Coronavirus-Pandemie Ticker: Immer mehr Politiker befürworten Covid-Impfpflicht

Parteiübergreifend sprechen sich in Deutschland zunehmend Politiker für eine Covid-Impfpflicht aus. 50 Covid-Kranke wurden am Wochenende aus überlasteten Kliniken bundesweit verlegt. In der Schweiz hat eine Volksabstimmung die Corona-Politik gestärkt. Unterdessen werden zunehmend Fälle der neuen Omikron-Variante in Europa bekannt, davon bisher drei in Deutschland. Weitere aktuelle Meldungen im Ticker.

Medizinisches Personal dosiert Corona-Impfstoff
Höhere Inzidenzen als vergangenen Winter, aber (noch) weniger Covid-Kranke auf Intensivstationen - Fachleute betonen immer wieder den Schutz von Impfungen. Um auch künftige Corona-Wellen zu vermeiden, wäre aber eine höhere Impfquote nötig. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Sonntag, 28. November 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus finden Sie hier.

22:28 Uhr | Infektiologe Lübbert ordnet Stand der Pandemie ein

Angesichts der Inzidenzzahlen hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu freiwilligen Kontaktbeschränkungen aufgerufen. So soll ein Lockdown verhindert werden. Wir sprechen darüber mit dem Infektiologen Christoph Lübbert.

22:14 Uhr | Immer mehr Politiker für Impfpflicht

In Deutschland sprechen sich immer mehr Politiker für eine Impfpflicht aus. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil sagte der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung", mit der Omikron-Variante des Coronavirus gebe es eine neue Lage. Erste Untersuchungen zeigten, dass vor allem Booster-Impfungen auch gegen diese Mutation eine gute Wirkung entfalten könnten. Deshalb sei spätestens jetzt eine allgemeine Impfpflicht unabdingbar. Sie müsse voraussichtlich für einige Jahre gelten, sagte der SPD-Politiker.

Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder bekräftigte in der ARD seine Forderungen nach einer allgemeinen Impfpflicht. Diese würde aus seiner Sicht die Spaltung der Gesellschaft beenden. "Je länger die Politik zögert, desto tiefer wird der Riss in der Gesellschaft", warnte er. Auch mehrere Politikerinnen und Politiker der Linken forderten bereits eine Impfpflicht.

Update 20:54 Uhr | Innerdeutsche Verlegungsaktion von Covid-Patienten abgeschlossen

Bei der bisher größten Verlegungsaktion sind am Wochenende rund 50 schwer an Covid-19 Erkrankte in andere Bundesländer gebracht worden. Mehr als die Hälfte der Intensivpatienten kam aus überlasteten Kliniken in Bayern, 14 wurden aus Sachsen verlegt, sechs aus Thüringen. Nach Angaben des Koordinators Hermann Schröder waren neben Intensiv-Transportwagen auch Ambulanzflugzeuge und ein Spezial-Airbus der Bundeswehr im Einsatz. Mediziner schätzen die Lage in Kliniken in Süd- und Ostdeutschland aber weiter als dramatisch ein. Allein in Bayern liegen derzeit mehr als 1.000 Covid-Patienten auf Intensivstationen.

20:36 Uhr | Spanien verschärft Einreiseregeln für Briten

Spanien verschärft wegen der Omikron-Variante die Einreiseregeln für Briten. Ab Mittwoch dürfen aus dem Land nur noch Geimpfte einreisen. Bislang wurden auch Nachweise über eine Genesung oder einen negativen Test akzeptiert. Der Schritt gilt als herber Schlag für den Tourismus, da Briten etwa 20 Prozent aller Spanien-Urlauber stellen.

20:27 Uhr | Südafrika sieht sich durch Reisebeschränkungen bestraft

Nach der Entdeckung der Coronavirus-Variante Omikron sieht sich Südafrika durch die zahlreichen Reisebeschränkungen zu unrecht bestraft. Das geht aus einer Stellungnahme des Ministeriums für Internationale Beziehungen hervor. Herausragende Wissenschaft müsse gelobt und nicht bestraft werden. Die neue Variante war von südafrikanische Forscher entdeckt worden. Dem Ministerium zufolge hat Südafrika Gespräche mit den Ländern aufgenommen, die Reisebeschränkungen beschlossen haben.

