Coronavirus-Pandemie Ticker vom Donnerstag: EU-Behörde rät zum Boostern nach drei Monaten

Nach Daten der EU-Arzneimittelbehörde spricht nichts gegen Auffrischungsimpfungen schon nach drei Monaten. Die Apotheken wollen ab Januar impfen. Österreich plant eine Impfpflicht ab 14 Jahren. Laut Bundesstatistik hat die Pandemie zu einer deutlichen Übersterblichkeit geführt, vor allem in Sachsen. In Thüringer Hotspots werden die Regeln verschärft. Die Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie im Ticker.

Drei Spritzen liegen auf einem Kalender mit dem Eintrag Boosterimpfung.
Die EMA ist für eine Auffrischungsimpfung schon drei Monate nach der Grundimmunisierung. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Donnerstag, 9. Dezember 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus finden Sie hier.

22:35 Uhr | Biontech-Chef Sahin für Booster-Impfung nach drei Monaten

Biontech-Gründer Ugur Sahin hat sich angesichts der Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus für eine frühere dritte Impfung ausgesprochen. Nach seiner Auffassung wäre es wissenschaftlich sinnvoll, bereits nach drei Monaten einen Booster anzubieten, sagte Sahin dem Nachrichtenmagazin "Spiegel". In Großbritannien werde das schon gemacht. Zuvor hatte auch die EU-Arzneimittelbehörde EMA mitgeteilt, eine Auffrischungsimpfung nach drei Monaten sei möglich und effektiv.

21:50 Uhr | Keine neuen Einschränkungen zu Weihnachten

Bund und Länder planen derzeit keine zusätzlichen Corona-Beschränkungen über die Weihnachtsfeiertage. Die Ministerpräsidenten und Kanzler Olaf Scholz vereinbarten, die Lage zu beobachten. Der neue Expertenrat solle dann die nächsten Schritte vorgeben. Scholz sagte, man werde prüfen, ob die aktuellen Maßnahmen ausreichten. Notfalls kämen kurzfristig weitere Entscheidungen auf die Tagesordnung. Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller zufolge haben neue allgemeine Kontaktbeschränkungen in der Runde keine Rolle gespielt. Die Menschen sollten sich zu Weihnachten nicht eingraben, sondern Familie und Freunde treffen – jedoch in kleiner Runde. Treffen mit 20 und mehr Menschen ohne Schutzregeln seien gefährlich.

21:04 Uhr | Scholz verspricht Ländern Hilfe beim Impfen

Der neue Bundeskanzler Olaf Scholz hat den Ländern Unterstützung bei den Corona-Impfungen zugesagt. Nach einer Videokonferenz mit den Ministerpräsidenten sagte der SPD-Politiker, besonders wichtig sei jetzt, dass möglichst viele Menschen rasch ihren Impfschutz auffrischten, um die Omikron-Variante einzudämmen. Scholz räumte ein, man werde wohl noch länger impfen müssen. Etablierte Strukturen wie kommunale Impfzentren oder mobile Impfteams sollten nicht so schnell wieder heruntergefahren werden.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) rief die neue Bundesregierung zur schnellen Umsetzung der Impfpflicht auf. Der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz sagte nach dem Bund-Länder-Gespräch, es sei zweifelhaft, dass die bestehenden Schutzmaßnahmen gegen die Omikron-Variante genügten. Die Impfpflicht in medizinischen Einrichtungen und Pflegeheimen müsse "so schnell wie möglich" umgesetzt werden. Auch die Beratung über die allgemeine Impfpflicht dürfe sich nicht verzögern.

20:18 Uhr | Kretschmer – Fallzahlen sinken zu langsam

Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer sieht erste kleine Erfolge im Kampf gegen die Corona-Pandemie, gibt aber keine Entwarnung. Die leicht gesunkenen Infektionszahlen reichten nicht, um die Krankenhäuser zu entlasten, sagte Kretschmer in einer Online-Konferenz. Die Schutzmaßnahmen wirkten in Sachsen nicht so effektiv wie etwa in Bayern oder Österreich. Die Kliniken in Sachsen arbeiteten weiter am Limit. Zu Fragen eines Vertreters der Club- und Veranstaltungsbranche über mögliche Lockerungen für Geimpfte mit 2G+ sagte Kretschmer, darüber könne man im Januar noch mal reden. Auch einer Vertreterin von Schülerinnen und Schülern antwortete er auf eine kritische Frage, man werde im neuen Jahr noch einmal die Regeln für Schulen prüfen.

