Coronavirus-Pandemie Ticker vom Montag: Erster Omikron-Fall in Mitteldeutschland nachgewiesen

In Mitteldeutschland ist der erste Fall der neuen Coronavirus-Variante Omikron nachgewiesen worden. Nach Angaben des Gesundheitsamtes im sächsischen Leipzig, handelt es sich um einen 39-jährigen Leipziger. Ein Epidemiologe rechnet für Sachsen mit einer baldigen Durchseuchung und Immunisierung. Die Ministerpräsidenten wollen schon am Dienstag mit Kanzlerin Merkel und Bald-Kanzler Scholz über schärfere Corona-Maßnahmen beraten. Die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie im Ticker.

Corona-Testzentrum am Wilhelm-Leuschner-Platz in Leipzig
Corona-Testzentrum der Stadt Leipzig am Wilhelm-Leuschner-Platz. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Unser Ticker am Montag, 29. November 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus finden Sie hier.

22:45 Uhr | Test-Kapazitäten kurz vor der Überlastung

Deutschlandweit können pro Woche rund 2,2 Millionen PCR-Tests durchgeführt werden. Diese Grenze ist beinahe erreicht, das Testsystem kurz vor der Überlastung. Wir haben ein Labor in Jena besucht.

Update 22:40 Uhr | Proteste gegen Corona-Maßnahmen in Sachsen und Thüringen

In mehreren sächsischen Städten sind am Abend erneut zahlreiche Menschen zu unangemeldeten Protest-"Spaziergängen" gegen die Corona-Maßnahmen zusammengekommen.

Dem Aufruf zu Protesten gegen die Corona-Schutz-Maßnahmen folgen mehrere hunderte Menschen
Hunderte Menschen beteiligten sich an einem Protest-"Spaziegang" in Freiberg. Bildrechte: dpa

Auf Videos in sozialen Netzwerken ist zu sehen, wie hunderte Menschen in einer langen Reihe durch Freiberg gehen. Laut sächsischer Corona-Verordnung dürfen Versammlungen derzeit nur ortsgebunden und mit maximal zehn Teilnehmern stattfinden. In Bautzen verhinderte die Polizei ihren Angaben zufolge eine Kundgebung mit etwa 200 Personen. Auch in Chemnitz, Leipzig, Zwönitz und Wilsdruff kam es zu Ansammlungen von Menschen.

In Thüringen kamen nach Polizeiangaben rund 650 Menschen zu einer ungenehmigten Kundgebung in Erfurt zusammen. Viele hatten Kerzen dabei, Mund-Nasen-Schutz trugen sie nicht. Der Protest sei "friedlich und weitestgehend störungsfrei" verlaufen, hieß es.

Mit Kerzen laufen Menschen die Marktstraße entlang zum Domplatz.
Auch in Erfurt gingen hunderte Menschen gegen Corona-Maßnahmen auf die Straße. Bildrechte: dpa

22:35 Uhr | Erfurt hält an Klage-Absicht gegen Weihmachtsmarktverbot fest

Die Stadt Erfurt will gegen das Weihnachtsmarktverbot juristisch vorgehen. Der Markt war nur zwei Tage lang geöffnet und durch strengere Corona-Regeln des Landes untersagt worden.

21:46 Uhr | Biontech beschleunigt Impfstoff-Auslieferung

Der Impfstoffhersteller Biontech zieht angesichts der großen Nachfrage die Lieferung von Millionen Impfdosen an Deutschland vor. Eine Unternehmenssprecherin sagte, in dieser Woche werde der Bund 5,8 Millionen Impfdosen erhalten. Davon sei die Hälfte eigentlich erst für kommende Woche vorgesehen gewesen. Biontech reagiert mit dem Schritt auf den hochschnellenden Bedarf an Auffrischungsimpfungen.

Laut Bundesgesundheitsministerium will das Mainzer Unternehmen im Laufe des Dezembers noch zwei weitere Chargen liefern. Darunter sind 2,4 Millionen Dosen Kinder-Impfstoff, die kurz vor Weihnachten zur Verfügung stehen sollen.

Biontech Büro- und Laborgebäude in Mainz
Biontech-Büro- und Laborgebäude in Mainz, An der Goldgrube 12. Bildrechte: dpa

21:05 Uhr | Hunderte Menschen protestieren gegen Corona-Maßnahmen in Freiberg

In Sachsen gibt es weiterhin regelmäßig Protestaktionen gegen die Corona-Maßnahmen der Staatsregierung. MDR AKTUELL-Reporterin Katja Stieler berichtet von einer solchen Veranstaltung in Freiberg im Erzgebirge.

