Coronavirus-Pandemie Ticker vom Sonnabend: Union für Verlängerung von Pandemie-Notlage

Die Unionsfraktion im Bundestag will die Verlängerung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite beantragen. Das fordern auch Grüne-Gesundheitsminister mehrerer Bundesländer. Noch-Kanzlerin Merkel warnt vor schwierigen Corona-Wochen. Die Bundeswehr bereitet sich einem Medienbericht zufolge darauf vor, Kliniken und Gesundheitsämter mit bis zu 12.000 Soldatinnen und Soldaten zu unterstützen. Die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie im Ticker.

Symbolbild: Pandemie im Herbst
Die Infektionszahlen erreichen wieder neue Rekordwerte und das schneller als je zuvor. Angesichts der Entwicklung häufen sich die Rufe nach einer Verlängerung der Pandemie-Notlage. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Sonnabend, 13. November 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus finden Sie hier.

22:38 Uhr | Wieder gesteigerte Nachfrage nach Impfungen

Die Lage auf deutschen Intensivstationen spitzt sich zu, vor allem im Süden und Osten werden die Betten knapp. Vor diesem Hintergrund steigt auch die Nachfrage nach Corona-Schutzimpfungen. Die Impfteams kommen teils nicht mehr hinterher.

20:38 Uhr | Ethiker: Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen erforderlich

Die Infektionen steigen und die Intensivbetten werden knapper. Was bringen 1G-Modell und Impfpflicht? Professor Andreas Lob-Hüdepohl vom Deutschen Ethikrats ordnet im Gespräch mit MDR AKTUELL ein. Er betont: Verpflichtende Tests für Geimpfte und Genesene sorgen für zusätzliche Sicherheit, eine Gleichstellung von ausschließlich Getesteten mit Geimpften und Genesenen sorgt dagegen für zusätzliche Risiken.

18:52 Uhr | Andrang bei Impfstellen

In Thüringen haben die Impfstellen heute einen großen Andrang erlebt. Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung nutzten bis zum frühen Nachmittag mindestens 6.000 Menschen die Angebote. Rund 1.500 Menschen hätten sich die erste Spritze geholt, bei den anderen habe es sich um Zweit- und Drittimpfungen gehandelt. Die Ärzte empfahlen, im Internet einen Termin zu buchen, um Wartezeiten zu vermeiden. Auch bei der Impfstation in Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt Magdeburg war die Nachfrage groß. Seit gestern wurden demnach fast 1.000 Menschen geimpft. In Sachsen waren heute ebenfalls vielerorts Impfteams des DRK im Einsatz.

17:39 Uhr | Nordhausen legt neue Corona-Allgemeinverfügung auf Eis

Der Landkreis Nordhausen setzt die für Montag angekündigten strengeren Corona-Regeln aus. Wie das Landratsamt mitteilte, wurde die Allgemeinverfügung vom Mittwoch widerrufen. Grund sei, dass der Kreis die neuen Vorgaben des Landes Thüringen abwarten wolle. Gesundheitsministerin Heike Werner bereitet flächendeckende 2G-Regelungen vor. Demnach hätten zu weiten Teilen des öffentlichen Lebens nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt. In Thüringen war die Sieben-Tage-Inzidenz heute über die Marke von 500 geklettert. Dem Robert Koch-Institut zufolge liegt der Wert bei 514.

16:58 Uhr Update | Union will Verlängerung von Pandemie-Notlage beantragen

Die Unionsfraktion will im Bundestag beantragen, die epidemische Lage von nationaler Tragweite zu verlängern. Das hat CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt bestätigt. Dobrindt sagte, die Krankenhausbelegungen stiegen stark, das Corona-Infektionsgeschehen explodiere, die dritte Impfung müsse erst noch an Fahrt gewinnen. Es sei ein falsches Signal, wenn die Ampelparteien in dieser Lage die epidemische Notlage beenden wollten.

SPD, Grüne und FDP haben in ihren Koalitionsverhandlungen vereinbart, die Notlage am 25. November auslaufen zu lassen. Auch der geschäftsführende Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte diesen Schritt zunächst ins Gespräch gebracht, ruderte inzwischen aber zurück. Ebenso regt sich bei den Grünen nun Widerstand gegen die Ampel-Pläne. So appellierten heute die grünen Gesundheitsminister aus Brandenburg, Baden-Württemberg und Hessen, die Notlage fortzuschreiben. Nur so könnten wichtige Pandemie-Maßnahmen schnell umgesetzt werden.

