Coronavirus-Pandemie Ticker vom Freitag: Innenminister kündigen stärkere Corona-Kontrollen an

Die Innenminister von Bund und Ländern wollen die schärferen Corona-Maßnahmen mit mehr Kontrollen überwachen. Beim sächsischen Oberverwaltungsgericht sind bisher 18 Klagen gegen die neue Corona-Verordnung des Landes eingegangen. Das Robert Koch-Institut geht von einer hohen Dunkelziffer bei der Zahl der Infektionen aus. Alle aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie in unserem Coronavirus-Ticker.

Corona-Kontrolle durch Polizisten in einem Restaurant
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Unser Ticker am Freitag, 3. Dezember 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus finden Sie hier.

22:15 Uhr | Nilpferde in Antwerpener Zoo positiv auf Corona getestet

Zwei Nilpferde in einem belgischen Zoo sind mit dem Coronavirus infiziert. Wie der Tierpark in Antwerpen mitteilte, wurde das Nilpferdhaus geschlossen. Die Pfleger müssen sich isolieren. Die Tiere hätte Rotz ausgeschieden und seien deshalb untersucht und wegen der aktuellen Lage auch auf Covid-19 getestet worden. Das Ergebnis sei überraschend gewesen. Es sei nicht bekannt, wie die Flusspferde sich infiziert hätten. Ihre Pfleger hatten keine Symptome gezeigt.

21:40 Uhr | Polizei löst Corona-Protest in Freiberg auf

Im sächsischen Freiberg hat die Polizei einen erneuten Protest gegen die Corona-Politik beendet. Ihren Angaben zufolge droht 30 Teilnehmern ein Bußgeld von jeweils 250 Euro. Am Freitagabend hätte sich zunächst eine mittlere zweistellige Anzahl von Menschen in der Stadt versammelt. Sie seien auf die geltenden Beschränkungen hingewiesen worden. Gemäß der sächsischen Corona-Notfallverordnung sind derzeit nur Versammlungen mit höchstens zehn Menschen erlaubt - und nur an einem festen Ort. Dennoch seien einige gemeinsam losgelaufen. Die Beamten hätten sie gestoppt und die Teilnehmer umschlossen. Bereits am vergangenen Montag hatten sich vielerorts in Sachsen wiederholt Gegner der Corona-Politik bei nicht angemeldeten Demonstrationen versammelt. In Chemnitz und Freiberg etwa waren Hunderte von ihnen durch die Straßen gezogen. Danach war die Polizei für ihr Vorgehen kritisiert worden.

21:07 Uhr | Zehntausende Corona-Tote im Oktober in Russland

In Russland sind im Oktober nach offiziellen Angaben fast 75.000 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Das Statistikamt Rosstat teilte mit, in den meisten Fällen gelte das Virus als Haupttodesursache. Die Corona-Statistik der Regierung weist nach Angaben der Staatsagentur Tass dagegen nur halb so viele Todesfälle für den Monat aus. Die Diskrepanz wird nach Tass-Angaben damit erklärt, dass hierbei nur Fälle erfasst werden, bei denen Corona die Haupttodesursache gewesen sei und eine Bestätigung für eine Infektion schnell vorgelegen habe.

20:30 Uhr | Innenminister kündigen stärkere Corona-Kontrollen an

Nach der Ankündigung von schärferen Corona-Maßnahmen vor allem für Ungeimpfte sollen die Regeln stärker kontrolliert werden. Das haben die Innenminister von Bund und Ländern auf ihrer Tagung in Stuttgart verabredet. Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, der baden-württembergische Ressortchef Thomas Strobl, sagte, man brauche leider schärfere Regeln – und dann auch eine schärfere Überwachung.

Besorgt äußerten sich die Innenminister der Länder über eine Radikalisierung der Szene, die die Corona-Schutzmaßnahmen ablehnt. Sie fürchten, dass sich diese durch eine Verschärfung der Regeln und eine mögliche Corona-Impfpflicht verschärfen könnte.

