Coronavirus-Pandemie Ticker vom Mittwoch: Spanien verkürzt Corona-Quarantäne auf sieben Tage

Spanien verkürzt die Quarantäne für symptomlose Corona-Positive und Kontaktpersonen auf sieben Tage. Ein Grund für die Entscheidung ist, dass die neue Omikron-Variante zwar infektiöser, aber auch ungefährlicher ist. Auch Gesundheitsminister Lauterbach prüft nach einem Bericht eine kürzere Quarantäne-Dauer. In Bayern darf 2G nicht in Bekleidungsgeschäften gelten. Sachsen bietet ab Januar den neuen Novavax-Impfstoff an. Die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie im Ticker.

Menschen auf einer Straße in Barcelona Spanien
Menschen auf einer Straße im spanischen Barcelona. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Mittwoch, 29. Dezember 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus finden Sie hier.

22:44 Uhr | Kritik an Corona-Amtshilfe von Soldaten

In der Corona-Pandemie geht längst nichts mehr ohne die Bundeswehr. Aktuell sind 7.700 Bundeswehrangehörige in der sogenannten Amtshilfe gebunden. Der Wehrbeauftragten des Bundestages ist das zunehmend ein Dorn im Auge.

22:22 Uhr | Trotz Verbots wieder Corona-Protest in München

Trotz eines Verbots sind am Abend erneut Hunderte Gegner der Corona-Politik durch die Münchner Innenstadt gezogen. Die Polizei in der bayerischen Landeshauptstadt teilte mit, an mehreren Stellen seien Gruppen von Demonstranten gestoppt worden. Man habe die Personalien aufgenommen. Auch ein Polizeihubschrauber war im Einsatz. Die Stadt München hatte einen geplanten größeren Marsch verboten und bei Zuwiderhandlungen Geldbußen bis zu 3.000 Euro angedroht. Erlaubt wurde nur eine kleinere stationäre Kundgebung auf der Theresienwiese. Daraufhin hatten die Organisatoren den Protest abgesagt.

Polizei kesselt Gegner der Corona-Politik in München ein
Polizei kesselt Gegner der Corona-Politik in München ein. Bildrechte: dpa

22:15 Uhr | Belgien nimmt Schließung kultureller Spielstätten zurück

In Belgien dürfen Kinos, Konzerthallen und andere Kulturstätten wieder öffnen. Wie die belgische Regierung mitteilte, beschloss das Corona-Kabinett eine entsprechende Gesetzesänderung. Tags zuvor hatte der Belgische Staatsrat als oberstes Verwaltunsgericht zunächst die Schließung von Theatern aufgehoben, da nicht hinreichend dargelegt wurde inwiefern die Spielstätten zur Ausbreitung des Coronavirus beitrügen. Ab Donnerstag können nun auch andere Kultureinrichtungen unter Auflagen wieder öffnen.

21:55 Uhr | Omikron-Variante breitet sich weiter aus

Die Omikron-Variante breitet sich auch in Deutschland weiter aus. Zur Situation ein Gespräch mit dem Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Virologie an der Uniklinik Dresden, Prof. Alexander Dalpke.

19:33 Uhr | Lauterbach prüft laut "Spiegel" kürzere Quarantäne-Dauer

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach prüft nach Angaben des "Spiegel" eine Verkürzung der Quarantäne bei Kontakt mit Infizierten. Wie das Nachrichtenmagazin unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, beschäftigt sich der Corona-Expertenrat der Bundesregierung auf Bitten des SPD-Politikers mit einer Anpassung der Quarantäne-Dauer, die derzeit 14 Tage beträgt.

Hintergrund ist dem "Spiegel"-Bericht zufolge die Sorge, die sich rasch ausbreitende Omikron-Variante könne Teile der kritischen Infrastruktur lahmlegen, wenn zu viele Menschen für längere Zeit in Quarantäne müssten. Betroffen von Personalengpässen könnten insbesondere das Gesundheitswesen, Polizei, Feuerwehr oder Teile der Wirtschaft sein.