Flughafen Johannesburg, Südafrika
Der Flughafen von Johannesburg in Südafrika. Bildrechte: IMAGO / Joerg Boethling

Die Weltgesundheitsorganisation WHO kritisierte die Reisebeschränkungen als Angriff auf die internationale Solidarität. Der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité hatte zudem Zweifel geäußert, dass die neue Variante tatsächlich in Südafrika entstanden sei. In den umliegenden Ländern sei die Virusüberwachung geringer ausgeprägt. Bedenkenswert sei zudem, dass die Variante besonders in der Nähe des Johannesburger Flughafens auftrat.

19:08 Uhr | Omikron-Verdachtsfälle in NRW werden geprüft

In Nordrhein-Westfalen gibt es weitere Verdachtsfälle der neuen Omikron-Variante des Coronavirus. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann erklärte, die Fälle aus Essen und Düsseldorf würden nun mittels Sequenzierung überprüft. Ein Ministeriumssprecher sagte der dpa, wahrscheinlich könne erst am Montag gesagt werden, um wie viele Verdachtsfälle es sich handelt.

Bisher wurden in Deutschland zwei Infektionen mit der Omikron-Variante in München und eine in Frankfurt am Main bestätigt. Auch zahlreiche weitere Staaten meldeten inzwischen Omikron-Fälle, darunter die Niederlande, Großbritannien, Israel und Australien.

18:36 Uhr | Mehrere Linkspolitiker für Covid-Impfpflicht

Mehrere Politiker der Linkspartei fordern eine allgemeine Covid-Impfpflicht. In einem von der Rosa-Luxemburg-Stiftung veröffentlichten Beitrag äußerten sich dazu Linken-Parteichefin Susanne Hennig-Wellsow sowie Thüringens Staatskanzleichef Benjamin-Immanuel Hoff und Gesundheitsministerin Heike Werner. Eine Verpflichtung zum Impfen sei wohl unumgängliche Ultima Ratio zur Bewältigung des Pandemiegeschehens. Sie betonten jedoch, körperlicher Zwang zur Durchsetzung einer Impfpflicht sei weder rechtlich noch moralisch zu rechtfertigen.

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hatte gestern empfohlen, in Deutschland stufenweise eine Impfpflicht einzuführen. Außerdem solle es mehrwöchige Kontaktbeschränkungen auch für Geimpfte geben.

Update 18:13 Uhr | Schweiz stimmt mehrheitlich für Covid-Zertifikat

In der Schweiz hat sich die Bevölkerung mehrheitlich hinter die Maßnahmen der Regierung in der Corona-Pandemie gestellt. Bei einer Volksabstimmung sprachen sich gut 62 Prozent für das Covid-19-Gesetz aus. Das sind etwas weniger als der Anteil vollständig Geimpfter in der Schweiz. Das Gesetz legt fest, wie die Pandemie bekämpft und die wirtschaftlichen Schäden gemildert werden sollen. Außerdem wird damit das Zertifikat für Geimpfte und Genesene rechtlich verankert. Es wird seit September zum Besuch von Veranstaltungen und Restaurants benötigt. Das sorgte für Proteste, die teils in Gewalt umschlugen. Gegner des Zertifikats wollten es mit der Volksabstimmung kippen.

17:57 Uhr | Impfaktion in sächsischen Kirchen

In mehreren evangelischen und katholischen Kirchen in Sachsen hat es heute erstmals Impfaktionen gegeben. Insgesamt ermöglichten sechs Kirchgemeinden die Aktion nach den Gottesdiensten. Unter anderem beteiligten sich die Frauenkirche in Dresden, die Nikolaikirche und Probsteikirche in Leipzig sowie Sankt Wolfgang in Schneeberg. Frauenkirchen-Pfarrer Markus Engelhardt erklärte, herausfordernde Umstände erforderten unkonventionelles Handeln. Kirche als Teil der Gesellschaft müsse jetzt ein Zeichen setzen - für das Impfen, für das Leben, für den gemeinsamen Weg aus der Pandemie.

