Urteil gefallen Missbrauchsfälle von Münster: Lange Haftstrafen gegen Hauptbeschuldigte

Im Missbrauchskomplex von Münster sind im Hauptprozess die Urteile gefallen. Das Gericht verhängte hohe Haftstrafen gegen die vier Angeklagten. Wegen Wiederholungsgefahr müssen die Männer anschließend in Sicherungsverwahrung.

Im Hauptprozess um die Missbrauchsfälle von Münster sind die vier Angeklagten zu Haftstrafen zwischen zehn und 14 Jahren verurteilt worden. Das Landgericht Münster sprach die Männer im Alter zwischen 28 und 43 Jahren des schweren sexuellen Missbrauchs schuldig. Außerdem wurde gegen alle vier Angeklagten anschließende Sicherungsverwahrung wegen Wiederholungsgefahr angeordnet. Damit folgte das Landgericht weitestgehend der Forderung der Staatsanwaltschaft.

Wegen Beihilfe soll die Mutter des Hauptbeschuldigten für fünf Jahre ins Gefängnis. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Tagelangen Missbrauch im Darknet verbreitet

Der als Hauptbeschuldigter geltende 28-Jährige aus Münster hatte sich laut Anklage gemeinsam mit weiteren Tätern teilweise über Tage hinweg in einer Gartenlaube an den Opfern vergangen und Aufnahmen davon im Darknet verbreitet.

Die Männer sollen ihre Opfer bei den Taten mit KO-Tropfen gefügig gemacht haben.

Weitere Verdächtige aufgetaucht

Der Missbrauchskomplex war vor etwas mehr als einem Jahr bekannt geworden. Im Zentrum der Ermittlungen stehen insgesamt 30 Stunden lange Videoaufnahmen von den Taten in der Gartenlaube, bei Durchsuchungen wurden diverse Speichermedien mit Darstellungen von sexuellem Missbrauch von Kindern entdeckt. Die Arbeit der Polizei ist noch nicht beendet. Durch die Auswertung geraten immer wieder neue Verdächtige aus ganz Deutschland ins Visier.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 06. Juli 2021 | 10:00 Uhr

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