21:00 Uhr | Test-Zahlen haben sich mit 3G verdreifacht

Für Job und Nahverkehr brauchen Ungeimpfte inzwischen einen negativen Corona-Test. Das hat dazu geführt, dass das Test-Aufkommen mancherorts um das Dreifache gestiegen ist. Wir haben an der Uniklinik Halle nachgefragt, wie viel hier aktuell getestet wird und wie oft im Schnitt ein Test positiv ausfällt.

20:58 Uhr | US-Präsident Biden warnt vor Panikmache wegen Omikron

US-Präsident Joe Biden warnt vor Panikmache wegen der neuen Omikron-Variante. Es werde einige Wochen dauern, bis bekannt sei, wie gut die Impfstoffe schützen, sagte er. Biden kündigte eine Strategie an, wie mit Omikron umgegangen werden solle. Früher oder später werde die Mutation auch in den USA auftauchen. Zugleich versicherte Biden, dass US-weit keine neuen Lockdowns erwogen würden.

20:40 Uhr | Unterstützung für Kontaktnachverfolgung in Sachsen-Anhalt

Wegen der Corona-Krise haben sich die Kreise und kreisfreien Städte in Sachsen-Anhalt Unterstützung für die Kontaktnachverfolgung geholt. Nach Informationen des MDR sind etwa im Landkreis Anhalt-Bitterfeld 32 Mitarbeiter des Robert Koch-Instituts unterwegs, um zu helfen. Zum Teil werden auch Mitarbeiter aus Städten zu den Landkreisen abgeordnet. Weitere Hilfe kommt von der Bundeswehr, vom DRK und von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft. Für mobile Impfteams und Impfzentren soll auch externes Personal geholt werden.

19:33 Uhr | Erster Omikron-Fall in Mitteldeutschland nachgewiesen

Das Gesundheitsamt Leipzig hat den ersten Fall der neuen Coronavirus-Variante Omikron in Sachsen und Mitteldeutschland bestätigt. Wie Amtsleiterin Regine Krause-Döring in einer Videoschalte zur Corona-Lage mit Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sagte, handle es sich bei dem infizierten Leipziger um einen 39-jährigen Mann. Er sei weder im Ausland gewesen, noch habe er Kontakt zu Menschen gehabt, die im Ausland waren. Weitere Details zu dem Fall waren zunächst nicht bekannt.

19:16 Uhr | Omikron-Infizierten in Bayern geht es gut

Die drei positiv auf die neue Omikron-Variante positiv getesteten Personen in Bayern haben bislang keinen schweren Verlauf. Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek teilte in München mit: "Mein jetziger Kenntnisstand ist, dass es ihnen soweit gut geht."

18:35 Uhr | Epidemiologe rechnet mit Durchseuchung und Immunisierung in Sachsen

Der Epidemiologe Markus Scholz von der Uni Leipzig sieht in Sachsen ein Durchseuchungsszenario. Der Professor am Institut für Medizinische Informatik sagte MDR AKTUELL, nach den Modellierungen seines Teams werde man weiterhin und über längere Zeit hohe Zahlen sehen. Es sei davon auszugehen, dass es in dieser Welle eine weitgehende Immunisierung der Bevölkerung durch Ansteckung oder Impfung geben werde. Ein Großteil der nicht Geimpften müsse damit rechnen, sich anzustecken. Würden keine zusätzlichen Maßnahmen ergriffen, gebe es bis Weihnachten eine weitere Verdopplung der Fallzahlen.

18:26 Uhr | Länder fordern Impfungen in Apotheken und Zahnarztpraxen

Die Gesundheitsminister der Länder wollen künftig auch Apotheken und Zahnärzte in Covid-Impfungen mit einbeziehen. Der Vorsitzende der Ressortchefs, Klaus Holetschek aus Bayern, sagte, der Bund sei gebeten, die rechtlichen Rahmenbedingungen dafür zu schaffen. Laut einem einstimmigen Beschluss der Länderminister könnte dies über eine zeitlich befristete Ausnahmegenehmigung ermöglicht werden. Etwa ergänzend zu Regelungen, nach denen Apotheken in regionalen Modellprojekten bereits Grippeimpfungen machen können.

