Coronavirus-Pandemie Ticker vom Mittwoch: Bundeswehr mobilisiert Tausende weitere Soldaten für Corona-Hilfe

Die Bundeswehrt stockt ihr Hilfskontingent in der Corona-Pandemie auf. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen will eine EU-weite Corona-Impfpflicht prüfen. Die Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin rechnet mit 6.000 Corona-Intensivpatienten bis Weihnachten, das wäre ein neues Allzeithoch. Der Einzelhandel lehnt die geplante Ausweitung der 2G-Regel ab. Die aktuellen Entwicklungen zur Pandemie im Ticker.

Bundeswehrsoldaten stellen sich vor ihrem gemeinsamen Einsatz im Gesundheitsamt für ein Gruppenfoto auf.
Bundeswehrsoldaten vor ihrem Einsatz in Gesundheitsämtern Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Mittwoch, 1. Dezember 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus finden Sie hier.

22:25 Uhr | Leipziger Schule startet Impfaktion in Eigenregie

Die Infektionszahlen steigen auch an den Schulen deutlich, die Impfkampagne lahmt aber noch. Am Leipziger Montessori-Schulzentrum haben Eltern eine eigene Impfstation im Klassenzimmer aufgebaut.

22:19 Uhr | Uniklinik Leipzig: Müssen alle Ressourcen zusammenkratzen

Die Corona-Pandemie stellt das Krankenhauspersonal vor besondere Herausforderungen. Immer mehr Covid-Patienten und immer weniger Kapazitäten für andere Patienten. Prof. Christoph Josten, Vorstand der Uniklinik Leipzig, schildert die Lage.

20:49 Uhr | Demo gegen Corona-Maßnahmen in Jena

In Jena haben am Abend rund 200 Menschen an einer Protestveranstaltung gegen die Corona-Maßnahmen teilgenommen. Wie die Polizei mitteilte, war die Veranstaltung nicht angemeldet. Die Teilnehmer hätten aber größtenteils Masken getragen und Abstand gehalten. Die Teilnehmer des Protests seien aus dem bürgerlichen Spektrum gekommen. Auch ein Gegenprotest mit rund 15 Menschen habe sich gebildet.

20:25 Uhr | Ärztekammer warnt vor Druck bei Kinder-Impfung

Die Ärztekammer Sachsen-Anhalt hat bei Corona-Impfungen von Kindern vor gesellschaftlichem und politischem Druck gewarnt. Vorstand Gunther Gosch sagte, Kinder zeigten auch weiterhin nur selten schwere Krankheitsverläufe. Zudem übertrügen sie das Virus an Erwachsene weniger stark als erwartet. Eine Risiko-Nutzen-Abwägung einer Impfung sei deshalb wichtig. Nach Ansicht von Gosch sollte eine Impfung von Kindern unter zwölf Jahren erst nach einer Empfehlung durch die Ständige Impfkommission beginnen.

19:02 Uhr | Bundeswehr stockt Hilfskontingent auf

Die Bundeswehr mobilisiert Tausende weitere Soldaten, um beim Kampf gegen die aktuelle Corona-Welle zu helfen. Bis zum kommenden Dienstag werde das Kontingent um weitere 4.000 auf dann 12.000 Soldaten aufgestockt, teilte die Streitkräftebasis in Bonn mit. Ein Drittel der Soldaten habe eine Reaktionszeit von nur 48 bis 72 Stunden. Für die übrigen gelten abgestufte Reaktionszeiten von 7 bis 14 Tagen.

Schon jetzt sind den Angaben zufolge 5.900 Soldatinnen und Soldaten in 14 Bundesländern im Einsatz. Schwerpunkte seien Bayern, Sachsen und Nordrhein-Westfalen.

18:46 Uhr | Infektionszahlen in Südafrika steigen

In Südafrika hat sich die Zahl der registrierten Neuinfektionen den zweiten Tag in Folge fast verdoppelt. Das Nationale Seucheninstitut gab die Zahl der Fälle in dem 60-Millionen-Einwohner-Land heute mit 8.561 an. Gestern waren es 4.373, vorgestern 2.273. Die Zahl der Todesfälle sowie die der Einlieferungen ins Krankenhaus habe sich kaum verändert, fügte das Institut hinzu.

