Coronavirus-Pandemie Ticker vom Freitag: Spahn - Ausnahmezustand sollte beendet werden

Bundesgesundheitsminister Spahn hält daran fest, die Corona-Notlage im November auslaufen zu lassen. Sachsens Regierungschef Kretschmer fordert dagegen einheitliche Corona-Regeln. AfD-Fraktionschef Chrupalla ist positiv getestet. Die aktuellen Entwicklungen zur Pandemie in unserem Coronavirus-Ticker.

Jens Spahn nimmt neben Lothar Wieler und Thomas Mertens an einer Pressekonferenz teil.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (rechts) hier neben RKI-Chef Lothar Wieler Bildrechte: dpa

21:45 Uhr | Spahn für Auslaufen der Corona-Notlage

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hält an seiner Idee fest, die sogenannte Corona-Notlage am 25. November auslaufen zu lassen. Der CDU-Minister sagte dem Deutschlandfunk, dass es darum gehe, nach 19 Monaten einen Ausnahmezustand zu beenden. Zugleich betonte er, dass das Ende der epidemischen Lage, nicht das Ende aller Maßnahmen bedeute. Man brauche weiterhin einen Zustand besonderer Vorsicht sowie 3G-Regelungen im Innenraum oder die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen. Dies könne aber auch ohne den Ausnahmezustand der sogenannten epidemischen Lage geregelt werden. Dafür müsse entweder die bundesgesetzliche Regelungskompetenz geändert werden oder die Landtage müssten entsprechende Befugnisse auf Landesebene beschließen, sagte Spahn. Die Regierungschef der Länder hatten sich dagegen bei ihrem Treffen in Königswinter für weitere bundesweit einheitliche Regelungen ausgesprochen, auch angesichts steigender Infektionszahlen. Die sogenannte Corona-Notlage ermöglicht es Bundesregierung und Landesregierungen, ohne Zustimmung von Parlamenten, Corona-Maßnahmen anzuordnen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU, r) sucht neben Jens Spahn (CDU, M), Bundesminister für Gesundheit, und Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch Instituts (RKI), den auf dem Boden markierten Platz für das Gruppenbild vor dem Eingang des RKI.
Bundeskanzlerin Merkel (rechts), neben Gesundheitsminister Jens Spahn und dem Präsidenten des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler. Bildrechte: dpa

21:25 Uhr | Iran: Wieder Gebete in Uni von Teheran erlaubt

Rund 20 Monate nach Ausbruch der Corona-Pandemie im Iran hat das Land seinen Gläubigen erstmals wieder die Teilnahme an den Freitagsgebeten in der Universität von Teheran erlaubt. Hunderte Menschen strömten am Freitag zu dem größten Gottesdienst der Hauptstadt. Dabei trugen sie Mund-Nase-Bedeckungen und hielten Abstand zueinander, wie ein AFP-Reporter berichtete. Vor Beginn der Pandemie hatten regelmäßig tausende Menschen an den Freitagsgebeten in der Teheraner Universität teilgenommen, die in einer großen Halle abgehalten werden. Der Iran gilt als das am stärksten von der Corona-Krise betroffene Land im Nahen Osten.

19:21 Uhr | Rumänien reagiert auf verschärfte Corona-Notlage

Rumänien verschärft angesichts einer Corona-Notlage seine Vorsichtsmaßnahmen für die nächsten 30 Tage. Ab Montag gilt landesweit eine Maskenpflicht in geschlossenen öffentlichen Räumen wie auch im Freien. Die Regierung beschloss am Freitag weiterhin, dass Schulen, Kindergärten und Kinderkrippen zwei Wochen lang geschlossen werden. Zugang zu allen Geschäften, Gaststätten, Kultureinrichtungen, Ämtern und Banken haben nur noch Geimpfte, Genesene oder Getestete. Nur Lebensmittelläden, Apotheken und Kirchen sollen keine Kontrollen vornehmen. In der Nacht gilt von 22 bis 5 Uhr für ungeimpfte Personen. Rumänien hat derzeit die weltweit höchste Covid-19-Todesrate und eine der höchsten Inzidenzzahlen in der EU. Das Gesundheitssystem steht am Rande eines kompletten Zusammenbruches.