18:13 Uhr | Designierter Justizminister will Impfpflicht-Votum zur "Gewissensfrage" machen

Marco Buschmann, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, spricht im Bundestag zu den Abgeordneten.
Buschmann: "Allgemeine Impfpflicht berührt viele schwierige Fragen." Bildrechte: dpa

Der designierte Bundesjustizminister Marco Buschmann plädiert dafür, bei einer möglichen Entscheidung des Bundestags über eine allgemeine Impfpflicht die Abgeordneten von der Fraktionsdisziplin zu entbinden. Der FDP-Politiker sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland RND, bei "medizinethischen Themen" habe es sich in der Vergangenheit bewährt, sie zur "Gewissensfrage" zu erklären. Die allgemeine Impfpflicht berühre viele schwierige Fragen, betonte Buschmann: "Ist der Grundrechtseingriff in die körperliche Integrität verhältnismäßig? Welche Ausnahmen muss es geben? Wie setzt man diese Pflicht durch? Wie organisiert man es als Staat, zu wissen, wer einer solchen Pflicht nachkommt und wer nicht?"

17:43 Uhr | Landesärztekammer Thüringen fordert Impfpflicht

Die Landesärztekammer Thüringen hält eine Covid-Impfpflicht für zumutbar. Wie die Kammer mitteilte, hat sich der gesamte Vorstand geschlossen für die Einführung ausgesprochen. Kammerpräsidentin Ellen Lundershausen sagte, man sei nun in einer Situation, in der die Ärzte eine Impfpflicht für legitim hielten. Impfen sei die einzige Chance, diese Pandemie zu beenden.

Lundershausen mahnte zugleich eine zuverlässige Bereitstellung von Impfstoff an. Der Wille und das Engagement der Kolleginnen und Kollegen in den Arztpraxen sei da. Derzeit werde Impfstoff aber häufig nicht wie bestellt geliefert.

15:58 Uhr | Einreisende aus Südafrika müssen am Flughafen PCR-Test machen

Einreisende aus Südafrika müssen wegen der neuen Omikron-Variante direkt am Flughafen einen PCR-Test machen. Wie ein Sprecher des Bundesinnenministeriums mitteilte, wurden hierzu an den Flughäfen Frankfurt am Main und München gesonderte Bereiche eingerichtet. Falle der Test positiv aus, würden die Betroffenen voraussichtlich von den Gesundheitsämtern in "Quarantäne-Hotels" untergebracht.

Grundsätzlich gelte für alle Südafrika-Reisenden eine 14-tägige Quarantänepflicht, so der Sprecher weiter. Negativ getestete Personen dürften diese jedoch im häuslichen Umfeld verbringen. Alle Südafrika-Heimkehrer müssten sich zudem am 5. und am 13. Tag erneut einem PCR-Test unterziehen. Die Möglichkeit, sich innerhalb von 14 Tagen "freizutesten", gebe es nicht.

15:17 Uhr | Bund-Länder-Treffen zu Corona-Lage schon am Dienstag

Die Ministerpräsidenten der 16 Bundesländer wollen bereits am morgigen Dienstag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihrem designierten Nachfolger Olaf Scholz über schärfere Corona-Maßnahmen beraten. Wie mehrere Nachrichtenagenturen berichten, ist bereits für Dienstagmittag eine Telefonkonferenz geplant. Offizieller Anlass soll demnach sein, dass sie die Länder über die Einrichtung des Corona-Krisenstabs im Kanzleramt informieren wollen. Da zuvor aber das Bundesverfassungsgericht auch über die frühere Bundesnotbremse entscheidet, wird mit einer grundsätzlichen Debatte über mögliche Kurskorrekturen in der Corona-Politik gerechnet, heißt es weiter.

13:55 Uhr | Biontech entwickelt bereits neuen Impfstoff

Der Mainzer Konzern Biontech hat mit der Entwicklung eines Impfstoffs gegen die Omikron-Variante des Coronavirus begonnen. Das sei Teil des Standardvorgehens bei neuen Varianten, teilte das Unternehmen am Montag mit. "Die ersten Schritte bei der Entwicklung überschneiden sich mit den nötigen Untersuchungen, ob überhaupt ein neuer Impfstoff nötig ist." Derzeit ist noch unklar, wie gut die aktuellen Corona-Impfstoffe auch vor der neuen Variante schützen. Auch der Impfstoffentwickler Moderna arbeitet an einer verbesserten Version seines Vakzins. Omikron hat nach Angaben der WHO besonders viele Mutationen auf dem Spike-Protein, auf das die Corona-Impfstoffe abzielen.