18:18 Uhr | Studie: Boostern senkt Risiko von Impfdurchbrüchen deutlich

Eine dritte Impfdosis reduziert das Risiko, danach ein positives PCR-Testergebnis zu haben um 88 Prozent gegenüber zwei Impfungen. Das ergab eine Auswertung der Daten von mehr als 300.000 Geimpften in Israel. Ihre volle Wirkung erreichte die Booster-Impfung demnach nach zwei bis drei Wochen.

18:12 Uhr | Semperoper bleibt bis 9. Januar geschlossen

Alle Spielstätten der Semperoper und des Staatstheaters Dresden bleiben aufgrund der Corona-Lage bis mindestens zum 9. Januar 2022 geschlossen. Die Entscheidung sei in Absprache mit dem Kulturministerium getroffen worden, teilte die Semperoper mit. Bereits gekaufte Karten werden durch den jeweiligen Besucherservice erstattet.

17:55 Uhr | Polizei löst Corona-Demo in Erfurt auf

Vor der Staatskanzlei in Erfurt hat die Polizei eine nicht angemeldete Demonstration von Gegnern der Corona-Maßnahmen verhindert. Wie ein Polizeisprecher dem MDR mitteilte, sind rund 150 Menschen abgewiesen worden. Von 40 seien die Personalien aufgenommen worden. Es habe 30 Platzverweise gegeben. Außerdem hätten die Beamten eine Anzeige wegen Volksverhetzung aufgenommen und einschlägige Schilder beschlagnahmt.

17:38 Uhr | Landsberg: Verheerendes Signal - aber kein Polizeiversagen

In der Diskussion um unangemeldete Corona-Proteste sieht der Städte- und Gemeindebund kein Versagen der Ordnungskräfte. Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg sagte MDR AKTUELL, der Staat könne nicht immer und überall sein. Die so genannten Spaziergänge seien zwar ein verheerendes Signal, aber das Versammlungsrecht sei ein hohes Gut. Hier müsse der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit gelten. Wenn gegen Regelverstöße nur mit massiver Gewalt eingeschritten werden könne, spreche Vieles dafür, die sogenannten Spaziergänge einfach laufen zu lassen und Bußgelder zu verhängen.

Landsberg betonte zugleich, die Polizei müsse in der Vorbereitung mehr Kräfte zusammenziehen, um ein Zeichen zu setzen. Am Montag waren in zahlreichen sächsischen Städten Hunderte Menschen auf die Straße gegangen. Auch in Thüringen gab es Proteste.

17:17 Uhr | Frankreich verschärft Einreiseregeln für Ungeimpfte

Frankreich verschärft die Einreiseregeln für Ungeimpfte. Wie ein Regierungssprecher mitteilte, müssen sie künftig bei der Ankunft einen negativen PCR-Test vorweisen, der höchstens 24 Stunden alt ist. Bisher betrug die Frist 48 Stunden. Die Regelung gilt dem Sprecher zufolge für alle Menschen, die aus Deutschland oder einem anderen EU-Land kommen.

16:48 Uhr | Gericht weist Zivilklagen von Corona-Erkrankten aus Ischgl ab

Das Landgericht Wien hat erste Schadenersatzklagen von Privatpersonen wegen des Corona-Ausbruchs im Wintersportort Ischgl abgewiesen. In der Begründung der Richter hieß es, dem Staat Österreich sei weder ein schuldhaftes, noch ein rechtswidriges Verhalten anzulasten. Das Epidemiegesetz würde nur die allgemeine Volksgesundheit schützen, nicht aber die Gesundheit von Einzelpersonen. In Ischgl und anderen Tiroler Wintersportorten hatten sich im März vergangenen Jahres tausende Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Viele Betroffene und Hinterbliebene werfen den verantwortlichen Behörden schwere Fehler im Umgang mit dem Ausbruch vor.

16:20 Uhr | Impfstoff für Kinder kommt früher

Der Kinder-Impfstoff gegen das Coronavirus wird bereits am 13. Dezember zu Verfügung stehen. Das teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mit. Auch der Hersteller Biontech bestätigte, dass der Kinderimpfstoff vorgezogen werden könne. Für Deutschland sind 2,4 Millionen Impfdosen vorgesehen. Der Impfstoff ist niedriger dosiert als der für Erwachsene. Eine allgemeine Empfehlung der Ständigen Impfkommission zu Kinderimpfungen steht allerdings noch aus.