Die Regierungschefs und -chefinnen von Bund und Ländern hatten sich darauf geeinigt, dass in Kultur- und Freizeiteinrichtungen sowie im Einzelhandel künftig nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt erhalten.

20:10 Uhr | 18 Klagen gegen sächsische Corona-Verordnung

Beim sächsischen Oberverwaltungsgericht sind bisher 18 Klagen gegen die neue Corona-Verordnung des Landes eingegangen. Das teilte das Gericht in Bautzen auf Anfrage des MDR mit. Erste Entscheidungen sollen im Laufe der nächsten Woche fallen. Nach Angaben des Gerichts gehören zu den Antragstellern der Eilverfahren ein Hotel, ein Weihnachtsmarkt-Betreiber und eine Fahrschule. Weitere Fälle beträfen ein Reise- und ein Veranstaltungsbüro. Alle forderten, die Notfallverordnung außer Kraft zu setzen. Der sächsische Hotel- und Gaststättenverband Dehoga unterstützt einen Hotelier aus dem Erzgebirge. Aus Sicht des Branchenverbandes sind Hotels nicht für den Anstieg der Infektionszahlen verantwortlich.

19:05 Uhr | Impfportal des DRK Sachsen nach Neustart überlastet

Auf dem heute freigeschalteten Impfportal des Roten Kreuzes Sachsens kommt es zu langen Wartezeiten. DRK-Sprecher Kai Kranich sagte dem MDR, es gebe eine große Nachfrage nach Corona-Boosterimpfungen. Durch die hohe Zahl an Zugriffen sei der Server aktuell überlastet. Zunächst seien rund 100.000 Termine freigeschaltet worden. In den kommenden Wochen würden weitere folgen. Das Angebot des DRK ist als Ergänzung zu den Impfterminen in Arztpraxen gedacht.

17:57 Uhr | Weitere Tote nach Corona-Infektion in Seniorenresidenz in Rudolstadt

In einer Seniorenresidenz in Rudolstadt sind elf weitere Heimbewohner an einer Covid-Infektion gestorben. Damit stieg die Zahl der Toten im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion nach Angaben des Landratsamtes auf 18. Das Amt widersprach Gerüchten, dass die Todesfälle im Zusammenhang mit einer Booster-Impfung gestanden hätten. Nur einer der 18 Gestorbenen sei dreimal geimpft gewesen. 14 der Verstorbenen seien nicht oder nicht vollständig geimpft gewesen.

17:35 Uhr | Geisterspiele oder halbleere Stadien beim Fußball

Die Bundesländer handhaben den gemeinsamen Beschluss, Großveranstaltungen stark einzuschränken, sehr unterschiedlich. Nach Sachsen verfügte Bayern ebenfalls Geisterspiele im Fußball und anderen Sportarten. In Baden-Württemberg sind ab dem Wochenende nur noch 750 Zuschauer bei Fußballspielen zugelassen. In Nordrhein-Westfalen dürfen Stadien noch zu einem Drittel gefüllt werden. Das betrifft morgen auch das Spitzenspiel der Fußball-Bundesliga Dortmund gegen Bayern München. Großzügiger ist die Regelung in Niedersachen, wo die Hälfte der Plätze besetzt werden darf. In Berlin sind ab dem Wochenende nur noch 5.000 Zuschauer pro Spiel erlaubt. Für die Partie von RB Leipzig am Abend bei Union Berlin gilt die Begrenzung noch nicht.

17:00 Uhr | Sächsischer Impfexperte: Risiko-Kinder profitieren von Impfung

Der Chef der Sächsischen Impfkommission, Thomas Grünewald, hat die Entscheidung des Gremiums verteidigt, Corona-Schutzimpfungen für Kinder von fünf bis elf Jahren zunächst nur eingeschränkt zu empfehlen.

