Coronavirus-Pandemie Ticker vom Donnerstag: Sachsen-Anhalt verschärft Corona-Regeln

Sachsen-Anhalt verschärft seine Corona-Regeln. Bund und Länder haben sich auf neue Maßnahmen geeinigt, u.a. eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen. Die Ständige Impfkommission empfiehlt Booster-Impfungen für alle ab 18. Immer mehr Städte in Mitteldeutschland sagen ihre Weihnachtsmärkte ab. Auch heute finden Sie alle aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie in unserem Coronavirus-Ticker.

Unser Ticker am Donnerstag, 18. November 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus finden Sie hier.

22:42 Uhr | CDU-geführte Länder signalisieren Zustimmung zu Infektionsschutzgesetz

Mehrere CDU-geführte Bundesländer haben angekündigt, der Neugestaltung des Infektionsschutzgesetzes der Ampel-Parteien zustimmen, darunter Nordrhein-Westfalen, Bayern, Schleswig-Holstein und Sachsen. Auch Baden-Württemberg hat seine Zustimmung signalisiert. Eine Regierungssprecherin sagte, Grünen-Ministerpräsident Winfried Kretschmann habe mit dem Vize-Regierungschef Thomas Strobl (CDU) ein Ja zu dem Gesetz vereinbart.

Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) erklärte, man müsse jetzt an einem Strang ziehen und Parteipolitik beiseite lassen. Jetzt gehe es darum, gemeinsam um den Gesundheitsschutz zu ringen.

21:08 Uhr | Sachsen-Anhalt verschärft Corona-Regeln

Sachsen-Anhalt will seine Corona-Maßnahmen in geschlossenen Räumen verschärfen. Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) kündigte nach der Bund-Länder-Runde an, künftig solle bei Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen in Innenäumen die 2G-Regel gelten. In Clubs und Diskotheken werde 2G-Plus verpflichtend eingeführt.

19:40 Uhr | Umfrage: Mehrheit für Lockdown für Ungeimpfte

Mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland will einer Umfrage zufolge eine Ausgangssperre für Ungeimpfte. In der Forsa-Befragung für RTL und n-tv sprachen sich 57 Prozent dafür aus, dass Ungeimpfte ihr Zuhause nur noch aus zwingenden Gründen wie für den Weg zur Arbeit oder tägliche Einkäufe verlassen dürfen. 40 Prozent lehnten eine solche Maßnahme ab, 32 Prozent befürworten hingegen auch Ausgangssperren für Geimpfte. 64 Prozent der rund 1.000 Befragten waren für eine allgemeine Impfpflicht gegen Covid-19.

19:20 Uhr | Slowakei verfügt Lockdown für Ungeimpfte

Zur Entlastung der Krankenhäuser hat die slowakische Regierung eine erneute Verschärfung der Corona-Regeln beschlossen. "Das ist ein Lockdown für Ungeimpfte, und er erfolgt zu deren eigenen Schutz", sagte der konservative Ministerpräsident Eduard Heger nach einer Kabinettssitzung.

Ab kommendem Montag darf jeder, der nicht geimpft oder genesen ist, weder an Massenveranstaltungen teilnehmen noch Gastronomie-Einrichtungen, Hotels oder Einkaufszentren betreten. Einkäufe von Lebensmitteln und anderen unentbehrlichen Gütern bleiben unter Einhaltung von Hygienemaßnahmen erlaubt. Ist kein Homeoffice möglich, dürfen Ungeimpfte mit einem tagesaktuellen negativen Corona-Test zur Arbeit.

Erst vergangene Woche hatte das Parlament in Bratislava ein Gesetz beschlossen, das es Arbeitgebern erlaubt, Mitarbeiter ohne 3G-Nachweis auszusperren, ohne ihnen Lohnersatz zahlen zu müssen.

18:25 Uhr | Bund-Länder-Gipfel: Impfpflicht für Pflegepersonal kommt

Bund und Länder haben sich darauf geeinigt, für Pflegepersonal eine Impfpflicht einzuführen. Außerdem soll es erneut einen Bonus für die Pflegekräfte geben. Das hat NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst nach einem Treffen von Bund und Länderchefs mitgeteilt.