19:07 Uhr | Biontech: Impfstoff bei Kindern zu 91 Prozent wirksam

Der Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer hat nach Konzernangaben bei Kindern eine hohe Wirksamkeit. Das Unternehmen Pfizer übermittelte der US-Arzneimittelbehörde FDA Daten, wonach der Schutz vor einer Erkrankung bei Fünf- bis Elfjährigen bei knapp 91 Prozent liegt. Ein schwerer Krankheitsverlauf sei bei den 2.250 Studienteilnehmern nicht registriert worden. Biontech und Pfizer haben auch in der EU eine Zulassung ihres Corona-Impfstoffes für Fünf- bis Elfjährige beantragt.

Ein Mädchen bekommt eine Corona-Impfung
Ein Mädchen bekommt eine Corona-Impfung. Bildrechte: imago images/Sven Simon

17:41 Uhr | Deutsche Kurorte erwarten höhere Nachfrage

Die deutschen Kurorte stellen sich auf eine steigende Nachfrage ein. Die Präsidentin des Heilbäder-Verbandes, Brigitte Goertz-Meissner, sagte in Göhren auf Rügen, Grund dafür sei eine Gesetzesänderung. Bisher habe es im Ermessen der Krankenkassen gelegen, ob sie eine vom Arzt verschriebene ambulante Kur gewährten. Nun handle es sich um eine Pflichtleistung. Sie erwarte, das künftig nicht nur Selbstzahler diese Leistungen nutzten, sondern auch Menschen mit geringerem Einkommen. Laut Goertz-Meissner sorgen zudem Long-Covid-Patienten für eine höhere Nachfrage in den Kurorten und Heilbädern.

16:37 Uhr | Kretschmer für einheitliche Corona-Regeln

Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer teilt die Forderung der Ministerpräsidenten-Konferenz nach bundesweit einheitlichen Regeln im Kampf gegen Corona. Der CDU-Politiker sagte MDR AKTUELL, falls die pandemische Lage von nationaler Tragweite Ende November auslaufe, brauche man einen gesetzlichen Rahmen. Die Länder müssten weiterhin Kontakteinschränkungen, Maskenpflicht oder 3G-Regeln anweisen können, wenn eine Überlastung der Krankenhäuser drohe. Ohne diese Schutz-Instrumente werde die Situation außer Kontrolle geraten. Kretschmer lehnte es zugleich ab, die Corona-Auflagen in Sachsen wieder zu verschärfen. Die aktuellen Inzidenz-Zahlen seien zwar besorgniserregend. Wenn alle die minimalen Schutzanforderungen wie 3G-Regeln einhielten, könne man aber durch diese schwere Zeit kommen. Die Minister der Länder waren in den vergangenen beiden Tagen in Königswinter zu Beratungen zusammengekommen, wie sie weiter mit der Pandemie verfahren sollen. Am 25. November läuft die sogenannte Corona-Notlage aus. Sie ermöglicht es Bundesregierung und Landesregierungen, ohne Zustimmung von Parlamenten, Corona-Maßnahmen anzuordnen.

16:21 Uhr | AfD-Fraktionschef Chrupalla in Quarantäne

Der AfD-Fraktionsvorsitzende Tino Chrupalla hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Wie die Fraktion am Freitag mitteilte, wurde er positiv auf Covid-19 getestet und befindet sich derzeit in häuslicher Quarantäne. Wenn am kommenden Dienstag der neue Bundestag zu seiner konstituierenden Sitzung zusammenkommt, wird der Bundestagsabgeordnete nicht dabei sein. Chrupalla, der mit Co-Fraktionschefin Alice Weidel das AfD-Spitzenduo im Bundestagswahlkampf bildete, war in den vergangenen Monaten der Frage, ob er geimpft sei, stets ausgewichen. Mehrfach hatten beide kritisiert, dass auf Nicht-Geimpfte Druck ausgeübt werde. Chrupalla hatte bei der Bundestagswahl Ende September in seinem Wahlkreis Görlitz das Direktmandat für die AfD geholt.

15:42 Uhr | Vorbereitungen für Weihnachtsmärkte in Sachsen laufen

Nach den geltenden sächsischen Corona-Schutzverordnungen sind Weihnachtsmärkte erlaubt. Wir waren vor Ort in Annaberg-Buchholz, um zu erfahren, wie der Markt dort organisiert werden soll. Geplant ist, dass er Ende November öffnet. Die Gesundheitsämter in Sachsen können bei Weihnachtsmärkten bis zum Erreichen der sogenannten Vorwarnstufe Ausnahmen von der Kontakterfassung, der 3G-Regelung und der Maskenpflicht erlassen.

