40 Prozent weniger EEG-Umlage EEG-Umlage sinkt - Strompreise könnten stabil bleiben

Trotz steigender Energiekosten dürften die Strompreise in Deutschland 2022 stabil bleiben. Grund ist eine satte Senkung der EEG-Umlage auf Ökostrom um etwa 40 Prozent. Auch staatliche Milliardenzuschüsse machen es möglich.

Windkraft, Photovoltaik und Biomasse auf einem Feld
Gefördert durch EEG-Umlage: Ökostrom aus Windkraft, Photovoltaik und Biomasse. Bildrechte: imago/Rainer Weisflog

Inmitten stark steigender Energiepreise werden die deutschen Verbraucher im kommenden Jahr zumindest beim Strom ent- beziehungsweise nicht stärker belastet. Grund ist eine deutliche Senkung der sogenannten Erneuerbare-Energien-Umlage (EEG-Umlage). Der Aufschlag zur Förderung des Ökostroms wird sich den Betreibern der großen Stromnetze zufolge von derzeit 6,5 Cent auf 3,723 Cent pro Kilowattstunde im Jahr 2022 verringern.

Staatlicher Milliarden-Zuschuss

Wie Regierungs- und Branchen-Vertreter der Nachrichtenagentur Reuters mitteilten, ist die Senkung um gut 40 Prozent auch dank eines staatlichen Milliarden-Zuschusses möglich. Ohne diese Mittel läge die Ökostrom-Abgabe, die grundsätzlich alle Verbraucher zahlen müssen, nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur im kommenden Jahr immer noch bei rund 4,66 Cent.

Zustimmung für Absenkung und Forderung nach Abschaffung

"Die gesunkene EEG-Umlage ist eine gute Nachricht", sagte Kerstin Andreae, Chefin des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft. Sie forderte von der neuen Bundesregierung als eine der ersten Amtshandlungen die komplette Abschaffung der EEG-Umlage. "Das würde Stromkundinnen und Stromkunden und nicht zuletzt den Mittelstand dauerhaft entlasten."

Ähnlich äußerte sich der Chef des Verbands kommunaler Unternehmen, Ingbert Liebing: "Die EEG-Umlage für 2022 sinkt. Das könnte eine sehr gute Nachricht für die Verbraucherinnen und Verbraucher sein." Damit Strom in den kommenden Jahren günstiger werde, müsse die nächste Bundesregierung eine zügige Reform der Abgaben und Umlagen beschließen. Im ersten Schritt sollte die EEG-Umlage schnell und entschlossen durch weitere Zuschüsse gesenkt werden, und zwar auf Null.

Strompreise könnten sich stabilisieren

Die EEG-Umlage, die die Differenz zwischen den garantierten, höheren Abnahmepreisen für Solar- und Windparks und den Tarifen an der Börse ausgleicht, hat in der Vergangenheit für Privathaushalte rund ein Viertel des Gesamt-Strompreises ausgemacht.

Für einen durchschnittlichen Drei-Personen-Haushalt würde die nun erwartete Senkung im nächsten Jahr eine Entlastung von rund 100 Euro der derzeitigen EEG-Umlagekosten bedeuten. Auch größere Unternehmen würden entsprechend profitieren. Die EEG-Umlage ist allerdings nur ein Bestandteil des Strompreises. Daneben gibt es zahlreiche weitere Steuern, Abgaben, Umlagen und Netzentgelte.

Ein großer Faktor sind die Beschaffungskosten, die die Energieversorger für Strom zahlen müssen, deutlich angestiegen. In der Branche wird dennoch damit gerechnet, dass eine sinkende EEG-Umlage die Strompreise für die deutschen Haushalte im Jahr 2022 aber zumindest stabilisiert. Das legen auch Berechnungen der Denkfabrik Agora nahe.

Alarm wegen gestiegener Energiekosten

Die Betreiber der großen Stromnetze wollen die tatsächliche Höhe der EEG-Umlage für das kommende Jahr am Freitag offiziell bekanntgeben. Die zuletzt rasant gestiegenen Sprit-, Gas- und Strompreise kurz vor dem Wintereinbruch hatten zuletzt europaweit die Regierungen alarmiert. Am Donnerstag legte die EU-Kommission Vorschläge gegen die hohen Energiepreise vor.

dpa/Reuters (dni,cga)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 14. Oktober 2021 | 15:15 Uhr

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