Corona-Daten-Newsletter | Montag, 27. September 2021 Bereit machen zur Grippe-Impfung

Sarah Peinelt
Bildrechte: MDR/Manuel Mohr

Im multimedialen Corona-Daten-Update von Montag: Abstandhalten und Maske tragen haben im vergangenen Winter nicht nur das Corona-Virus eingedämmt, sondern auch die Grippe. In diesem Jahr erwarten Experten eine deutlich heftigere Grippewelle. Denn ein Großteil der Bevölkerung ist gegen die Grippeviren aus dem letzten Jahr nicht immun. Menschen ab 60 Jahren wird empfohlen, sich impfen zu lassen.

Spritze mit Aufschrift 'Influenza-Impfstoff'
Bildrechte: imago images / Laci Perenyi

Einen schönen guten Abend!

Der Oktober steht vor der Tür und bringt neben kühleren Temperaturen traditionell auch Influenza-Viren mit sich. Von der vergangenen Grippe-Saison sind wir verschont geblieben. Grund dafür waren die Hygieneregeln und der Lockdown aufgrund der Pandemie. In diesem Jahr könnte die Grippe-Welle deutlich heftiger ausfallen.

Zunächst schauen wir auf die aktuellen Corona-Zahlen in unseren drei Bundesländern.

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Auf einen Blick: Die aktuellen Zahlen

Dem Robert Koch-Institut (RKI) sind am Montag, dem 27. September 2021, bundesweit 3.022 neu positiv Getestete innerhalb eines Tages gemeldet worden. Im Vergleich zum Montag vor einer Woche ist die Zahl der gemeldeten Neuinfizierten um rund 700 niedriger.

Die höchste 7-Tage-Inzidenz laut RKI verzeichnet Bremen mit 109. Für Sachsen wurde eine Inzidenz von 43 und für Thüringen ein Wert von 56 gemeldet. In Sachsen-Anhalt liegt die Inzidenz am Montag bei 33, was nach Schleswig-Holstein (30) der zweitniedrigste Wert in ganz Deutschland ist.

Im Folgenden nun die Zahlen nach Angaben der Ministerien, von Behörden und der Landkreise. Die Werte können von denen des RKI abweichen, da sie etwas aktueller sind, dadurch jedoch durch Nachmeldungen korrigiert werden können.

Sachsen

  • Sachsen
  • Aktive Fälle: 3.885 ↗ (+104 zum Vortag)
  • Hospitalisierungsrate*: 0,69 (-0,02)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 49, davon 21 beatmet, 249 freie 
  • COVID-19-Intensivbetten
  • Impfquote: 54,5 Prozent (vollständig geimpft)
  • 12-17 Jahre: 18,9 Prozent
  • 18-59 Jahre: 54,5Prozent
  • 60+ Jahre: 77,2 Prozent
  • Todesfälle im Zusammenhang mit COVID-19: 10.281 (+2)

Thüringen

  • Aktive Fälle: 2.479 ↘ (-60 zum Vortag)
  • Hospitalisierungsrate*: 1,79 (+0,42)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 14, davon 5 beatmet, 133 freie 
  • COVID-19-Intensivbetten
  • Impfquote: 58,2 Prozent (vollständig geimpft)
  • 12-17 Jahre: 21,8 Prozent
  • 18-59 Jahre: 58,4 Prozent
  • 60+ Jahre: 80,5 Prozent
  • Todesfälle im Zusammenhang mit COVID-19: 4.457 (+1)

Sachsen-Anhalt

  • Aktive Fälle: 1.338 ↘ (-103 zum Freitag)
  • Hospitalisierungsrate*: 1,42 (+0,55)
  • COVID-19-Intensivpatienten: 7, davon 2 beatmet, 118 freie 
  • COVID-19-Intensivbetten
  • Impfquote: 60,7 Prozent (vollständig geimpft)
  • 12-17 Jahre: 18,6 Prozent
  • 18-59 Jahre: 61,2 Prozent
  • 60+ Jahre: 82,6 Prozent
  • Todesfälle im Zusammenhang mit COVID-19: 3.538 (+/-0)

* Die Hospitalisierungsrate beschreibt die 7-Tage-Inzidenz der hospitalisierten COVID-19-Fälle. Durch Übermittlungsverzug wird die Rate in gewissem Maß unterschätzt werden, schreibt das RKI. Auch Recherchen der "Zeit" und des "Spiegel" zeigen das. Ein deutschlandweit gültiger Grenzwert dafür, welche Maßnahmen eine bestimmte Hospitalisierungsrate nach sich ziehen, wurde nicht festgelegt. Die Bundesländer beziehen die Rate derzeit in komplexe Berechnungen ein (Sachsen und Thüringen) oder überlassen die Entscheidung über Maßnahmen den einzelnen Landkreisen (Sachsen-Anhalt). Warum die Hospitalisierungsrate in der jetzigen Form als neue Corona-Kennzahl untauglich ist, erklärt MDR-Datenjournalist Manuel Mohr.

(Quellen: Schätzung der aktiven Fälle: eigene Berechnung, LAV Sachsen-Anhalt, TMASGFF, Sozialministerium Sachsen | Hospitalisierungsrate: RKISozialministerium SachsenTMASGFF | IntensivpatientenDivi | Impfquote: RKI | Todesfälle: LAV Sachsen-Anhalt, TMASGFF, Sozialministerium Sachsen, RKI)

Alle Grafiken und weiteren Zahlen finden Sie hier in den Übersichten der Kolleginnen und Kollegen.