19:05 Uhr | US-Experte Fauci hält Omikron für weniger schwerwiegend als Delta

Auch nach Angaben des US-Regierungsberaters für Biogefährdung, Anthony Fauci, deutet alles darauf hin, dass der Verlauf bei Omikron weniger schwerwiegend ist als bei Delta. Den ersten Daten zufolge dürfte die neue Variante des Coronavirus auch weniger häufig zu Einweisungen ins Krankenhaus führen. Über eine vierte Impfung solle erst geredet werden, wenn klar sei, wie lang der Schutz durch die Auffrischungsimpfungen anhalte, sagte der US-Immunologe.

18:45 Uhr | 2G-Regel gilt in Bayern nicht für Bekleidungsgeschäfte

In Bayern gilt die 2G-Regel nicht in Bekleidungsgeschäften. Das hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof klargestellt. Zur Erklärung heißt es, Bekleidungsgeschäfte dienten genauso wie Buchhandlungen oder Blumenläden der Deckung des täglichen Bedarfs. Die Landesregierung in München hatte Anfang Dezember verfügt, dass im bayerischen Einzelhandel nur noch Geimpfte und Genesene Zugang haben. Ausgenommen sind Läden zur Deckung des täglichen Bedarfs. Vor Weihnachten hatten die Richter schon klargestellt, dass das auch für Spielzeugläden gilt.

18:42 Uhr | Magenverkleinerung bei Übergewichtigen kann schwere Covid-19 ersparen

Bereits seit Beginn der Corona-Pandemie wissen wir: Übergewicht ist ein Risiko-Faktor für Covid-19. Operationen zur Gewichtsreduzierung wurden dennoch verschoben. Mit möglicherweise tödlichem Ausgang.

18:12 Uhr | Spanien verkürzt Corona-Quarantäne auf sieben Tage

Spanien verkürzt die Quarantäne nach einer Corona-Infektion ohne Symptome von zehn auf sieben Tage. Wie das Gesundheitsministerium in Madrid mitteilte, gilt die Verkürzung auch für nicht geimpfte Kontaktpersonen von Infizierten, bei denen selbst keine Infektion nachgewiesen wurde. Geimpfte, die Kontakt zu einem Infizierten hatten, müssen sich in Spanien nicht isolieren.

Durch die Reduzierung der Isolationszeit sollen Beeinträchtigungen der Grundversorgung etwa in Krankenhäusern oder im öffentlichen Verkehr verhindert werden. Die Entscheidung hat Medienberichten zufolge auch mit den Erkenntnissen zu tun, dass die neue Omikron-Variante zwar viel ansteckender, aber offenbar auch weitaus ungefährlicher ist und mit einem viel milderen Verlauf einhergeht.

Erst am Montag hatten die USA die Isolationsdauer von zehn auf fünf Tage verkürzt. Bereits zuvor hatte Großbritannien eine Verkürzung von zehn auf sieben Tage eingeführt.

17:33 Uhr | Freundliche Polizei-Durchsage nach Corona-Spaziergang in Koblenz

Eine freundliche Lautsprecherdurchsage der rheinland-pfälzischen Polizei bei einem "Spaziergang" gegen Corona-Maßnahmen in Koblenz hat für Wirbel gesorgt. Am Ende der Demonstration am Montagabend mit rund 1.200 Teilnehmern hieß es: "Wir, die Polizei, bedanken uns für den kooperativen und friedlichen Ihrerseits gezeigten Protest und die Teilnahme an diesem Spaziergang. Wir wünschen Ihnen einen schönen Weg nach Hause."

Einem Polizeisprecher zufolge hatte man mangels eines Versammlungsleiters den direkten Kontakt zu den Demonstranten gesucht, was "maßgeblich zu dem störungsfreien und friedlichen Verlauf beigetragen" habe. Dafür habe sich die Polizei abschließend bedankt. Hinsichtlich der Kritik, die Polizei habe es an Neutralität mangeln lassen, sagte der Sprecher, man nehme das Gebot der Neutralität sehr ernst und bemühe sich künftig um eine unmissverständliche Sprache.