Der Arzt und Moderator Eckart von Hirschhausen sprach sich in der Runde dafür aus, Langzeitfolgen einer Covid-Erkrankung (Long Covid) stärker in den Blick zu nehmen. Nach Schätzungen kämpfe jeder zehnte Erkrankte mit Spätfolgen. Auch junge Menschen und Kranke mit einem leichten Verlauf seien betroffen.

19:20 Uhr | Apotheken wollen im Januar impfen

Die Vereinigung Deutscher Apothekerverbände ist zuversichtlich, dass Corona-Impfungen in Apotheken zum Jahresbeginn starten können. Präsidentin Gabriele Overwiening sagte, nach einer aktuellen Umfrage könne in jeder zweiten Apotheke geimpft werden. Dafür müssten jedoch die Rahmenbedingungen stimmen. Es dürfe keine unnötigen bürokratischen Hürden geben. Die neue Bundesregierung plant, Covid-Schutzimpfungen künftig auch in Apotheken und Tierarztpraxen zu ermöglichen. Geregelt werden soll das im neuen Infektionsschutzgesetz, das Bundestag und Bundesrat am Freitag verabschieden wollen.

18:41 Uhr | Kekulé: Boostern kein wirksamer Omikron-Schutz

Der Epidemiologe und Virologe Alexander Kekulé sieht in der Booster-Impfung keinen wirksamen Schutz vor der Omikron-Virusvariante. Kekulé verwies bei MDR AKTUELL auf aktuelle Studien aus Südafrika und Deutschland. Danach zeigten die vorhandenen Impfstoffe bei Omikron eine verringerte Abwehrreaktion. Wenn ein Medikament aber immer schlechter wirke, sei es der falsche Weg zu sagen, man müsse mehr davon nehmen, um gewisse Qualifikationen zu erfüllen. Kekulé reagierte damit auf die Aussage des neuen Bundesgesundheitsministers Karl Lauterbach. Dieser hatte erklärt, nach der dritten Impfung sei man vor Omikron einigermaßen geschützt. Hier alle Folgen des MDR-Podcast mit Kekulé.

18:00 Uhr | EMA – Boostern nach drei Monaten möglich

Auffrischungsimpfungen gegen Covid-19 können nach Einschätzung der Europäischen Arzneimittelbehörde auch schon drei Monate nach der Grundimmunisierung erfolgen. EMA-Impfstratege Marco Cavaleri sagte in Amsterdam, ungeachtet der Booster-Empfehlung nach sechs Monaten "sprechen die derzeit verfügbaren Daten für eine sichere und wirksame Auffrischungsdosis bereits drei Monate nach Abschluss der Grundimmunisierung". Ein so kurzer Abstand wäre möglich, wenn es im Interesse der öffentlichen Gesundheit wünschenswert sei.

Deutschlands Ständige Impfkommission empfiehlt eine Auffrischimpfung in der Regel im Abstand von sechs Monaten zur letzten Impfstoffdosis. Eine Verkürzung auf fünf Monate könne im Einzelfall oder bei ausreichenden Kapazitäten erwogen werden. Cavaleri erwartet zudem die Zulassung des Proteinimpfstoffs gegen Covid-19 vom US-Herstellers Novavax noch in diesem Jahr. Die Corona-Impfstoffe im Vergleich.

17:25 Uhr | Sachsen mit höchstem Anstieg der Sterbefälle

Sachsen hat während der Corona-Pandemie im Vergleich der Bundesländer den höchsten Anstieg bei Sterbefällen registriert. Seit Pandemiebeginn im März 2020 bis zum Februar dieses Jahres starben im Freistaat 65.649 Menschen. Wie aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) hervorgeht, waren das 10.464 mehr als im Vergleichszeitraum von März 2019 bis Februar 2020. Die Zahl der Sterbefälle erhöhte sich damit um etwa ein Fünftel. Mehr zur pandemiebedingten Übersterblichkeit in Deutschland.

