Landgericht Kaiserslautern Lebenslange Haft für Polizistenmörder von Kusel

Wegen Mordes an zwei Polizeibeamten in Kusel in der Westpfalz muss ein 39-Jähriger lebenslang hinter Gitter. Das Landgericht Kaiserslautern stellte auch eine besondere Schwere der Schuld fest, die eine Entlassung nach 15 Jahren ausschließt. Der Mann hatte die tödlichen Schüsse bei einer Fahrzeugkontrolle abgegeben, um seine Jagdwilderei zu vertuschen. Sein damaliger Begleiter erhielt keine Haftstrafe.

Der Angeklagte im sogenannten Cophunter-Prozess sitzt im Gerichtssaal des Amtsgerichts Idar-Oberstein und hält sich Akten vor sein Gesicht.
Das Urteil gegen den 39-jährigen Hauptangeklagten erging unter anderem wegen zweifachen Mordes. Bildrechte: dpa

Im Prozess um die tödlichen Schüsse auf zwei Polizisten bei Kusel in Rheinland-Pfalz ist der Hauptangeklagte zu lebenslanger Haft wegen Mordes verurteilt worden. Das Landgericht Kaiserslautern sah es als erwiesen an, dass der 39-Jährige im Januar eine Polizistin und einen Polizisten bei einer nächtlichen Verkehrskontrolle erschoss.

Das Gericht stellte auch die besondere Schwere der Schuld fest. Damit gilt eine Entlassung des 39-Jährigen nach 15 Jahren im Gefängnis als ausgeschlossen.

Motiv: Jagdwilderei zu vertuschen - Bluttat sorgte für Entsetzen

Trauerkränze liegen auf dem Grab eines getöteten Polizisten.
Das Grab eines der Polizisten. Bildrechte: dpa

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Hauptangeklagte mit dem Verbrechen Jagdwilderei vertuschen wollte. In dem gestoppten Kastenwagen sollen zum Tatzeitpunkt 22 frisch geschossene Rehe und Hirsche gelegen haben.

Bei der Fahrzeugkontrolle waren eine 24 Jahre alte Polizeianwärterin und ein fünf Jahre älterer Polizeikommissar mit Kopfschüssen getötet worden. Die Bluttat hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt.

Mitangeklagter verurteilt, aber ohne Strafe

Konkret verurteilte das Landgericht den Hauptverdächtigen wegen zweier Morde. Dazu kamen weitere Delikte wie tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte und gewerbsmäßige Jagdwilderei. Den mitangeklagten 33-Jährigen verurteilte das Gericht wegen Beihilfe zur Jagdwilderei, sah aber von einer Strafe ab. Durch seine umfassenden Aussagen noch vor dem Prozess habe er zur Aufklärung des Verbrechens beigetragen, hieß es zur Begründung.

Der Mann hatte den Hauptangeklagten begleitet und bei der Tat mit in dessen Auto gesessen. Ursprünglich stand auch er unter Mordverdacht, was sich später aber nicht erhärtete.

AFP/dpa (kkö)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 30. November 2022 | 11:00 Uhr

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