Impfstoff ist bestellt Corona-Impfung für 5- bis 11-Jährige – eine Herausforderung für Ärzte

Ab 13. Dezember soll der Corona-Kinder-Impfstoff ausgeliefert werden. Bestellt wurde dafür bis Dienstagmittag. Jakob Maske, vom Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte, erklärt welche Probleme Ärzte hier sehen.

Ein Jugendlicher wird in einem Impfzentrum im Stadtteil Grünau geimpft.
Die Ärzte mussten vorab kalkulieren, wie viel Impfstoff sie brauchen. Geht die Rechnung dann auf? Bildrechte: dpa

Bis 12 Uhr hatten Kinder- und Jugendärzte in Mitteldeutschland heute (07.12.) Zeit, die erste Charge Corona-Impfstoff für ihre kleinen Patienten im Alter von fünf bis elf Jahren in den Apotheken zu bestellen. Geplant ist, dass die Auslieferung dann ab dem 13. Dezember erfolgt. Viele Ärzte sehen nun aber Probleme auf sich zukommen.

Vorbestellen für Wochen im Voraus

Der nächste Bestelltermin für das Vakzin ist erst am 4. Januar 2022  – für eine Auslieferung dann eine Woche später. Heißt: Jede einzelne Praxis musste in den letzten Tagen vorausberechnen, wie viel Impfstoff sie für den gesamten kommenden Monat braucht – eben auch für die ersten Wochen des neuen Jahres. "Keiner kann jetzt vorab den reellen Bedarf wirklich einschätzen", erklärt Jakob Maske, Kinderarzt und Pressesprecher des Bundesverbands der Kinder- und Jugendärzte, gegenüber dem MDR Gesundheitsmagazin "Hauptsache Gesund". "Da die Länder und die Praxen einzeln bestellen, wird es da natürlich Schwierigkeiten geben", sagt er.

Jakob Maske, Bundespressesprecher des BVKJ
Jakob Maske ist der Bundessprecher vom Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte. Bildrechte: Jakob Maske

Angebrochener Impfstoff nur sechs Stunden verimpfbar

Ein weiteres "Zeitproblem" sieht Dr. Melanie Ahaus vom Sächsischen Verband der Kinder- und Jugendärzte. Da der Impfstoff nach dem Öffnen innerhalb von sechs Stunden verimpft werden müsse, befürchtet sie die größten Probleme bei der Terminvergabe. "Aus jedem bestellten Fläschchen können für die Kleinsten zehn bis elf Impfdosen entnommen werden. Ich muss also zu dem bestimmten Tag zehn Kinder bestellen, immer mit dem Risiko, dass zu wenig geliefert wird. Dann müssen Patienten wieder abbestellt werden. Andererseits, wenn Patienten kurzfristig absagen oder einfach nicht kommen, müssen wir fleißig herumtelefonieren, um neue Patienten zu finden." Dies sei bei kleinen Kindern mit einem Elternteil schwieriger als bei erwachsenen Einzelpersonen. Gelinge dies nicht, müsse der Impfstoff weggeworfen werden.

Mediziner: Praktikabler wären Einzeldosen

Der dringlichste Wunsch von Dirk Rühling vom Thüringischen Verband der Kinder- und Jugendärzte ist: eine Anlieferung des Impfstoffs in Einzeldosen! "Kontakte und Termine würden sich hier deutlich reduzieren, der logistische Zeit- und Arbeitsaufwand auf ein Minimum schrumpfen", begründet er. "Ich könnte nach Beratung, welche wir ja bereits seit Monaten leisten, sofort impfen."

Dennoch sind sich die Verbandsärzte einig, dass es richtig ist, die Impfungen in den Kinderarztpraxen durchzuführen. Viele Eltern seien verunsichert und bräuchten Beratung. Weniger Bürokratie wäre aber schön. 

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