Die geschäftsführende Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte außerdem, man habe sich auf bestimmte Schwellenwerte bei der Hospitalisierungsinzidenz geeinigt, ab denen bestimmte Maßnahmen greifen sollen. So soll ab einem Wert von drei die 2G-Regel für Veranstaltungen gelten, ab sechs 2G-Plus, ab neun noch weitreichendere Maßnahmen. Außerdem solle es strikte Kontrollen geben.

Weiter wurde angekündigt, die Impfkapazitäten massiv auszubauen, um jedem eine (Booster-)Impfung anbieten zu können.

Merkel kritisierte auf der Pressekonferenz außerdem scharf das geplante Auslaufen der epidemischen Lage nationaler Tragweite.

17:23 Uhr | Freiwillige Helfer im Landkreis Leipzig gesucht

Der Landkreis Leipzig sucht nach freiwilligen Helfern und Helferinnen unter anderem in Pflegeheimen, bei Pflegediensten, in Wohnheimen für Menschen mit Behinderung sowie in Krankenhäusern. Wie der Landkreis mitteilte, werden engagierte Menschen gebraucht, die die Mitarbeiter der Einrichtungen unterstützen möchten. Die Einsatzmöglichkeiten sowie Inhalt und Umfang der Aufgaben würden individuell abgestimmt. Die Vergütung richte sich nach der entsprechenden Qualifikation.

17:13 Uhr | Ab Montag Lockdown in zwei Regionen Österreichs

In den österreichischen Bundesländern Salzburg und Oberösterreich soll am Montag ein Lockdown beginnen. Das hat Salzburgs Landeschef Wilfried Haslauer bekannt gegeben. Während des regionalen Lockdowns bleiben nur Supermärkte, Drogerien und Apotheken offen. Der übrige Handel und die Gastronomie müssen schließen. Die Menschen dürfen ihr Zuhause nur für dringende Besorgungen, für Bewegung im Freien sowie für den Weg zur Arbeit oder aus medizinischen Gründen verlassen. Haslauer zufolge soll der Lockdown möglichst bis Weihnachten aufgehoben werden.

16:45 Uhr | Impfung für Kinder wohl ab Ende Dezember möglich

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA will in Kürze eine Entscheidung über die Zulassung des Covid-19-Impfstoffs von BioNTech/Pfizer zum Einsatz bei Kindern fällen. Der Leiter der Impfstoffstrategie der EMA, Marco Cavaleri, sagte, die Entscheidung könnte bereits Ende kommender Woche fallen. Aus dem Bundesgesundheitsministerium hieß es am Mittwoch, dass die Verfügbarkeit der Impfung für Fünf- bis Elfjährige nach der Zulassung dann ab dem 20. Dezember erwartet werde.

16:20 Uhr | Tschechien führt in vielen Bereichen 2G ein

Andrej Babis
Tschechiens Noch-MP Babiš. Bildrechte: dpa

Tschechien führt ab Montag in vielen Bereichen die 2G-Regel ein. Der geschäftsführende Ministerpräsident Andrej Babiš sagte nach einer Kabinettssitzung, man habe sich vom bayerischen Modell inspirieren lassen. 2G gilt demnach ab der neuen Woche in Gaststätten, Hotels, für Dienstleistungen wie Friseure sowie für Großveranstaltungen.

Auch Tschechien meldet zurzeit neue Höchstwerte bei den Neuinfektionen.

14:56 Uhr | Vorläufiges Berufsverbot für Arzt wegen Scheinimpfungen

Das Amtsgericht Nürnberg hat ein vorläufiges Berufsverbot für einen Arzt aus dem bayerischen Wemding verhängt. Das gab die Generalstaatsanwaltschaft Nürnberg bekannt. Dem Arzt wird vorgeworfen, Patienten ohne deren Wissen statt einer Covid-19-Schutzimpfung ein unwirksames Mittel gespritzt zu haben. Anderen soll er auf deren Wunsch Impfungen attestiert haben, die nicht stattgefunden hatten. Gegen den Mediziner wird wegen vorsätzlicher Körperverletzung, Betrug und Sachbeschädigung ermittelt. Letzteres bezieht sich auf die Vernichtung von Impfstoff.