13:40 Uhr | Tausende Bundeswehrsoldaten im Corona-Einsatz

Laut Verteidigungsministerium in Berlin stehen mittlerweile bis zu 8.000 Bundeswehrsoldatinnen und -soldaten in Deutschland bereit zum Corona-Einsatz. "Das Personal-Kontingent wurde aufgrund der dramatischen Lage-Entwicklung in der letzten Woche angepasst", erklärt das Ministerium auf Twitter. Den Angaben zufolge helfen derzeit 398 Soldatinnen und Soldaten in Alten- und Pflegeheimen, 707 in Krankenhäusern und 2440 in den Gesundheitsämtern.

13:15 Uhr | Australien verschiebt Öffnung der Grenzen

Australien verschiebt die Öffnung seiner Grenzen um zwei Wochen auf Mitte Dezember. Das teilte Premierminister Scott Morrison mit. Die Entscheidung fiel auf Empfehlung der Gesundheitsbehörden, nachdem auch in Australien erste Omikron-Fälle nachgewiesen worden waren. Als Reaktion auf den Ausbruch der Corona-Pandemie hatte Australien im Mai 2020 seine Grenzen geschlossen und nur noch eine begrenzte Anzahl an Staatsangehörigen und Personen mit Aufenthaltsgenehmigungen ins Land gelassen. Ab dem 1. Dezember sollten eigentlich auch wieder Inhaber von Auslandsvisa einreisen dürfen. Nun wolle man aber erst mehr Informationen zum besseren Verständnis der Omikron-Variante sammeln, sagt Morrison.

13:00 Uhr | Regierungssprecher: Volle Stadien "schwer zu verstehen"

Angesichts steigender Infektionszahlen distanziert sich die Bundesregierung von Behördenentscheidungen für voll besetzte Fußballstadien. In der jetzigen Phase der Corona-Pandemie sei jeder Kontakt ein Ansteckungsrisiko, erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Deshalb sei es "ganz schwer zu verstehen", wenn 50.000 Menschen in einem Stadion zusammenkommen, während anderenorts Weihnachtsmärkte geschlossen werden. Am Wochenende durften 50.000 Besucher zum rheinischen Derby zwischen Köln und Mönchengladbach.

12:40 Uhr | Bayern und Sachsen beraten gemeinsam über Corona-Lage

Die Landesregierungen von Sachsen und Bayern wollen am Dienstag gemeinsam über die aktuelle Corona-Lage beraten. Wie ein Regierungssprecher in München mitteilte, ist dazu eine virtuelle Sitzung geplant. Im Anschluss würden die Ministerpräsidenten Michael Kretschmer und Markus Söder über die Ergebnisse informieren. In Sachsen stieg laut RKI die Sieben-Tage-Inzidenz auf fast 1.285. Damit weist der Freistaat im bundesweiten Vergleich weiter den höchsten Wert aus. In Bayern ging die Inzidenz dagegen leicht zurück. Söder erklärte in ZDF-Morgenmagazin, die Corona-Maßnahmen zeigten erste Wirkung.

12:30 Uhr | Sachsen bereitet 40 Impfstellen vor

Sachsen will das Tempo beim Impfen beschleunigen. Wie das Deutsche Rote Kreuz mitteilte, werden landesweit über 40 Impfstellen vorbereitet. So solle beispielsweise am Mittwoch das Impfzentrum auf der Dresdner Messe wieder öffnen. Zur Terminbuchung für die Impfstellen solle das Online-Portal aus dem Frühjahr wieder eingerichtet werden. Darüber hinaus seien täglich mobile Impfteams im Einsatz. Das Bundesgesundheitsministerium teilte mit, dass diese Woche elf Millionen Impfdosen für Booster-Impfungen ausgeliefert werden sollen.

11:50 Uhr | Virologen fordern schnelles Handeln der Politik

Die Gesellschaft für Virologie (GfV) und die Deutsche Gesellschaft für Immunologie (DGfI) fordern in einer gemeinsamen Stellungnahme ein konsequentes und schnelles Handeln der Politik. Um eine weitere Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante und der möglicherweise noch ansteckenderen Omikron-Variante zu verhindern, seien umfassende Kontaktbeschränkungen und die Erhöhung der Impfquote gegebenenfalls durch Einführung einer Impfpflicht sowie eine konsequente Auffrischungsimpfung nötig. Kinder und Jugendliche müssten besonders berücksichtigt, Schließungen von Schulen und Kitas aber möglichst vermieden werden. "Sollte es nicht gelingen, die Anzahl der Infektionen rigoros zu reduzieren, wird ein Kollabieren des stationären Gesundheitssystems nicht zu verhindern sein."

