Coronavirus-Pandemie Ticker vom Donnerstag: Gericht kassiert 2G-Regel im Einzelhandel in Niedersachsen

Unter gewissen Umständen wäre eine Mehrheit der Impfverweigerer doch bereit, sich immunisieren zu lassen. Nach Angaben von Gesundheitsminister Lauterbach wird Biontech-Impfstoff bereits jetzt rar. Das liegt auch an hohen Impfzahlen. Am Mittwoch wurde ein neuer Impf-Rekord aufgestellt. Die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie im Ticker.

Eine Verkäuferin kontrolliert am Eingang eines Buchgeschäfts einen Impfnachweis.
In Niedersachsen muss beim Einkaufen im Einzelhandel kein Impfnachweis vorgezeigt werden. Ein Gericht erklärte die 2G-Regel für nicht rechtens. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Donnerstag, 16. Dezember 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus finden Sie hier.

21:25 Uhr | EMA entscheidet kommende Woche über Novavax-Zulassung

Die EU-Arzneimittelbehörde hat angekündigt, in der nächsten Woche über die Zulassung des Corona-Impfstoffs von Novavax zu entscheiden. Wie die EMA auf Twitter mitteilte, wird sie am kommenden Montag zu einer außerordentlichen Sitzung zusammenkommen. Der US-Konzern Novavax hatte Mitte November eine Marktzulassung für die EU beantragt. Bei dem Vakzin handelt es sich um einen sogenannten Totimpfstoff. Er enthält also abgetötete Virus-Bestandteile. Auch Impfungen gegen Tetanus, Kinderlähmung oder Keuchhusten basieren auf diesem Wirkmechanismus.

20:47 Uhr | Handel mit gefälschten Impfpässen in Sachsen-Anhalt boomt

In Sachsen-Anhalt boomt der Handel mit gefälschten Impfnachweisen. Das berichtet die "Mitteldeutsche Zeitung" unter Berufung Angaben des Landeskriminalamtes. Demnach hat sich die Zahl der Ermittlungsverfahren wegen Nutzung und Verbreitung gefälschter Impfpässe in den vergangen sechs Wochen verdreifacht. Derzeit werde in insgesamt 115 Fällen ermittelt. Im Oktober seien es noch 37 Fälle gewesen. Rund drei Viertel der Ermittlungen richteten sich gegen Käufer. Am häufigsten würden gefälschte Pässe von Apotheken entdeckt, wenn Nutzer ihren illegalen Nachweis in ein digitales Zertifikat übertragen wollten.

20:16 Uhr | Neue Infektionsrekorde in Großbritannien und Dänemark

Großbritannien hat den zweiten Tag in Folge einen Höchststand bei den Corona-Neuinfektionen verzeichnet. Die britischen Behörden meldeten fast 88.400 neue Fälle binnen 24 Stunden, rund 10.000 mehr als am Vortag. Das Vereinigte Königreich zählt zu den Ländern in Europa, die am stärksten von der Pandemie betroffen sind. Die Omikron-Variante ist dort inzwischen stark verbreitet.

Dänemark meldet einen Rekord an Corona-Neuinfektionen. Heute wurden fast 10.000 neue Fälle registriert. Nach Angaben des nationalen Seruminstitutes handelt es sich in 3.000 Fällen um die Omikron-Variante. Besonders sogenannte Superspreader-Ereignisse im Nachtleben hätten dazu geführt, dass sich das Virus schnell verbreite.

19:30 Uhr | Vor allem Ungeimpfte auf Sachsen-Anhalts Intensivstationen

Während der vierten Welle der Corona-Pandemie haben in Sachsen-Anhalt bislang überwiegend Ungeimpfte auf den Intensivstationen gelegen. Das geht aus einer Mitteilung des Sozialministeriums an den Sozialausschuss im Landtag hervor. Mit Stand vom 8. Dezember lag demnach der Anteil der Ungeimpften unter den 18 bis 59 Jahre alten intensivpflichtigen Corona-Patienten bei rund 78 Prozent. Unter den Jüngeren war jeder Intensiv-Patient ungeimpft, bei den 60-Jährigen und Älteren rund 69 Prozent.