14:57 Uhr | Merkel warnt vor schwierigen Corona-Wochen

Die scheidende Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht Deutschland vor sehr schwierigen Corona-Wochen. Merkel sagte in ihrem Video-Podcast, vor einem Jahr sei man in einer ähnlich ernsten Lage gewesen. Doch nun gebe es Impfstoffe, und Ungeimpfte sollten nun schnell zugreifen. Merkel verwies darauf, dass jeder Covid-Patient die bestmögliche Behandlung bekommen solle. Aber auch für andere Kranke müsse es genug Plätze in Kliniken geben. Doch genau das sei in den am schwersten von Corona betroffenen Landkreisen schon jetzt nicht mehr möglich. Deshalb müssten Bund und Länder schnell gemeinsam handeln.

13:50 Uhr | Impfquote auf Covid-Intensivstationen wird tagesaktuell erfasst

Ab Ende November soll einem Bericht zufolge tagesaktuell ermittelt und gemeldet werden, wie viele Covid-Intensivpatienten vollständig gegen das Coronavirus geimpft sind. Die künftigen Regierungsfraktionen von SPD, Grünen und FDP hätten eine entsprechende Anpassung des Intensivregisters initiiert, sagte der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland". Bei vielen Intensivpatienten werde der Impfstatus derzeit nicht erfasst, weil einzelne Schritte in der bisherigen Meldekette nicht funktionierten, hieß es.

13:20 Uhr | Bis zu 12.000 Bundeswehr-Soldaten sollen helfen

Die Bundeswehr bereitet sich nach einem "Spiegel"-Bericht auf eine bundesweite Corona-Notlage vor. Der zuständige Generalleutnant Martin Schelleis will deswegen bis zu 12.000 Soldaten zur Unterstützung der Kliniken und Gesundheitsämter mobilisieren. Die Soldaten sollen demnach auch für Booster-Impfungen Schnelltests vor Pflegeheimen und Hospitälern bereitstehen.

Schon jetzt hilft die Bundeswehr in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen etwa bei der Kontaktverfolgung oder in Kliniken aus. Nach Informationen des "Spiegel" will Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer wegen der Brisanz der Lage am Donnerstag an der Krisenrunde von Bund und Ländern teilnehmen.

11:20 Uhr | Streit um Impfungen – Leipziger Hausarzt verliert Lehrpraxis

Die Universität Leipzig hat einem Hausarzt aus dem Süden der Stadt gestern mit sofortiger Wirkung die Kooperation aufgekündigt. Die Praxis des betreffenden Arztes war akademische Lehrpraxis der Klinik. Hintergrund ist ein Streit über Corona-Impfungen. Der Mediziner vertritt die Auffassung, dass sich viele seiner Patienten nicht mehr freiwillig impfen ließen, sondern wegen des gesellschaftlichen Drucks. Er spricht deshalb von Körperverletzung. Mehr dazu von unseren Kollegen von MDR SACHSEN:

10:40 Uhr | Divi-Chef für vorgezogene Booster-Impfung

Der Präsident der Divi-Intensivmedizin, Gernot Marx, hat vorgeschlagen, Auffrischungsimpfungen schon nach fünf Monaten anzubieten. Marx verwies in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" auf Erfahrungen aus Israel. Es erscheine ihm sinnvoll, die Sechs-Monatsspanne nach der zweiten Dosis nicht voll auszureizen. Entscheidend sei, dass so viele Menschen wie möglich die dritte Spritze erhielten – je schneller, umso flacher werde die vierte Welle ausfallen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt eine sogenannte Booster-Impfung frühestens sechs Monate nach der zweiten Spritze und das bisher auch nur für Menschen über 70, Heimbewohner und medizinisches Personal.

09:40 Uhr | Fachleute fordern Kurswechsel und nationalen Krisenstab

35 führende Mediziner und andere Fachleute aus ganz Deutschland haben die Regierungen von Bund und Ländern zu einem Umsteuern in der Corona-Politik aufgefordert. In einem gemeinsamen Appell, den der "Kölner Stadt-Anzeiger" und das "Redaktionsnetzwerk Deutschland" veröffentlichten. verlangen sie, dass die Politik endlich "ihrer Verantwortung umfassend gerecht" werde. Zugleich schlagen sie vor, einen nationalen Krisenstab u.a. mit Vertretern aus zahlreichen Bereichen der Medizin und Gesellschaft einzurichten.

Update 08:43 Uhr | Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit Inzidenz-Höchstwert

Der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sowie drei Landkreise in Bayern weisen nach Angaben des Robert Koch-Instituts eine Inzidenz von mehr als 1.000 auf. Das RKI-Dashboard listet die sächsische Kommune mit 1.146,2 an der Spitze aller Landkreise in Deutschland auf. Das bedeutet, dass innerhalb der vergangenen sieben Tage mehr als 1.146 Menschen von 100.000 Einwohnern positiv getestet worden sind.