11:00 Uhr | WHO will Pandemievertrag auf den Weg bringen

Die 194 Mitgliedsländer der Weltgesundheitsorganisation wollen auf einer außerordentlichen Versammlung ab Montag einen neuen Pandemievertrag auf den Weg bringen. Die Weltgesundheitsversammlung solle die Aufnahme von Verhandlungen über ein neues Abkommen gegen zukünftige pandemische Bedrohungen wie Covid-19 beschließen, teilte die WHO in Genf mit. Der Beschluss wird für Dienstag oder Mittwoch erwartet. Mit dem Vertrag soll ein gemeinsames Vorgehen im Falle einer neuen pandemischen Gefahr geregelt werden.

10:20 Uhr | Omikron-Infizierte in Schottland zuvor nicht auf Reisen

In Schottland sind nach Behördenangaben sechs Infektionen mit der neuen Corona-Variante Omikron nachgewiesen worden. In einigen Fällen habe es sich nicht um Reisende gehandelt. Das Gesundheitsministerium will nachverfolgen, zu wem die Betroffenen Kontakt hatten, um herauszufinden, woher das Virus kam.

10:10 Uhr | Südafrikanischer Gesundheitsminister warnt vor Panik

Der südafrikanische Gesundheitsminister Joe Phaahla warnt vor einer Panik wegen der neuen Corona-Variante Omikron. Dafür gebe es keinen Grund, sagt er auf einer Pressekonferenz. Wissenschaftler versuchten festzustellen, ob die neue Variante des Coronavirus ansteckender als die bekannten sei und welche Vakzine einen schweren Krankheitsverlauf verhindern könnten. Es werde alles unternommen, damit das Gesundheitssystem auf Omikron vorbereitet sei.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO stufte das von der neuen Omikron-Variante ausgehende weltweite Risiko indes als insgesamt "sehr hoch" ein. Die Wahrscheinlichkeit einer weiteren globalen Ausbreitung sei groß, mit steigenden Covid-19-Fallzahlen sei zu rechnen.

10:00 Uhr | Forscher: Mit viraler RNA lässt sich Sterblichkeit bestimmen

Die Menge viraler RNA von Sars-CoV-2 lässt Rückschlüsse darauf zu, welche Patienten der Krankheit erliegen und welche überleben werden. Das hat ein kanadisches Forschungsteam bei Untersuchungen von 279 Patienten herausgefunden. Ob solche Tests praktisch umgesetzt werden können, lässt sich derzeit noch nicht sagen. Mehr dazu lesen Sie im Artikel:

09:50 Uhr | Impfkampagne hat sich beschleunigt

Die Impfkampagne hat sich wegen zahlreicher Sonderimpfaktionen auch am Wochenende deutlich beschleunigt: Samstag und Sonntag registrierte das Robert Koch-Institut (RKI) mehr als 660.000 Corona-Impfungen. Am Sonntag wurden danach 152.673 Personen geimpft, am Samstag 509.096. An den vorangehenden Sonntagen waren es nur 91.000 bzw. 48.000 und 32.000 Impfungen gewesen.

09:00 Uhr | Experten sehen zunehmende Angriffe durch Impfgegner

Beleidigungen, Drohungen und körperliche Übergriffe: Betroffene und Experten berichten von einer deutlichen Zunahme von Angriffen auf Ärzte und Pflegepersonal durch Impfgegner, Corona-Leugner und andere Kritiker der Schutzmaßnahmen. Auch Fragen nach dem Impfstatus führten regelmäßig zu Protesten. Laut "Welt" (Montag) berichtet neben den direkt Betroffenen auch das Bundeskriminalamt (BKA) über eine Zunahme von Gewalt und körperlichen Übergriffen. Das BKA schätzt demnach Impfgegner und Corona-Leugner als "relevantes Risiko" für mit der Impfung betrautes medizinisches Personal ein. Für dieses "besteht die Gefahr zumindest verbaler Anfeindungen bis hin zu Straftaten wie etwa Körperverletzung", so die Behörde.

Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer zu Beginn eines dpa-Interviews.
Klaus Reinhardt Bildrechte: dpa

Konkrete Zahlen dazu gebe es zwar noch nicht, aber auch die Bundesärztekammer spricht von einer "alarmierenden Situation": "Für viele Mitarbeiter im Gesundheitswesen gehört es zunehmend zum beruflichen Alltag, dass ihnen Aggressivität entgegenschlägt – etwa, wenn sie Patienten darauf hinweisen, die Corona-Regeln einzuhalten, oder sie nach ihrem Impfstatus befragen", erklärte Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer. Entsprechende Berichte aus den Kliniken und Praxen häuften sich.

