Entlastungspaket So erhalten Solo-Selbstständige die Energiepreispauschale

Um von den hohen Energiepreisen entlastet zu werden, sollen alle Erwerbstätigen eine Pauschale von 300 Euro bekommen. MDR AKTUELL-Hörer Karsten Albrecht, der selbstständig ist, befürchtet, dass Solo-Selbstständige von der Bundesregierung nicht mit inbegriffen seien und fragt sich, wo es die entsprechenden Informationen dazu gibt.

Symbolbilder: 300 Euro Energiepreispauschale
Im September soll die Pauschale für alle Erwerbstätigen zur Verfügung stehen. Bildrechte: IMAGO / Fotostand

Um die Belange von Selbstständigen kümmert sich unter anderem deren Verband BDS – der Bund der Selbständigen. Frank Bösemüller ist Landesvorsitzender in Sachsen und kann unseren Hörer beruhigen, was die Auszahlung der 300 Euro vom Bund angeht: "Die Energiepreispauschale gilt sozusagen für fast alle Bürger, das sind ja nur wenige Ausnahmen. Alle Erwerbstätigen sind erfasst und dazu zählen auch die Selbstständigen. Beantragen muss man das eigentlich gar nicht, weil es über die Finanzämter läuft."

Auch die IHK informiert zum Thema. Martin Lebrenz, zuständig für Wirtschaftspolitik bei der IHK zu Leipzig, erklärt, wie die Auszahlung abläuft: "Bei Einkünften aus Landwirtschaft, Gewerbebetrieb oder in dem Fall freiberuflicher Tätigkeit gibt es die Pauschale über eine Kürzung der Einkommensteuervorauszahlung. Wichtig ist zu wissen, dass die Energiepreispauschale steuerpflichtig, aber sozialabgabenfrei ist."

Das heißt, je nach Steuersatz kommt netto entsprechend weniger Geld bei den Empfängerinnen und Empfängern an. Die Bundesregierung plant, die Energiepreispauschale mit der Einkommensteuervorauszahlung für das dritte Quartal 2022 abzurechnen – also im September.

Eine Person hält in ihrer Hand eine Geldbörse. 3 min
Bildrechte: IMAGO/Fotostand

Schnelle Umsetzung der Pauschale

Bleibt noch die Frage, wie die Abrechnung bei denjenigen läuft, die weniger als 300 Euro Einkommensteuer vorauszahlen. Hierzu schreibt das Bundesfinanzministerium auf Nachfrage: "Wenn Sie für das dritte Quartal 2022 einen Bescheid haben, in dem Einkommensteuervorauszahlungen von weniger als 300 Euro berücksichtigt sind, dann wird der Änderungsbescheid diese Vorauszahlungen auf 0 Euro mindern. Den Rest Ihrer Energiepreispauschale erhalten Sie bei der Einkommensteuerveranlagung für den Veranlagungszeitraum 2022."

Martin Lebrenz von der IHK Leipzig berichtet, dass es bei der IHK einzelne Anfragen von Selbstständigen zum Thema gegeben habe – aber nicht die große Menge: "Wir sehen das so – gemessen an dem, wie lange so ein Gesetzgebungsverfahren dauert – am 8. April haben die beiden Minister Lindner und Habeck es vorgestellt, also haben wir jetzt ungefähr fünf Wochen gebraucht von einer Verkündung der Idee und der Zielstellung bis zur Gesetzgebung und das ist vergleichsweise eine kurze Zeit, mit der man gut leben kann."

Die Argumente der Wirtschaftsverbände seien dabei gehört worden. Wenn es jetzt in der Umsetzung und im Management gut laufe, sei man zufrieden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 17. Mai 2022 | 06:00 Uhr

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