16:28 Uhr | Novavax-Impfstoff ab Januar auch in Sachsen

Nach Angaben der sächsischen Gesundheitsministerin Petra Köpping ist der neue Novavax-Impfstoff ab Januar 2022 auch in Sachsen erhältlich. Die SPD-Politikerin sagte, der Freistaat habe für diesen Monat 180.000 Dosen bestellt. Sie hoffe, "dass dann diejenigen, die an dem mRNA-Impfstoff Zweifel haben oder was auch immer ihre Gründe sind, sich mit diesem Impfstoff impfen lassen."

Das neue Mittel "Nuvaxovid" von Novavax wird oft als Totimpfstoff bezeichnet, was umstritten ist. Anders als bei klassischen Totimpfstoffen (Ganzvirus-Totimpfstoffe), die auf inaktiven bzw. abgetöteten Erregern basieren, handelt es sich bei "Nuvaxovid" um einen sogenannten Proteinuntereinheitenimpfstoff bzw. rekombinanten Proteinimpfstoff. Dabei wird das Spike-Protein von Sars-CoV-2 in Insektenzellen reproduziert und mit einem Wirkverstärker (Adjuvans) verimpft.

15:47 Uhr | Lauterbach geht von hoher Dunkelziffer aus

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach geht von einer deutlich höheren Anzahl an Corona-Neuinfektionen in Deutschland als offiziell ausgewiesen aus. Wegen der Feiertage gebe es momentan eine "deutliche Untererfassung" der Ansteckungsfälle, sagte der SPD-Politiker. So werde derzeit weniger getestet und von den tatsächlich vorliegenden Testergebnissen würden weniger an die Gesundheitsämter weitergeleitet. "Die gegenwärtig ausgewiesene Inzidenz unterschätzt die Gefahr, in der wir uns befinden", sagte er. Lauterbach appellierte an die Bürger, die Kontakte so weit wie möglich zu reduzieren und den Jahreswechsel "sehr vorsichtig zuzubringen. "Bitte feiern Sie in ganz kleiner Runde. Gefährden Sie sich nicht gegenseitig."

15:13 Uhr | Sachsens Polizei ermittelt nach Bautzen-Protest gegen eigene Beamte

Nach einem eskalierten Corona-Protest am Montag in Bautzen ermittelt Sachsens Polizei wegen des Verdachts auf Körperverletzung im Amt in den eigenen Reihen. Das Verfahren sei umgehend eingeleitet worden, nachdem im Internet ein Videoausschnitt aufgetaucht sei, der zwei Polizisten zeige, die Teilnehmern eines Protests in den Rücken träten, teilte die Polizei mit. Jetzt müssten Aufnahmezeit und -ort des Videos geprüft werden, um herauszufinden, welche Einheit zu diesem Zeitpunkt im Einsatz gewesen sei. Beamte anderer Bundesländer seien am Montag nicht in Bautzen gewesen. "Unabhängig von den Umständen ist so ein Verhalten natürlich inakzeptabel. Dafür stehen wir nicht, und das entspricht auch nicht den Leitlinien, mit denen wir im Einsatz arbeiten", sagte ein Sprecher der Polizei.

15:00 Uhr | Athen zieht Maßnahmen wegen Omikron vor

Griechenland hat angesichts der starken Ausbreitung der als ungefährlicher geltenden Omikron-Variante Maßnahmen vorgezogen, die bisher erst ab dem 3. Januar 2022 geplant waren. Wie Gesundheitsminister Thanos Plevris mitteilte, gelten die Maßnahmen ab Donnerstag, 6:00 Uhr. Demnach müssen alle Tavernen, Bars und Kneipen um Mitternacht schließen. Gäste dürfen nicht stehen, sondern nur am Tisch bedient werden. Musik in Lokalen wurde verboten. Nur in der Silvesternacht dürfen Tavernen und Clubs bis 2:00 Uhr aufbleiben.

Reisende nach Griechenland müssen vor Reiseantritt einen negativen Test vorzeigen. Dabei darf ein PCR-Test nicht älter als 72 Stunden sein, ein Antigen-Schnelltest nicht älter als 24 Stunden. Zudem wird Reisenden eindringlich geraten, sowohl zwei wie vier Tage nach ihrer Ankunft einen Schnelltest zu machen.