Impfende Ärztinnen und Ärzte erhalten Drohbriefe, werden beschimpft und Opfer körperlicher Gewalt.

Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer

08:50 Uhr | Corona-Krisenstab soll noch in dieser Woche starten

Der von der Ampel-Koalition geplante Corona-Krisenstab im Kanzleramt soll noch vor Amtsantritt der Regierung die Arbeit aufnehmen. FDP-Chef Lindner sagte am Abend im ZDF, das Gremium solle in dieser Woche starten. An der Spitze werde ein deutscher General stehen. Der Städtetag forderte eine Beteiligung der Kommunen an dem Gremium. Städtetagspräsident Markus Lewe sagte den Funke-Medien, mit der neuen Virusvariante Omikron spitze sich die Situation zu. Die Städte gehörten mit an den Tisch, denn sie müssten die Maßnahmen umsetzen. Die Zeit von Bund-Länder-Gipfeln sollte vorbei sein.

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist unterdessen weiter gestiegen. Das Robert-Koch-Institut gab den Wert am Montagmorgen mit 452,4 an – gestern lag er bei 446,7. Binnen 24 Stunden wurden 29.364 Neuinfektionen registriert, das sind 1.279 Fälle weniger als Montag vor einer Woche.

08:30 Uhr | Forderungen nach Bundesnotbremse und Kontaktbeschränkungen

Der baden-württembergische Gesundheitsminister Manfred Lucha fordert, dass der Bundestag noch in dieser Woche wieder die epidemische Lage von nationaler Tragweite beschließen und den Weg für eine bundesweite Notbremse möglich machen soll. "Wir brauchen Kontaktbeschränkungen im Umfang von 70 bis 90 Prozent, sagt der Grünen-Politiker im Deutschlandfunk.

Das Bundesverfassungsgericht will unterdessen am Dienstag seine Entscheidungen zu insgesamt neun Verfassungsbeschwerden gegen die sogenannte Bundesnotbremse veröffentlichen. Das teilte das Gericht bereits am Freitag in Karlsruhe mit. Demnach geht es in sieben der Beschwerden um Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen, in zwei weiteren um Schulschließungen. (Az: 1 BvR 781/21, 1 BvR 971/21 u.a.)

08:20 Uhr | Tägliche Tests an Sachsen-Anhalts Schulen

Schülerinnen und Schüler in Sachsen-Anhalt müssen sich ab heute an jedem Unterrichtstag testen lassen. Das Bildungsministerium hofft damit, das Infektionsgeschehen zu bremsen. Mit der täglichen Testpflicht entfällt allerdings in Schulbussen, in der Innengastronomie oder beim Kinder- und Jugendsport die 3G-Regel. Bislang galt die Testpflicht in Sachsen-Anhalt an drei Tagen in der Woche. Zudem wird die Präsenzpflicht an Schulen wie zuvor schon in Sachsen aufgehoben. In Sachsens Schulen müssen sich Ungeimpfte und Genesene drei Mal pro Woche testen, in Thüringer Schulen zwei Mal in der Woche.

07:55 Uhr | KZ-Gedenkstätte berichtet von Hass-Mails wegen 2G-Regel

Die KZ-Gedenkstätte Buchenwald berichtet von Hass-Mails, Hetze und "unerträglicher Relativierung der NS-Verbrechen" als Reaktion auf strengere Corona-Schutzmaßnahmen. Auch am Telefon würden Mitarbeiter beschimpft, seit die 2G-Regel gilt, nach der nur Geimpfte und Genesene Zutritt haben. "Die Aggressivität, die uns entgegenschlägt, zeugt von einer erschreckenden Verrohung", schreibt Jens-Christian Wagner, Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, in einer aktuellen Erklärung. Weiter heißt es:

Am widerlichsten ist aber, dass die Corona-Schutzmaßnahmen mit den NS-Verbrechen gleichgesetzt sowie Ungeimpfte als 'neue Juden' und Gedenkstättenmitarbeiter:innen als Nazis, Faschisten und neue Dr. Mengeles beschimpft werden.

