Coronavirus-Pandemie Ticker vom Mittwoch: 2G erhöht laut Studie Impfbereitschaft

2G-Regeln führen einer Studie zufolge zu mehr Erstimpfungen. Labortests deuten darauf hin, dass Impfungen gegen die Omikron-Variante schlechter schützen. 527 Menschen starben am Dienstag an oder mit dem Virus. Aktuelle Entwicklungen zur Pandemie in unserem Ticker.

Ein Aufkleber vor einem Geschäft in der Europapassage weist auf die 2G-Regel hin.
2G-Regeln wirken sich offenbar positiv auf die Impfbereitschaft aus – darauf deutet zumindest eine erste Studie mit regionalem Fokus auf Süddeutschland und Österreich hin. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Mittwoch, 8. Dezember 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus finden Sie hier.

22:38 Uhr | Einblicke ins Krisenmanagement in Leipziger Notaufnahme

Viele Patientinnen und Patienten kommen mit Corona-Symptomen in die Kliniken – aber auch ganz andere Notfälle, die ebenso infiziert sein könnten. Wie gehen die Kliniken damit um? MDR AKTUELL hat die Arbeit einer Notaufnahme in Leipzig begleitet.

22:05 Uhr | Schule unter Corona-Bedingungen

Die vierte Corona-Welle trifft auch wieder die Kinder. Wie Lehrkräfte und Erzieher versuchen, den Betrieb auch unter harten Pandemiebedingungen am Laufen zu halten, sehen Sie im Bericht von Exakt:

Kinder sitzen mit Masken im Unterricht 8 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

21:46 Uhr | US-Behörde lässt Corona-Medikament zu

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat dem Corona-Medikament Evusheld des britisch-schwedischen Unternehmens AstraZeneca eine Notfallzulassung erteilt. Das hat die FDA bekanntgegeben. Der Antikörper-Cocktail soll bei Menschen mit erhöhtem Corona-Risiko einen schweren Verlauf verhindern.

21:41 Uhr | Mehr als 200 Millionen Menschen vollständig geimpft

In den USA sind bislang mehr als 200 Millionen Menschen vollständig geimpft. Das teilt die Seuchenbehörde CDC mit. Insgesamt seien über 475 Millionen Impfdosen verabreicht worden. Mehr als 237 Millionen Menschen seien mindestens einmal geimpft worden. Eine Auffrischungsimpfung haben rund 49 Millionen Personen erhalten. In den USA leben rund 328 Millionen Menschen.

21:15 Uhr | Kretschmer: Mit allen juristischen Mitteln gegen Drohungen vorgehen

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer will sich von Drohungen nicht einschüchtern lassen. Er sagte in Dresden, man müsse mit allen juristischen Mitteln gegen solch eine Entgrenzung vorgehen. Menschen mit öffentlichen Ämtern sollten keine Angst haben müssen, ihre Meinung zu sagen und ihre Arbeit zu machen. Das gelte genauso für Berufsgruppen wie Journalisten, betonte Kretschmer. Das Landeskriminalamt hatte zuvor mitgeteilt, dass es gegen Mitglieder einer Dresdner Telegram-Gruppe ermittelt, die Mordpläne gegen Kretschmer besprochen haben sollen. Den Fall übernahm das Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum PTAZ.

20:51 Uhr | Dänemark führt wieder strengere Maßnahmen ein

Wegen erneut steigender Corona-Zahlen und im Kampf gegen die Omikron-Variante führt Dänemark wieder Beschränkungen ein. So sollen die Schulkinder bereits am 15. Dezember in die Weihnachtsferien geschickt werden, sagt Ministerpräsidentin Mette Frederiksen. Nachtclubs müssten ab Freitag schließen. Außerdem sollten Mitarbeiter wieder vermehrt von zu Hause aus arbeiten.

In Dänemark waren im September sämtliche Corona-Beschränkungen aufgehoben worden. Seitdem sind die Infektionszahlen rapide gestiegen. Zuletzt wurden pro Tag mehr als 6.000 Neuinfektionen registriert.