13:39 Uhr | Bislang 13.129 Omikron-Fälle – vier Tote

Die Omikron-Virusvariante ist in Deutschland weiter auf dem Vormarsch. Dem Robert Koch-Institut zufolge erhöhte sich die Gesamtzahl der erfassten Fälle binnen eines Tages um 26 Prozent auf 13.129. Darunter seien auch Nachmeldungen aus den vergangenen Wochen. Von allen mit Omikron Infizierten mussten laut RKI 159 Menschen im Krankenhaus behandelt werden, vier Patienten starben.

Gezählt werden in der RKI-Statistik Omikron-Fälle, die mittels Gesamtgenomsequenzierung oder variantenspezifischem PCR-Labortest nachgewiesen wurden. Zwischen der Meldung einer Corona-Ansteckung und dem Laborergebnis zur Variante können je nach Nachweismethode Tage bis Wochen liegen.

Die Bundesregierung erwartet frühestens Anfang Januar ein klareres Bild zum Infektionsgeschehen. Das Gesundheitsministerium geht aktuell von einer durch Weihnachten verzerrten Statistik aus. Einzelne Gesundheitsämter dürften noch Tage für ihre Nachmeldungen brauchen.

12:40 Uhr | Tschechien verschärft Einreiseregeln

Tschechien hat seine Einreisebestimmungen nochmals verschärft. Seit dieser Woche müssen Besucher bei einer Übernachtung einen negativen PCR-Test vorweisen. Ab Donnerstag gilt das auch für den sogenannten kleinen Grenzverkehr, also Kurzbesuche wie beim Einkaufen oder Tanken. Ausgenommen davon sind Geimpfte mit Booster-Auffrischung.

12:16 Uhr | Ramelow: Proteste auch Folge von DDR-Entwurzelung

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sieht bei Rechtsradikalen auf Corona-Demos "eine Mischung aus antiwestlicher Haltung, dumpfer Kapitalismuskritik und einer rückwärts gewandten Nostalgie". Er sagte der Zeitung "Welt", es räche sich immer wieder, dass "die Identität der DDR-Bürger" nach der Wende "entwurzelt" worden sei.

Von der DDR seien nur der grüne Pfeil an der Ampel, das Sandmännchen und das Stasi-Unterlagenarchiv geblieben. Dabei habe es im Osten zum Beispiel auch Gemeindeschwestern zur Gesundheitsversorgung auf dem Land gegeben. Die hätte man jetzt in der Pandemie gut gebrauchen können. Als weitere positive Beispiele nennt Ramelow die DDR-Polikliniken, den längeren gemeinsamen polytechnischen Schulunterricht sowie die Kinderbetreuung.

11:40 Uhr | Antigen-Schnelltest bei Omikron weniger genau

Die Antigen-Corona-Schnelltests haben Probleme mit der Omikron-Variante. Aktuellen Untersuchungen der US-Arzneimittelbehörde FDA zufolge sind die Tests offenbar nicht empfindlich genug und es gibt bei Omikron-Infektionen eine höhere Fehlerquote. Mehr dazu im Beitrag von MDR Wissen:

11:28 Uhr | Impfzahlen ziehen an – Sachsen über 60 Prozent

Die Impfkampagne in Deutschland kommt nach einem Tief an den  Weihnachtstagen wieder in Fahrt. Am Dienstag wurden nach RKI-Daten 608.000 Impfdosen gegen Covid-19 verabreicht, am Montag waren es rund 535.000. Damit sind nun mindestens 59,0 Millionen Menschen komplett geimpft, 71 Prozent der Gesamtbevölkerung. Mindestens 31 Millionen Menschen haben zusätzlich eine Boosterimpfung erhalten. 21,6 Millionen Menschen sind noch nicht geimpft, darunter vier Millionen Kinder unter fünf Jahren, für die noch kein Impfstoff zugelassen ist.

Schlusslichter bei der Impfquote sind weiter die Ost-Bundesländer. Sachsen hat bei den komplett Geimpften mit 60,1 Prozent jetzt erst diese Marke überschritten. Es folgen Brandenburg (64,2%), Thüringen (65,0%) und Sachsen-Anhalt (67,5%). Spitzenreiter sind Bremen mit 82,7 Prozent und das Saarland (77,0%).

