
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Gastronomiebetriebe gehören zu den Verlierern in der Pandemie. Monatelang mussten sie im Lockdown geschlossen bleiben. Anders als befürchtet hat das aber nicht zu einem Gastro-Sterben geführt. Zwar ist die Zahl der Betriebe im vergangenen Jahr gesunken, diesen rückläufigen Trend gibt es aber schon seit mehr als zehn Jahren.

Halle (Saale): Gäste im Café Noir von Mohammed Lemlah (M) füllen den erforderlichen Erfassungsbogen zur möglichen Rückverfolgung im Falle von Corona-Infektionsfällen aus.
In der Pandemie mussten bisher weniger Gastrobetriebe schließen als befürchtet. Bildrechte: dpa

Einen schönen guten Abend!

Gastronomiebetriebe gehören zu den Verlierern in der Corona-Pandemie. Monatelang waren Hotels, Restaurants und Kneipen geschlossen. Anders als befürchtet haben die Lockdowns aber nicht zu einer Pleite-Welle in der Gastronomie geführt. Das zeigen Zahlen der Statistischen Landesämter in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) zufolge fehlt der Branche aber massiv Personal. Durch Corona habe sich die Situation nochmals verschlechtert. In Bautzen zum Beispiel hat der DEHOGA eine Jobtour für Schülerinnen und Schüler gestartet, um Nachwuchs zu gewinnen.

Ausführliche Informationen zu pandemiebedingten Schließungen in der Gastronomie lesen Sie nach dem Blick auf die aktuellen Zahlen. 

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Auf einen Blick: Die aktuellen Zahlen

Dem Robert Koch-Institut (RKI) sind am Mittwoch, dem 13. Oktober 2021, bundesweit 11.903 neu positiv Getestete gemeldet worden (Stand 8:00 Uhr). Das sind gut 350 mehr Neuinfizierte als am Mittwoch vor einer Woche.

Die meisten Neuinfektionen im Vergleich zum Vortag gab es heute in Bayern (+2.567), Baden-Württemberg (+2.501) und Nordrhein-Westfalen (+1.468). Die niedrigsten Werte wurden aus Bremen (+115) und dem Schleswig-Holstein (+119) gemeldet.

Die bundesweit höchste 7-Tage-Inzidenz verzeichnet seit heute Thüringen mit 103,7. In Sachsen liegt der Wert bei 85,9 und in Sachsen-Anhalt bei 50,7. Am niedrigsten ist die Inzidenz laut RKI in Schleswig-Holstein (25,5).

Im Folgenden nun die Zahlen nach Angaben der Ministerien, von Behörden und der Landkreise. Die Werte können von denen des RKI abweichen, da sie etwas aktueller sind, dadurch jedoch durch Nachmeldungen korrigiert werden können. 

Sachsen

  • Sachsen
  • Aktive Fälle: 7.750 ↗ (+447 zum Vortag)
  • Hospitalisierungsrate*: 2,76 (+1,53)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 97 (+3), davon 30 beatmet (+2), 95 freie COVID-19-Intensivbetten
  • Impfquote: 55,6 Prozent (vollständig geimpft)
  • 12-17 Jahre: 22,1 Prozent
  • 18-59 Jahre: 56 Prozent
  • 60+ Jahre: 78 Prozent
  • Todesfälle im Zusammenhang mit COVID-19: 10.321 (+1)

Thüringen

  • Aktive Fälle: 3.914 ↗ (+392 zum Vortag)
  • Hospitalisierungsrate*: 4,1 (+1,18)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 37 (+/-0), davon 14 beatmet, 38 freie COVID-19-Intensivbetten
  • Impfquote: 59,5 Prozent (vollständig geimpft)
  • 12-17 Jahre: 24,9 Prozent
  • 18-59 Jahre: 60,1 Prozent
  • 60+ Jahre: 81,2 Prozent
  • Todesfälle im Zusammenhang mit COVID-19: 4.483 (+4)