16:02 Uhr | Sachsen schaltet Buchungsportal für Impftermine frei

In Sachsen wird am Freitag ein Buchungsportal für Impftermine freigeschaltet. Wie das DRK mitteilte, werden über das Portal Termine für die Impfstellen in den Landkreisen und kreisfreien Städten vergeben. Eine telefonische Anmeldung ist nicht möglich. Die ersten buchbaren Termine sind für Montag vorgesehen. Mit dem System sollen die Wartezeiten für Impfwillige verkürzt werden. Zuletzt mussten diese teils stundenlang anstehen oder wurden gleich abgewiesen. Laut DRK wird angestrebt, in den kommenden Wochen bis zu 20.000 Impfungen pro Tag anzubieten. Zudem soll es in allen Landkreisen und Städten wieder Sonder-Impfaktionen geben.

15:45 Uhr | Fahrplan der Trilex-Züge in Ostsachsen ausgedünnt

Wegen zu vieler Corona-Ausfälle beim Personal dünnt die Länderbahn den Fahrplan ihrer Trilex-Züge aus. Das Unternehmen erklärte, mit dem ausgedünnten Fahrplan sollen zumindest kurzfristige Zugausfälle vermieden werden. Die Trilex-Züge fahren in Ostsachsen unter anderem von Dresden nach Görlitz und von Bischofswerda nach Zittau.

15:35 Uhr | Andrang bei neuem Impfzentrum in Jena

Menschen stehen in einer Schlange vor dem neuen Impfzentrum auf dem Campus der Ernst-Abbe-Hochschule in Jena
Impfzentrum in Jena Bildrechte: MDR/Anke Preller

Am Eröffnungstag des ersten kommunal organisierten Impfzentrums Thüringens in Jena sind am Mittwoch Hunderte Menschen zum Impfen ohne Termin gekommen. Bis zum frühen Nachmittag seien rund 250 Spritzen gesetzt worden, sagte ein Stadtsprecher. Morgens habe sich eine Schlange von rund 100 Menschen gebildet, die sich im Tagesverlauf aber entzerrt habe. Am frühen Nachmittag habe die Wartezeit etwa eine halbe Stunde betragen.

In dem neuen Zentrum am Ernst-Abbe-Platz soll künftig täglich von 09 Uhr bis 19 Uhr geimpft werden. Bis zu 800 Impfungen sollen täglich möglich sein. Ein Termin ist nicht nötig.

15:22 Uhr | Drosten in "Playboy"-Umfrage wieder Mann des Jahres

Christian Drosten
Christian Drosten Bildrechte: dpa

Der Virologe Christian Drosten ist bei einer Umfrage im Auftrag des Magazins "Playboy" das zweite Mal in Folge zum Mann des Jahres gewählt worden. Drosten landete mit 26,6 Prozent der Stimmen knapp vor von Biontech-Gründer Ugur Sahin (23,3 Prozent). Platz drei belegte nach Angaben des Magazins mit 16,7 Prozent der Moderator Günther Jauch.

Zu den nervigsten Personen wählten die Teilnehmer demnach den Sänger Michael Wendler vor Noch-CDU-Chef Armin Laschet und Noch-Gesundheitsminister Jens Spahn.

15:17 Uhr | Luftwaffe fliegt weitere Patienten aus Sachsen aus

Die Luftwaffe der Bundeswehr hat am Mittwoch weitere sechs schwer erkrankte Covid-19-Patienten aus Sachsen ausgeflogen. Nach Angaben des Innenministeriums in Dresden sollen sie nach Köln gebracht und dann auf Krankenhäuser in Köln, Marl, Bonn und Bochum aufgeteilt werden. Zuletzt hatten sie auf Stationen in Krankenhäusern von Dresden, Meißen und Pirna gelegen. Zu ihrem Alter und Geschlecht wurde keine Auskunft erteilt.