Samuel Kim Schwope vom Bistum Dresden Meißen sprach von einem Tropfen auf den heißen Stein, aber man wolle dort etwas tun, wo es aktuell am dringendsten gebraucht werde. Für jede Aktion standen 250 Impfdosen zur Verfügung. Alle Termine waren

17:37 Uhr | Thüringer CDU will Proteste im Landtag behandeln

Die Thüringer CDU will die Proteste gegen Corona-Auflagen zum Thema im Landtag machen. Innenpolitiker Raymond Walk sagte, die Proteste seien angekündigt und organisiert gewesen. Deshalb seien es gerade keine spontanen Demonstrationen, wie sie das Grundgesetz erlaube. Dahinter stünden offenbar Rechtsextremisten von NPD und AfD. Er sorge sich auch um die Polizisten, die bei solchen Protesten im Einsatz seien. Laut Walk wurden in den vergangenen Tagen fünf Beamte verletzt.

Am Wochenende hatte es in einigen Thüringer Orten unangemeldete Proteste gegeben. In Eisenach kam es dabei zu Auseinandersetzungen mit Polizisten. Auch aus Sachsen wurden Demonstrationen gemeldet, die Teilnehmer postierten sich zumeist vor Kliniken.

16:54 Uhr | Grimm-Benne: Wir müssen noch vorsichtiger sein

Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne hält weitere Kontaktbeschränkungen im Kampf gegen Corona für notwendig. Die SPD-Ministerin sagte, sie nehme die Stellungnahme der Leopoldina sehr ernst. Man müsse noch vorsichtiger sein. Wenn die Regeln am Arbeitsplatz und in Restaurants nicht ausreichten, müsse sich die Landesregierung auf weitere Schritte verständigen. Die aktuelle Situation in den Kliniken sei nach wie vor sehr angespannt. Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hatte gestern empfohlen, in Deutschland mehrwöchige Kontaktbeschränkungen auch für Geimpfte zu verhängen.

16:38 Uhr | Party in Weimarer Innenstadt aufgelöst

In einem Wohnhaus in der Weimarer Innenstadt hat die Polizei eine Party aufgelöst. Wie die Polizei mitteilte, hatten 20 Menschen in einem Fahrradkeller ausgelassen mit Musik, Diskokugel und Alkohol gefeiert. Nicht alle Anwesenden seien geimpft oder genesen gewesen. Den Angaben zufolge wurden Anzeigen wegen des Verstoßes gegen geltende Corona-Auflagen aufgenommen. 

16:28 Uhr | Israel lässt Handys von Omikron-Infizierten überwachen

Zur Eindämmung der neuen Corona-Variante Omikron führt Israel eine umstrittene Handy-Überwachung wieder ein. Damit sollen Omikron-Infizierte und ihre Kontakte ausfindig gemacht werden. Die israelische Regierung genehmigte heute, dafür die Überwachungstechnologie des Inlandsgeheimdienstes Schin Bet einzusetzen. Sie wurde bereits in einer früheren Phase der Pandemie genutzt, nach heftiger Kritik aber wieder gestoppt. Der neue Einsatz wurde zunächst bis zum 2. Dezember bewilligt. Um Mitternacht will Israel zudem seine Grenzen für zwei Wochen schließen.

15:41 Uhr | Zwei Omikron-Fälle auch in Australien nachgewiesen

In Australien haben sich erstmals Fälle der Corona-Variante Omikron bestätigt. Die Gesundheitsbehörden teilten mit, zwei Reisende aus dem Süden Afrikas seien nach Ankunft in Sydney positiv auf die Variante getestet worden. Sie befänden sich nun in einer speziellen Einrichtung in Isolierung.

15:19 Uhr | Einzelhandel enttäuscht vom Auftakt des Weihnachtsgeschäfts

Der Einzelhandel hat sich vom Auftakt des Weihnachtsgeschäfts enttäuscht gezeigt. Das teilte der Handelsverband Deutschland mit und bezog sich auf eine Umfrage. Von 350 Unternehmen seien nur 20 Prozent mit den Umsätzen im bisherigen Weihnachtsgeschäft zufrieden. Befragt wurden die Händler nach ihren Erfahrungen in der Woche vor dem ersten Advent. Der Handelsverband forderte erneut, die 2G- und 3G-Regeln im Einzelhandel abzuschaffen oder gar nicht erst einzuführen. Aufgrund der Hygienekonzepte und der Maskenpflicht gebe es keine erhöhte Infektionsgefahr in den Geschäften.