Jens-Christian Wagner, Direktor der Gedenkstätte

Wer solche Beschimpfungen vortrage und sich anmaße, sich mit verfolgten Jüdinnen und Juden im Nationalsozialismus gleichzusetzen, instrumentalisiere und verhöhne damit diejenigen, die Opfer der Verbrechen im Nationalsozialismus wurden, so Wagner. Die Zugangsbeschränkung zur Ausstellung für freiwillig Ungeimpfte ernsthaft mit der rassistisch und antisemitisch motivierten Mordpolitik der Nazis gleichzusetzen, sei "hanebüchen". Ungeimpfte würden in keinerlei Weise bedroht und müssten nicht um ihr Leben fürchten – "außer durch eine Corona-Infektion. Sie werden nicht verfolgt, verschleppt oder ermordet."

07:45 Uhr | Leopoldina warnt vor Kollaps der Krankenhäuser

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina kritisiert das Ausbleiben neuer Corona-Schutzmaßnahmen der Regierung. Man habe kein Verständnis für das Zögern der Politik, sagt die Medizinerin Jutta Gärtner im ZDF. Um die vierte Welle der Pandemie zu bremsen, seien Maßnahmen nötig und zwar sofort. Sie warnt vor einem drohenden Kollaps der Krankenhäuser. "Wir brauchen sofort Kontaktbeschränkungen." Zudem müsse mehr geimpft werden. Für die sogenannte Herdenimmunität müssten weit über 85 Prozent der Bevölkerung geimpft sein. Derzeit seien erst knapp 70 Prozent der Deutschen vor dem Virus geschützt. Die Direktorin für Kinder- und Jugendmedizin an der Universität Göttingen empfiehlt auch Kinder und Jugendliche zu impfen.

07:25 Uhr | Baerbock mahnt zu schnellem Handeln

Angesichts rasant steigender Corona-Infektionszahlen und der neuen besorgniserregenden Südafrika-Variante Omikron zeichnen sich in Deutschland weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie ab. Grünen-Co-Chefin Annalena Baerbock mahnte zu schnellem Handeln. "Wir können nicht bis zum 9. warten", sagte Baerbock am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Anne Will" mit Blick auf den nächsten Termin der Ministerpräsidentenkonferenz am 9. Dezember. Es müsse nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Bundesnotbremse am Dienstag eine Bestandsaufnahme vorgenommen werden, inwieweit die Bundesländer die möglichen Maßnahmen umgesetzt hätten. Sei dies nicht der Fall, müsse auf Bundesebene gehandelt werden.

07:20 Uhr | Polen: Homeoffice nur für Geimpfte?

Während die Zahl der Infizierten und Toten auch in Polen täglich steigt, bleiben landesweite Neuregelungen aus. Die Impfquote ist nach wie vor gering: Nur 53 Prozent der Menschen im Nachbarland sind geimpft. Immer mehr Firmen und Büros schicken inzwischen ungeimpfte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach Hause. Anders läuft das in der Woiwodschaft Westpommern. Der zuständige Marschall, Olgierd Geblewicz, hat sich für eine eher ungewöhnliche Lösung entschlossen: Ins Homeoffice dürfen ausschließlich Geimpfte.

Seit dem 22. November können seine über 800 Beamtinnen und Beamten, die um ihre Gesundheit besorgt sind, von zu Hause aus arbeiten. Dazu müssen sie jedoch nachweisen, dass sie geimpft sind. Es gibt keinen Zwang, die Heimarbeit ist eine freiwillige Entscheidung. Mehr dazu im Artikel:

07:10 Uhr | Japan riegelt Grenzen ab

Zum Schutz vor der neuen Corona-Variante Omikron schließt Japan seine Grenzen. Ab Dienstag um Mitternacht sei Ausländern die Einreise verboten, kündigt Ministerpräsident Fumio Kishida an. Japaner, die aus bestimmten Ländern zurückkehrten, müssten in gesonderten Einrichtungen in Quarantäne, fügt er hinzu. Japan folgt damit dem Beispiel Israels, dass sich am Samstag als erstes Land mit Grenzschließungen abgeschottet hat.

Erst am Freitag hatte die Regierung in Tokio die Einreisekontrollen für Menschen aus sechs afrikanischen Ländern verschärft. In Japan wurden bisher keine Omikron-Fälle festgestellt.