18:50 Uhr | EU-Behörde lässt zwei Medikamente zur Covid-19-Behandlung zu

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat grünes Licht für zwei neue Medikamente zur Behandlung von Covid-19 gegeben. Die Behörde empfahl die Anwendung der Medikamente Xevudy und Kineret. Xevudy sei für die Behandlung von Covid-19 bei Erwachsenen und Jugendlichen bestimmt, die keinen zusätzlichen Sauerstoff benötigen und die ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe haben. Kineret ist in der EU bereits für die Behandlung verschiedener entzündlicher Erkrankungen zugelassen. Nun empfahl die EMA es auch für die Anwendung bei erwachsenen Covid-19-Patienten, die zusätzlichen Sauerstoff benötigen und bei denen das Risiko einer schweren Ateminsuffizienz besteht.

18:00 Uhr | Kekulé: Omikron-Welle kommt nach Weihnachten

Der Virologe Alexander Kekulé rechnet damit, dass die Omikron-Welle nach Weihnachten Deutschland erreicht. Kekulé sagte im Podcast von MDR AKTUELL, die Virusvariante sei bereits massenhaft im Land. In anderen Ländern verbreite sich die neue Virusvariante schneller. Weil Deutschland aber früh auf die Bedrohung reagiert habe, komme die Welle verzögert. Kekulé erklärte weiter, möglicherweise laufe Omikron durch, ohne dass es zu einer ähnlichen hohen Belastung der Krankenhäuser komme wie zuletzt bei der Delta-Welle. Die bisher vorliegenden Daten gäben Anlass zur Hoffnung.

17:35 Uhr | Ramelow entschuldigt sich für eigene Fehler in der Pandemie

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat sich für Fehler im Corona-Pandemiemanagement entschuldigt. Der Linke-Politiker sagte in einer Regierungserklärung im Landtag, das Handeln von Bund, Land und Kommunen habe in den vergangenen Monaten auf Erkenntnissen gegründet, die oft nur kurzen Bestand gehabt hätte. Konkrete Fehler nannte Ramelow allerdings nicht. Er bedankte sich bei allen Menschen in Thüringen, die sich gegen das Coronavirus impfen lassen haben. Thüringen ist derzeit das Bundesland mit der höchsten Sieben-Tage-Inzidenz. Bei den Impfungen liegt das Land im Hinterfeld. 64 Prozent der Einwohner sind vollständig geimpft.

16:55 Uhr | Gericht kippt 2G-Regel im Einzelhandel in Niedersachsen

Die 2G-Regel im Einzelhandel ist in Niedersachsen nicht rechtens. Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg kippte die erst seit kurzem geltende Regel. Es erklärte, die Maßnahme sei zur weiteren Eindämmung des Coronavirus nicht notwendig. Sie sei zudem nicht mit dem allgemeinen Gleichheitsgrundsatz vereinbar, weil verschiedene Geschäfte ausgenommen würden. Der 13. Senat des Gerichts entschied deshalb, diese Regelung vorläufig außer Vollzug zu setzen.

Das Gericht begründete seine Entscheidung unter anderem damit, dass eine schlichte Übertragung von Forschungserkenntnissen aus geschlossenen Räumen im Sport- und Freizeitbereich auf den Handel nicht möglich sei. Zudem könnten die Kunden auch im Einzelhandel verpflichtet werden, eine FFP2-Maske zu tragen.

Die 2G-Regel galt erst seit Montag für den Einzelhandel in Niedersachsen. Seitdem durften diejenigen, die nicht gegen Corona geimpft oder von dem Virus genesen waren, nur noch in Geschäften des täglichen Bedarfs einkaufen. In Schleswig-Holstein war diese Woche ein Eilantrag gegen die 2G-Regel abgelehnt worden.

16:35 Uhr | "Haus-Garten-Freizeit" in Leipzig und ITB in Berlin abgesagt

Die Leipziger Messe hat die im Februar geplante Messe "Haus-Garten-Freizeit" abgesagt und auf das kommende Jahr verschoben. Die Messe erklärte, die Corona-Pandemie lasse derzeit keine verlässliche Planung zu. Mit der "Haus-Garten-Freizeit" wurde auch die Mitteldeutsche Handwerksmesse sowie die Messe "Musicpark" abgesagt. Die Berliner Messe sagte wegen der Pandemie die Internationale Tourismusbörse ITB im März ab. Es sollen lediglich über das Internet Veranstaltungen stattfinden.