Seit Wochen steigen deutschlandweit die Infektionszahlen und die Aufnahmen von Covid-Kranken in Kliniken. In den meisten Fällen ist nicht mehr nachvollziehbar, wo sich die Betroffenen angesteckt haben. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier rief heute dazu auf, durch freiwillige Kontaktbeschränkungen einen Lockdown zu verhindern.

Auf einem Brett liegen viele kleine Osterfiguren aus Holz. 5 min
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80 Prozent ihres Jahresumsatzes machen viele Kunsthandwerker im Erzgebirge mit dem Weihnachtsgeschäft. Zwischen Neuorientierung und Traditionsbewusstsein - wie geht es der Branche in Krisenzeiten?

MDR KULTUR - Das Radio Do 25.11.2021 18:00Uhr 04:38 min

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14:01 Uhr | Omikron-Verdachtsfall in Hessen hat sich bestätigt

In Hessen hat sich der Verdacht auf eine Infektion mit der Omikron-Variante des Coronavirus bei einem Reiserückkehrer aus Südafrika bestätigt. Das teilte Sozialminister Kai Klose auf Twitter mit. Demnach wurde die Variante bei der Sequenzierung der Probe nachgewiesen. Klose hatte gestern den Verdachtsfall publik gemacht und erklärt, die Person befinde sich in häuslicher Isolation. Gestern waren zwei Omikron-Fälle in München bestätigt worden.

13:50 Uhr | Niederlande: Mindestens 13 Omikron-Fälle bei Reisenden aus Südafrika

In den Niederlanden ist bei 13 Reisenden aus Südafrika die Omikron-Variante des Coronavirus nachgewiesen worden. Das teilte Gesundheitsminister Hugo de Jonge mit. Die Personen waren am Freitag mit der niederländischen Fluggesellschaft KLM nach Amsterdam geflogen. Insgesamt hatte die Gesundheitsbehörde am Flughafen Schiphol mehr als 600 Passagiere von zwei KLM-Maschinen getestet, 61 Tests waren positiv. Alle Betroffenen wurden in einem Quarantäne-Hotel isoliert. Nach Angaben der niederländischen Gesundheitsbehörden, ist die Auswertung der Tests noch nicht abgeschlossen. Weitere Omikron-Fälle seien möglich.

13:19 Uhr | Freistaat überweist mehr Geld für ÖPNV

Der Freistaat Sachsen unterstützt den öffentlichen Nahverkehr in der Corona-Pandemie mit weiteren 21,5 Millionen Euro. Der Haushalts- und Finanzausschuss des Landtags hat die Mittel jetzt freigegeben. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums haben die Verkehrsunternehmen und Verbünde für dieses Jahr rund 110 Millionen Euro Einnahmeverluste gemeldet. Bisher seien rund 60 Millionen Euro an Unterstützung geflossen. Mit dem zusätzlichen Geld könnten nun über 90 Prozent der Verluste ausgeglichen werden. Die Auszahlung soll Anfang kommenden Jahres erfolgen. Ziel sei es, die Verluste komplett auszugleichen.

11:53 Uhr | Illegale Impfaktion auf Lübecker Flughafen beendet

Die Behörden in Lübeck haben eine illegale Impfaktion auf dem Flughafen der Hansestadt beendet. Wie die Polizei mitteilte, besteht der Verdacht, dass das verabreichte Vakzin nicht zugelassen ist. Das würde eine Straftat nach dem Arzneimittelgesetz darstellen. Die Ermittler vermuten, dass vor dem Eintreffen von Polizei und Ordnungsamt bereits 50 Menschen geimpft worden sind. Insgesamt hätten sich 150 Impfwillige in der Abfertigungshalle des Flughafens aufgehalten. Von den Anwesenden wurden die Personalien festgestellt. Medienberichten zufolge gehört der Flughafen einem Mediziner, der angeblich einen eigenen Impfstoff entwickelt hat.