07:00 Uhr | Experte: Omikron könnte in immungeschwächten Patienten entstanden sein

Die überraschend viele Mutationen tragende Corona-Variante Omikron könnte Experten zufolge in einem Patienten mit HIV oder einer anderen Form der Immunschwäche entstanden sein. Das sei denkbar und wahrscheinlich, ähnliche Befunde seien in anderen Fällen bereits publiziert worden, sagte Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie (DGfI). In Menschen mit geschwächtem Immunsystem könne sich das Virus über viele Wochen vermehren, so Watzl. "Dabei können immer wieder vereinzelt Mutationen auftreten, die dem Virus eventuell keinen Vorteil bringen, die sich aber aufgrund der fehlenden Kontrolle durch das Immunsystem dennoch weiter vermehren können." So könnten zusätzliche Mutationen entstehen, die dann in der Kombination eventuell einen Vorteil brächten.

06:45 Uhr | Ärzte-Verbände kritisieren Bund wegen Booster-Chaos

Ärzteverbände in Sachsen haben den Bund scharf kritisiert für Liefer-Engpässe bei den Corona-Impfstoffen. Die Vize-Chefin des sächsischen Hausärzteverbands, Susann Hennesthal, sagte MDR AKTUELL, von Leipzig bis ins Erzgebirge bekämen Mediziner deutlich weniger Impfstoff, als sie eigentlich geordert hätten. Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung, Klaus Heckemann, sagte, man würde in Sachsen gern auf 200.000 Booster-Impfungen pro Woche kommen. Durch die Änderung der Quotierung sehe er jedoch ein Desaster bei der Booster-Kampagne. Viele Ärzte würden daher das Impfen gegen Corona einstellen. Zudem demotiviere man Impfwillige, wenn deren Termine abgesagt werden müssten. Das Bundesgesundheitsministerium teilte auf Anfrage von MDR AKTUELL mit, dass diese Woche eine Million Impfdosen für Booster-Impfungen ausgeliefert werden sollen.

06:40 Uhr | G7-Gesundheitsminister beraten über Omikron-Variante

Die Ausbreitung der neu entdeckten Omikron-Variante des Coronavirus sorgt weltweit für Beunruhigung. Um die aktuellen Entwicklungen zu diskutieren, hat Großbritannien für Montag ein außerplanmäßiges Treffen der Gesundheitsminister der führenden westlichen Wirtschaftsnationen (G7) einberufen. Das teilte die britische Regierung am Sonntagabend mit. Großbritannien hat noch bis Ende des Jahres den Vorsitz der G7-Staaten inne. Neben Deutschland und Frankreich gehören auch Italien, die USA, Kanada und Japan zu dem Bündnis.

Mittlerweile sind in etlichen Ländern, auch Deutschland, Fälle der Variante aufgetaucht. Am Wochenende wurde sie in München bei drei Reisenden nachgewiesen. In Hessen bestätigte sich laut Sozialministerium der Fall eines weiteren Reiserückkehrers aus Südafrika. In Nordrhein-Westfalen gibt es in Essen und in Düsseldorf erste Verdachtsfälle. Auch Großbritannien, Kanada, Dänemark, Belgien, Tschechien und Italien meldeten Fälle. In den Niederlanden wurden bei 13 Reisenden Omikron-Infektionen festgestellt.

Der Berliner Virologe Christian Drosten sagte am Sonntagabend im ZDF, er sei wegen der Variante "ziemlich besorgt". Man wisse nicht allzu viel über sie. Berichte über milde Verläufe hätten noch nicht sehr viel Substanz angesichts von nur gut 1.000 Fällen, so Drosten. Hier müsse man die klinischen Verläufe abwarten.

06:30 Uhr | SPD-Gesundheitsexpertin sieht Ministerpräsidenten in der Pflicht

Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Sabine Dittmar, sieht die Verantwortung in der Pandemie-Bekämpfung auch bei den Bundesländern. "Die Bundesländer haben alle rechtlichen Möglichkeiten in der Hand, um Beschränkungen im öffentlichen und privaten Raum anzuordnen. Diese müssen sie entschlossen nutzen", sagte Dittmar, die als mögliche neue Bundesgesundheitsministerin gehandelt wird, der "Augsburger Allgemeinen". Das entscheidende Mittel seien deutliche Kontaktreduzierungen. Daher solle auch jeder Einzelne überdenken, welche Kontakte in dieser kritischen Phase verzichtbar seien. Jeder könne durch sein persönliches Verhalten "und durch den eigenen umfassenden Impfschutz seinen Teil dazu beitragen, dass Corona so wenig Angriffsfläche wie möglich hat".

06:00 Uhr | Der Ticker am Montag, 29. November 2021

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 29. November 2021 | 06:00 Uhr

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