Hilfe für die Ukraine Welche Spenden jetzt besonders sinnvoll sind

Die Spendenbereitschaft der Deutschen ist gerade sehr hoch. Viele geben Sachspenden wie Decken und Kleidung an Menschen in die Ukraine ab, andere überweisen Geldspenden an Hilfsorganisationen. Das ist momentan am wichtigsten, damit die Organisationen vor Ort die benötigten Produkte kaufen und verteilen können.

Helfer sammeln vor einer Änderungsschneiderei Spenden und Hilfsgüter für die Ukraine
Deutsche spenden lieber Sachspenden als Geld. Bildrechte: dpa

Ein Seminarraum der Universität Leipzig: Lovisa Riemke räumt mit ihrer Kollegin stapelweise Taschentücher und Shampooflaschen in große braune Kartons. Daneben reihen sich Decken und Kleidung. Der Fachschaftsrat Erziehungswissenschaften hat auf dem Campus spontan eine Sammelstelle für Spenden für die Ukraine eingerichtet.

"Die Idee war, dass wir für Studis, die momentan im Prüfungsstress sind und sowieso jeden Tag an der Uni sind, eine Anlaufstelle sein können, etwas vorbeizubringen", erklärt Riemke. Sie sammelten Hygieneartikel und was jetzt besonders wichtig sei: Arzneimittel, Batterien, aufgeladene Powerbanks, Desinfektionsmittel, Wundverband und Wundversorgung.

Transport von Sachspenden schwierig

Die Spendenbereitschaft ist gerade besonders hoch. Nicht nur in Leipzig, sondern bundesweit. Spenderinnen und Spender wollen oft lieber Gegenstände statt Geld spenden, erklärt die Sprecherin der Aktion Deutschland Hilft, Birte Steigert: "Die Geldspende reicht vielen Menschen nicht aus. Das verstehen wir auch und das ist etwas ganz Tiefes in uns drin, dass wir am liebsten mit anpacken wollen, um dieser Hilflosigkeit gegenüber den vielen schrecklichen Informationen und Bildern Herr zu werden."

Die Hilfsorganisationen brauchen momentan aber am dringendsten Geld. Denn damit können sie vor Ort in der Ukraine und den Nachbarländern die Produkte kaufen, die akut benötigt werden. Steigert erklärt, welchen Nachteil Sachspenden haben können: "Wir sehen aber auch in der Vergangenheit bei anderen Katastrophen, dass es wenig hilft, wenn Menschen jetzt Altkleider zu irgendwelchen Initiativen oder Hilfsorganisationen karren. Man weiß gar nicht, was alles benötigt wird, man braucht Lagerflächen dafür und das muss eben auch transportiert werden."

Unseriöse Spendenaufrufe in den sozialen Netzwerken

Allen, die dennoch Dinge wie Kleidung, Decken oder Medikamente spenden wollen, empfiehlt der Geschäftsführer vom Deutschen Spendenrat, Max Mälzer, sich vorher zu informieren, ob daran wirklich ein Bedarf besteht. "Die ganzen in der Ukraine tätigen Organisationen haben aber zurzeit auch Listen für Dinge, die sie als Sachspenden benötigen, veröffentlicht. Da können Sie das sehr gut nachschauen", erklärt Mälzer.

Ob Geld- oder Sachspende: Wichtig ist laut Mälzer vor allem, an eine seriöse Organisation zu spenden. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) führt online eine Liste mit seriösen Organisationen, die Spenden für die Ukraine sammeln.

Geschäftsführer Burkhard Wilke rät davon ab, jedem Spendenaufruf in den Sozialen Medien nachzugehen: "Man sollte dort, bei den Spendenaufrufen zumindest darauf achten: Welche Organisation steht dahinter? Wenn das auf den ersten oder zweiten Blick nicht erkennbar ist, dann sollte man so eine Spendenempfehlung schon mal zur Seite legen und ignorieren." Bei aller Solidarität mit den Menschen in der Ukraine lautet also auch beim Spenden die Devise: Zuerst Denken, dann Handeln.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 03. März 2022 | 06:00 Uhr

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