16:20 Uhr | RKI-Präsident Wieler rät zu Weihnachtsfeiern im kleinsten Kreis

Der Präsident des Robert Koch-Insituts, Lothar Wieler, hat dazu aufgerufen, Weihnachten nur im kleinsten Kreis zu feiern.

Karl Lauterbach
Lauterbach (vorn) und Wieler bei der Pressekonferenz. Bildrechte: dpa

Wieler sagte auf einer Pressekonferenz mit Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach, er bitte die Bürger darum, die Feiertage so zu verbringen, dass sie nicht ein Fest für das Coronavirus würden. Weihnachten dürfe nicht zu einem Kickstart für Omikron werden. Bei Treffen mit Personen aus Risikogruppen empfahl er auch bei vollständiger Impfung Tests. Lauterbach drängte auf schnelle Booster-Impfungen. Die Auffrischungsimpfung sei ein zentraler Baustein, um die neue Coronavirus-Variante zurückzudrängen. Die Bundesregierung müsse dafür sorgen, dass ausreichend Impfstoff vorhanden sei.

15:55 Uhr | Jugendmediziner rät zu Impfung von Kindern

Der Kinderarzt Jörg Dötsch von der Universität Köln rät Eltern, ihre zwölf- bis 17-jährigen Kinder impfen zu lassen. Der Leiter der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Kölner Uni sagte, die ersten Daten sprächen für eine nur geringe Nebenwirkungsrate. Eltern von fünf- bis elf-Jährigen könnten ihre Kinder ebenfalls ohne Bedenken impfen lassen. Wenn sie aber selbst zögerlich seien, sollten sie nicht gedrängt werden. Dötsch sagte weiter, besonders wichtig sei die Impfung für Kinder von fünf bis zwölf Jahren mit Vorerkrankungen. Auch Kinder, die mit Personen zusammenlebten, die sich nicht impfen lassen könnten, sollten sich impfen lassen.

14:55 Uhr | Bundestag verlängert Corona-Hilfen

Der milliardenschwere Corona-Hilfsfonds für größere Unternehmen wird um ein halbes Jahr verlängert. Im Bundestag stimmten die Ampel-Parteien SPD, Grüne und FDP sowie von der Opposition auch die Unionsfraktion dafür. AfD und Linke enthielten sich. Der Fonds soll ab kommendem Jahr nur noch ein Volumen von 250 Milliarden Euro haben. Bislang waren es 600 Milliarden. Mit dem Geld werden Unternehmen unterstützt, die wegen der Corona-Krise in Schwierigkeiten kommen. So hatte die Lufthansa bereits Hilfen in Milliardenhöhe erhalten. Die Linke-Abgeordnete Gesine Lötzsch kritisiere, dem Fonds fehlten klare soziale Regelungen. So sei die Lufthansa mit Steuergeldern gerettet worden, habe dann aber Tausende Beschäftigte entlassen. Der Bundesrat muss der Verlängerung noch zustimmen.

14:35 Uhr | Wohlfahrtsverband: Armuts-Rekord im ersten Corona-Jahr

In Deutschland haben im vergangenen Jahr etwa 13,4 Millionen Menschen unter der Armutsgrenze gelebt. Diese Zahl nannte der Paritätische Wohlfahrtsverband und beruft sich auf Daten des Statistischen Bundesamtes. Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider sagte, die Armut habe im Pandemiejahr 2020 einen neuen Höchststand erreicht. Die Armutsquote sei aber nur leicht von 15,9 auf 16,1 Prozent gestiegen. Schneider räumte ein, das große Beben in der Armutsstatistik sei trotz Pandemie weitestgehend ausgeblieben. Dafür seien vor allem staatliche Corona-Hilfen und Maßnahmen wie das Kurzarbeitergeld verantwortlich. Einkommensverlierer seien vor allem die Selbstständigen gewesen. Ihre Armutsqoute sei von 9 auf 13 Prozent gestiegen.

