Proteste Erneut Tausende bei Corona-Demos auf der Straße

Erneut sind in Deutschland am Montagabend tausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen die Corona-Maßnahmen zu protestieren. Dabei kam es in Sachsen und Thüringen zu gewaltsamen Übergriffen auf die Einsatzkräfte der Polizei und Journalisten.

Eine große Menschenmenge steht auf einem Platz und hält selbstgebastelte Herzen in die Luft
Auch im sächsischen Bautzen sind am Montag Menschen auf die Straße gegangen, um für und gegen die Corona-Maßnahmen zu protestieren. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sachsen: Flaschenwürfe und Pyrotechnik auf Polizei und Journalisten

Im sächsischen Coswig bei Dresden mussten Medienvertreter die Berichterstattung abbrechen, weil Reporter mit Flaschen beworfen und körperlich angegriffen wurden. Die Polizei Sachsen bestätigte auf Twitter den Vorfall. Ein Tatverdächtiger sei vorläufig festgenommen worden, hieß es. Gegen einen Mann werde wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. In Bautzen griffen Gegner der Corona-Maßnahmen Polizeifahrzeuge mit Pyrotechnik an. Auch bei Corona-Protesten in Chemnitz sei Pyrotechnik geworfen worden. Dagegen sei es in Freiberg zunächst friedlich verlaufen. Unzulässige Versammlungen wurden laut Polizeiangaben aufgelöst.

In Dresden-Blasewitz protestierten Hunderte Menschen gegen einen Autokorso von Corona-Leugnern und Impfgegnern. Protest und Gegenprotest gab es unter anderem zudem in Radebeul und Leipzig. In den Landkreisen Meißen, Leipzig und Nordsachsen versammelten sich laut Angaben der Polizei hunderte Menschen zu Corona-Protesten. Auch in Plauen und Zwickau wurde demonstriert. In Sachsen sind aktuell maximal 1.000 Teilnehmende bei ortsfesten Versammlungen erlaubt.

Thüringen: Mehr als 23.000 Menschen demonstrieren für und gegen die Corona-Politik

In Thüringen beteiligten sich nach Polizeiangaben bis zu 22.900 Menschen an Protesten gegen die Corona-Politik in Deutschland. Die Polizei sprach von rechtswidrigen Aufzügen in rund 90 Orten. Schwerpunkt waren die Regionen Ostthüringen mit dem Raum Gera und Westthüringen in und um Gotha mit jeweils rund 4.500 Teilnehmern. Nach Angaben der Landespolizeidirektion blieben die Proteste weitgehend friedlich.

In Weimar wurden nach Informationen von MDR THÜRINGEN zwei Fotografen von Demo-Teilnehmern körperlich angegriffen. Die Polizei nahm Personalien auf. In Gera bildeten rund 300 Gegendemonstranten vor dem Stadtmuseum eine Lichterkette. In Mühlhausen zogen rund 400 Menschen mit Trommeln, Laternen und Fackeln durch die Innenstadt.

Sachsen-Anhalt: Polizei erhöht Aufgebot

In Sachsen-Anhalt waren es bei der größten Demonstration in Halle laut Polizei rund 2.400 Menschen, die gegen eine allgemeine Impfpflicht und die Corona-Maßnahmen demonstrierten. Nachdem am Montag vergangener Woche Pressevertreter von vereinzelten Demo-Teilnehmern angegriffen worden waren, hatte die Polizei ihr Aufgebot deutlich aufgestockt. Auch am Montag wurden Strafanzeigen gestellt, sagte die Polizei. Es blieb jedoch weitgehend "störungsfrei".

In Bitterfeld kamen am Montagabend 1.650 Menschen zum Protest zusammen. In Magdeburg nahmen etwa 900 Menschen an einer nicht angemeldeten Demonstration teil. Weitere größere Versammlungen gab es in Wittenberg mit rund 1.500 Teilnehmern, in Dessau mit rund 700, sowie in Köthen und Querfurt mit rund 500 Teilnehmern.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 24. Januar 2022 | 20:00 Uhr

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