11:05 Uhr | Holter will Bundesregelung für Distanzunterricht

Thüringens Bildungsminister Helmut Holter hat sich für eine Änderung des Bundesinfektionsschutzgesetzes ausgesprochen, um flächendeckend an Schulen Distanzunterricht zu ermöglichen. Der Linke-Politiker erwartet von der Kultusministerkonferenz noch vor der nächsten Bund-Länder-Runde am 7. Januar dazu Empfehlungen. Die Lage habe sich durch die Omikron-Lage verändert, darauf müsse die Bundesregierung reagieren.

Holter hatte vor den Weihnachtsferien für die Schulen im Freistaat in der ersten Januarhälfte Distanzunterricht angeordnet, das aber inzwischen wieder geändert. Stattdessen sollen die Schulen die Infektionslage nun selbst bewerten und über Präsenzunterricht oder Homeschooling entscheiden.

10:13 Uhr | Schausteller erwarten Pleitewelle

Der deutsche Schausteller-Verband sieht viele Schausteller und Markthändler vor dem Aus. Die Branche sei nach zwei Jahren ohne Märkte und Volksfeste am Ende, sagte Verbandsvize Andreas Pfeffer der "Bild"-Zeitung. Betroffen seien rund 5.300 Schausteller mit Fahrgeschäften und 20.000 Markthändler. Die CDU-Politikerin Gitta Connemann forderte eine Notfallhilfe von bis zu 1,5 Milliarden Euro. Es gehe nicht nur um Tausende Jobs, "sondern um ein weltweit einmaliges Kulturgut".

09:21 Uhr | WHO sieht weiter hohe Risiken durch Omikron

Die Weltgesundheitsorganisation schätzt die Risiken durch die Omikron-Coronavariante weiter als sehr hoch ein. Der wöchentliche WHO-Lagebericht bestätigt eine deutlich schnellere Ausbreitung als bei der Delta-Variante. Das sei offenbar auf den geringeren Schutz durch die Immunabwehr als auch die erhöhte Übertragbarkeit zurückzuführen. Allerdings sei in Südafrika zuletzt ein Rückgang der Fälle verzeichnet worden. Zudem zeigten vorläufige Daten aus Großbritannien, Südafrika und Dänemark, dass Erkrankungen häufig relativ milde verliefen. Es brauche aber noch weitere Studien, um diese Beobachtungen wirklich zu verstehen. In Deutschland ist die Lage aufgrund von Datenlücken unklar, das Bundesgesundheitsministerium hält die sinkenden Infektionszahlen für unrealistisch.

08:12 Uhr | Polen meldet viele Corona-Tote

In Polen steigt die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit Covid-19. Binnen 24 Stunden wurden 794 Todesfälle bei Infizierten gemeldet. Das ist der höchste Tageswert der vierten Welle im Nachbarland. Zudem wurden 15.571 Neuansteckungen erfasst.

07:45 Uhr | Rekord bei Neuansteckungen in USA

In den USA steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen rapide an. Für Montag gab die Gesundheitsbehörde CDC mehr als 440.000 neue Fälle an einem Tag an, den höchsten Wert seit Ausbruch der Pandemie. Wegen Meldeverzögerungen zu Weihnachten könnten die Zahlen sogar noch höher liegen. Die "New York Times" etwa meldete sogar mehr als 500.000 neue Infektionen. In den USA und vielen anderen Ländern ist die hoch ansteckende Omikron-Variante bereits dominierend.

07:24 Uhr | Thüringen erlaubt nun doch Präsenzunterricht

Das Thüringer Bildungsministerium hat die Regeln für den Unterricht nach den Weihnachtsferien erneut geändert. Demnach soll ab dem 5. Januar auch eingeschränkter Präsenzunterricht möglich sein, wenn die regionale Infektionslage es zulässt. Wer darüber entscheidet, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Erst kurz vor den Weihnachtsferien hatte Bildungsminister Helmut Holter entschieden, dass alle Schüler ab 3. und 4. Januar zuhause bleiben und Unterrichtsstoff wiederholen sollen. Bis Mitte Januar war landesweit Homeschooling geplant. Begründet wurde das mit den Risiken der Omikron-Virusvariante.

