Coronatests in Sachsen und Sachsen-Anhalt Labore können PCR-Ansturm noch meistern

Wegen Omikron reichen die PCR-Testkapazitäten vielerorts nicht mehr aus. Deshalb gibt es PCR-Tests künftig nicht mehr für alle. In Sachsen und Sachsen-Anhalt gibt es allerdings noch Kapazitäten. Laut dem sachsen-anhaltischen Gesundheitspolitiker Tobias Krull (CDU) sollen nun bislang ungenutzte Testkapazitäten genutzt werden.

Ein Mitarbeiter hält in einem Coronatest-Labor ein PCR-Teströhrchen in den Händen.
Auch in Mitteldeutschland steigen die Fallzahlen, weshalb Testlabore bald an ihre Grenzen stoßen könnten. Bildrechte: dpa

Die gute Nachricht zuerst: Noch arbeiten in Mitteldeutschland nicht alle Labore am Anschlag. Das bestätigt zumindest Dr. Henning Zaiß. Im Alphaomega-Labor in Leipzig ist er zuständig für die Coronatests. "Im Endeffekt hat Sachsen noch relativ Glück. Ich kann jetzt natürlich nicht für alle Labore in Sachsen reden, aber aktuell ist es so, dass bei uns die Kapazitätsgrenze noch nicht erreicht ist", sagt Zaiß.

Die schlechte Nachricht: Es könne sein, dass der große Omikron-Tsunami auch Sachsen in den nächsten Wochen einholt. "Die Zahlen sind auch gestiegen. Also in der ersten Kalenderwoche hatten wir gerade so 3.400 Einsendungen, jetzt sind wir schon fast wieder bei 6.000 Einsendungen in der Woche. Es kann natürlich sein, dass es weiter ansteigt. Dann werden auch wir relativ schnell wieder an die Kapazitätsgrenzen stoßen", erklärt Zaiß.

Zwei Faktoren machen es aus seiner Sicht unmöglich, die Kapazität noch weiter auszubauen: der Fachkräftemangel und die Lieferengpässe, weil aktuell die ganze Welt dieselben Diagnostikgeräte und -materialien benötigt.

Auswertung von PCR-Tests in veterinärmedizinischen Laboren

Auch in Sachsen-Anhalt sei die Kapazitätsgrenze in den Laboren noch nicht erreicht, berichtet Tobias Krull. Trotzdem macht sich der gesundheitspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Gedanken darüber, wie sich die Testkapazität noch erweitern ließe. "Ich glaube, es gibt noch ein bisschen Luft nach oben, gerade, wenn man sich anschaut, dass die Labore für Tiermedizin und für Lebensmittelüberwachung noch stärker miteinbezogen werden könnten", sagt Krull.

Dr. Bernd Andreas Schwarz leitet die Vaxxinova Diagnostics GmbH. In seinem Labor in Leipzig landen eigentlich Proben von Schweinen, Fischen oder Hühnern. Doch der Fachtierarzt für Virologie hat auch die Genehmigung, menschliche Proben mittels PCR-Verfahren auszuwerten.

Ohne Weiteres ließen sich veterinärmedizinische Labore allerdings nicht nutzen, um noch mehr Tests zu schaffen. Dafür sei die Arbeitsweise zu unterschiedlich. Aber er könnte sich vorstellen, dass "im Falle eines Engpasses in der Humanmedizin, wir als Servicelabor eintreten und die PCR-Tests für dieses Labor durchführen. Die Administration, also alles, was dahinter dranhängt, würde dann entsprechend das einsendende Labor machen. Aber das würde funktionieren."

Pooltestungen bei hoher Inzidenz nicht zielführend

Und Pooltests, bei denen mehrere Proben vermischt ausgewertet und nur bei einem positiven Ergebnis nochmal einzeln betrachtet werden? Die ergeben aus Sicht von Schwarz gerade keinen Sinn: "Es bringt am Ende nichts, wenn man jeden Pool auseinandernehmen muss, weil man weiß, dass die Inzidenz so hoch ist und jeder Pool positiv wird."

Auch für Tobias Krull sind Pooltests jetzt nicht die Lösung. Er schlägt vor, noch mehr über den eigenen Tellerrand zu schauen. "Und im Zweifelsfall auch mal in anderen Ländern anzufragen, ob es die Möglichkeit gibt, dort zusammenzuarbeiten, wenn es dort freie Testkapazität gibt." Sehr optimistisch, kurzfristig viele neue Testmöglichkeiten aufzubauen, ist Krull nicht. Nichtsdestotrotz fordert er, sich jetzt zu überlegen, wie Testkapazitäten dauerhaft geschaffen werden können.

MDR AKTUELL

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 26. Januar 2022 | 06:50 Uhr

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