11:43 Uhr | Drosten: Schnelltests bei Geimpften nur bei Symptomen

Der Berliner Virologe Christian Drosten hält zusätzliche Schnelltest für Geimpfte und Genesene im privaten und öffentlichen Bereich nur für bedingt sinnvoll. Drosten sagte dem Magazin "Der Spiegel", eine blinde Testung bei gesunden Geimpften sei möglicherweise in ihrer Aussagekraft eingeschränkt. Bei Geimpften sei der Einsatz von Tests dann ratsam, wenn Symptome vorlägen. Es sehe so aus, als ob Infektionen bei Geimpften gerade in den ersten Tagen der Infektion nicht so gut durch einen Antigen-Schnelltest nachzuweisen seien.

11:32 Uhr | Patientenschützer fordert Covid-19-Radar für Kliniken

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz fordert die Einführung eines Covid-19-Radars für Kliniken und einheitliche Kriterien für die Verschiebung planbarer Operationen. Vorstandschef Eugen Brysch sagte, es gehe darum, Klarheit zu schaffen, wann ein Krankenhaus an seine Belastungsgrenze stoße. Deshalb sollte der Radar tagesaktuell Covid-19 Erkrankte, Corona-Infizierte und -Verstorbene sowie die Auslastung der belegbaren Betten auf allen Stationen dokumentieren.

Nach Angaben der Krankenhäuser werden derzeit 75 Prozent aller planbaren Operationen verschoben. Brysch kritisierte, das geschehe ohne verbindliche Kriterien. Damit bestimme jedes Krankenhaus selbst, welcher Patient therapiert werde und welcher aktuell keine Hilfe bekomme.

11:20 Uhr | Thüringer Verkehrsgewerbe kritisiert 3G am Arbeitsplatz

Das Thüringer Verkehrsgewerbe hat vor massiven Folgen durch die 3G-Regel am Arbeitsplatz gewarnt. In einem Schreiben an Ministerpräsident Bodo Ramelow heißt es, in der Branche gebe es bereits jetzt einen hohen Personalmangel. Außerdem seien viele Fahrerinnen und Fahrer nicht geimpft. Das Schreiben liegt MDR THÜRINGEN vor.

Die Fuhrunternehmer beklagen, dass Personal, das die ganze Woche unterwegs sei, nicht ohne Weiteres getestet werden könne. Nach Verbandsangaben werden an vielen Verladestationen Tests der Fuhrunternehmen nicht akzeptiert. Außerdem mangele es an Testkapazitäten. Die Branche fordert deshalb Ausnahmeregeln für Fahrerinnen und Fahrer und bundesweit durchgehend geöffnete Testzentren.

10:46 Uhr | Protest-Aktionen auch in Thüringen

Auch in Thüringen hat es am Samstag unangemeldete Proteste gegen die Corona-Maßnahmen gegeben. In der Stadt Greiz kamen nach aktuellen Angaben der Polizei rund 800 Menschen zusammen. Einige von ihnen trugen Fackeln. Die Demonstration sei friedlich verlaufen. Es habe keine Verstöße gegeben.

In Eisenach gingen der Polizei zufolge etwa 600 Menschen zu einem "Spaziergang" auf die Straße. Dabei sei es auch zu Konflikten mit der Polizei gekommen, die Reizgas einsetzte. Es wurden sechs Straftaten wegen Landfriedensbruch und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte aufgenommen. Zudem seien 60 Platzverweise ausgesprochen und fünf Verstöße gegen die Corona-Auflagen festgestellt worden. In Sondershausen protestierten etwa 130 Menschen gegen die Corona-Regeln.

09:58 Uhr | Insolvenzrechtler erwarten 2022 mehr Firmenpleiten

Insolvenzrechtler rechnen nächstes Jahr mit deutlich mehr Unternehmenspleiten. Der Chef der Kanzlei Voigt Salus in Leipzig, Michael Pfüller, sagte MDR AKTUELL, derzeit seien noch Unternehmen am Markt, die bereits vor Corona nicht mehr überlebensfähig gewesen seien. Während der Corona-Krise hätten sie nun etwa mit dem Kurzarbeitergeld noch Möglichkeiten gehabt. Pfüller sagte, er erwarte spätestens im zweiten Halbjahr 2022 ein deutliches Plus bei insolventen Unternehmen. Hintergrund seien unter anderem die steigenden Rohstoffpreise und die Lieferketten-Probleme.