14:38 Uhr | Mehrere Corona-Fälle in Pflegeheim in Blankenhain

In einem Pflegeheim in Blankenhain im Weimarer Land hat es einen Corona-Ausbruch gegeben. Wie das Landratsamt in Apolda mitteilte, sind 16 Bewohner aus zwei Wohnbereichen und zehn Mitarbeiter positiv getestet worden. Für das Heim wurde ein Besuchsverbot erlassen. Gruppenveranstaltungen und die gemeinsamen Mahlzeiten in Wohnbereichen wurden ausgesetzt. Außerdem werden die über 60 Bewohner und mehr als 70 Mitarbeiter täglich getestet.

14:09 Uhr | OLG München sieht keine Bestechlichkeit bei CSU-Politikern

Das Oberlandesgericht München sieht in der Maskenaffäre um den ehemaligen CSU-Bundestagsabgeordneten Georg Nüßlein und den CSU-Landtagsabgeordneten Alfred Sauter keinen Verdacht der Bestechlichkeit. Das OLG erklärte, es handle sich bei dem Verhalten von Nüßlein, Sauter und eines beschuldigten Unternehmers weder um Bestechlichkeit noch um Bestechung von Mandatsträgern.

Mit den Beschlüssen gab das Gericht Beschwerden der beiden Politiker gegen sogenannte Vermögensarreste statt. Nüsslein und Sauter hatten gegen hohe Provisionen Geschäfte mit Corona-Schutzmasken vermittelt. Nach eigenen Angaben machten sie das in ihrer Funktion als Anwälte. Im Zuge der Ermittlungen waren ihre Provisionen beschlagnahmt worden.

Die Generalstaatsanwaltschaft München kündigte bereits an, beim Bundesgerichtshof Beschwerde gegen die Entscheidungen des Oberlandesgerichts München einzulegen.

Im nachfolgenden Audio hören Sie ein Interview mit Jörg Schmitt von der "Süddeutschen Zeitung" über Recherchen zu ominösen Maskendeals und die Netzwerke von CSU-Politikern.

13:40 Uhr | Kommunen im Leipziger Umland sagen Weihnachtsmärkte ab

Angesichts der steigenden Corona-Zahlen im Freistaat haben einige Städte im Leipziger Umland ihre Weihnachtsmärkte abgesagt. In einer gemeinsamen Erklärung von Bad Düben, Delitzsch, Eilenburg und Taucha heißt es, man habe die Entscheidung angesichts der enorm steigenden Infektionszahlen im Landkreis Nordsachsen getroffen. Die Entscheidung sei insbesondere wegen der weit fortgeschrittenen Vorbereitungen in den Städten, den Interessen der Händlerinnen und Händlern und der Vorfreude vieler nicht leicht gefallen. Die von der sächsischen Regierung angekündigten Auflagen für Weihnachtsmärkte machten es aber unmöglich, sie durchzuführen.

13:32 Uhr | Höherer Zuschuss für Krankenkassen

Die gesetzlichen Krankenversicherungen erhalten im kommenden Jahr wegen ihrer angespannten Finanzlage eine zusätzliche Milliardenhilfe von Staat. Der Bundestag beschloss einen Bundeszuschuss von insgesamt 28,5 Milliarden Euro. Das sind noch einmal sieben Milliarden Euro mehr als ursprünglich vorgesehen. Den zusätzlichen Bedarf hatte ein Schätzerkreis errechnet. Mit der Finanzspritze soll der durchschnittliche Zusatzbeitrag bei 1,3 Prozent gehalten werden. Zudem soll ein Beitrag zur wirtschaftlichen Erholung nach der Corona-Pandemie geleistet werden.

