Corona-Regeln Kontaktpersonen können mit Test Quarantäne verkürzen – aber wer zahlt?

Im September hat das RKI neue Kriterien für die Entlassung von Kontaktpersonen aus der Quarantäne veröffentlicht. Unter bestimmten Voraussetzungen kann man sich freitesten, sprich: Einen PCR-Test oder Schnelltest machen und bei negativem Testergebnis die Quarantänezeit verkürzen. Doch wer zahlt dann den Test?

Eine Mitarbeiterin des Landkreises Harz untersucht im Testzentrum in der Anne-Frank Grundschule in Halberstadt einen Corona Schnelltest.
Quarantäne Zeit per Test verkürzen – aber wie? Bildrechte: dpa

14 Tage Quarantäne – das war lange der Standard für alle, auch für Kontaktpersonen. Für sie empfiehlt das RKI seit diesem Monat zehn Tage Quarantäne mit der Möglichkeit, sich vorzeitig freizutesten: Nach fünf Tagen mit einem PCR-Test, nach sieben Tagen mittels Antigen-Schnelltest, sofern man symptomfrei ist. Freitesten können sich negativ auf Corona getestete Kontaktpersonen unabhängig davon, ob sie geimpft sind oder nicht. Wurde man als Kontaktperson allerdings selbst positiv auf Corona getestet, kann man sich nur freitesten, wenn man geimpft ist oder als genesen gilt. Symptomfreiheit ist immer Voraussetzung.

Wer bezahlt in diesen Fällen den PCR-Test? Immerhin liegt es ja hauptsächlich im individuellen Interesse des Einzelnen, der Quarantäne zu entkommen. Für Eike Hennig, Leiter des Magdeburger Gesundheitsamtes, ist das trotzdem klar: Wenn das RKI die Möglichkeit eröffnet, die Quarantäne vorzeitig zu verlassen, dann mache es keinen Sinn, das die Menschen selbst bezahlen zu lassen.

Trotz Quarantäne ins Testzentrum?

Und wie müssen sich die Betroffenen im konkreten Fall verhalten? Die Coronaverordnungen der Länder erlauben es in der Regel, die Quarantäne in Ausnahmefällen zu verlassen. Zum Beispiel, um einen Test zu machen. Auf eigene Faust zum Testzentrum – das darf man allerdings nicht. Wie das Freitesten konkret funktioniert, ist von Stadt zu Stadt unterschiedlich, erklärt Eike Hennig. "Wir haben es in Magdeburg so geregelt, dass die Bürger, die sich ab dem fünften Tag gern freitesten lassen wollen, in der Fieberambulanz, die wir haben, per Mail anmelden können. Diese Personen bekommen dann dort einen Termin für die Testung."

Nicht alle Gesundheitsämter bezahlen die Tests

Ein negatives Testergebnis gleicht einem Freifahrtschrein – Quarantäne beendet. Klingt klar und logisch. Doch offenbar nicht für jedes Gesundheitsamt. Das Gesundheitsamt Leipzig erklärt auf Anfrage von MDR AKTUELL schriftlich: "Es gibt zurzeit noch keine Rechtsgrundlage, um eine Quarantäne vorzeitig zu beenden und sich dafür 'freitesten' zu lassen. Die Empfehlung des RKI ist eine 'Empfehlung' und hat keine Gesetzeskraft. Daher können auch die Kosten für einen PCR-Test dafür nicht übernommen werden." Man warte jetzt auf die Aktualisierungen der Bundestestverordnung. Also alles doch nicht so klar?

Fakt ist: Eine exakte Entsprechung der neuen RKI-Empfehlungen finden sich in besagter Bundestestverordnung nicht. Kein Wunder: Die neuen RKI-Empfehlungen zum Freitesten wurden erst kürzlich veröffentlicht, die Bundesverordnung ist einige Wochen davor entstanden. Trotzdem geht daraus aus Sicht des Magdeburger Amtsarztes Hennig klar hervor, dass sich Kontaktpersonen kostenfrei freitesten lassen können. Und außerdem könnten Gesundheitsämter Tests anordnen, sagt Hennig. "Und wenn wir das anordnen, zahlt das auch nicht diejenige Person." So interpretiert das übrigens auch das Sächsische Sozialministerium: Wer sich vorzeitig freitesten lassen darf, der muss den Test auch nicht selbst bezahlen. Klingt zwar eindeutig, gilt aber offenbar nicht überall.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 23. September 2021 | 06:09 Uhr

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