Energiekrise Vonovia will Heizung drosseln

Die Folgen der Energiekrise werden immer deutlicher: Deutschlands größter Immobilienkonzern Vonovia will nachts die Heizleistung begrenzen, um Gas zu sparen – eine weitere Wohnungsgenossenschaft beschränkt Warmwasser.

Vor einem einfachen Mietshaus, das dem Immobilienkonzern Vonovia gehoert, steht ein Schild mit dem Logo und dem Schriftzug des Konzerns.
Vonovia ist Deutschland größter Immobilienkonzern mit allein in Dresden mehr als 38.000 Wohnungen. Bildrechte: dpa

Vonovia will nachts nur noch auf 17 Grad heizen

Deutschlands größter Immobilienkonzern Vonovia hat angekündigt, im Herbst und Winter die Heizleistung zu drosseln. Zwischen 23 und 6 Uhr soll bei Gas-Zentralheizungen die Temperatur auf 17 Grad reduziert werden. Tagsüber werde wie gewohnt geheizt.

Die Umstellung soll demnach bei der Routinewartung der Anlagen vor Beginn der Heizperiode erfolgen. Warmwasser sei davon nicht betroffen. Durch Absenkung der Heizung in der Nacht kann Vonovia zufolge bis zu acht Prozent des Heizaufwands eingespart werden.

Vonovia besitzt mehr als 550.000 Wohnungen in Deutschland, Schweden und Österreich. Großer Standort ist Dresden mit 38.500 Wohnungen. Dazu kommen noch rund 72.500 verwaltete Wohnungen.

Magdeburger MWG spart beim Warmwasser

Nach dem Vorbild der Wohnungsgenossenschaft Dippoldiswalde in Sachsen testet auch die Magdeburger Wohnungsgenossenschaft MWG die Beschränkung der Warmwasserversorgung. Wie die "Magdeburger Volksstimme" berichtet, wird in 500 Wohnungen getestet, wie in der Nacht Energie gespart werden kann.

Demnach sollen in der Zeit zwischen 23 und 5 Uhr die Warmwasserspeicher nicht zusätzlich beheizt werden. Die MWG ist mit 10.000 Wohnungen die größte Wohnungsgenossenschaft in Sachsen-Anhalt.

Vermieter-Verband: 500 Euro Mehrkosten für Ein-Personen-Haushalt

Die großen Vermieter in Deutschland warnen wegen der Energiepreise vor deutlichen Kostensteigerungen für Mieter. Der Branchenverband GdW befürchtet soziale Härten.

In Folge des russischen Krieges in der Ukraine seien die Preise über alle Energiearten hinweg im Schnitt bis Mai um 37 Prozent gestiegen. Für einen Ein-Personen-Haushalt bedeute das eine Mehrbelastung von 508 Euro dieses Jahr verglichen mit 2021. Es seien noch deutlich höhere Steigerungen und eine vierstellige Mehrbelastung zu erwarten.

Ein Teil der Wohnungsunternehmen könnte nach Verbandsangaben in existenzbedrohende Liquiditätsengpässe geraten. Der Staat dürfe Mieter und die Unternehmen in dieser Notsituation nicht allein lassen. Der Branchenverband schlug staatliche Hilfsfonds in verschiedenen Varianten vor, um Nebenkosten zu begrenzen.

dpa(ans)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 07. Juli 2022 | 12:00 Uhr

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