Grünewald sagte MDR AKTUELL, die Empfehlung gelte vorerst aber nur für Risikogruppen. Dazu gehörten Kinder mit genetische Erkrankungen, Immunschwächen sowie schweren Herz- oder Lungenerkrankungen. Bei ihnen bestehe eine erhöhte Gefahr, schwer an Covid-19 zu erkranken. Für alle anderen jüngeren Kinder sei die Datenlage noch nicht ausreichend. Es sei noch unklar, ob sie wirklich einen Vorteil durch eine Corona-Impfung hätten.

Die Ständige Impfkommission arbeitet derzeit noch an einer deutschlandweiten Impfempfehlung für diese Altersgruppe. Ihr Chef, Thomas Mertens, hatte erklärt, er würde sein eigenes siebenjähriges Kind derzeit nicht gegen Covid-19 impfen lassen.

16:30 Uhr | Biontech-Chef hält neuen Impfstoff für nötig

Biontech-Chef Ugur Sahin geht davon aus, dass gegen die stark mutierte Omikron-Variante ein neuer Corona-Impfstoff benötigt wird. Sahin sagte, grundsätzlich werde ab einem bestimmten Zeitpunkt ein neues Vakzin benötigt. Die Frage sei, wie dringend das sei. Sahin betonte, Biontech könne seinen Impfstoff relativ schnell an die Herausforderung anpassen. Bei der Omikron-Variante wird vermutet, dass sie besonders ansteckend ist und auch Geimpfte und Genesene infiziert.

16:20 Uhr | Niedersachsen: Mit Booster bei 2G-plus-Regel kein Coronatest nötig

Wer in Niedersachsen eine Corona-Auffrischungsimpfung erhalten hat, braucht trotz der 2G-plus-Regel keinen aktuellen Coronatest mehr vorzulegen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums gilt die Regel ab Sonnabend. Man reagiere damit auf wissenschaftliche Erkenntnisse, nach denen die Gefahr einer Infektion und einer Übertragung des Coronavirus nach dem Erhalt der Auffrischungsimpfung ausgesprochen gering sei.

16:05 Uhr | Auch Sachsen-Anhalts Kliniken steuern auf Überlastung zu

Die vierte Corona-Welle bringt auch Sachsen-Anhalts Intensivstationen zusehends in Bedrängnis. Im Merseburger Klinikum rechnet der Chef der Intensivmedizin, Winkler, in Kürze mit akuten Engpässen. In zwei bis drei Wochen werde man über dem Limit sein. Er gehe davon aus, dass man dann auch keine Patienten mehr verlegen könne. Dann müsse man auswählen, wer die hochtechnische Medizin bekomme und wer nicht. In Thüringen und Sachsen sind die Kliniken bereits so überlastet, dass fast täglich schwer kranke Covid-Patienten in andere Bundesländer gebracht werden müssen.

15:30 Uhr | Dresdens OB fordert Lockdown vor Weihnachten in Sachsen

Der Dresdner Oberbürgermeister Dirk Hilbert fordert einen Lockdown vor Weihnachten in Sachsen und frühere Weihnachtsferien. Der FDP-Politiker sagte, er halte es für zwingend geboten, die Kontakte weiter zu beschränken. Bürgern und Wirtschaft sei mehr geholfen, wenn es einen klaren Fahrplan gebe und der Freistaat nicht häppchenweise in einen Lockdown schlittere. Auch die Landesregierung schließt härtere Maßnahmen nicht aus, will aber noch abwarten, wie die bisherigen Verschärfungen wirken. Sachsen ist bundesweit weiter das Bundesland mit der höchsten Sieben-Tage-Inzidenz. Laut Robert Koch-Institut ist sie aktuell auf 1.225 geklettert. Als zweites Bundesland hat Thüringen die 1.000er-Marke überschritten – mit einem Wert von 1.013. In Sachsen-Anhalt stieg die Inzidenz auf 757.

