Ehrung für Engagement Werner Schulz mit dem Deutschen Nationalpreis ausgezeichnet

Der frühere DDR-Bürgerrechtler Werner Schulz, Mitglied des Neuen Forums und frühzeitig auch bei den Grünen im Osten Deutschlands engagiert, hat den Deutschen Nationalpreis bekommen. Ex-Bundespräsident Joachim Gauck hielt die Festrede.

Demonstranten vor der besetzten Stasi-Zentrale in Ost-Berlin.
Demonstranten am 6. September 1990 vor der besetzten Stasi-Zentrale in Ost-Berlin: Sie fordern die Herausgabe der Akten. Bildrechte: dpa

Werner Schulz ist mit dem Deutschen Nationalpreis ausgezeichnet worden. Der 72 Jahre alte Grünen-Politiker und frühere DDR-Bürgerrechtler bekam die mit 30.000 Euro dotierte Auszeichnung für seinen Einsatz für Demokratie.

Werner Schulz, 2009 6 min
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6 min

Interview von Hanno Griess

MDR AKTUELL Di 14.06.2022 06:17Uhr 06:16 min

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In seiner Laudatio zur Preisverleihung am Dienstag in Berlin bezeichnete der Ex-Bundespräsident Joachim Gauck den ehemaligen Bundestags- und Europa-Abgeordneten als "unermüdlichen Streiter für eine Politik der demokratischen Werte". Er sei in einer von zum Teil hasserfüllten und die Fakten leugnenden Debatten geprägten Zeit ein Vorbild für Realitäts- und Sachbezug. 

Schulz habe sich schon früh für einen demokratischen Wandel in der DDR eingesetzt, heißt es in der Begründung der Deutschen Nationalstiftung, etwa im Neuen Forum, der ersten landesweiten Widerstandsbewegung in der DDR außerhalb der evangelischen Kirche. Später habe er dann für wesentliche Impulse gesorgt, die Wiedervereinigung fair und zügig voranzutreiben.

Bei MDR AKTUELL erinnerte Schulz an den derzeitigen Krieg und warnte davor, die Ukraine im Kampf gegen Russland im Stich zu lassen. Die Ukraine könne den Aggressor zurückdrängen, wenn sie genügend Unterstützung bekomme. Das sei im Moment die zentrale Aufgabe. Wenn man das nicht schaffe, werde man Russlands Expansionsdrang nicht bändigen können.

Förderpreis für OstWest TV

Ein mit 20.000 Euro dotierter Förderpreis der Stiftung ging an den Sender OstWest TV, der von Berlin aus in russischer Sprache sendet, 24 Stunden am Tag in Deutschland, der Ukraine, Lettland, Estland, Moldawien, in der Schweiz und Österreich über Kabel und über YouTube. Die frühere Intendantin des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB), Dagmar Reim, würdigte den Sender für dessen Bemühungen um eine unabhängige Berichterstattung. 

Die Deutsche Nationalstiftung ehrt seit 1997 einzelne Personen und Organisationen, die sich für eine demokratische Gesellschaft engagieren, mit dem Deutschen Nationalpreis und einem Förderpreis. Einer der früheren Preisträger war im Jahr 1998 der Liedermacher Wolf Biermann.

 mit epd/MDR (ksc)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 14. Juni 2022 | 08:18 Uhr

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