13:05 Uhr | Ministerpräsidenten fordern weiter einheitliche Corona-Regeln

Die Ministerpräsidentenkonferenz der Länder hat vom Bund weiterhin bundeseinheitliche Regeln für die Bekämpfung der Corona-Pandemie gefordert. Diese müssten vom Bundestag bis zum 25. November geschaffen werden, sagte der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, Nordrhein-Westfalens Regierungschef Armin Laschet, am Freitag nach Beratungen in Königswinter bei Bonn. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte zuletzt erklärt, nach seiner Ansicht sollte die derzeit geltende epidemische Notlage von nationaler Tragweite Ende November auslaufen.

12:59 Uhr | Thüringer Impfstellen schließen zum Jahresende

In Thüringen werden zum Jahresende alle Impfstellen geschlossen. Wie die Kassenärztliche Vereinigung mitteilte, gibt es das flächendeckende Angebot noch bis zum 23. Dezember. Danach übernähmen die Hausärzte die Corona-Impfungen komplett. Eine Ausnahme gebe es noch für das erste Quartal, denn mobile Impfteams würden dann noch in Pflegeeinrichtungen die Auffrischungsimpfungen absichern. Aktuell gibt es noch 29 Impfstellen in Thüringen. Im Freistaat sind 60 Prozent der Einwohner und Einwohnerinnen vollständig gegen das Coronavirus geimpft.

12:53 Uhr | Kroatien und Bulgarien werden Hochrisikogebiete

Mit Kroatien und Bulgarien stuft die Bundesregierung ab Sonntag zwei weitere EU-Länder als Corona-Hochrisikogebiete ein. Das teilte das Robert Koch-Institut mit. Wer nicht vollständig geimpft oder genesen ist und aus einem Hochrisikogebiet einreist, muss für zehn Tage in Quarantäne und kann sich erst nach fünf Tagen mit einem negativen Test davon befreien. Bisher sind Rumänien, Litauen und Slowenien die einzigen Mitgliedstaaten der Europäischen Union, für die das gilt. Weltweit stehen etwa70 Länder ganz oder teilweise auf der Risikoliste des RKI. Neben Kroatien und Bulgarien kommen am Sonntag auch Kamerun, Singapur und die Republik Kongo hinzu. Gestrichen werden Kenia, Kosovo, Irak und Honduras.

12:13 Uhr | Großteil der Thüringer Landkreise in Corona-Warnstufe 2

Wegen steigener Corona-Infektionszahlen gilt jetzt für die meisten Landkreise in Thüringen Warnstufe 2. Zuletzt waren gleich zwölf Städte und Kreise dazugekommen, darunter Erfurt, Jena und Weimar. Noch unterhalb der Schwellenwerte bewegen sich lediglich die Kreise Sömmerda, Saalfeld-Rudolstadt und Nordhausen sowie die Stadt Suhl. Der Kyffhäuserkreis wechselte vor knapp einer Woche bereits in die Warnstufe 3. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in Thüringen aktuell bei 193. Das ist mit Abstand der höchste Wert bundesweit. In intensivmedizinischer Behandlung befinden sich derzeit 46 Covid-19-Patienten. Die Hospitalisierungsrate liegt bei 7.

Grafik zum Corona-Warnsystem in Thüringen ab 24. August
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

11:34 Uhr | 66 Prozent der Deutschen vollständig geimpft

In Deutschland sind bis einschließlich Donnerstag nach Angaben der Bundesregierung 69 Prozent der Gesamtbevölkerung mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft worden. 66 Prozent haben jetzt einen vollständigen Impfschutz. Sachsen ist weiterhin das Schlusslicht bei der Impfquote. Dort haben nur 56 Prozent der Erwachsenen einen vollständigen Impfschutz. Auch Sachsen-Anhalt und Thüringen liegen weiter unter dem Bundesdurchschnitt. Das Robert Koch-Institut hatte aber darauf verwiesen, dass die Impfquote um einige Prozentpunkte höher liegen dürfte, weil etwa nicht alle Betriebsärzte ihre Impfungen gemeldet hätten.