12:27 Uhr | Mehrheit der ungeimpften Menschen ließe sich überzeugen

Die Mehrheit der noch ungeimpften Menschen in Deutschland wäre unter Umständen bereit, sich doch noch immunisieren zu lassen. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Bundesverbandes der Arznimittel-Hersteller hervor, die im Dezember 2021 durchgeführt wurde. 30 Prozent der Impfverweigerer über 18 Jahren geben demnach an, für eine Impfung bereit zu sein, wenn ein sogenannter Totimpfstoff in Deutschland zugelassen wird. 14 Prozent würden die Impfung erwägen, wenn eine Prämie angeboten würde. Weitere 14 Prozent kämen zu einer Neubewertung, wenn für eine Nicht-Impfung Geldstrafen verhängt würden.

Demgegenüber gaben 40 Prozent der Befragten an, sich unter keinen Umständen gegen das Virus impfen lassen zu wollen. Bei der Betrachtung der Gründe gegen die Impfentscheidung ergibt sich ein differenziertes Bild. So haben 58 Prozent Vorbehalte gegen die aktuell verfügbaren Impfstoffe und 35 Prozent zweifeln an der Notwendigkeit einer Impfung, um die Pandemie zu beenden. 23 Prozent der Ungeimpften geben grundsätzliche Vorbehalte gegen Impfungen an, unabhängig vom Coronavirus.

10:45 Uhr | Erneute Proteste in Sachsen

Die sächsische Polizei hat erneut verbotene Versammlungen von Kritikern der Corona-Politik aufgelöst. In Freiberg protestierten am Mittwochabend rund 100 Menschen gegen die Pandemie-Maßnahmen, wie die zuständige Polizeidirektion Chemnitz am Donnerstag mitteilte. Erlaubt sind laut aktueller Corona-Verordnung zehn Personen bei einer ortsfesten Versammlung.

Auch in Zwickau und Treuen waren Polizeikräfte wegen illegaler Corona-Demonstrationen im Einsatz. In der Zwickauer Innenstadt versammelten sich bis zu 60 Menschen, darunter waren laut Polizeidirektion auch Personen, welche der "Querdenken"-Szene sowie der Reichsbürgerszene zugerechnet werden. Mehrere kleine Aufzüge seien gestoppt worden. In Treuen gingen laut Polizei rund 30 Menschen gegen Corona-Maßnahmen auf die Straße.

10:15 Uhr | Neuer Impf-Rekord

Die Corona-Impfungen in Deutschland haben am Mittwoch einen Tagesrekord erreicht. Gespritzt wurden 1,496 Millionen Dosen, wie aus Meldedaten des Robert Koch-Instituts (RKI) von Donnerstag hervorgeht. Darunter waren fast 1,3 Millionen Auffrischimpfungen und 97.400 Erstimpfungen. Bisheriger Rekord-Impftag in der Pandemie war der 9. Juni mit 1,43 Millionen gespritzten Impfdosen.

Insgesamt ist nun auch die Marke von 70 Prozent aller Einwohner mit vollständigem Grundschutz erreicht. Die dafür meist nötige zweite Spritze haben den Angaben zufolge nun mindestens 58,2 Millionen Menschen bekommen. Eine zusätzliche Booster-Spritze zur Auffrischung haben nunmehr mindestens 22,9 Millionen Menschen oder 27,6 Prozent der Bevölkerung bekommen.

09:00 Uhr | Corona-Proteste nehmen bundesweit zu

Die Proteste gegen die Corona-Eindämmungsmaßnahmen haben bundesweit seit Anfang Dezember deutlich zugenommen. Sowohl bei der Anzahl der Demonstrationen als auch bei der Teilnehmerzahl verzeichnen nahezu alle Bundesländer einen Anstieg. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Evangelischen Pressedienstes unter den zuständigen Behörden. Eine spürbare Zunahme wurde demnach in allen Ländern mit Ausnahme von Berlin und Bremen beobachtet. Ein Schwerpunkt sei aber Mitteldeutschland. In Sachsen wurden etwa seit Monatsbeginn laut Innenministerium bei 250 Versammlungen fast 20.000 Teilnehmer gezählt.