Nach Angaben des Wirtschaftswissenschaftlers Steffen Müller vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Halle haben sich bis zu 25.000 Insolvenzen aufgestaut. Das betreffe aber vor allem kleinere Unternehmen. Eine große wirtschaftliche Krise sei daher nicht in Sicht.

09:35 Uhr | Mehr als 44.000 neue Infektionen

Das Robert Koch-Institut meldet 44.401 neue Coronavirus-Fälle innerhalb von 24 Stunden. Die Sieben-Tage-Inzidenz wird mit 446,7 angegeben. Am höchsten ist sie nach wie vor in Sachsen mit 1.205,5. Es folgen Thüringen mit einer Inzidenz von 878,4 und Sachsen-Anhalt mit 719,7. Der Landkreis mit der bundesweit höchsten Inzidenz ist der Erzgebirgskreis. Er hat als einziger einen Wert über 2.000. Bundesweit gibt es inzwischen nur noch fünf Landkreise, die einen Wert von unter 100 haben.

Das Datenprojekt Risklayer sieht die bundesweite Inzidenz bei 484. Den Wert für Sachsen gibt Risklayer mit 1.521 an, den für Thüringen mit 905 und den für Sachsen-Anhalt mit 774. Wegen unterschiedlicher Meldewege sind die Daten des Risklayer-Projekts in der Regel aktueller.

09:12 Uhr | Proteste gegen Corona-Maßnahmen in Sachsen

In mehreren sächsischen Orten haben am Abend zahlreiche Menschen gegen die aktuellen Corona-Maßnahmen protestiert. Nach Angaben der Polizei hatten sich unter anderem in Chemnitz bis zu 300 Menschen vor dem Klinikum versammelt. In Schneeberg kamen ebenfalls rund 300 Menschen auf dem Markt zusammen. Sie waren Aufrufen in sozialen Netzwerken gefolgt. Aktionen gab es auch in Freiberg, Aue, Zschorlau, Zwönitz und Zschopau. Die Proteste richteten sich unter anderem gegen eine mögliche Impfpflicht.

08:16 Uhr | Was man bei Corona-Verdacht tun kann

Ein positiver Schnelltest, einschlägige Symptome, Kontakt zu einer infizierten Person oder ein Hinweis in der Corona-Warn-App - Was kann man tun, um den Verdacht auf eine Infektion mit Sars-Cov-2 zu bestätigen? Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten für Sie zusammengefasst:

08:04 Uhr | Omikron-Erkrankungen in Südafrika bislang mild

Die mit der neuen Coronavirus-Variante Omikron infizierten Menschen in Südafrika sind nach Angaben der dortigen Mediziner bislang nicht schwer erkrankt. Die Vorsitzende des südafrikanischen Ärzteverbands, Angélique Coetzee, sagte der BBC, die bisher festgestellten Fälle seien nicht schwerwiegend. Die Patienten klagten meist über einen schmerzenden Körper und extreme Müdigkeit. Keiner von ihnen habe einen Geschmacks- oder Geruchsverlust erlitten. Allerdings seien die Untersuchungen noch in einem sehr frühen Stadium. Auch müsse man sich Sorgen machen, dass die neue Variante ältere Menschen viel härter treffen könnte.

07:46 Uhr | Israel schließt seine Grenze

Im Kampf gegen die Omikron-Variante des Coronavirus schottet Israel sich ab. Das Büro von Ministerpräsident Naftali Bennett teilte mit, die Einreise für ausländische Staatsbürger nach Israel werde untersagt. Ausnahmen müssten von einem Sonderkomitee genehmigt werden. Die Maßnahme soll 14 Tage dauern.

Geimpfte israelische Staatsbürger dürfen weiterhin einreisen, müssen aber einen PCR-Test vorlegen und sich für drei Tage in Quarantäne begeben. Ungeimpfte Israelis müssen für sieben Tage in Quarantäne. In Israel ist bislang bei einer Person die Omikron-Variante bestätigt worden. Zudem gibt es sieben weitere Verdachtsfälle.