11:22 Uhr | Freiburg: Corona-Ausbruch an Schule nach Zirkusaufführungen

Nach Zirkusaufführungen an einer Schule in Freiburg im Breisgau ist es zu einem Corona-Ausbruch gekommen. Für einen großen Teil der Schülerinnen und Schüler gilt nun Fernlernunterricht. Bis Donnerstag wurden nach Angaben des Landratsamts Breisgau-Hochschwarzwald 44 Fälle registriert: 30 Schülerinnen und Schüler, eine Lehrkraft und 13 Folgefälle in Familien und bei Besuchern. Schwere Verläufe seien bislang nicht bekannt.

Der Ausbruch wird auf mehrere Zirkusaufführungen zurückgeführt, die zwischen dem 8. und 10. Oktober in der Schule veranstaltet wurden. Nach Angaben der Behörde fanden die Veranstaltungen mit einem 3G-Konzept statt. Sie geht daher von einer Aerosolbildung während der Veranstaltungen aus. Insgesamt könnten 1.500 Zuschauer betroffen sein.

11:13 Uhr | IfW: Hohe Kosten für Behandlung Ungeimpfter erwartet

Für die stationäre Behandlung ungeimpfter Corona-Patienten erwarten Wissenschaftler des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in diesem Winter stark steigende Kosten. Diese wären bei einer höheren Impfquote vermeidbar, erklärte das Institut. Im Winter drohen den Berechnungen zufolge Ausgaben von rund 180 Millionen Euro pro Woche für die Krankenhausbehandlung von Menschen mit einer Covid-19-Erkrankung. Seit August liege der Anteil ungeimpfter Personen an den stationären Corona-Behandlungen bei durchschnittlich fast 85 Prozent.

Die Behandlungskosten pro Patient betragen nach Angaben der AOK durchschnittlich 10.200 Euro. Damit ergeben sich nach der Berechnung der Kieler Wissenschaftler für die Monate August und September 2021 Ausgaben von mehr als 160 Millionen Euro für die stationäre Behandlung von ungeimpften und an Corona erkrankten Erwachsenen.

09:11 Uhr | RKI: Inzidenz so hoch wie zuletzt im Mai

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist sprunghaft gestiegen. Das Robert Koch-Institut gab den Wert am Morgen mit 95 an. Das ist der höchste Wert seit Mitte Mai. Gestern waren es noch 86 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche. Die Gesundheitsämter meldeten binnen eines Tages rund 19.600 neue Fälle. Vor einer Woche waren es gut 8.000 weniger. Zudem wurden 116 neue Todesfälle verzeichnet. Die Zahl der Covid-Patienten auf den Intensivstationen steigt weiter. In Mitteldeutschland wurde sie am Morgen mit 193 angegeben. Das sind drei Mal so viele wie vor vier Wochen.

Nach den aktuellen Zahlen des Risklayer-Datenprojekts liegt die bundesweite Inzidenz bei 96. Die höchsten Werte weisen demnach Thüringen mit 190 und Sachsen mit 157 auf, Bayern folgt mit 152. Sachsen-Anhalt liegt bei 91.

08:05 Uhr | Neuseeland: Lockdown-Ende erst mit Impfquote von 90 Prozent

Neuseeland will die aktuellen Corona-Beschränkungen erst lockern, wenn 90 Prozent der Bevölkerung geimpft sind. Das sieht ein neuer Fahrplan der Regierung vor, den sie angesichts der schnellen Ausbreitung der Delta-Variante beschlossen hat. Nach Erreichen des Impfziels soll ein Ampelsystem eingeführt werden, das sich nach der Zahl der Fälle und der Belastung des Gesundheitssystems richtet. Ministerpräsidentin Jacinda Ardern sagte, sie sei anfangs dagegen gewesen, ein Impfziel zu setzen. Niemand solle zurückgelassen werden: "Die Delta-Variante hat es uns sehr schwer gemacht, unsere Strategie des Ausmerzens beizubehalten."

Bis Freitag waren etwa 68 Prozent der erwachsenen Bevölkerung vollständig geimpft. Insgesamt hat das Land mit seinen fünf Millionen Einwohnern bislang rund 5.000 Infektionen verzeichnet und 28 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben. Neuseeland hatte lange eine sogenannte Null-Covid-Strategie verfolgt. Ardern hat aber zuletzt bereits eingestanden, dass diese mit der Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante kaum noch realisierbar sei.