Deutschlandweit registierte das RKI 45.081 neue Positiv-Tests und eine Sieben-Tage-Inzidenz von 277,4 – den Höchstwert in der bisherigen Pandemie. Drastische Anstiege der Zahlen gibt es vor allem in Sachsen mit einer Inzidenz von fast 621, in Thüringen mit 514. Sachsen-Anhalt erreicht mit rund 298 einen neuen Höchstwert. Den RKI-Angaben zufolge starben 228 weitere Menschen, die positiv getestet wurden.

08:17 Uhr | Braun gegen Impfpflicht für Berufsgruppen

Kanzleramtschef Helge Braun ist gegen eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen. In einem solchen Fall könnte sich die Impfgegnerschaft verschärfen, sagte der CDU-Politiker der "Welt am Sonntag". Die Bundesländer rief er auf, die Maskenpflicht in Schulen aufrechtzuerhalten oder wiedereinzuführen.

Zugleich prangerte Braun das Vorgehen der SPD bei der Findung eines Termins für ein Bund-Länder-Treffen in der Corona-Krise an. Er warf SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz und den SPD-geführten Länder eine Verzögerungstaktik vor. Diese habe dazu geführt, "dass wir jetzt sehr spät zusammenkommen", sagte Braun, der sich um den CDU-Parteivorsitz bewirbt.

07:38 Uhr | Parlamentspräsidentin Bas: Impfpflicht könnte weiter spalten

Bundestagspräsidentin Bärbel Bas warnt vor der Einführung einer Corona-Impfpflicht. Den Funke-Zeitungen sagte die SPD-Politikerin, mit einer Impfpflicht laufe man Gefahr, die Gesellschaft weiter zu spalten. Es müssten noch mehr Menschen von einer Impfung überzeugt werden. Bei allen müsse die Botschaft ankommen, dass Corona vorwiegend Ungeimpfte treffe und die Impfstoffe sicher seien.

06:40 Uhr | Corona-Tests ab heute wieder kostenlos

Von heute an haben wieder alle Menschen in Deutschland Anspruch auf kostenlose Corona-Schnelltests in anerkannten Teststellen. Die gestern in Kraft getretene Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums weitet damit das Angebot der Gratis-Tests wieder erheblich aus, das einen Monat zuvor stark eingeschränkt worden war.

Auf Basis der Neuregelung haben alle Bürgerinnen und Bürger Anspruch auf mindestens einen Antigen-Schnelltest (PoC-Test) pro Woche durch geschultes Personal. Das gilt unabhängig vom Impf- oder Genesenenstatus der Personen. Um das Angebot zu ermöglichen, sollen bestehende Teststellen die Arbeit fortsetzen. Die Bundesländer können zudem nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums weitere Testzentren mit der Durchführung der Bürgertests für alle beauftragen.

06:23 Uhr | Annabergs OB fordert Testpflicht für alle

Der Oberbürgermeister von Annaberg-Buchholz Rolf Schmidt (Freie Wähler) hat sich für eine landesweite 1G-Regel ausgesprochen. Demnach würden nur noch Getestete Zutritt etwa zu Innengastronomie sowie Freizeit- und Kultureinrichtungen haben, egal ob geimpft oder ungeimpft, sagte Schmidt der Deutschen Presse-Agentur. Die Entscheidung der Landesregierung für 2G (geimpft, genesen) in weiten Teilen des öffentlichen Lebens sei der falsche Weg. Sie spiele Geimpfte und Ungeimpfte gegeneinander aus und führe dazu, dass weniger getestet werde. Zumal auch geimpfte Menschen sich mit dem Coronavirus infizieren und diesen weitergeben könnten.

06:15 Uhr | Lage in Kliniken verschärft sich

Aufgrund der stark steigenden Zahl von Corona-Patienten spitzt sich die Lage in den Kliniken im Süden und Osten Deutschlands dramatisch zu. Das geht aus einem vertraulichen Bericht der Länder hervor, aus dem die Funke-Medien zitieren. Darin wird insbesondere die Situation in Thüringen und Sachsen als alarmierend bezeichnet. Um die Kliniken in den Hochinzidenz-Gebieten zu entlasten, ziehen die Länder dem Bericht zufolge erstmals auch deutschlandweite Verlegungen von Patienten in Betracht. In Baden-Württemberg sei bereits erwogen worden, Patienten über 700 Kilometer nach Schleswig-Holstein zu verlegen.

Intensivmediziner-Präsident Gernot Marx hat Bund und Länder wegen einer "echten Notsituation" vieler Kliniken zur Verschärfung der Anti-Corona-Maßnahmen aufgerufen. Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) forderte in der "Neuen Osnabrücker Zeitung", "sehr zügig klare und angemessene Entscheidungen, und zwar für bundesweit einheitliche Regeln".

06:00 Uhr | Der Ticker am Samstag, 13. November 2021

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. November 2021 | 06:00 Uhr

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