16:34 Uhr | Österreich plant Impfpflicht ab 14

Die Regierung in Österreich hat über Details zur geplanten Impfpflicht informiert. Wie das Gesundheitsministerium bekanntgab, soll diese ab kommenden Februar für alle Personen über 14 Jahre mit einem Haupt- oder Nebenwohnsitz im Land gelten. Ausgenommen seien schwangere Frauen und Menschen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen könnten. Genesene müssten sich spätestens 180 Tage nach der Infektion impfen lassen. Bei Verstößen drohen Strafen bis 3.600 Euro. Die Impfquote liegt im Nachbarland aktuell bei etwa 68 Prozent, am 13. Dezember soll der Lockdown gelockert werden. In Deutschland sind gut 69 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft, auch hier wird eine Impfpflicht diskutiert.

15:26 Uhr | Stiko: Kinder-Impfung bei Vorerkrankung empfohlen - auch auf Wunsch der Eltern möglich

Die Ständige Impfkommission empfiehlt, Kinder zwischen fünf und elf Jahren mit Vorerkrankungen gegen Corona zu impfen. Das Gremium erklärte, auf Wunsch der Eltern sollten aber auch gesunde Mädchen und Jungen in dieser Altersgruppe geimpft werden können. Dazu solle das Präparat von Biontech/Pfizer genutzt werden. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte Ende November diesen Impfstoff bei Kindern zugelassen. In Sachsen hat nach einer Empfehlung der Sächsischen Impfkommission die Kinder-Impfung schon begonnen. Thüringen teilte mit, dass ab nächster Woche in Leinefelde, Erfurt, Sömmerda und Gera geimpft werde, es gebe Termine im Impfportal.

14:48 Uhr | Fußball-Profi Kimmich mit Lungen-Problemen

Das geplante Comeback von Nationalspieler Joshua Kimmich beim FC Bayern München verzögert sich. Nach Vereinsangaben steht Kimmich nicht im Kader für das Punktspiel am Samstag gegen Mainz. Der 26-Jährige teilte nach überstandener Corona-Infektion mit: "Mir geht es sehr gut, allerdings kann ich aufgrund von leichten Infiltrationen in der Lunge aktuell noch nicht voll trainieren." Kimmich fällt nach einmonatiger Quarantäne – erst als Kontaktperson, dann als Infizierter – damit vorerst weiter aus. Er war ungeimpft.

13:56 Uhr | Lauterbach kündigt Impf-Inventur an

Der neue Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach will sich noch in dieser Woche einen Überblick über die in Deutschland vorrätigen Mengen an Corona-Impfstoffen verschaffen. Der SPD-Politiker sagte dem "Spiegel", die Grundlage für das vor einer Woche ausgegebene Ziel von 30 Millionen Impfungen bis Jahresende gebe es. Am Freitag werde er aber erst einmal eine Inventur im Ministerium mit allen Fachabteilungen machen. Ziel sei es zu sehen, wie viele von diesen 30 Millionen wirklich verimpft werden könnten.

Geklärt werden sollten Fragen wie welche Impfdosen wo gelagert werden, welche Verträge zum Kauf weiterer Dosen bereits geschlossen wurden oder wie es mit Lieferungen für Januar aussieht. Bei der Inventur im Gesundheitsministerium werde ihn Bundeswehrgeneral Carsten Breuer begleiten, sagte Lauterbach. Breuer war vor Kurzem von Bundeskanzler Olaf Scholz zum Leiter des neuen Corona-Krisenstabs im Kanzleramt ernannt. Der Generalmajor soll sich vor allem mit der Beschaffung und Verteilung von Impfstoffen befassen.