13:24 Uhr | Auch Köthen verzichtet auf Weihnachtsmärkte

In Köthen in Sachsen-Anhalt wird es in diesem Jahr keine Weihnachtsmärkte geben. Die Werbegemeinschaft sagte dem MDR, wegen der steigenden Corona-Zahlen seien alle drei geplanten Weihnachtsmärkte abgesagt worden. Betroffen sind der Weihnachtsmarkt im Stadion, am Kugelbrunnen und die Schlossweihnacht. Nicole Bachmann von der Werbegemeinschaft erklärte, letztlich habe die Vernunft gesiegt. Oberbürgermeister Bernd Hauschild brachte als Ersatz einen Markt im kommenden Jahr ins Gespräch. Er könne sich Pfingsten oder Ostern vorstellen, wenn die Voraussetzungen besser seien.

13:12 Uhr | Nordhausen sagt Weihnachtsmarkt ab

Angesichts der Corona-Lage in Thüringen fällt auch der Weihnachtsmarkt in Nordhausen aus. Das teilte ein Sprecher der Stadt mit. Auch die neuen Landesvorgaben des Freistaats erschwerten die Durchführbarkeit. Das Thüringer Kabinett hatte am Dienstag weitreichende 2G-Regelungen beschlossen. Auch zu Veranstaltungen unter freiem Himmel dürfen demnach nur Geimpfte und Genesene. Außerdem gilt ein Besucherlimit von 2.000 Menschen.

Zuvor waren die Weihnachtsmärkte in Jena und auf der Wartburg, in Hildburghausen sowie der mittelalterliche Weihnachtsmarkt am Schloss Wilhelmsburg in Schmalkalden abgesagt worden.

12:58 Uhr | Bundestag billigt neues Infektionsschutzgesetz

Der Bundestag hat mit der Mehrheit der künftigen Ampel-Koalition SPD, Grüne und FDP das neue Infektionsschutzgesetz beschlossen. Morgen muss noch der Bundesrat zustimmen. Danach soll die epidemische Lage von nationaler Tragweite zum 25. November auslaufen. Vorgesehen sind dann unter anderem bundesweit eine 3G-Regel am Arbeitsplatz und in öffentlichen Verkehrsmitteln.

12:09 Uhr | Keine Fußballspiele auf Landesebene in Thüringen

Am Wochenende finden in Thüringen keine Fußballspiele auf Landesebene statt. Das gab der Thüringer Fußball-Verband bekannt. Auch auf Kreisliga-Ebene werde wegen der Corona-Lage empfohlen, die Spiele auszusetzen. Morgen werde über einen vorzeitigen Beginn der Winterpause beraten. Auch der Sächsische Fußballverband hat bereits Spiele am Wochenende abgesagt. Betroffen ist der Amateur-Spielbetrieb in allen Altersklassen.

12:03 Uhr | Kretschmer kündigt "Wellenbrecher" an

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat angesichts steigender Corona-Infektionszahlen weitere harte Einschnitte angekündigt. Bei einer Regierungserklärung im Landtag sprach er von einem harten und klaren Wellenbrecher für zwei oder drei Wochen. Das Wort Lockdown vermied er. Details sollen morgen vom Kabinett beschlossen werden. Zudem sollen die Beschlüsse aus Bundestag und Bundesrat abgewartet werden. Laut Robert Koch-Institut hat Sachsen im Vergleich der Bundesländer mit 761,4 die höchste Sieben-Tage-Inzidenz.

11:37 Uhr | Stiko empfiehlt Booster-Impfung ab 18 Jahren

Die Ständige Impfkommission empfiehlt ab sofort allen Personen ab 18 Jahren die Covid-19-Auffrischimpfung. Die Stiko teilte mit, die Auffrischimpfung solle in der Regel im Abstand von sechs Monaten zur letzten Impfstoffdosis der Grundimmunisierung erfolgen. Im Einzelfall könne die Auffrischung auch bereits nach fünf Monaten erwogen werden. Für die Booster-Impfungen empfiehlt das RKI einem sogenannten mRNA-Impfstoff, also Biontech oder Moderna.

10:21 Uhr | Barmer Thüringen meldet Anstieg beim Kinderkrankengeld

Die Versicherten der Krankenkasse Barmer in Thüringen haben in diesem Jahr schon deutlich häufiger Kinderkrankengeld in Anspruch genommen als im Vorjahr. Wie die Barmer mitteilte, wurden ihren Versicherten bis September rund 32.000 Kinderkrankengeldtage bewilligt. Im gesamten vergangenen Jahr seien es 26.000 Tage gewesen. Das pandemiebedingte Kinderkrankengeld spielte demnach in rund 30 Prozent der Fällen eine Rolle.