13:23 Uhr | Von der Leyen will EU-weite Impfpflicht prüfen

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat sich dafür ausgesprochen, eine allgemeine Corona-Impfpflicht in der Europäischen Union zu prüfen. "Wir sollten möglicherweise über eine verpflichtende Impfung in der EU nachdenken", sagte sie in Brüssel. Man brauche dazu einen gemeinsamen Ansatz der Mitgliedsstaaten. Von der Leyen begründete das mit der Ausbreitung der neuen Omikron-Variante und der Tatsache, dass ein Drittel der EU-Bürger bisher nicht gegen das Coronavirus geimpft sei.

12:25 Uhr | Thüringen: Patienten auf Wartelisten sterben

Die Situation auf den Thüringer Intensivstationen bleibt angespannt. Der Intensiv-Koordinator Michael Bauer sagte, auch planbare Operationen von Krebs- oder Herz-Patienten müssten aufgeschoben werden. Das bedeute unter Umständen den Tod oder eine wesentlich schlechtere Prognose. Einige Patienten auf der Warteliste seien bereits gestorben. Bauer sprach von einer "milden Form der Triage". In Thüringen liegen Bauer zufolge aktuell 217 Corona-Patienten auf Intensivstationen. Die Hospitalisierungsinzidenz ist mit 21,5 etwa viermal so hoch wie deutschlandweit.

11:50 Uhr | BGH - Kein pauschaler Mietnachlass

Einzelhändler können im Streit mit ihrem Vermieter über die Ladenmiete im Corona-Lockdown wohl nicht auf eine pauschale Halbe/Halbe-Regelung hoffen. Das zeichnete sich in einer Verhandlung des Bundesgerichtshofs ab. In dem Musterfall aus Sachsen hatte zuletzt das Dresdner Oberlandesgericht dem Geschäft den Erlass von ungefähr der Hälfte einer Monatsmiete zugesprochen, weil es von 19. März bis 19. April 2020 schließen musste. Das ist den Karlsruher Richterinnen und Richtern zu pauschal. Der Vorsitzende Hans-Joachim Dose sagte, nach vorläufiger Einschätzung brauche es "eine umfassende Prüfung aller Umstände des Einzelfalls". Das Urteil soll am 12. Januar verkündet werden. Seit dem Jahreswechsel 2020/21 ist gesetzlich klargestellt, dass gewerbliche Mieter eine Anpassung ihres Mietvertrags verlangen können, wenn sie wegen Corona-Maßnahmen starke Umsatzverluste haben. Die Höhe blieb offen. (Az. XII ZR 8/21)

11:18 Uhr | Triage an Kliniken in Österreich

In Österreichs Krankenhäusern kommt es nach Regierungsangaben zu Fällen von Triage. Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein sagte in Wien, die Lage sei dramatisch. Teils müsse darüber entschieden werden, welcher Patient mehr Überlebenschancen habe. Das betreffe auch Krebspatienten. Mückstein betonte, die Intensivstationen seien noch nie so voll gewesen und die Lage werde sich noch verschärfen. Österreich befindet sich seit gut einer Woche im landesweiten Lockdown und plant eine Impfpflicht. Die landesweite 7-Tage-Inzidenz liegt bei 880.

10:25 Uhr | Schwesig will Kontaktbeschränkung auch für Geimpfte

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig fordert zur Eindämmung der Corona-Welle Kontaktbeschränkungen auch für Geimpfte. Die SPD-Regierungschefin von Mecklenburg-Vorpommern sagte im ZDF, der Bund müsse die Rechtslage ändern. Familienfeiern mit 50 Leuten gingen nicht mehr. Zugleich verwies sie darauf, dass 70 Prozent der Neuansteckungen von Ungeimpften ausgingen. Daher müsse die 2G-Regel deutschlandweit durchgesetzt werden. Nur noch Geimpfte und Genesene hätten dann Zutritt zu Geschäften, Gaststätten und Einrichtungen. Bund und Länder wollen morgen härtere Maßnahmen beschließen.