Sachsen-Anhalt

  • Aktive Fälle: 2.037 ↗ (+189 zum Vortag)
  • Hospitalisierungsrate*: 3,07 (+1,93)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 28 (+5), davon 10 beatmet, 32 freie COVID-19-Intensivbetten
  • Impfquote: 61,8 Prozent (vollständig geimpft)
  • 12-17 Jahre: 22 Prozent
  • 18-59 Jahre: 62,8 Prozent
  • 60+ Jahre: 83,2 Prozent
  • Todesfälle im Zusammenhang mit COVID-19: 3.559 (+1)

* Die Hospitalisierungsrate beschreibt die 7-Tage-Inzidenz der hospitalisierten COVID-19-Fälle. Durch Übermittlungsverzug wird die Rate in gewissem Maß unterschätzt werden, schreibt das RKI. Auch Recherchen der "Zeit" und des "Spiegel" zeigen das. Ein deutschlandweit gültiger Grenzwert dafür, welche Maßnahmen eine bestimmte Hospitalisierungsrate nach sich ziehen, wurde nicht festgelegt. Die Bundesländer beziehen die Rate derzeit in komplexe Berechnungen ein (Sachsen und Thüringen) oder überlassen die Entscheidung über Maßnahmen den einzelnen Landkreisen (Sachsen-Anhalt). Warum die Hospitalisierungsrate in der jetzigen Form als neue Corona-Kennzahl untauglich ist, erklärt MDR-Datenjournalist Manuel Mohr.

(Quellen: Schätzung der aktiven Fälle: eigene Berechnung, LAV Sachsen-Anhalt, TMASGFF, Sozialministerium Sachsen | Hospitalisierungsrate: RKISozialministerium SachsenTMASGFF | IntensivpatientenDivi | Impfquote: RKI | Todesfälle: LAV Sachsen-Anhalt, TMASGFF, Sozialministerium Sachsen, RKI)

Alle Grafiken und weiteren Zahlen finden Sie hier in den Übersichten der Kolleginnen und Kollegen.

Kein großes Gastro-Sterben

Die pandemiebedingten Lockdowns haben bisher zu weniger Schließungen in der Gastronomie geführt als befürchtet. Das zeigen Zahlen der Statistischen Landesämter in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Entwicklung der Gastronomie

  • Vergleicht man die Gewerbean- und -abmeldungen, so ergibt sich für das Jahr 2020 ein Rückgang der Gastronomiebetriebe in allen drei Bundesländern.
  • Allerdings passt dieser Rückgang zum negativen Trend, der sich seit mindestens zehn Jahren erkenne lässt.
  • Im ersten Halbjahr 2021 ist die Zahl der Gastrobetriebe in Sachsen und Sachsen-Anhalt sogar leicht gestiegen.
  • Die Aussagekraft dieser Zahlen ist aber noch eingeschränkt, da die finanziellen Hilfen von Bund und Ländern mögliche Pleiten nicht verhindern, sondern nur verzögern könnten. Außerdem war die Insolvenzantragspflicht bis April ausgesetzt. Wenn Unternehmen wieder Insolvenz anmelden müssen, könnte auch die Zahl der Schließungen steigen.

Entwicklung der Gastronomie im Lockdown

  • Um mögliche Auswirkungen des Lockdowns erkennen zu können, muss der Zeitraum vom "Lockdown light" im November 2020 bis April 2021, als die "Corona-Notbremse" in Kraft trat, betrachtet werden. 
  • In diesem Zeitraum mussten sowohl in Sachsen als auch in Sachsen-Anhalt und Thüringen mehr Gastrobetriebe schließen als neu eröffnet oder übernommen wurden. 
  • Allerdings liegt auch der Rückgang in diesem Zeitraum im allgemeinen Trend der vergangenen zehn Jahre.
  • In Sachsen-Anhalt war der Betriebsrückgang zwischen November 2020 und April 2021 sogar geringer als im gleichen Zeitraum in anderen Jahren. 

