Gesundheit Stiko will Impfung gegen Affenpocken für bestimmte Gruppen empfehlen

Affenpocken-Fälle häufen sich auch in Deutschland. Schwere Verläufe dieser Krankheit sind selten – kommen aber vor. Deswegen hat die Ständige Impfkommission nun eine Impf-Empfehlung vorbereitet.

Pockenvirus
Das Affenpockenvirus breitet sich auch in Deutschland aus. Bildrechte: IMAGO / Science Photo Library

Wegen der zunehmenden Zahl von Affenpockenfällen in Deutschland hält die Ständige Impfkommission (Stiko) für bestimmte Gruppen eine Impfung mit einem Pockenimpfstoff für sinnvoll. Die Impfung soll Menschen nach engem körperlichen Kontakt zu Infizierten, Personal in Laboren mit ungeschütztem Kontakt zu Proben und homosexuellen Männern mit wechselnden Partnern empfohlen werden, wie die Stiko mitteilte. Für die Impfung stehe der in der EU zugelassene Pockenimpfstoff Imvanex zur Verfügung.

Empfehlung für Menschen mit Kontakt zu Infizierten

Laut dem Entwurf der Empfehlung sollen Menschen ab 18 Jahren, die engen körperlichen Kontakt mit einer infizierten Person – beispielsweise beim Sex – hatten, so früh wie möglich in einem Zeitraum von bis zu 14 Tagen den Pockenimpfstoff bekommen. Gleiches gilt für Laborpersonal nach ungeschütztem Kontakt zu kontaminierten Proben. Zudem soll Menschen mit einem erhöhten Ansteckungsrisiko die Impfung angeboten werden. Dazu zählen Männer, die gleichgeschlechtliche sexuelle Kontakte mit wechselnden Partnern haben.

Da der Pockenimpfstoff zunächst nur eingeschränkt verfügbar sein wird, empfiehlt die Stiko, ihn bevorzugt besonders ansteckungsgefährdeten Menschen anzubieten. Die Grundimmunisierung erfolgt mit zwei Impfstoffdosen in einem Abstand von 28 Tagen. Wer bereits in der Vergangenheit gegen Pocken geimpft wurde, braucht nur eine Dosis.

Tödliche Verläufe sind selten

In Deutschland wurden dem Robert Koch-Institut zufolge bis zum Donnerstag 131 Affenpockenfälle aus zehn Bundesländern gemeldet. Affenpocken sind verwandt mit den Pocken, an denen jahrhundertelang viele Menschen starben – bis die Krankheit 1980 ausgerottet wurde. Die Affenpocken sind aber weitaus weniger gefährlich.

Die meisten Erkrankten erholen sich innerhalb weniger Wochen wieder, ein tödlicher Verlauf ist selten. Der Beschlussentwurf der Empfehlung muss nun noch in ein sogenanntes Stellungnahmeverfahren mit den Bundesländern und beteiligten Fachkreisen, ist also noch keine endgültige Empfehlung.

AFP/dpa (pfh)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 09. Juni 2022 | 15:30 Uhr

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