13:46 Uhr | In der Leipziger Oper wird geimpft und beraten

In der Oper Leipzig öffnet kommenden Montag die erste kommunale Impfstelle mit Impfberatung. Wie das Gesundheitsamt heute mitteilte, können sich unabhängig von einer Impfung Interessierte und Impfunentschlossene von einem Arzt oder einer Ärztin über die Impfstoffe, deren Wirkung und ihren Nutzen beraten lassen. Die Impfstelle soll der Behörde zufolge montags bis freitags von 8 Uhr bis 15 Uhr geöffnet sein. Geimpft würden Personen ab 18 Jahren mit dem Impfstoff von Biontech und Moderna. Die Impfstelle starte ohne Terminvergabe und führe sowohl Erst- und Zweitimpfungen als auch Auffrischungsimpfungen durch.

13:17 Uhr | OVG Bautzen kippt Schließung von Wettbüros

Das Oberverwaltungsgericht in Bautzen hat die sächsische Corona-Notfall-Verordnung in einem Punkt korrigiert. Demnach ist die vollständige Schließung von Wettbüros nicht zulässig, weil gleichzeitig Kioske mit Lottoannahme öffnen dürfen. Das sei eine Ungleichbehandlung. Die Richter legten aber fest, dass die Wettbüros vorerst nur Spielscheine annehmen und Zahlungen vornehmen dürfen. Zudem gelte für die Kunden die 2G-plus-Regel.

Die Schließung von Fitnessstudios erklärte das Gericht dagegen für rechtens. Ebenso wie bei Reisebüros könnten dort 2G-Regeln die Kontakte nicht wirksam reduzieren.

12:51 Uhr | Kommentar: Eigenverantwortung übernehmen

Viele rufen nach dem Staat, wenn es um die Eindämmung der Virus-Ausbreitung geht, hat MDR AKTUELL-Redakteurin Rebecca Nordin Mencke beobachtet. Andere halten sich nach ihrer Einschätzung zwar an die Regeln, sind darüber hinaus aber zu keiner einzigen Einschränkung bereit. Dabei könnten wir mir echter Eigenverantwortung viel erreichen, schreibt sie in ihrem Kommentar:

11:42 Uhr | Pandemie führt zu Übersterblichkeit in Deutschland

Die Pandemie hat in Deutschland zu überdurchschnittlich vielen Todesfällen geführt. Zu diesem Befund kommt das Statistische Bundesamt (Destatis). "Von März 2020 bis Mitte November 2021 sind in Deutschland mehr Menschen gestorben, als unter Berücksichtigung der demografischen Entwicklung zu erwarten gewesen wäre", sagte Christoph Unger, Vizepräsident des Statistischen Bundesamts am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wiesbaden. Der Anstieg der Sterbefallzahlen sei nicht allein durch die Alterung der Bevölkerung erklärbar, sondern "maßgeblich durch die Pandemie beeinflusst".

Der Behörde zufolge starben im Jahr 2020 bundesweit rund 985.600 Menschen. Das waren 5 Prozent oder 46.000 Verstorbene mehr als im Jahr 2019. Alleine aufgrund der Alterung der Bevölkerung wäre Destatis zufolge nur ein Anstieg der Sterbefallzahlen um etwa zwei Prozent oder etwa 20.000 Fälle zu erwarten gewesen. In den ersten zwölf Monaten der Pandemie von März 2020 bis Februar 2021 starben 7,5 Prozent oder fast 71.000 Menschen mehr als in den zwölf Monaten davor.

11:15 Uhr | Uni Leipzig schließt Hörsäle

Die Universität Leipzig schließt wegen der hohen Corona-Zahlen ab Montag ihre Hörsäle. Uni-Sprecher Michael Lindner sagte dem MDR, sowohl in der nächsten Woche, als auch in der ersten Januarwoche würden die Studierenden digital unterrichtet. Damit wolle die Universität zur Abschwächung des Infektionsgeschehens beitragen. Auf dem Campus würden sich derzeit sehr viele Studierende treffen, dem wolle man entgegenwirken. Bislang war der Zugang zur Universität mit einer 3G-Regel möglich. Die Impfquote liegt Lindner zufolge bei 90 Prozent.