20:40 Uhr | Scholz verteidigt Pläne für Impfpflicht ab 2022

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat Pläne für eine Impfpflicht ab dem kommenden Jahr verteidigt. Anders als auch von ihm erwartet hätten sich nicht genügend Bürgerinnen und Bürger impfen lassen, sagte Scholz in der ARD-Sendung "Farbe bekennen" am Mittwochabend. Dadurch sei das Corona-Infektionsgeschehen wieder "größer und schlimmer" geworden. Er glaube deshalb, dass eine Impfpflicht "für Februar/März als Perspektive" nötig sei. Dies gebe allen genug Zeit, sich darauf einzurichten.

20:28 Uhr | Hunderte Teilnehmer bei unangemeldetem Protest in Saalfeld

An einem unangemeldeten Corona-Protest in Saalfeld haben sich am Mittwoch mehrere Hundert Menschen beteiligt. Nach Angaben der Polizei waren etwa 300 bis 400 Menschen vor Ort. Zuvor war in sozialen Medien dazu aufgerufen worden. Schon vergangenen Mittwoch hatten sich in Saalfeld etwa 300 Menschen an einem Protest beteiligt.

Der Landkreis Saalfeld-Rudolstadt ist in Thüringen eine der Regionen mit den höchsten Infektionszahlen. Die Sieben-Tage-Inzidenz laut Robert Koch-Institut lag zuletzt bei 1868. Zuletzt hatte es in Rudolstadt einen Corona-Ausbruch mit 28 Toten in einem Pflegeheim gegeben, der bundesweit für Entsetzen sorgte.

20:10 Uhr | Hohe Nachfrage nach Impfterminen in Sachsen

Das Impfen ist in Sachsen neu organisiert worden. Dazu gehört, dass Impfpunkte und -zentren nur noch mit Termin aufgesucht werden können. Doch die sind schon Wochen im Voraus ausgebucht. Kai Kranich vom Deutschen Roten Kreuz im Interview mit dem MDR Sachsenspiegel:

19:53 Uhr | Johnson kündigt neue Maßnahmen für England an

Der britische Premierminister Boris Johnson kündigt angesichts der schnellen Ausbreitung von Omikron für England neue Maßnahmen an. Unter anderem werde ab Freitag als Teil des sogenannten "Plan B" die Maskenpflicht ausgeweitet, kündigt er an. Ab Montag sollten Arbeitnehmer dann möglichst von zu Hause aus arbeiten. Johnson verweist auf die "unerbittliche Logik des exponentiellen Wachstums" im Zusammenhang mit besorgniserregenden Hinweisen auf eine Verdopplung der Omikron-Fallzahlen innerhalb von zwei bis drei Tagen. Man dürfe nicht annehmen, dass Omikron weniger schwere Folgen habe als frühere Varianten.

19:20 Uhr | Südafrika verzeichnet Rekord an Neuinfektionen

Südafrika verzeichnet fast 20.000 Neuinfektionen, die höchste Zahl seit dem Auftreten von Omikron. Wie viele dieser Fälle auf die neue Variante zurückzuführen sind, ist unklar, da nur ein Bruchteil der Virusproben sequenziert wird. Das Nationale Seucheninstitut NICD meldet zudem 36 weitere Todesfälle.

18:10 Uhr | WHO-Chef: Omikron könnte großen Einfluss auf weiteren Pandemie-Verlauf haben

Die neue Coronavirus-Variante Omikron hat sich laut der Weltgesundheitsorganisation bereits in 57 Ländern ausgebreitet. Omikron werde sich weiter verbreiten und könnte einen großen Einfluss auf den gesamten Verlauf der Corona-Pandemie nehmen, warnte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus. Daten aus Südafrika legten nahe, dass es ein erhöhtes Risiko für eine Wiederinfektion mit Omikron gebe. Zudem sprach Tedros von einigen Belegen, dass eine Ansteckung mit Omikron eine mildere Covid-Erkrankung auslösen könne als die Delta-Variante.

Allerdings sei es für abschließende Aussagen noch zu früh. Wissenschaftler müssten weitere Erkenntnisse über Omikron sammeln und auswerten. Die Länder müssten die Ausbreitung von Omikron stärker überwachen und mehr testen.