10:02 Uhr | Sachsen-Anhalt will an Schulen impfen

In Sachsen-Anhalt sollen mobile Impfteams der Landkreise an Schulen die Impfquote bei 12- bis 17-Jährigen steigern. Kultusministerin Eva Feußner sagte der "Magdeburger Volksstimme", der Startschuss falle am Goethegymnasium in Weißenfels. Ein Grund für die Initiative sei die im Vergleich zu anderen Bundesländern niedrige Impfquote in der Altersgruppe von 30 Prozent, bundesweit liegt sie bei 46 Prozent. Trotz hoher Infektionszahlen an Schulen im Land sieht Feußner die Lage insgesamt unter Kontrolle. Es gebe auch Schulen ganz ohne Fälle.

09:45 Uhr | Divi-Chef fürchtet Kollaps auf Intensivstationen

Der Präsident der Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, rechnet mit etwa 6.000 Corona-Intensivpatienten bis Weihnachten. Das wäre ein neuer Allzeithöchststand. Das passiere unabhängig davon, was jetzt von der Politik an Maßnahmen beschlossen werde, sagte er im ZDF. Die Lage sei "besonders bedrohlich", weil etwa 4.000 Intensivbetten weniger als vor einem Jahr zur Verfügung stünden. Marx forderte von den Ampel-Parteien die Wiedereinführung der epidemischen Notlage nationaler Tragweite. Auch ein zeitlich begrenzter Lockdown oder eine bundesweite Notbremse könnten helfen. "Wir müssen die Kliniken vor dem Kollaps bewahren." Aktuell werden 4.636 Covid-Patienten intensivmedizinisch betreut, vor zwei Wochen waren es noch knapp 3.300. Der bisherige Höchststand lag am 3. Januar bei 5.745.

09:15 Uhr | Erster Omikron-Fall in NRW

In Nordrhein-Westfalen ist ein erster Fall der neuen Omikron-Variante des Coronavirus nachgewiesen worden. Eine Genomsequenzierung habe eine Infektion mit der Virusvariante bestätigt, sagte ein Sprecher des NRW-Gesundheitsministeriums am Mittwochmorgen. Auch in anderen Bundesländern sind Infektionen mit der Variante B.1.1.529 bestätigt, darunter in Sachsen.

08:55 Uhr | Zahnärzte wollen beim Boostern helfen

Deutschlands Zahnärzte bieten an, beim Impfen gegen Covid-19 mitzumachen. Der Präsident der Bundeszahnärztekammer, Christoph Benz, sagte der "Rheinischen Post", die Kollegen stünden für die dringend notwendige Beschleunigung der Booster-Impfung bereit. Benz forderte den Bund auf, schnell die gesetzliche Grundlage dafür zu schaffen. Es brauche eine Ausnahmeregelung, weil Impfen eine rein ärztliche und keine zahnärztliche Leistung sei.

08:41 Uhr | Infektionszahlen stagnieren auf hohem Niveau

Die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland verlangsamt sich etwas. Dem Robert Koch-Institut zufolge ist die Wocheninzidenz den zweiten Tag in Folge leicht gesunken, auf 443 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Das RKI erfasste 67.186 Neuinfektionen, 302 Fälle mehr als vor einer Woche.

Mehr Todesopfer
446 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit Covid-19, am Vortag waren es 388 Todesfälle. Das Plus bei Corona-Toten war nach dem starken Anstieg der Neuinfektionen erwartet worden und dürfte anhalten, da schwere Verläufe der Krankheit meist zeitverzögert auftreten. Auch die Zahl der Corona-Intensivpatienten in Kliniken stieg daher weiter.

Mitteldeutschland bleibt Hotspot
Die in der Regel etwas aktuelleren Daten des Risklayer-Projekts belegen ein anhaltend dynamisches Infektionsgeschehen. Die deutschlandweite Inzidenz liegt demnach bei 491. Die höchsten Ansteckungsraten haben Sachsen (1.573), Thüringen (989) und Sachsen-Anhalt (800). Die wenigsten Neuinfektionen je 100.000 Einwohner gibt es in Schleswig-Holstein (155).

07:35 Uhr | Einzelhandel gegen 2G-Regel

Der Einzelhandel in Deutschland lehnt eine Ausweitung der 2G-Regel auf Geschäfte ab. HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth kritisierte, das wäre vollkommen unverhältnismäßig und würde am Ziel vorbeigehen. Hygienekonzepte, Maskenpflicht und Abstandsregeln gewährleisteten, dass der Einkauf trotz vieler Kundenkontakte kein Infektionsherd sei. Bund und Länder wollen morgen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie härtere Maßnahmen beschließen. Nach Aussage des designierten Kanzlers Olaf Scholz soll 2G (Zugang nur für Geimpfte und Genesene) im Einzelhandel gelten, ausgenommen Grundbedarf. In Sachsen gilt das bereits.