09:24 Uhr | Tourismusverband fordert Verlängerung der Wirtschaftshilfen

Der Deutsche Tourismusverband hat eine Verlängerung der Corona-Wirtschaftshilfen gefordert. Verbandsgeschäftsführer Norbert Kunz sagte, die Branche verzeichne aktuell wieder vermehrte Stornierungen und eine große Buchungszurückhaltung. Besonders große Veranstaltungen und auch Weihnachtsmärkte seien betroffen. Deshalb müssten auch die "Rettungsinstrumente für die betroffenen touristischen Akteure" weiterlaufen und die Überbrückungshilfen über das Jahresende hinaus gezahlt werden. Kunz schlug dafür einen Zeitraum bis mindestens Ende März vor. Die Überbrückungshilfe III Plus, das zentrale Kriseninstrument der Bundesregierung, ist bislang bis Ende des Jahres befristet.

09:07 Uhr | Weihnachtsmarkt in Saalfeld abgesagt

In Saalfeld in Thüringen fällt der Weihnachtsmarkt in diesem Jahr aus. Das hat der Stadtrat am Mittwochabend entschieden. 18 Stadträte stimmten für die Absage, zwölf dagegen. Zuvor hatte Bürgermeister Steffen Kania die Stadträte informiert, dass der Weihnachtsmarkt nach der neuen Allgemeinverfügung des Landes Thüringen nur mit 2G-Regeln stattfinden könne. Danach hätten bis zu 1.000 geimpfte und genesene Menschen mit Maske den Markt gleichzeitig betreten dürfen. Kania zufolge wären durch das Aufstellen von Zäunen und einen Einlassdienst Kosten in Höhe von rund 15.000 Euro entstanden. Der Saalfelder Weihnachtsmarkt sollte eigentlich am 25. November starten. Der Aufbau der Buden und der Eislaufbahn hatte schon begonnen.

07:58 Uhr | Ramelow für Testpflicht für alle

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat sich für eine bundesweite Testpflicht auch für Geimpfte und Genesene ausgesprochen. Ramelow sagte MDR AKTUELL, eine formale 2G-Regelung helfe nicht. Ramelow forderte außerdem die Parteien zur Geschlossenheit auf. Er betonte, wer die Veränderung des Bundesinfektionsschutzgesetzes heute im Bundestag und morgen im Bundesrat blockiere, der verhindere, dass man wirksam handeln könne. Statt parteipolitischem Gezänk solle gemeinsam die Notfallplanung vorbereitet werden.

07:42 Uhr | Krankenhauskoordinator fordert Lockdown

Der sächsische Krankenhauskoordinator Michael Albrecht fordert angesichts der Corona-Situation einen sofortigen und flächendeckenden Lockdown für 14 Tage. Albrecht sagte, die bisherigen Maßnahmen hätten nichts gebracht. Es gebe keine Abschwächung bei den Patientenzahlen. Albrecht ist Professor an der Uniklinik Dresden. Nach seinen Angaben sind die Belegschaften in den Kliniken erschöpft. Zudem hätten sie Angst vor einer Situation wie zu Weihnachten vergangenen Jahres.

In Sachsen ist bei der Belegung der Betten auf den Normalstationen die Überlastungsstufe erreicht. Deshalb gelten ab morgen verschärfte Corona-Regeln.

07:05 Uhr | RKI meldet über 65.000 Neuinfektionen an einem Tag

Dem Robert Koch-Institut sind 65.371 Neuinfektionen an einem Tag gemeldet worden. Vor einer Woche waren es rund 50.000 gewesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg weiter auf knapp 337. Vor einer Woche lag sie noch bei etwa 249. Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz im Vergleich der Bundesländer hat weiterhin Sachsen. Das RKI gibt sie mit 761,4 an. In Thüringen liegt der Wert bei 565 und in Sachsen-Anhalt bei 402,9.