18:05 Uhr | Kriminalpsychologe für härtere Gangart gegen Querdenker

Der Politikpsychologe Thomas Kliche hält den "weichen Kurs" gegen Gegner der Corona-Maßnahmen für gescheitert, ja sogar gefährlich. Die Gesundheitsrechte der Mehrheit müssten energischer verteidigt werden. Hören Sie das ganze Interview:

17:47 Uhr | Johnson-Beraterin tritt wegen Witzen über Corona-Maßnahmen zurück

Eine Beraterin des britischen Premierministers Boris Johnson tritt nach Scherzen über eine mutmaßliche Weihnachtsparty in seinem Amtssitz 2020 zurück. "Meine Bemerkungen schienen die Regeln zu verharmlosen, Regeln, die die Menschen versucht hatten, mit allen Mitteln einzuhalten", sagt Allegra Stratton. Der Sender ITV hat ein Video veröffentlicht, in dem Stratton nach Berichten über eine Feier in der Downing Street Witze reißt und lacht. Zum Zeitpunkt der Aufnahme im Dezember 2020 befand sich das Land im Lockdown. Die Zeitung "Mirror" hat von mehreren Feiern berichtet. Johnson entschuldigte sich nach der Veröffentlichung des Stratton-Videos, erklärte jedoch, es seien keine Regeln verletzt worden.

17:38 Uhr | Urteil: Arbeitsweg im Homeoffice ist versichert

Stürzt eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer auf dem Weg vom Schlafzimmer in den heimischen Arbeitsbereich, besteht Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung. Das hat das Bundessozialgericht in Kassel entschieden. Bisher galt der Versicherungsschutz erst beim Betreten des Arbeitszimmers.

17:35 Uhr | Kaufhauskette Woolworth klagt gegen 2G

Die Kaufhauskette Woolworth hat beim Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen Klage gegen die 2G-Regelung im Einzelhandel eingereicht. Ein Gerichtssprecher sagte am Mittwoch in Münster, das Unternehmen wolle im Eilverfahren die vorläufige Außervollzugsetzung der Regelung erreichen. Das Unternehmen sehe in der 2G-Regel einen unangemessenen Eingriff in die grundgesetzlich garantierte Berufsfreiheit und die Eigentumsgarantie sowie einen Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz, sagte der Gerichtssprecher.

17:07 Uhr | Lauterbach: Pandemie-Bekämpfung ist zentrale Aufgabe

"Die Bekämpfung der Pandemie in den nächsten Monaten ist die zentrale Aufgabe", sagte der neue Gesundheitsminister Karl Lauterbach bei der Amtsübergabe seinem Vorgänger Jens Spahn.

Karl Lauterbach, SPD
Karl Lauterbach. Bildrechte: imago images/photothek

Deutschland sei besser durch die ersten drei Pandemiewellen gekommen als fast alle anderen europäischen Länder, fügte der SPD-Politiker mit Blick auf Spahns Arbeit hinzu. Sowohl Spahn als auch Lauterbach zeigten sich überzeugt, dass das Ziel, bis Jahresende 30 Millionen Menschen eine Auffrischungsimpfung zu geben, zu erreichen sei.

17:00 Uhr | Nordhausen will Katastrophenfall am 17. Dezember ausrufen

Erfurt und der Landkreis Nordhausen wollen den Katastrophenfall ausrufen, wenn das Land Thüringen nicht die Weihnachtsferien vorzieht. Das erklärten Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein und Landrat Matthias Jendricke gemeinsam im Erfurter Rathaus. Jendricke kündigte die Ausrufung für den 17. Dezember an. Dann könnten die Schulen im Kreis geschlossen werden. Es gehe darum, die Infektionen in den Schulen nicht Weihnachten in die Familienrunden zu tragen. Bausewein hielt sich mit einem konkreten Datum zurück. Kommunen können Schulen nur im Katastrophenfall eigenmächtig schließen.