08:33 Uhr | Sozialverband fordert bevorzugte Booster-Impfung von Risikogruppen

Angesichts von Meldungen über einen möglichen Impfstoffmangel fordert der Sozialverband VdK, Risikogruppen bei der Booster-Impfung sofort vorzuziehen. "Wenn es im ersten Quartal des neuen Jahres tatsächlich zu wenig Impfstoff geben sollte, müssen jetzt dringend alle Risikogruppen bevorzugt geboostert werden", sagte VdK-Präsidentin Verena Bentele den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Noch immer warteten viele alte und andere gefährdete Menschen auf einen Termin für eine Impfauffrischung. "Das ist für sie lebensgefährlich."

8:04 Uhr | Inzidenz fällt weiter

Die 7-Tage-Inzidenz des Coronavirus in Deutschland ist weiter rückläufig. Laut Datenprojekt Risklayer liegt sie nun bei 380,1 Fällen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen, das Robert Koch-Institut (RKI) gibt den Wert mit 340,1 an (wie Risklayer und RKI aus den Meldedaten unterschiedliche Inzidenzen berechnen, lesen Sie hier). Auch die Inzidenzen der drei mitteldeutschen Länder liegen laut beiden Instituten nun wieder vollständig unter der 1.000er-Marke, die Zahlen laut Risklayer sehen Sie in untenstehender Grafik. Im Vergleich mit den anderen Bundesländern sind Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen allerdings weiter die Bundesländer mit den deutlich höchsten 7-Tage-Inzidenzen. 

Laut RKI hat Sachsen eine Inzidenz von 826,3, Sachsen-Anhalt 719,3 und Thüringen 890,3. Das RKI meldete außerdem weitere 522 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus deutschlandweit.

07:50 Uhr | Biontech-Impfstoff wird knapp

Nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach ist der Biontech-Impfstoff bereits knapp bemessen. Innerhalb der nächsten drei Wochen könnten in Deutschland etwa 3,2 Millionen Dosen Biontech ausgeliefert werden, sagte Lauterbach am Mittwochabend im ZDF. "Das ist aber viel weniger als das, was die Ärztinnen und Ärzte jede Woche abrufen", sagte der SPD-Politiker. Zur Einordnung: Allein am Dienstag wurden in Deutschland laut Ministerium über eine Million Impfungen verabreicht. Der Minister erklärte weiter: "Wir schütten hier alles aus. Denn die Kampagne muss ja laufen so gut, wie sie kann."

Wir schütten hier alles aus.

Karl Lauterbach, SPD Bundesgesundheitsminister
Jens Spahn (CDU, r), Bundesminister für Gesundheit, geht neben Karl Lauterbach, (SPD, l) zu einer Pressekonferenz
Karl Lauterbach (l.) und sein Amtsvorgänger Jens Spahn. Bildrechte: dpa

Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung ist Grund für den Mangel, dass Deutschland und die EU im Frühherbst eine Bestelloption über mehrere Millionen zusätzliche Dosen Biontech verstreichen ließen. Mögliches Lieferdatum wäre demnach Januar 2022 gewesen. Weder der damalige Gesundheitsminister Jens Spahn noch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (beide CDU) hätten auf zusätzlichen Impfstoff gedrängt. Minister Lauterbach machte seinem Vorgänger jedoch keine Vorwürfe. Über das ganze Jahr hinweg sei genug Impfstoff vorhanden gewesen – aber nicht für eine sehr schnelle Boosterkampagne.

Für 2,2 Milliarden Euro will die neue Bundesregierung nun mehr als 90 Millionen Dosen Biontech-Impfstoff nachkaufen. Es werde auch versucht Impfstoff aus Osteuropa zurückzukaufen, wo die Impfquoten geringer sind.

07:23 Uhr | Protest in München

Rund 3.700 Menschen sind am Mittwochabend in München auf die Straße gegangen, um gegen die Einschränkungen zum Schutz vor dem Coronavirus zu protestieren. Es gab 28 Festnahmen, unter anderem wegen Beleidigungen und Körperverletzungen, wie die Polizei miteilte. Außerdem wurden mehr als 18 Menschen angezeigt, weil sie gegen die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske verstoßen hatten.