07:00 Uhr | Lauterbach hält sinkende Inzidenzen für stark verzerrt

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach zeigt sich besorgt über die unklare Datenlage zur Ausbreitung der Omikron-Variante in Deutschland. Er sagte der Bild-Zeitung, wegen der Meldeverzögerungen und fehlender Tests um die Feiertage sei die Dynamik der Infektionslage verzerrt abgebildet. Er versuche derzeit, sich mit verschiedenen Datenquellen aus ganz Deutschland ein Gesamtbild zu verschaffen. Das Robert Koch-Institut schätzte gestern unter Berufung auf vorliegende Daten einen Anstieg der Omikron-Fälle in Deutschland um 45 Prozent im Vergleich zu Montag. Heute meldet das RKI einen Rückgang der Sieben-Tage-Inzidenz auf 205 und 414 neue Todesfälle.

06:50 Uhr | Virologe für verkürzte Quarantäne

Der Virologe Alexander Dalpke ist für eine Verkürzung der Corona-Quarantänezeit auch in Deutschland. Der Direktor des Medizininstituts für Mikrobiologie und Virologie Dresden sagte MDR AKTUELL, neuere Daten zeigten, dass das Ansteckungsrisiko nach fünf Tagen Isolation nur noch sehr niedrig sei. Die Virus-Weitergabe erfolge meistens, bevor die ersten Symptome aufträten oder in den ersten ein, zwei Tagen danach. Dalpke betonte, ohne eine Änderung der Quarantänedauer sei mit der Omikron-Welle zu befürchten, dass sehr viele Personen ausfielen. In den USA hatte die Gesundheitsbehörde gestern die empfohlene Isolationsdauer nach einer Corona-Infektion von zehn auf fünf Tage halbiert. Aus den Reihen der Union kamen entsprechende Forderungen.

06:45 Uhr | Sachsen will mehr Schnellverfahren bei Gewalt-Protesten

Das sächsische Justizministerium hält angesichts der teils gewalttätigen Corona-Proteste Schnellverfahren für wichtig. Eine Sprecherin sagte MDR AKTUELL, das würde zeigen, dass der Rechtsstaat funktioniere. Eine Strafe, die auf dem Fuße folge, könne andere Menschen abschrecken, die Ähnliches planten. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Dresden hat es in Sachsen bereits beschleunigte Verfahren nach Corona-Protesten gegeben. Oft sei bei Straftaten auf Demonstrationen aber die Beweislage nicht eindeutig genug, um ein juristisches Schnellverfahren einzuleiten. Bei Corona-Protesten in Bautzen waren am Montag zwölf Polizisten verletzt worden.

06:35 Uhr | Triage-Schutz auch für Senioren?

Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum Schutz Behinderter bei Triage-Entscheidungen wirft nach Ansicht des "Kuratoriums Deutsche Altershilfe" weitere Fragen auf. Man sollte prüfen, ob dieser Schutz nicht auch für ältere Menschen geregelt werden müsse. Senioren drohe ebenfalls eine Benachteiligung. Das Alter werde bei der Aufzählung möglicher Diskriminierungsmerkmale im Grundgesetz bisher nicht aufgeführt. Triage beschreibt eine Situation, in der Ärzte etwa bei fehlenden Intensivplätzen entscheiden müssen, wen sie retten und wen nicht.

06:20 Uhr | Deutschland spendet weiter Impfstoff

Die Bundesregierung will auch 2022 Corona-Impfstoff an ärmere Länder abgeben. Entwicklungsministerin Svenja Schulze kündigte im Redaktionsnetzwerk Deutschland an, mindestens 75 Millionen Impfdosen zu spenden. Die eigene Impfkampagne solle dabei nicht eingeschränkt werden. In diesem Jahr hat Deutschland Schulze zufolge rund 100 Millionen Impfdosen abgegeben.

06:00 Uhr | Der Ticker am Mittwoch, 29. Dezember 2021

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 29. Dezember 2021 | 06:00 Uhr

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https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/politik/lauterbach-vierte-impfung-pflegeheimbewohner100.html

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