14:45 Uhr | Thüringen bereitet Impfen von Kindern vor

In Thüringen können ab 14. Dezember Kinder zwischen fünf und elf Jahren gegen Corona geimpft werden. Das Sozialministerium in Erfurt und die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen erklärten, bis Weihnachten würden dafür zunächst in vier Impfstellen in Erfurt, Gera, Leinefelde und Sömmerda Kapazitäten freigehalten. Vom 27. Dezember an solle das Angebot dann auf alle Impfstellen im Freistaat ausgeweitet werden. Erste Termine würden voraussichtlich ab kommendem Mittwoch im Impfportal des Landes freigeschaltet. Biontech will seinen Kinderimpfstoff am 13. Dezember an die EU-Staaten ausliefern.

14:07 Uhr | Viele infizierte Kleinkinder in Südafrika

Südafrika meldet nach dem Auftreten der Omikron-Variante verstärkte Krankenhaus-Einweisungen von Kleinkindern. Das Gesundheitsministerium und das Nationale Institut für übertragbare Krankheiten erklärten, es gebe eine Zunahme bei Krankenhauseinlieferungen von Kindern unter fünf Jahren. Im Großraum der Hauptstadt Pretoria stellten kleine Kinder bei den Hospitalisierungen inzwischen die größte Gruppe nach den über 60-Jährigen. Bei der Inzidenz sehe es genauso aus. Es sei aber noch zu früh, Schlüsse zu ziehen. In Südafrika war die Omikron-Variante im November weltweit erstmals nachgewiesen worden.

12:22 Uhr | Schweiz und Polen werden Hochrisikogebiete

Wegen hoher Infektionszahlen stuft die Bundesregierung ab Sonntag Polen und die Schweiz als Hochrisikogebiete ein. Das gab das Robert Koch-Institut am Freitag bekannt.

Wer aus einem Hochrisikogebiet einreist und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne und kann sich frühestens fünf Tage nach der Einreise mit einem negativen Test davon befreien.

12:32 Uhr | Wieler: Fallzahlen tatsächlich zwei bis drei Mal höher

Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, schätzt die Untererfassung der Corona-Neuinfektionen auf einen Faktor von zwei bis drei. Er verweist darauf, dass die Gesundheitsämter bei der Registrierung der Fälle nicht mehr hinterherkämen. Engpässe gebe es auch bei der Ausweitung der PCR-Tests in Laboren.

Übertragen auf die tagesaktuellen Infektionszahlen würde Wielers Einschätzung bedeuten, dass sich derzeit in Wahrheit täglich bis zu 220.000 Menschen in Deutschland anstecken.

Der RKI-Chef sagte am Freitag bei einer Presse-Konferenz außerdem, es sei viel zu früh um von einer Trendumkehr zu sprechen, weil einige Tage die Infektionszahlen stagnierten. Aktuell seien mehr als ein Prozent der Bevölkerung akut infiziert, 4.800 Covid-Patienten befänden sich auf der Intensivstation, auch die Todesfälle stiegen deutlich an. Die beschlossenen Eindämmungsmaßnahmen müssten nun schnell umgesetzt werden.

Wir haben keine Zeit zu verlieren, keinen einzigen Tag.

Lothar Wieler RKI-Präsident

11:57 Uhr | Fachleute sehen Bund-Länder-Beschlüsse kritisch

Fachleute sind sehr sekeptisch, ob die von Bund und Ländern beschlossenen Maßnahmen tatsächlich einen Wellenbrecher ergeben:

11:51 Uhr | "Wellenbrecher" ist Wort des Jahres

Das "Wort des Jahres 2021" ist "Wellenbrecher". Das gab die Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden bekannt. Der aus dem Küstenschutz bekannte Begriff werde für Maßnahmen zum Schutz vor der Corona-Pandemie benutzt. Die Jury hatte den Begriff aus mehr als 2.000 Vorschlägen ausgewählt.

11:06 Uhr | Extreme Inzidenzen in Mitteldeutschland

Die Corona-Inzidenzen in Mitteldeutschland steigen weiter. Für Sachsen meldete das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitag einen Wert von knapp 1.225. Gestern lag er bei 1.180. Fast alle Kreise und Städte haben Inzidenzen über der 1.000er-Schwelle, Mittelsachsen liegt sogar bei 2.062.

