Hörer machen Programm Senioren mit Nebenjobs erhalten Energiepreispauschale

Am Freitag stimmt der Bundesrat über das Entlastungspaket ab, mit dem die Regierung den Bürgern angesichts der gestiegenen Preise beispringen will. Darin enthalten: eine Energiepauschale. MDR-AKTUELL-Hörer André Wetzel fragt auf eine Bemerkung der CDU-Bundestagsabgeordneten Antje Tillmann hin, ob Rentner, die einmal im Jahr eine Stunde babysitten, tatsächlich ebenfalls Anspruch auf die 300 Euro haben.

Ein Senior bei der Pflege einer Grünanlage
Wenn sich Senioren etwas neben ihrer Rente dazuverdienen, haben sie ebenfalls Anspruch auf die staatliche Unterstützung. Bildrechte: imago/Steinach

Bei Verena Bentele und ihren Kolleginnen und Kollegen vom Sozialverband VdK klingelt in diesen Tagen häufiger das Telefon. Viele Rentner seien enttäuscht, dass die Bundesregierung sie bei der Energiepreispauschale nicht bedacht habe, sagt die VdK-Präsidentin: "Diese Energiepauschale ist eine Leistung, die für die Menschen greifbar ist, die eben jetzt schon täglich auf die Abrechnung ihres Stroms und Gases warten, mit Lebensmittelpreisen, die gestiegen sind, schauen müssen, wie sie das regeln. Also die Menschen sind schon sehr unzufrieden damit und haben sich an uns gewandt, dass wir da intervenieren sollen."

Pauschale soll Mehrkosten von Erwerbstätigen abfedern

Von der Pauschale profitieren, wenn der Bundesrat dem Entwurf denn zustimmt, alle Erwerbstätigen – Angestellte, Selbständige und Minijobber. Sie bekommen die 300 Euro entweder direkt vom Arbeitgeber oder über ihre Steuererklärung ausgezahlt.

Studierende oder Rentner sind nicht berücksichtigt. Warum? Sascha Müller, Bundestagsabgeordneter der Grünen und Obmann im Finanzausschuss sagt dazu: "Zum einen war die Auszahlung der Energiepreispauschale gar nicht so trivial umzusetzen. Und die Energiepreispauschale, die übrigens auch der Einkommenssteuer unterliegt, war von Anfang an für Erwerbstätige gedacht, um die Belastungen, die etwa auf dem Weg zur Arbeit entstehen, abzufedern."

Rentner mit Zusatzeinkommen haben Anspruch

Die gute Nachricht für Senioren ist aber: Wenn sie nebenbei arbeiten, in einem 450 Euro-Job etwa, erhalten auch sie die Energiepreispauschale. Dafür muss das Arbeitsverhältnis im September 2022 bestehen. Müller sagt: "Ich gönne allen Rentnerinnen und Rentnern, die sich was dazuverdienen müssen, diese 300 Euro. Und in diesem Fall steht ihnen der Betrag auch tatsächlich zu."

Einmal im Jahr eine Stunde auf die Enkel aufzupassen und dafür bei den eigenen Kindern eine Rechnung zu stellen, so wie eine CDU-Politikerin in einigen Presseberichten zitiert wurde, reicht allerdings nicht. Das stellt Daniela Karbe-Geßler vom Bund der Steuerzahler klar: "Der Eindruck, der entstand tatsächlich aus den ersten Entwürfen, die zur Energiepreispauschale vorgelegt wurden und da konnte man der Annahme sein, dass es tatsächlich ausreichen würde, wenn man im September ein paar Stunden zum Beispiel die Enkelkinder hütet. Das ist mittlerweile angepasst worden."

Es müsse jetzt eine Tätigkeit sein, die ernsthaft ausgeübt werde und vor allen Dingen wie unter Fremden üblich sei. Also zum Beispiel mit einem offiziellen Arbeitsvertrag. Deswegen möchte die CDU ihren Babysitting-Tipp, um an die 300 Euro zu kommen, auch nicht mehr wiederholen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 19. Mai 2022 | 06:23 Uhr

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