Entwicklung der Hotels im Lockdown

  • Einen deutlicheren Effekt hatte der Lockdown auf Beherbergungsbetriebe wie zum Beispiel Ferienunterkünfte in Sachsen-Anhalt und Thüringen.
  • Zwischen November 2020 und April 2021 haben mehr Betriebe geschlossen als im gleichen Zeitraum in anderen Jahren. 

Einzelhandel klagt über Lieferprobleme

Die Lieferprobleme der Industrie haben den Einzelhandel erreicht. 74 Prozent der Händler klagen über Probleme bei der Beschaffung von Waren, so das Ergebnis einer Befragung des ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung. Das habe auch mit der Corona-Pandemie und unterbrochenen Lieferketten zu tun. 

Besonders deutlich sind die Lieferengpässe demnach bei Fahrradhändlern, Baumärkten und Möbelhäusern sowie Elektronikhändlern. Die Lieferprobleme könnten die Preise nach oben treiben. Mit Auswirkungen auf das Weihnachtsgeschäft rechnet der Handelsverband aber nicht. 

100 Folgen NDR-Corona-Update

Die Virologen Christian Drosten und Sandra Ciesek haben uns in den vergangenen eineinhalb Jahren Corona-Pandemie mit wissenschaftlich fundierten Informationen versorgt. Mit NDRinfo haben sie insgesamt 100 Folgen Corona-Podcast produziert produziert.

Drostens Bilanz zum Jubiläum: Die Wissenschaft hat alle wesentlichen Kernfragen gelöst. Auch wenn sich beide künftig auf ihre eigentlichen Jobs konzentrieren wollen, wird es weitere, allerdings kürzere Podcast-Folgen geben.

Depressiv durch Corona?

Depressionen und Panik-Attacken haben im ersten Jahr der Corona-Pandemie weltweit zugenommen. Die Zahl der Menschen, die an einer depressiven Störung erkrankt sind oder unter Angstzuständen leiden, ist um ein Viertel gestiegen, so das Ergebnis einer Studie der University of Queensland in Australien, die in der Fachzeitschrift "The Lancet" veröffentlicht wurde. Über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf unsere Psyche spricht Virologe Alexander Kekulé im aktuellen Corona-Kompass.

Was außerdem los war

  • Die Lebenserwartung in Deutschland ist durch das Coronavirus erstmals seit Jahren leicht gesunken, für Frauen um 0,1 Jahre und für Männer um 0,3 Jahre. Laut Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung liegt die Lebenserwartung für Frauen nun bei 83,4 Jahren und für Männer bei 78,5 Jahren.
  • Minijobber können während einer Betriebsschließung im Zuge der Pandemie keinen Lohn verlangen. Staatlich verordnete Schließungen seinen kein Betriebsrisiko, entschied das Bundesarbeitsgericht. 
  • Die G20-Staaten wollen sich für eine gerechte Verteilung von Corona-Impfstoffen einsetzen. Bisher sind nur 1,4 Prozent der Menschen in Ländern mit niedrigem Einkommen vollständig geimpft. 

Zum Schluss

Das Jahr 2021 neigt sich in großen Schritten dem Ende zu. In 72 Tagen ist Heiligabend. Zur Adventszeit gehören für viele Menschen Weihnachtsmärkte einfach dazu. Im vergangenen Jahr sind sie wegen Corona jedoch reihenweise ausgefallen. In diesem Jahr soll das anders werden. Einige Städte machen schon Pläne für Weihnachtsmärkte.

Meine Kollegin Julia Heundorf plant sicherlich schon das nächste Corona-Update, das sie Ihnen am Freitag senden wird.  

Ich wünsche Ihnen alles Gute, bleiben Sie gesund!
Fabienne von der Eltz

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 11 | 13. Oktober 2021 | 11:00 Uhr

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