Thüringen hat als Bundesland die 1.000er-Marke überschritten und meldet heute eine Inzidenz von 1.013. In Sachsen-Anhalt stieg die Inzidenz nach leicht sinkenden Zahlen auf 757. Auch bundesweit steig die Inzidenz.

10:42 Uhr | Spahn: Neue Corona-Vorgaben umsetzen und kontrollieren

Der scheidende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat an die Bundesländer appelliert, die am Donnerstag vereinbarten strengeren Corona-Regeln konsequent anzuwenden. Die Entscheidung sei spät gekommen, immerhin sei sie jetzt aber getroffen, sagte Spahn in Berlin: "Jetzt geht es darum, die Vorgaben umzusetzen, zu kontrollieren und sie auch, so schwer es manch einem in seinem Alltag fällt, zu akzeptieren."

Spahn geht nach eigenen Worten davon aus, dass die Krankenhäuser ein schlimmes Weihnachten erleben. Die Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen werden die Zahl 5.000 deutlich übersteigen. Derzeit sind es rund 4.800. Die Lage auf den Intensivstationen werde "rund um Weihnachten ihren traurigen Höhepunkt erreichen", sagte Spahn.

09:14 Uhr | Impfstoffe behalten Zulassung

Die Covid-19-Impfstoffe in der Europäischen Union bleiben auch im kommenden Jahr zugelassen. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA erklärte MDR AKTUELL, die auf ein Jahr befristeten Zulassungen für die Vakzine von Biontech, Moderna, Astrazeneca und Johnson&Johnson verfielen nicht. Alle Hersteller hätten ihren Antrag auf Verlängerung eingereicht. Der Impfstoff von Moderna sei Anfang Oktober, die Vakzine von Biontech und von Astrazeneca seien Anfang November verlängert worden.

Die erneute Bewertung des Impfstoffs von Johnson&Johnson laufe noch. Dabei überprüfen Experten unter anderem, ob der Nutzen des Arzneimittels die Risiken weiterhin übersteigt. Martin Terhardt, Mitglied der Ständigen Impfkommission (Stiko) sagte, es sei eine Falsch-Behauptung von Impfskeptikern, dass die Impfstoffe bald nicht mehr gespritzt werden dürften.

8:25 Uhr | Inzidenz steigt wieder

Nach drei Tagen Rückgang ist die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland wieder leicht gestiegen. Das Robert Koch-Institut gab den Wert am Morgen mit 442 an. Gestern hatte er bei 439 gelegen. Binnen eines Tages meldeten die Gesundheitsämter 74.352 Corona-Neuinfektionen, das sind rund 2.000 weniger als vor einer Woche. 390 Menschen starben an oder mit dem Coronavirus.

7:56 Uhr | Kommentar: Politik wieder zu spät

Die Corona-Beschlüsse von Bund und Ländern kommen nach Meinung unseres Hauptstadtkorrespondenten Tim Herden zu spät. Bereits Anfang Oktober hätte die Landesregierungen auf die schnell steigenden Infektionszahlen reagieren müssen, schreibt Herden in einem Kommentar: "Es wäre für die betroffenen Landesregierungen einfach gewesen, mit Kontaktbeschränkungen die Infektionsgefahr einzudämmen, mit der Reaktivierung der Impfzentren die Impfquote zu erhöhen. Passiert ist nichts. Aus Zögerlichkeit. Aus Angst vor Protesten. Das ist für mich politische Schwäche."

Den kompletten Kommentar lesen Sie hier:

7:44 Uhr | Polizeigewerkschaft rechnet mit mehr Aggression

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) befürchtet durch die neuen Corona-Eindämmungsmaßnahmen eine Zunahme der Aggressivität. GdP-Vorsitzender Oliver Malchow sagte, aggressives Verhalten kenne man schon aus der dritten Welle, nicht nur gegenüber der Polizei. Nach den Beschlüssen der Ministerpräsidentenkonferenz vom Donnerstag würden Ungeimpfte von vielen Bereichen des öffentlichen Lebens ausgeschlossen. Das würde sie zusätzlich aggressiv machen.