07:00 Uhr | Siko empfiehlt Impfung ab 5 bei erhöhtem Risiko

Die Sächsische Impfkommission (Siko) empfiehlt unter bestimmten Bedingungen die Corona-Schutzimpfung für Kinder von fünf bis elf Jahren. Das betreffe alle Kinder, die einer Risikogruppe angehören oder Kontakt zu Risikopatienten haben. Alle übrigen Fünf- bis Elfjährigen könnten sich auf Wunsch ebenfalls impfen lassen. Die Siko verweist darauf, dass die Frage nach seltenen unerwünschten Nebenwirkungen der Impfung in dieser Altersgruppe noch nicht ausreichend beantwortet werden könne, es fehlten noch Daten. Die bundesweite Ständige Impfkommission hat zu Kindern unter zwölf Jahren noch keine Entscheidung getroffen. Die EU-Arzneimittelbehörde erlaubt eine Impfung mit dem Biontech-Vakzin.

Ein Junge macht einen Corona-Test 4 min
Bildrechte: imago images/Fotostand

06:50 Uhr | Scholz: Bundestag entscheidet über allgemeine Impfpflicht

Der designierte Bundeskanzler Olaf Scholz hat eine Bundestagsabstimmung über eine allgemeine Impfpflicht angekündigt. Der SPD-Politiker sagte in der ARD, es solle dabei keinen Fraktionszwang geben. Das sei eine gute Praxis bei so grundlegenden Fragen. Jeder Abgeordnete solle nach seinem Gewissen entscheiden. Scholz selbst will für die Impfpflicht stimmen und rechnet mit einer Einführung im Februar oder März. Einen Beschluss dazu wollen Bund und Länder morgen fassen. Nicht genau festlegen wollte sich Scholz, ob auch die Auffrischungsimpfungen künftig verpflichtend sein sollen.

06:35 Uhr | Thüringer Innenminister Maier warnt vor Teilnahme an Corona-Protesten

Thüringens Innenminister Georg Maier hat an die Bürger appelliert, sich nicht an Kundgebungen gegen Corona-Maßnahmen zu beteiligen. Der SPD-Politiker sagte MDR AKTUELL, zum einen entsprächen die Versammlungen nicht den Corona-Regeln. Zum anderen würden die Kundgebungen häufig von Rechtsextremisten organisiert. Da müsse man sehen, mit wem man da auf die Straße gehe. Auch der Freiberger Oberbürgermeister Sven Krüger warnte davor, sich politisch instrumentalisieren zu lassen. In Sachsen werfen Linke und Grüne der Polizei vor, die Proteste am Montag nicht konsequent unterbunden zu haben.

06:20 Uhr | Führte HIV-Infektion zu Omikron?

Wegen der Corona-Pandemie sind nach einem neuen Bericht deutlich weniger Menschen auf das HI-Virus getestet worden. Das alarmiert Gesundheitsexperten, weil dadurch neue Ansteckungen nicht entdeckt wurden. Das sei alarmierend angesichts der Zunahme von Aids-Erkrankungen in Europa in den vergangenen zehn Jahren, teilten das Europa-Büro der Weltgesundheitsorganisation und die EU-Gesundheitsbehörde ECDC zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember mit.

Das könnte auch Folgen für andere Krankheiten haben. Experten halten es für möglich, dass sich die neue Omikron-Coronavariante bei HIV-Infizierten entwickelt hat. Bei schlecht therapierten Aids-Kranken ist das Immunsystem sehr geschwächt, so dass sich bei ihnen auch Viren wie das Coronavirus vermehren können. Im südlichen Afrika gibt es Millionen Aids-Kranke. Die WHO kritisiert in dem Zusammenhang auch die geringe Covid-Impfquote dort und die unfaire Impfstoffverteilung.

06:00 Uhr | Der Ticker am Mittwoch, 1. Dezember 2021

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 01. Dezember 2021 | 06:00 Uhr

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