16:55 Uhr | Thüringen schaltet Impftermine für Fünf- bis Elfjährige frei

In Thüringen sind für Corona-Impfungen von fünf bis elf Jahre alten Kindern vorerst 3.000 Termine im Online-Portal freigeschaltet worden. Wie die Kassenärztliche Vereinigung mitteilte, können Mädchen und Jungen bis zum 23. Dezember jeweils nachmittags ins Impfzentrum Ostthüringen in Gera sowie in die Impfstellen Sömmerda, Leinefelde und Erfurt kommen. Sie erhielten das Kinderpräparat von Biontech/Pfizer. Impfmanager Jörg Mertz sagte, man sei noch vorsichtig, ob der versprochene Impfstoff wirklich geliefert werde. Zudem wolle man abwarten, ob das Angebot auch angenommen werde. Ab 27. Dezember sollten die Termine dann auf die Impfstellen in ganz Thüringen ausgedehnt werden.

16:40 Uhr | Biontech-Chef rät zu früherem Boostern

Biontech-Chef Ugur Sahin hält frühere Corona-Auffrischungsimpfungen angesichts der neuen Omikron-Variante für ratsam. Er gehe davon aus, dass die neuen Daten zur Wirksamkeit des Covid-19-Impfstoffs des Mainzer Herstellers und seines Partners Pfizer gegen Omikron zur Diskussionen über ein Vorziehen der dritten Dosis führen werden, sagte Sahin am Mittwoch auf einer Pressekonferenz. "Wir glauben, dass dies der richtige Weg ist." Dies gelte insbesondere, wenn sich die Omikron-Variante nun weiter ausbreite, um einen besseren Schutz im Winter zu ermöglichen. Die beiden Unternehmen hatten zuvor vorläufige Studienergebnisse veröffentlicht, wonach ihr Impfstoff nach drei Dosen immer noch effektiv gegen die neue Omikron-Variante ist.

15:45 Uhr | LKA ermittelt nach Morddrohungen gegen Kretschmer

Nach Morddrohungen im sozialen Netzwerk Telegram gegen Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat das Landeskriminalamt erste Ermittlungen begonnen. Wie das LKA mitteilte, stehen die in dem Netzwerk in Erscheinung getretene Gruppierung "Dresden Offlinevernetzung" und deren Mitglieder unter Straftatverdacht. Gegenwärtig prüfe man zusammen mit der Generalstaatsanwaltschaft Dresden die Sach- und Rechtslage. Die Ermittlungen übernehme das Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum.

Im Netzwerk Telegram wurde einem Bericht des ZDF-Magazins "Frontal" zufolge in einer Chatgruppe gesagt, man solle bei Kretschmer einmarschieren und ihn "irgendwo aufhängen". Einige der etwa 100 Teilnehmer der Chatgruppe sind nach eigenen Angaben bewaffnet.

15:30 Uhr | Sachsen plant weitere Verlegungen von Intensivpatienten

Sachsen will fünf weitere Intensivpatienten in andere Bundesländer verlegen lassen. Wegen der weiterhin hohen Auslastung bei der Corona-Intensivversorgung habe Sachsen eine Anfrage an das Bundeskleeblatt gestellt, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. Betroffen sind Patienten aus Dresden. Aus Sachsen sind bislang 31 Intensivpatientinnen und -patienten nach Norddeutschland und Nordrhein-Westfalen verlegt worden. Sachsen gehört zum sogenannten Kleeblatt Ost, das noch die Länder Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen umfasst. Das Kleeblatt-Konzept für die Verlegung von Patienten wurde unter dem Eindruck der ersten Corona-Welle im Frühjahr 2020 entwickelt. Es soll sicherstellen, dass es in einzelnen Bundesländern keine Engpässe bei der intensivmedizinischen Behandlung gibt.

15:19 Uhr | Omikron-Variante in Thüringen bestätigt

In Thüringen ist die neue Omikron-Variante des Coronavirus bestätigt worden. Betroffen sei eine Frau aus dem Landkreis Gotha, die von einer Reise aus dem südlichen Afrika zurückgekehrt war und Corona-typische Symptome entwickelt hatte, teilte das Thüringer Gesundheitsministerium am Mittwoch in Erfurt mit. Eine PCR-Untersuchung habe den Nachweis von drei Mutationen ergeben, die für die Omikron-Variante typisch sind. Der Verdachtsfall war vergangene Woche bekannt geworden. Im Universitätsklinikum Jena sei nun am Mittwoch per Ganzgenomsequenzierung das Vorliegen von Omikron bestätigt worden.