11:10 Uhr | Wüst rät von längeren Weihnachtsreisen ab

Der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, Hendrik Wüst, hat von längeren Reisen in der Weihnachtszeit abgeraten. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident sagte in der ARD, aktuell seien zwar keine Reisen verboten. Aber nicht alles, was man dürfe, sei auch klug. Zu der von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil geforderten Weihnachtsruhe sagte Wüst, er wolle bei möglichen Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung nichts ausschließen. Es müsse aber genau geschaut werden, was der Vorschlag bedeuten könne. Am Nachmittag treffen die Regierungschefs der Länder und Bundeskanzler Olaf Scholz zu einer Videokonferenz zusammen, wobei Corona aber nur eines der Themen ist.

08:59 Uhr | Sächsischer Bürgermeister nimmt Mehrheit in die Pflicht

Der Bürgermeister von Augustusburg, Dirk Neubauer, hat angesichts der Drohungen gegen sächsische Politiker an die Bürgerinnen und Bürger appelliert, aktiv dagegen Stellung zu beziehen. Neubauer sagte MDR AKTUELL, derzeit machten 15 bis 20 Prozent der Menschen Stimmung. Er frage sich, wo der Rest bleibe. Man rufe immer nach der Politik, aber es müsse auch klar sein, dass jeder einzelne eine wichtige Rolle spiele. Neubauer sagte, man müsse einen Diskurs in der Gesellschaft führen. Man müsse einer Minderheit klarmachen, was unsere Werte seien.

08:01 Uhr | Thüringen will Regeln für Brennpunkte verschärfen

Die Thüringer Landesregierung wil die Regeln in Corona-Brennpunkten sehr schnell weiter verschärfen. Das geht aus einem Schreiben des Gesundheitsministeriums an die Kommunen hervor, das MDR THÜRINGEN vorliegt. Das Schreiben wurde am Mittwoch an die Landkreise und kreisfreien Städte geschickt. Demnach sollen bei Sieben-Tage-Inzidenzen ab 1.000 beziehungsweise 1.500 weitere strenge Regeln greifen.

Ab einer Inzidenz von 1.000 dürfen Gaststätten nur noch für Geimpfte und Genesene öffnen, die zusätzlich getestet sind. Ab einer Inzidenz von 1.500 sollen Gaststätten und Freizeiteinrichtungen komplett schließen. Gefordert wird zudem, die Kontakte mit entsprechenden Vorgaben deutlich einzuschränken. Wegen der Dramatik der Lage sei es nicht möglich, das Inkrafttreten der Verordnung hinauszuzögern, heißt es in dem Schreiben. Deshalb sollen die Kommunen noch in dieser Woche eine Musterallgemeinverfügung erhalten, verbunden mit der Anweisung zum Erlass.

07:46 Uhr | Kommunen für Impfregister

Die Kommunen fordern vom Bund für die Umsetzung einer möglichen Impfpflicht ein zentrales Impfregister. "Eine Impfpflicht wäre der gute Anlass, ein allgemeines Impfregister einzuführen", sagt Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, der Zeitung "Wirtschaftswoche". Darüber könnten der Bund oder die Krankenkassen die Versicherten dann jeweils auf Impftermine hinweisen. Wenn eine Impfung nicht erfolge, solle das an die zuständigen Behörden wie Ordnungs- oder Gesundheitsämter gemeldet werden. Ein solches Register, wie es so ähnlich bereits in Österreich Praxis ist, dürfte aus Landsbergs Sicht auch mit Blick auf das Bundesdatenschutzgesetz "rechtlich möglich sein".

07:29 Uhr | Ramelow dämpft Erwartungen

Vor dem Treffen der Regierungschefs von Bund und Ländern an diesem Donnerstag hat Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow die Erwartungen heruntergeschraubt.