07:44 Uhr | EU will Desinformationen über die Impfung stärker bekämpfen

Angesichts der teils dramatischen Corona-Lage in einigen EU-Staaten will die EU mehr gegen Impf-Skepsis tun. Insbesondere Desinformationen in sozialen Netzwerken müssten bekämpft werden, hieß es beim EU-Gipfel in Brüssel. Zwar hätten die Impfkampagnen in Europa erheblichen Fortschritt gebracht, doch bleibe die Lage in einigen Ländern sehr ernst. In Rumänien etwa lag die 14-Tage-Inzidenz nach Angaben der EU-Gesundheitsbehörde ECDC zuletzt fast bei 1.000 – nur gut ein Drittel der Rumänen ist vollständig geimpft.

In der Gipfel-Erklärung dringen die Staats- und Regierungschefs zudem darauf, Einreisen in die EU sowie das Reisen innerhalb der Staatengemeinschaft weiter zu koordinieren. Auch die Vorbereitung auf künftige Krisen dieser Art müsse vorangetrieben werden. Zudem sollten Hürden bei der globalen Versorgung mit Impfstoff beseitigt werden. Dazu solle sich die EU-Kommission direkt mit den Herstellern auseinandersetzen. So könnten die EU-Staaten die Lieferungen an die bedürftigsten Länder beschleunigen.

07:18 Uhr | Studie: Keine Übersterblichkeit trotz vieler Corona-Toter

Die Corona-Pandemie hat 2020 in Deutschland zu keiner Übersterblichkeit geführt. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung an der Uni Duisburg-Essen. Ein Forschungsteam hatte die Sterbedaten aus Deutschland, Spanien und Schweden ausgewertet. Demnach betrug die Übersterblichkeit in Schweden drei Prozent, in Spanien sogar 15 Prozent.

Auch in Deutschland seien 2020 mehr Menschen gestorben als im Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019, heißt es in der Studie. Jedoch seien es nicht mehr gewesen, als ohne die Pandemie zu erwarten gewesen wären. Die Studienmacher verweisen hier auf die Alterung der Gesellschaft. Die Zahl der Über-80-Jährigen habe sich seit 2016 um eine Million erhöht. Allein deshalb müsse mit einer höheren Sterblichkeit gerechnet werden.

Dass es statistisch gesehen hierzulande keine Übersterblichkeit gegeben habe, kann der Studie zufolge mehrere Gründe haben: So habe es in den beiden Wintersaisons 2019/20 und 2020/21 kaum Influenza-Tote gegeben. Auch die Zahl der Verkehrstoten und die Zahl der mit Herzinsuffizienz ins Krankenhaus eingelieferten Patienten sei im ersten Lockdown deutlich zurückgegangen. All das wirke sich trotz vieler Covid-19-Opfer positiv auf die Gesamtsterblichkeit aus, erklärten die Autoren der Studie.

06:32 Uhr | Selbsttests online machen statt im Testzentrum?

Einige Unternehmen bieten derzeit sogenannte Online-Selbsttests an. Dabei wird der Selbsttest, den man zu Hause macht, per Smartphone oder Laptop als Video festgehalten. Zudem schaut eine geschulte Person dabei zu und kontrolliert, ob alles in Ordnung und der Test negativ war. Danach senden sie dann das Testzertifikat zu. Doch das wird nicht überall anerkannt: So kann man damit aus manchen Ländern nach Deutschland einreisen, aber hierzulande nicht ins Kino gelassen werden.

06:22 Uhr | Bürgerämter bleiben im "Corona-Modus"

In vielen Bürgerämtern sind wegen der Corona-Pandemie Besuche vorerst weiter nur mit Termin möglich. Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, sagte MDR AKTUELL, es gelte immer noch die epidemische Notlage. Bei viel Publikumsverkehr sei das Risiko einer Ansteckung nach wie vor hoch. Allerdings müsse es für dringende Fälle extra Termine geben.

In vielen Bürgerämtern ist während der Pandemie ein Rückstau entstanden. In Dresden und Magdeburg etwa muss man derzeit bis zu acht Wochen auf einen Termin warten. Die Stadt Magdeburg will das Problem mit mehr Personal und längeren Öffnungszeiten lösen.

06:00 Uhr | Der Ticker am Freitag, 22. Oktober 2021

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR AKTUELL RADIO | 22. Oktober 2021 | 19:00 Uhr

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