15:10 Uhr | Jena schließt städtische Kultureinrichtungen

In Jena werden angesichts des Pandemiegeschehens ab Samstag alle städtischen Kultureinrichtungen geschlossen. Oberbürgermeister Thomas Nitzsche (FDP) begründete den Schritt am Mittwoch damit, dass Kontakte dringend weiter eingeschränkt werden müssten. Impfen allein reiche nicht aus, um die steigenden Infektionszahlen in den Griff zu bekommen. Deshalb hätten der Corona-Krisenstab der Stadt und JenaKultur gemeinsam entschieden, dass alle öffentlichen Veranstaltungen vorerst abgesagt werden. Dazu gehören auch die gut gebuchten Konzerte der Jenaer Philharmonie, einschließlich des Neujahrskonzertes. Auch die Museen der Stadt, die Ernst-Abbe-Bücherei sowie die Tourist Info Jena schließen ab Samstag. Schon gekaufte Tickets werden zurückerstattet.

15:05 Uhr | Corona-Lage in Mitteldeutschland

Am Herzzentrum in Leipzig sind heute die ersten Kinder auch unter zwölf Jahren geimpft worden. MDR um 2 war vor Ort und blickt außerdem auf die Reaktionen der Politik auf die immer weiter steigenden Corona-Zahlen. Welche Maßnahmen werden in Mitteldeutschland getroffen? Unter anderem wurde der Verkauf von Feuerwerk zu Silvester verboten. Reporterin Julia Grünwald berichtet:

14:46 Uhr | Österreich: Lockdown endet für Geimpfte und Genesene

In Österreich endet der Lockdown am kommenden Wochenende nur für Geimpfte und Genesene. Das haben Bundesregierung und Länder beschlossen. Ungeimpfte müssen demnach weiter die Ausgangsbeschränkungen beachten. Kanzler Karl Nehammer sagte, die Öffnung werde von einem Mindeststandard an Schutzmaßnahmen begleitet, um einen neuen Anstieg der Corona-Infektionen vorzubeugen. So gelte in Innenräumen eine FFP2-Maskenpflicht. Der Handel und die Friseure dürften bundesweit am 13. Dezember wieder öffnen. Die Gastronomie müsse eine Sperrstunde von 23:00 Uhr beachten. Die Nachtgastronomie und die Après-Ski-Lokale bleiben nach Angaben von Gesundheitsminister Mückstein geschlossen.

13:24 Uhr | Salzlandkreis: Kontaktverfolgung in Eigenregie

Corona-Infizierte im Salzlandkreis müssen seit Dienstag Kontaktpersonen selbst über ihr positives PCR-Testergebnis in Kenntnis setzen. Außerdem müssen sie dem Fachdienst Gesundheit eine vollständige Liste ihrer Kontaktpersonen senden. Mit einer entsprechenden Allgemeinverfügung reagiert der Landkreis nach eigenen Angaben auf das anhaltend hohe Infektionsgeschehen.

13:18 Uhr | Hilferuf aus Hildburghausen

Der Landrat von Hildburghausen, Thomas Müller, bittet den Thüringer Corona-Krisenstab um Hilfe. In einem Brief an das Gesundheitsministerium forderte Müller unter anderem, ausreichend Impfstoff zu liefern. Außerdem müsse es bessere Impfkampagnen und mehr Angebote ohne Termin geben. Müller beklagt auch die mangelhaften Test-Angebote im Landkreis. Die Labore seien an ihre Grenzen gelangt. Müller forderte das Land auf, sich für eine allgemeine Impfpflicht einzusetzen. Äußerungen von Ministerpräsident Ramelow, das Ganze mit Bedacht anzugehen, nannte er ein falsches Signal.

Der Landkreis Hildburghausen hat die höchsten Sieben-Tage-Inzidenz in Thüringen: Aktuell liegt der Wert laut RKI bei 2.011.