Starke Grippewelle erwartet

Weniger soziale Kontakte, Abstand halten und Maske tragen: Diese Maßnahmen haben im vergangenen Herbst und Winter nicht nur das Coronavirus eingedämmt, sondern uns auch vor grippalen Infekten und der Grippe geschützt. In diesem Jahr könnte die Grippewelle deutlich heftiger ausfallen. Davor warnen Expertinnen und Experten. Grund für die Annahme ist nach ihren Worten, dass ein Großteil der Bevölkerung nicht gegen die Influenza-Viren der vergangenen Saison immun ist.

"Es könnte dazu führen, dass die Immunitätslage in der Bevölkerung etwas schwächer geworden ist. Die immer wieder auftretenden Influenza-Infektionen führen dazu, dass die Immunität hochgehalten wird", sagt Thomas Mertens, Chef der Ständigen Impfkommission (STIKO). Er empfiehlt daher allen Menschen, die der Risiko-Gruppe angehören, sich gegen Grippe impfen zu lassen.

Wichtig ist hierbei noch zu erwähnen, dass es sich lediglich um eine Annahme handelt, die Grippe-Welle könnte stärker ausfallen. Diese Annahme beruht auf Rechenmodellen. Eine generelle Aussage zur Entwicklung der Grippe-Saison lässt sich bislang nicht treffen.

Fragen und Antworten zur Grippe-Impfung

Wer sollte sich impfen lassen?

Nach Informationen des RKI wird die Grippe-Impfung u.a. für folgende Personen (besonders) empfohlen:


  • Personen ab 60 Jahren
  • Schwangere ab dem 2. Trimenon
  • Personen mit Vorerkrankungen wie etwa chronischen Erkrankungen der Atemwege oder Herz-Kreislauferkrankungen
  • Bewohnerinnen und Bewohner von Pflege- und Altenheimen
  • Personen, die einem erhöhten beruflichen Risiko ausgesetzt sind, sich mit Influenza zu infizieren (z.B. Personal im Krankenhaus)

Insgesamt lassen sich laut RKI übrigens zu wenig Menschen in Deutschland impfen. So gebe es eine Zielvorgabe der EU, wonach eine Impfquote von 75 Prozent bei älteren Menschen vorgesehen ist. In der Grippesaison 2020/21 hat sich nach einer Auswertung der Techniker Krankenkasse fast jeder Zweite in der Risikogruppe über 60 Jahre impfen lassen. In der Saison zuvor waren es rund 39 Prozent der 60-jährigen in Deutschland.

Ab wann sollte man sich impfen lassen?

Empfohlen wird die Grippe-Impfung ab Anfang Oktober bis Mitte Dezember. Nach der Impfung dauert es zehn bis 14 Tage, bis der Impfschutz vollständig aufgebaut ist. Normalerweise nimmt die Grippewelle nach dem Jahreswechsel an Fahrt auf.

Welche Impfstoffe werden empfohlen?

Die STIKO empfiehlt sogenannte quadrivalente bzw. tetravalente Influenzaimpfstoffe. Das bedeutet, dass die Impfung Schutz gegen vier Virussubtypen bietet. Da sich die Grippeviren ständig anpassen, muss der Grippeimpfstoff jedes Jahr neu zusammengestellt werden. Wie das funktioniert, sehen Sie im Video:

grippe 5 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Grippe- und Corona-Impfung: Geht das zusammen?

Nach jetzigem Kenntnisstand ist laut STIKO-Chef Mertens weder die gleichzeitige Verabreichung an unterschiedlichen Körperstellen problematisch, noch ist die Wirksamkeit der Impfstoffe eingeschränkt. Damit sei auch kein Abstand von 14 Tagen zwischen den Corona-Impfungen nötig. Beide Impfungen könnten gleichzeitig gegeben werden, so die Einschätzung der STIKO.

Wie viele Dosen der Grippe-Impfstoffe gibt es?

Aktuell stehen laut dem Paul-Ehrlich-Institut in Deutschland rund 22,5 Millionen Impfdosen zur Verfügung (Stand: 26.09.2021). Insgesamt sollen es laut Bundesgesundheitsministerium für die kommende Saison mehr als 26 Millionen Dosen sein.

Eine Frau wird geimpft. 2 min
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Hauptsache gesund Do 28.01.2021 21:00Uhr 02:10 min

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Video

Zum Schluss

Wichtigstes Thema am heutigen Tag ist natürlich das Ergebnis der Bundestagswahl. Die SPD hat die Wahl mit 25,7 Prozent knapp gewonnen, gefolgt von der CDU mit 24,1 Prozent. Die Grünen erreichen 14,8, die FDP 11,5 Prozent und die AfD 10,3 Prozent. Die Linke schafft nur 4,9 Prozent, kommt aber über drei Direktmandate trotzdem in den Bundestag – es gilt die Grundmandatsklausel.

Nun geht es darum, eine Regierung zu bilden. Welche möglichen Koalitionen bestehen und welche Parteien nun in die Gespräche gehen wollen, sehen Sie hier.

Wahlplakat wir entladen. 45 min
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Der Osten wählt schon immer anders, Koalitionen sind viel schwieriger zu bilden. Doch viel von dem, was zunächst eine ostdeutsche Eigenheit erscheint, erreicht später das ganze Land.

DNA des Ostens Fr 01.10.2021 21:55Uhr 44:50 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Meine Kolleginnen und Kollegen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben zudem weitere Hintergründe und Analysen zur Wahl veröffentlicht, die Sie hier lesen und anhören können.

Damit wünsche ich Ihnen einen schönen Abend. Am Mittwoch schreibt meine Kollegin Fabienne von der Eltz den Newsletter.

Bis zum nächsten Mal,
Sarah Peinelt

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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL – Das Nachrichtenradio | 29. August 2021 | 20:35 Uhr

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