7:32 Uhr | Covid-Patienten belasten Kliniken

In Mitteldeutschland sind extrem viele Betten auf Intensivstationen mit Covid-19-Patientinnen und Patienten belegt. In Sachsen-Anhalt liegt der Anteil bei mehr als 20 Prozent der Intensivbetten, in Thüringen bei 32 Prozent und in Sachsen sogar sind es sogar mehr als 40 Prozent.

Ich persönlich schätze, dass es noch zwei, drei Wochen dauert, und dann sind wir richtig über dem Limit.

Matthias Winkler Leiter der Intensivstation in Merseburg

Nach Einschätzung des Leiters der Intensivstation in Merseburg, Chefarzt Matthias Winkler, wird an einer Triage in einigen Wochen kein Weg mehr vorbeiführen: "Es ist nur noch eine Frage der Zeit. Ich persönlich schätze, dass es noch zwei, drei Wochen dauert, und dann sind wir richtig über dem Limit und können dann auch nicht mehr verlegen." Dann werde ausgewählt: "Wer kriegt hochtechnische Medizin – und wer kriegt die nicht."

MDR Exakt berichtet von den Intensivstationen in Mitteldeutschland:

Patient auf ITS 9 min
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7:00 Uhr | RKI will PCR-Tests priorisieren

Das Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt aus Kapazitätsgründen einen zurückhaltenderen Einsatz von PCR-Tests. "In einigen Regionen befinden sich Labore an den Grenzen ihrer Auslastung. Daher ist eine Priorisierung des Einsatzes von PCR-Tests gemäß der Nationalen Teststrategie aktuell geboten", schreibt das RKI in seinem Wochenbericht von Donnerstagabend. So sollten die Testungen "unter dem Aspekt der regional verfügbaren PCR-Kapazitäten entsprechend kritisch geprüft werden".

PCR-Tests, die für einen sicheren Nachweis einer Infektion notwendig sind, sollten beispielsweise nur noch begrenzt dafür eingesetzt werden, die Quarantäne- und Isolationszeit bei Kontaktpersonen und Infizierten zu verkürzen. Dafür sollten besser "hochwertige Antigenschnelltests" eingesetzt werden. Solche Schnelltests können vor Ort ausgewertet werden und brauchen kein Labor.

6:50 Uhr | Kretschmer erwägt weitere Maßnahmen

Sachsens Ministerpräsident Kretschmer schließt nicht aus, dass es im Freistaat noch härtere Einschnitte geben könnte. Nach den Beratungen von Bund und Ländern sagte Kretschmer am Donnerstagabend im ZDF, wenn man in der kommenden Woche nicht eine deutliche Beruhigung bei den Infektionszahlen sehe, dann müsse man nacharbeiten. Das schließe Kontaktbeschränkungen für Geimpfte ein.

6:45 Uhr | Ärzte unzufrieden mit Bund-Länder-Beschlüssen

Ärzte-Vertreter halten die Beschlüsse der Bund-Länder-Runde für unzureichend. Der Präsident der Intensivmediziner, Gernot Marx, forderte verschärfte Kontaktbeschränkungen für alle – auch für Geimpfte.

Bundesärztekammer-Präsident Klaus Reinhardt sagte, um das Gesundheitswesen vor Überlastung zu schützen, sollte auch für Geimpfte und Genesene bundesweit verpflichtend in Restaurants, bei Sport- oder Kulturveranstaltungen 2G+ gelten. Dann müssten sie also zusätzlich Tests vorlegen.

06:00 Uhr | Der Ticker am Freitag, 3. Dezember 2021

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 03. Dezember 2021 | 06:00 Uhr

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