12:01 Uhr | Ifo-Studie: 2G führt zu Erstimpfungen

Der Ausschluss von ungeimpften Menschen aus vielen Lebensbereichen erhöht einer Studie zufolge die Impfbereitschaft. Die drei beteiligten Wissenschaftler verglichen die Entwicklung der Erstimpfungen in Landkreisen und Bezirken an der deutsch-österreichischen Grenze von Anfang Oktober bis Anfang Dezember. Dabei habe sich gezeigt, dass die frühere Ankündigung und Umsetzung von 2G-Regeln in Österreich dort zu einem schnelleren Anstieg der Impfzahlen führte als in Deutschland.

In den österreichischen Grenzbezirken sei der durchschnittliche Anteil Erstgeimpfter in diesem Zeitraum von 61,1 auf 68 Prozent (plus 6,9 Prozentpunkte) gestiegen, auf deutscher Seite dagegen nur von 57,2 auf 61 Prozent (plus 3,8 Prozentpunkte). Die Ankündigung eines allgemeinen Lockdowns in Österreich, der am 22. November begann, habe diesen Trend etwas abgeschwächt, sagte der Co-Autor der Studie, Volkswirtschafts-Professor Hannes Winner. "Gezielte Einschränkungen für Impfverweigerer scheinen daher die Impfbereitschaft stärker zu erhöhen als ein Lockdown für alle."

11:25 Uhr | Mehr Moderna als Biontech

Die Ärzte und Impfzentren in Deutschland haben in der vergangenen Woche mehr Dosen des Corona-Impfstoffs von Moderna als von Biontech bekommen. Es wurden an Arztpraxen und Betriebsärzte insgesamt 4,9 Millionen Dosen Moderna ausgeliefert und gut 3,2 Millionen von Biontech, wie aus einer am Mittwoch vom Bundesgesundheitsministerium veröffentlichten Übersicht hervorgeht.

11:15 Uhr | Wunsch nach schnellen Fortschritten in der Pandemiebekämpfung

Olaf Scholz ist zum Bundeskanzler gewählt worden. Vertreter aus Wissenschaft und Kultur fordern von der neuen Regierung ein hartes Durchgreifen in der Pandemie. Der Präsident der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Walter Rosenthal, sagte MDR AKTUELL, Scholz sollte sich an der großen Gruppe orientieren, die während der Corona-Krise für Zusammenhalt gesorgt habe. Eine Impfpflicht helfe, die Pandemie schneller zu bewältigen. Das entziehe auch Verschwörungstheorien den Boden.

Der Intendant der Semperoper Dresden, Peter Theiler, sagte, Scholz müsse klar machen, das Impfen nicht nur Menschen, sondern auch die Kultur schütze. Die Branche liege seit anderthalb Jahren darnieder.

10:46 Uhr | Erste Impfungen für Kinder in Thüringen

Auf dem Thüringer Corona-Impfportal werden ab heute die ersten Termine für Fünf- bis Elfjährige freigeschaltet. Das Angebot richtet sich laut Kassenärztlicher Vereinigung an Eltern, die sich sicher sind, ihre Kinder impfen zu lassen. Geimpft wird ab nächster Woche in Leinefelde, Erfurt, Sömmerda und Gera. Nach Weihnachten sollen dann alle Thüringer Impfstellen Termine anbieten.

10:37 Uhr | Labortests: Schwächere Immunantwort auf Omikron

Erste Labor-Untersuchungen zur Wirkung von Corona-Impfstoffen gegen Omikron deuten auf eine schwächere Abwehrreaktion gegen die neue Variante hin. Die Virologin Sandra Ciesek vom Universitätsklinikum Frankfurt veröffentlichte am Mittwoch erste Ergebnisse auf Twitter, die eine deutlich reduzierte Antikörper-Antwort auf die neue Variante zeigen. "Die Daten bestärken, dass die Entwicklung eines an Omikron angepassten Impfstoffs sinnvoll ist", schrieb Ciesek dazu.