Der Landkreis mit der bundesweit höchsten Sieben-Tage-Inzidenz ist der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit einem Wert von fast 1.370. Bundesweit liegen 13 Landkreise über dem Wert von 1.000, darunter auch die Landkreise Meißen, Bautzen, Sonneberg und der Landkreis Leipzig.

Das Datenprojekt Risklayer sieht die Sieben Tage-Inzidenz vor allem in Sachsen deutlich höher als das RKI. Demnach liegt der Wert in Sachsen bei 919. Bundesweit wird die Inzidenz bei Risklayer mit 353,4 angegeben. Der deutliche Unterschied zwischen RKI und Risklayer spricht für einen anhaltenden Trend zu weiterhin steigenden Inzidenzzahlen. Die Daten von Risklayer sind aktueller, der Meldeverzug ist geringer als beim RKI.

06:51 Uhr | Bundestag entscheidet über neues Pandemie-Gesetz

Schon vor der Einigung auf einen Koalitionsvertrag wollen die Ampel-Parteien SPD, Grüne und FDP heute ihr erstes Gesetz beschließen. Im Bundestag steht am Vormittag ein neues Corona-Regelwerk zur Abstimmung. Es soll nach dem Auslaufen der epidemischen Notlage weiterhin Einschränkungen ermöglichen. Allerdings sieht der Entwurf von SPD, Grünen und FDP vor, die Entscheidungen darüber in die Parlamente zu verlagern. Bei extrem hohen Inzidenzwerten wie derzeit in Sachsen haben die Länder die Möglichkeit, schärfere Maßnahmen zu beschließen.

Bisher wurden die Corona-Einschränkungen allein von den Regierungschefs von Bund und Ländern beschlossen. Die Ministerpräsidenten wollen auch heute Nachmittag wieder mit Kanzlerin Merkel beraten. Dann soll es um eine einheitliche Linie bei den Maßnahmen gehen.

06:36 Uhr | Juristen sehen Besuchsverbote in Kliniken kritisch

Von Juristen gibt es Kritik an coronabedingten Besuchsverboten in vielen Krankenhäusern. Der Rechts- und Gesundheitsexperte des Sozialverbands VdK, Frank Weniger, sagte MDR AKTUELL, die Corona-Verordnungen der Länder gäben ein absolutes Besuchsverbot nicht her. Deshalb fordere sein Verband, dass Besuche unter 3G-Bedingungen ermöglicht werden müssten. Notfalls könnten Patienten gegen die Klinikleitung klagen, wenn dies untersagt werde. Auch der Rechtsanwalt und FDP-Fraktionschef in Sachsen-Anhalt, Andreas Silbersack, erklärte, die Kliniken dürften nicht übereilt handeln. Sie seien zur Güterabwägung verpflichtet und müssten die Interessen aller berücksichtigen.

06:27 Uhr | Bundesagentur für Arbeit beziffert Corona-Aufwendungen

Die Bundesagentur für Arbeit hat ihre bisherigen Aufwendungen für die Corona-Krise auf rund 52 Milliarden Euro beziffert. BA-Vorstandsmitglied Christiane Schönefeld sagte, in den Jahren 2020 und 2021 seien 24 Milliarden Euro an Kurzarbeitergeld, 18 Milliarden Euro für Sozialleistungen aus der Kurzarbeit und zehn Milliarden für pandemiebedingtes Arbeitslosengeld ausgegeben worden.

Zur Finanzierung sei die Rücklage der Bundesagentur in Höhe von fast 26 Milliarden Euro fast komplett aufgebraucht worden. Rund 24 Milliarden Euro habe der Bund zugeschossen, der Rest sei aus dem Haushaltsansatz bestritten worden. Auch im Haushalt für 2022 klafft eine Lücke. Die Bundesagentur geht davon aus, dass sie rund eine Milliarde Euro an Zuschüssen des Bundes brauchen wird. Der Haushalt der Behörde wird normalerweise fast ausschließlich aus Beitragseinnahmen gespeist.

06:00 Uhr | Der Ticker am Donnerstag, 18. November 2021

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 18. November 2021 | 06:00 Uhr

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