Pandemie-Bekämpfung Kostenloser Corona-Test mehrmals pro Woche möglich

Seit März gilt die aktuelle Corona-Testverordnung des Bundes. Seitdem gibt es auch die sogenannten Bürgertests, die jedem Bürger und jeder Bürgerin mit Wohnsitz in Deutschland ermöglichen, sich kostenlos testen zu lassen. Doch wie werden die Tests abgerechnet? Und wie oft darf ich mich kostenlos testen lassen?

Ein Corona Schnelltest
Egal ob mit einem Selbsttest zu Hause oder mit einem Schnelltest in Testzentren oder Apotheken – mit den Bürgertests soll vermehrt auf Corona getestet werden. Bildrechte: imago images/Patrick Scheiber

Erst hieß es, dass die Menschen sich einmal die Woche kostenlos testen lassen können. Doch ein Blick in die Testverordnung des Bundes zeigt, dass man sich mindestens einmal die Woche kostenlos testen lassen kann. Heißt: Auch wer sich mehrmals die Woche in einem Testzentrum oder in einer Apotheke testen lässt, muss die Schnelltests nicht selbst bezahlen.

Kostenlose Bürgertests mehrmals die Woche möglich

Das schien vielen nicht so bewusst zu sein, wie Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer via Twitter kritisierte. Er bemängelte, dass die Testverordnung des Bundes immer wieder falsch interpretiert werde, und man empfehle, sich dreimal die Woche testen zu lassen.

Das bestätigten auch die Apothekerverbände in Sachsen und Thüringen sowie das sächsische Sozialministerium. Jeder Bürger und jede Bürgerin hat einen Anspruch auf mindestens einen Schnelltest pro Woche – im Rahmen der Verfügbarkeit der Testkapazitäten, wie das sächsische Sozialministerium mitteilt. Bei dem kostenlosen Bürgertest handele es sich um ein Angebot des Bundes, über das die Länder und die beauftragenden Gebietskörperschaften informierten.

Apotheken gehen in Vorleistung

Deshalb übernimmt die Kosten für die Tests auch der Bund. Als Kostenstelle für die Testzentren, Ärzte und Ärztinnen sowie für die Apotheken fungiert die Kassenärztliche Vereinigung (KV).

Die Apotheken rechnen entweder einmal pro Monat oder quartalsweise die Anzahl der Tests gegenüber der KV Sachsen ab, erklärt der Apothekerverband Sachsen. Die KV wiederum rechne ihre Kosten dann gegenüber dem Bundesamt für Soziale Sicherung ab. Dadurch müsse die Apotheke mindestens einen Monat in Vorleistung gehen.

Abgerechnet werden aber nicht nur die Test-Kits, erklärt Stefan Fink, der Vorsitzende des Apothekerverbands Thüringen. Auch Material und Ausrüstung sowie Personalkosten müssten von den Apotheken vorgestreckt werden. Am Ende bekämen Apotheken zwölf Euro für die Testung – also was Schutzkleidung, Personalkosten und Material anbelangt – noch mal bis zu sechs Euro pro Test-Kit zurückerstattet von der Kassenärztlichen Vereinigung.

Testzentren und Apotheken nicht untereinander vernetzt

Testzentren und Apotheken sind aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht untereinander vernetzt. Die Testzentren arbeiten mit einem Dokumentationssystem. Nach einem Schnelltest bekommt der Getestete ein Zeugnis, auf dem u.a. angegeben wird, wer, bei wem, wann, mit welchem Ergebnis getestet wurde. So erklärt das sächsische Sozialministerium das Verfahren.

Aber niemand dokumentiere, wie oft sich eine Person testen lässt. "Es gibt keine Coronatest-Polizei oder kein Coronatest-Archiv", sagt der Vorsitzende des Apothekerverbands Thüringen, Stefan Fink, mit einem Augenzwinkern. Bei negativen Testergebnissen werden personenbezogene Daten direkt nach dem Test gelöscht.

So sehe es die Datenschutzverordnung vor, ergänzt eine Sprecherin des sächsischen Apothekerverbandes. Positive Testergebnisse leite man lediglich an das zuständige Gesundheitsamt weiter.

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