Bodo Ramelow
Bodo Ramelow Bildrechte: dpa

Der Linken-Politiker sagte der "Rheinischen Post" und dem "General-Anzeiger", er gehe nicht von "grundlegenden Beschlüssen" der ersten Bund-Länder-Runde mit dem neuen Bundeskanzler Olaf Scholz aus. Bei dem Treffen am Donnerstagnachmittag im Kanzleramt soll es um die Corona-Lage, aber auch um weitere Themen mit Bund-Länder-Bezug gehen. "Wir haben uns verabredet, dass wir jetzt erst gucken wollen, ob die neuen Änderungen am Infektionsschutzgesetz reichen", sagte Ramelow. Er äußerte sich zugleich skeptisch zu möglichen weiteren Kontaktbeschränkungen. Selbst bei Geimpften sage der Impfstatus nichts darüber aus, ob jemand nicht doch das Virus weitergeben könne. Er sei für Testen und ein konsequentes Anwenden der 2G-Plus-Regel.

07:00 Uhr | Studien: Boostern hilft

Eine Booster-Impfung senkt das Risiko deutlich, an Covid-19 zu erkranken oder zu sterben. Das zeigen zwei Studien aus Israel, die im "New England Journal of Medicine" veröffentlicht wurden. 

In der einen Studie zeigte sich, dass das Risiko an Corona zu sterben, nur bei einem Zehntel im Vergleich zur Gruppe ohne Booster-Impfung lag. Dort flossen Daten von mehr als einer dreiviertel Million Menschen im Alter von über 50 Jahren ein.

Die zweite Untersuchung fokussierte verschiedene Altersgruppen. Ausgewertet wurden Daten von 4,7 Millionen Menschen ab 16 Jahren. Die Forscherinnen und Forscher verglichen den Verlauf bei Menschen, die mindestens zwölf Tage zuvor geboostert worden waren, mit Menschen ohne Drittimpfung. Bei den dreifach Geimpften war die Zahl der bestätigten Infektionen generell in etwa um den Faktor 10 niedriger als bei nur zweifach Geimpften. Schwere Verläufe bei Menschen ab 60 Jahren waren in der Booster-Gruppe um den Faktor 17,9 seltener, Todesfälle gab es um den Faktor 14,7 weniger.

Die Studien beziehen sich allerdings auf einen Zeitraum vor der Entdeckung der neuen Omikron-Variante. Neueste Labortests zeigen hier, dass die Impfstoffe möglicherweise drastisch an Wirkung verlieren können.

06:40 Uhr | Sachsen: Ermessensspielraum bei Schulschließungen

In Sachsen gibt es keine allgemeinen Vorgaben für Schulschließungen nach Corona-Fällen. Das hat das Kultusministerium in Dresden klargestellt. Eine Sprecherin sagte MDR AKTUELL, es komme darauf an, wie die Infektionen verteilt und welche Klassen betroffen seien. Es gebe immer einen Ermessensspielraum, der mit den Gegebenheiten vor Ort zusammenhänge. Mögliche Schließungen würden direkt zwischen der Schulleitung und dem Ministerium besprochen.

In Sachsen war Ende November jede fünfte Schule ganz oder teilweise wegen Corona geschlossen. Einige Einrichtungen wurden komplett dichtgemacht, in anderen Fällen mussten nur die positiv Getesteten und ihre Banknachbarn in Quarantäne.

Kinder sitzen mit Masken im Unterricht 8 min
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06:32 Uhr | Proteste in Thüringen

Hunderte Thüringer haben am Mittwochabend in Saalfeld gegen die Corona-Politik protestiert. Nach Angaben der Polizei nahmen an der unangemeldeten Kundgebung 300 bis 400 Menschen teil. Die meisten von ihnen hätten die Hygiene-Maßnahmen wie Masken-Tragen und Abstandhalten befolgt. Zu der Aktion war in den sozialen Medien aufgerufen worden. Auch in Geisa im Wartburgkreis gab es Proteste gegen die Corona-Einschränkungen. Dort beteiligte sich nach Angaben der Polizei etwa 300 Menschen. Hinweise auf eine ähnliche Versammlung in Hildburghausen bestätigten sich dagegen der Polizei zufolge nicht.

06:00 Uhr | Der Ticker am Donnerstag, 9. Dezember 2021

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 09. Dezember 2021 | 06:00 Uhr

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