Bereits am Dienstag hatten südafrikanische Fachleute ähnliche Daten vorgelegt, wonach die Antikörperantwort bei Geimpften gegen Omikron schwächer ausfällt. Ciesek wies aber auch darauf hin, dass aus ihrer Auswertung nicht herauszulesen ist, ob Geimpfte bei Omikron vor einem schweren Verlauf geschützt sind. Denn die Immunantwort beruht nicht nur auf Antikörpern, sondern beispielsweise auch auf T-Zellen.

09:28 Uhr | Auch Drosten warnt vor Omikron

Christian Drosten
Christian Drosten Bildrechte: dpa

Der Virologe Christian Drosten geht davon aus, dass die Omikron-Variante Deutschland bis in den nächsten Sommer hinein beschäftigt. Drosten sagte dem NDR, in Südafrika seien die Zuwachsraten bei der Verbreitung der Variante trotz des dort einsetzenden Sommers hoch. Es sei davon auszugehen, dass ab Januar in Deutschland die Omikron-Variante übernehme. Er würde daher im Moment nicht sagen, in Deutschland sei die Pandemie bis Ostern vorbei.

Gestern hatte bereits der Virologe Alexander Kekulé erklärt, er halte es für möglich, dass Omikron in Deutschland eine fünfte Welle auslöse. Die Virus-Variante sei besonders gut in der Lage, das Immunsystem zu überlisten.

08:57 Uhr | Terrorismus-Experte warnt vor radikalen Impfgegnern

Der Terrorismusexperte Peter Neumann warnt angesichts der Impfpflicht-Debatte vor einer zunehmenden Gewaltbereitschaft von Corona-Leugnern und sogenannten Querdenkern. Wenn eine Bewegung sich Argumente zurechtlege, um Gewalt zu rechtfertigen, sei das ein "deutliches Warnsignal – und genau das erleben wir seit einigen Monaten", sagte Neumann der "Augsburger Allgemeinen". Seit eineinhalb Jahren werde in der Querdenker-Szene propagiert, dass man Politikern nicht glauben dürfe und die Impfpflicht entgegen allen Versprechungen kommen werde, erläuterte der Politikwissenschaftler und Publizist: "Wenn diese Impfpflicht nun tatsächlich eingeführt wird, könnte die Situation weiter eskalieren." Die Politik dürfe aber nicht aufgeben, um die Menschen zu werben: "Viele von ihnen ringen noch mit ihren Überzeugungen, sie haben noch Kontakt zu Menschen außerhalb der radikalisierten Gruppe", sagte der Extremismus-Forscher.

FAKT_Corona-Proteste 9 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

08:04 Uhr | Ärzte-Vertreter kritisieren Impfstoff-Mangel

Andreas Gassen
Andreas Gassen Bildrechte: dpa

Ärzte-Verbände beklagen, dass nicht genug Impfstoff geliefert wird, um das Ziel von 30 Millionen Impfungen bis Weihnachten zu erreichen. Der Vorstandschef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, sagte dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland", der Impf-Fortschritt werde durch die Politik ausgebremst. Vertrags- und Betriebsärzte sowie der Öffentliche Gesundheitsdienst hätten für diese Woche rund 6,5 Millionen Biontech-Impfdosen bestellt. Geliefert würden nur 2,9 Millionen Dosen und damit weniger als die Hälfte.

Hausärzte-Verbandschef Ulrich Weigeldt sagte, die Politik habe versäumt, für die große Nachfrage genügend Impfstoff zu bestellen.

07:35 Uhr | Nach Demos gegen Corona-Maßnahmen: Grüne und SPD fordern polizeiliches Eingreifen

Nach zahlreichen unangemeldeten Demonstrationen gegen die Corona-Politik in Sachsen-Anhalt fordern SPD und Grüne Konsequenzen. Der innenpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Sebastian Striegel, sagte: "Wir sehen, dass die weitgehende Nichtahndung von Verstößen in anderen Bundesländern neue Grenzüberschreitungen und Straftaten von Querdenkern begünstigt hat." Der Staat müsse geltende Regeln konsequent durchsetzen.

Der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Rüdiger Erben, erklärte, wenn die Versammlungen nicht rechtzeitig angemeldet seien, handele es sich um illegale Aktionen. Solche Zusammenkünfte seien ein Verstoß gegen das Versammlungsgesetz, in der Pandemie zudem ein Verstoß gegen die Corona-Eindämmungsverordnung des Landes.