07:37 Uhr | Großteil der Kliniken verschiebt OPs

Aufgrund der vielen Covid-Patienten auf Intensivstationen verschieben immer mehr Kliniken planbare Operationen. Nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft kann der Normalbetrieb in mehr als drei Viertel aller Krankenhäuser nicht mehr aufrechterhalten werden. Planbare OPs müssten verschoben werden. Vorstandsvorsitzender Gerald Gaß sprach von einer zunehmend dramatischen Lage. Ein Teil der abgesetzten Behandlungen führe zu körperlichen und psychischen Belastungen bei den betroffenen Patienten. Zu den typischen planbaren Operationen gehören den Angaben zufolge vor allem orthopädische OPs. Doch auch bei Krebsbehandlungen gebe es Einschränkungen.

06:46 Uhr | Schausteller fordern finanzielle Hilfen

Der Deutsche Schaustellerbund fordert wegen der Absage vieler Weihnachtsmärkte staatliche Finanzhilfen. Verbandspräsident Albert Ritter sagte, eigentlich müsse es eine hundertprozentige Entschädigung geben, mindestens aber wie im vergangenen Jahr November- und Dezemberhilfen. Viele Schausteller stünden sonst vor dem Aus.

Der Bund hatte Betreiber von Weihnachtsmärkten Hilfe zugesagt. Nach Angaben des geschäftsführenden Wirtschaftsministers Peter Altmaier geht es etwa um einen leichteren Zugang zu Eigenkapitalzuschüssen. Außerdem wurde die Überbrückungshilfe bis Ende März verlängert. Damit bekommen Firmen betriebliche Fixkosten erstattet.

06:39 Uhr | Bundesregierung schränkt Einreise aus acht Ländern ein

In Deutschland gelten seit Mitternacht acht Länder in Afrika als Virusvariantengebiete. Das betrifft Südafrika Namibia, Simbabwe, Botswana, Mosambik, Malawi, Eswatini und Lesotho. Dort hat sich die Omikron-Variante des Coronavirus schon verbreitet. Fluggesellschaften dürfen aus diesen Ländern im Wesentlichen nur noch Deutsche oder Menschen mit einem Wohnsitz in Deutschland einfliegen. Nach der Einreise müssen alle für volle zwei Wochen in Quarantäne, auch Geimpfte und Genesene.

06:23 Uhr | Steinmeier: Bürger müssen Lockdown verhindern

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Bevölkerung dazu aufgerufen, einen Lockdown durch freiwillige Kontaktbeschränkungen zu verhindern. Steinmeier sagte der "Bild am Sonntag", wichtig sei, dass jetzt alle gemeinsam handelten. Es gehe darum, dass Schulen und Kitas nicht wieder schließen müssten und dass das öffentliche Leben nicht wieder heruntergefahren werden müsse.

Die amtierende Bundesforschungsministerin Anja Karliczek forderte die Politik auf, die Empfehlungen der wissenschaftlichen Akademie Leopoldina wie Kontaktbeschränkungen auch für Corona-Geimpfte sofort umzusetzen. Man dürfe keine Zeit mehr verlieren. Gestern hatte die Leopoldina mehrwöchige Kontaktsperren für alle vorgeschlagen, um die vierte Corona-Welle zu brechen.

06:15 Uhr | Schweiz: Abstimmung über Covid-Zertifikat

Die Schweizer entscheiden heute bei einer Volksabstimmung, ob das Covid-Zertifikat abgeschafft werden soll. Damit weisen Bürger eine Impfung, Genesung oder einen negativen Test nach. Gegner des Zertifikats hatten die Abstimmung mit einer Unterschriftensammlung erzwungen. Sie halten es für unangemessen, ein Zertifikat für den Zutritt zu Veranstaltungen oder Restaurants zu verlangen. Dies spalte das Land und führe zu einem indirekten Impfzwang.

06:00 Uhr | Der Ticker am Sonntag, 28. November 2021

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 28. November 2021 | 06:00 Uhr

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