Meinungsbarometer MDRfragt Viele Menschen für Ende der Maskenpflicht in Bus und Bahn

Über die derzeit geltenden Corona-Regeln wird momentan wieder heftig diskutiert. Manche Länder preschen hervor und lockern Regeln für die Isolationspflicht. Auch über die Abschaffung der Maskenpflicht in Bussen und Bahnen wird gesprochen. Die Mehrheit der MDRfragt-Teilnehmenden ist für lockerere Corona-Regeln – wenn auch nicht überall.

Freundliche Emoji-Gesichter mit Mund-Nasen-Schutz
Fällt die Maske in Bus und Bahn? Wenn es nach einer Mehrheit der Mitglieder von MDRfragt geht, dann lautet die Antwort: Ja. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Eine Mehrheit der Mitglieder des Meinungsbarometers MDRfragt ist dafür, die aktuell geltenden Corona-Regeln zu lockern. Das ist das Ergebnis einer nicht-repräsentativen Befragung. Danach sind 58 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer dafür, die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen abzuschaffen. 39 Prozent sind gegen die Aufhebung der Maskenpflicht im ÖPNV.

Über die Befragung

Insgesamt sind bei MDRfragt 62.950 Menschen aus Mitteldeutschland angemeldet (Stand 21.11.2022, 10.00 Uhr). 27.156 Menschen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben online an dieser Befragung teilgenommen. Verteilung nach Bundesländern: Sachsen: 14.120 (52 Prozent) Sachsen-Anhalt: 6.589 (24 Prozent) Thüringen: 6.447 (24 Prozent) Verteilung nach Geschlecht: Die Ergebnisse der Befragung sind nicht repräsentativ.

Wir haben sie allerdings in Zusammenarbeit mit dem wissenschaftlichen Beirat nach den statistischen Merkmalen Bildung, Geschlecht und Alter gewichtet. Das heißt, dass wir die Daten der an der Befragung beteiligten MDRfragt-Mitglieder mit den Daten der mitteldeutschen Bevölkerung abgeglichen haben. Aufgrund von Rundungen kann es vorkommen, dass die Prozentwerte bei einzelnen Fragen zusammengerechnet nicht exakt 100 ergeben.

Beim Vergleich der Altersgruppen der MDRfragt-Umfrage fällt auf, dass sich vor allem die jüngeren Teilnehmenden für die Abschaffung der Maskenpflicht im ÖPNV aussprechen. Eine große Mehrheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist aber dafür, die Maskenpflicht wiederum in medizinischen Einrichtungen wie Krankenhäusern beizubehalten. Das befürworten knapp drei Viertel derer, die mitgemacht habe. Rund 25 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist für ein Ende der Maskenpflicht auch dort.

Mehrheit für Ende der Isolationspflicht für Corona-Infizierte

Auch bei der Quarantäne-Pflicht sind es vor allem die Jüngeren, die für eine Abschaffung sind. Insgesamt befürwortet etwas mehr als die Hälfte der MDRfragt-Teilnehmerinnen und -teilnehmer – 53 Prozent – die Abschaffung der Quarantäne-Pflicht bei einer Corona-Infektion auch in Mitteldeutschland. Etwas weniger widersprechen dem (44 Prozent).

Innerhalb vieler Landesregierungen ist der Kurs in dieser Frage derzeit unklar. Nach Recherchen von MDR SACHSEN-ANHALT will Sachsen-Anhalts Verkehrsministerin Lydia Hüskens (FDP) auf eine Abschaffung der Maskenpflicht bei der am Dienstag geplanten Verkehrsministerkonferenz drängen. Sowohl im Regional- als auch im Fernverkehr soll es lediglich eine Empfehlung, aber keine Pflicht mehr zum Tragen einer Schutzmaske geben, so steht es in einer Beschlussvorlage.

Das Gesundheitsministerium in Magdeburg will die Maskenpflicht dagegen nicht abschaffen. Angesichts der hohen Belastung in Krankenhäusern solle das Tragen einer Maske im Öffentlichen Personen- und Nahverkehr (ÖPNV) weiterhin vorgeschrieben werden, teilte ein Sprecher auf MDR SACHSEN-ANHALT-Nachfrage am Donnerstag mit.

Mehrere Bundesländer haben Isolationspflicht abgeschafft

Anfang November hatten sich Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Schleswig-Holstein darauf verständigt, die Isolationspflicht für Corona-Infizierte abzuschaffen. Die vier Länder berufen sich bei ihrem Vorgehen auf Erfahrungen aus Nachbarländern wie Österreich, wo es seit Sommer 2022 "absonderungsersetzende" Schutzmaßnahmen gebe. Als weitere Gründe werden zurückgehende Infektionszahlen, eine wirksame Schutzimpfung sowie eine Basisimmunität innerhalb der Bevölkerung von mehr als 90 Prozent genannt. Auch, dass es in der Regel keine schweren Krankheitsverläufe sowie wirksame antivirale Medikamente gibt, rechtfertigt aus Sicht der Länder diesen Schritt.

Fakt ist! aus Magdeburg am 28. November 2022 Unter dem Titel "Normalfall Corona – zurück in die Freiheit?" diskutieren am Montagabend Virologe Alexander Kekulé, Ärztin und Bundestagsabgeordnete aus Leipzig Paula Piechotta (SPD) und Journalist Martin Machowecz.

Auch wenn andere Länder von der Isolationspflicht für Corona-Infizierte abrücken – Sachsen-Anhalt hält bislang an ihr fest. "Nach unserem Kenntnisstand verläuft der Großteil der Erkrankungen eben nicht symptomlos, so dass eine Aufhebung der Isolationspflicht auch nicht zu einer Entspannung der Personalsituation führt", erklärte Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) Anfang des Monats. "Niemand weiß, wie die nächsten Monate mit neuen Virusvarianten verlaufen werden. Jetzt dürfen wir die Gesundheit von Älteren und Vorerkrankten nicht aufs Spiel setzen." Aktuell gilt, dass Infizierte für fünf Tage isoliert bleiben sollen. Die Selbstisolierung sollte erst nach einem negativen Test beendet werden.

Moderate Corona-Zahlen in Sachsen-Anhalt

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die Sieben-Tage-Inzidenz in Sachsen-Anhalt am Montagmittag mit 200,9 angegeben. In der Vorwoche lag der Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 188,7 (Vormonat: 467,5). Allerdings liefern diese Angaben nur ein sehr unvollständiges Bild der Infektionszahlen. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus – vor allem, weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen aber in die Statistik ein. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

MDR (Hannes Leonard)

Dieses Thema im Programm: FAKT IST! aus Magdeburg | 28. November 2022 | 21:00 Uhr

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