Innenministerin Tamara Zieschang (CDU) unterstrich higegen den hohen Wert der Versammlungsfreiheit. Für sie sei entscheidend, dass die Proteste fast überall friedlich zu Ende gegangen seien.

07:08 Uhr | Mordpläne gegen Kretschmer

Radikale Gegner der Corona-Maßnahmen hegen laut einem Medienbericht Mordpläne gegen Sachsens Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU). Das ZDF-Magazin "Frontal" berichtete am Dienstagabend, dass die Betroffenen beim Messengerdienst Telegram eine Chatgruppe mit dem Namen "Dresden Offlinevernetzung" gegründet hätten. Hier die Details:

06:48 Uhr | Corona-Todesfälle auf höchstem Stand seit Februar

Die Zahl der innerhalb eines Tages gemeldeten Corona-Todesfälle hat den höchsten Stand seit Februar erreicht. Die Gesundheitsämter übermittelten dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen 24 Stunden 527 Fälle von Menschen, die an oder mit Corona gestorben sind, wie aus RKI-Zahlen von Mittwochmorgen hervorgeht.

Im Vergleich zur dritten Welle im Frühjahr ist die Zahl der täglich übermittelten Corona-Toten allerdings noch vergleichsweise niedrig. Im Januar gab es zeitweise über 800 Todesfälle täglich. Die Zahlen zeigen laut Fachleuten, dass die Impfungen wirksam vor schweren Krankheitsverläufen schützen. Denn aktuell gibt es wesentlich mehr Ansteckungen als zu Jahresbeginn.

06:37 Uhr | Ungerechtfertigte Besuchsstopps in Pflegeheimen

In Mitteldeutschland gibt es nach Angaben des Pflegeschutzbundes ungerechtfertigte Besucherstopps in Alten- und Pflegeheimen. Wie die Rechtsabteilung des Biva-Pflegeschutzbundes MDR AKTUELL mitteilte, handelt es sich um vier Einrichtungen, und zwar in Dresden, im Vogtland, im Südharz und im Landkreis Gotha. In diesen Fällen hätten sich Angehörige an den Verein gewandt, weil sie vor verschlossen Türen gestanden hätten. Der Biva-Pflegeschutzbund kümmert sich um Belange von Heimbewohnern. Er weist darauf hin, dass Besucherstopps nur erlassen werden dürften, wenn es Corona-Fälle gebe. Die angespannte Pandemielage sei kein ausreichender Grund.

Derweil wurde bekannt, dass viele Gesundheitsämter keinen Überblick über den Impfstatus von Pflegeheim-Bewohnern haben. Nach einer Umfrage von WDR, NDR und "Süddeutscher Zeitung" konnten zwei Drittel der Gesunheitsämter dazu keine Angaben machen. Weitgehend unbekannt ist demnach auch der Anteil der Geimpften beim Personal. Insgesamt wurden 371 Ämter angefragt, 184 antworteten.

06:32 Uhr | Handel fordert Nachbesserungen bei Corona-Hilfen

Der mitteldeutsche Einzelhandel fordert, die Überbrückungshilfen des Bundes nachzubessern. Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Sachsen, Rene Glaser, bemängelte bei MDR AKTUELL, dass die Regelung erst ab Umsatz-Einbußen von 30 Prozent greife. Unternehmen, die darunter lägen, würden ausgeschlossen. Das müsse angepasst werden. Glaser sagte, die Hilfen sollten den tatsächlichen Schaden ausgleichen, auch wenn der kleiner ausfalle.

Unterstützung dafür kam von Knut Bernsen, dem Hauptgeschäftsführer der Handelsverbände Sachsen-Anhalt und Thüringen. Bernsen kritisierte zudem die 2G-Regel in weiten Teilen des Einzelhandels. Damit wanderten weitere Umsätze in den Online-Bereich ab. Offenbar solle der Handel dazu benutzt werden, die Impfquote zu erhöhen.

06:00 Uhr | Der Ticker am Mittwoch, 8. Dezember 2021

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 08. Dezember 2021 | 06:00 Uhr

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