07:20 Uhr | Mehr Corona-Hilfen für Verkehrsunternehmen in Sachsen-Anhalt

Das Land Sachsen-Anhalt hilft den Verkehrsunternehmen, die finanziell unter den Folgen der Corona-Pandemie leiden. Die Landkreise und kreisfreien Städte Sachsen-Anhalts sowie die in Sachsen-Anhalt tätigen Eisenbahnverkehrsunternehmen erhielten noch in diesem Jahr weitere rund 45 Millionen Euro aus dem ÖPNV-Rettungsschirm, teilte das Ministerium für Infrastruktur und Digitales am Donnerstag in Magdeburg mit. 20,6 Millionen Euro davon kämen aus dem Nachtragshaushalt 2021.

07:09 Uhr | Diskussion um nicht abgerufene Corona-Gelder

Der Bundestag befasst sich am Vormittag erstmals mit dem Nachtragshaushalt der neuen Regierung. Bundesfinanzminister Christian Lindner will 60 Milliarden Euro in den Klimaschutz stecken, die als Corona-Kredite nicht abgerufen wurden. Nach Einschätzung von Sachsens SPD-Co-Parteichefin Kathrin Michel steht der Etat rechtlich auf sicheren Füßen. Die Bundestagsabgeordnete ist Mitglied des Haushaltsausschusses und sagte MDR AKTUELL, die Große Koalition hätte das im letzten Jahr auch so gemacht. Damals sei 28 Milliarden Euro umgewidmet worden. Sachsens Finanzminister Hartmut Vorjohann von der CDU geht hingegen davon aus, dass das Gesetz einer Überprüfung vor dem Verfassungsgericht nicht standhalten würde. Die Unionsfraktion hat bereits eine Klage angekündigt.

06:40 Uhr | Uneinigkeit über Triage-Gesetz

In der Bundespolitik zeichnet sich derzeit noch keine einheitliche Linie über ein Triage-Gesetz ab. Die Leipziger Grünen-Bundestagsabgeordnete Paula Piechotta sagte MDR AKTUELL, man dürfe nicht zu viele medizinische Entscheidungen im Parlament treffen. Jeder Patient sei anders. Auch der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP, Torsten Herbst, spricht sich gegen ein Triage-Gesetz aus. Es dürfe keine staatliche Bewertung des Nutzens von Menschenleben geben.

Piechottas Fraktionskollegin Corinna Rüffer hält dagegen. Man habe das Thema im politischen Berlin bisher vom Tisch geschoben. Der Medizinrechtler Henning Rosenau von der Uni Halle sagte, Ärzte sollten schon wissen, dass sie sich nicht strafbar machen, wenn sie diese schwere Entscheidung treffen müssten.

Bei einer Triage-Situation müssen Ärzte entscheiden, welche Patienten eine lebensrettende Behandlung erhalten und welche nicht.

06:38 Uhr | 2G: Nur halb so viele Besucher im Handel

Sachsens Einzelhandel klagt über massive Umsatzeinbußen im Weihnachtsgeschäft wegen der seit Ende November geltenden 2G-Regelung. Der sächsische Handelsverband erklärte, im Schnitt sei der Umsatz gegenüber Normaljahren um 40 Prozent zurückgegangen. Die Besucher-Frequenzen seien im Vergleich zu 2019 um etwa etwa die Häfte gesunken. Hauptgeschäftsführer René Glaser sagte, weil nur Geimpfte oder Genesene Zutritt zu Geschäften haben, hätten sich viele Kunden wieder auf den Online-Handel orientiert. Auch in Sachsen-Anhalt spricht der Einzelhandel von einer großen Belastung durch die 2G-Regel. Das Weihnachtsgeschäft werde in diesem Jahr für viele Händler wohl eine Katastrophe.

06:32 Uhr | Äzte-Präsident: Krisenstab Impfstoff beschaffen lassen

Ärzte-Präsident Klaus Reinhardt hat gefordert, den neuen Krisenstab für die Impfstoff-Beschaffung verantwortlich zu machen. Reinhardt sagte dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland", der Krisenstab sollte die Verantwortung für den gesamten Prozess von der Beschaffung bis zur Auslieferung erhalten. Entscheidend sei nicht, was in Bestellbüchern stehe, sondern was vor Ort ankomme. Das reiche im Moment nicht aus.

06:00 Uhr | Der Ticker am Donnerstag, 16. Dezember 2021

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. Dezember 2021 | 06:00 Uhr

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https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/politik/lauterbach-vierte-impfung-pflegeheimbewohner100.html

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