Fragen und Antworten Fragen und Antworten zur Corona-Impfung

Wir beantworten die wichtigsten Fragen zur Impfkampagne gegen das Coronavirus: Gibt es schon Auffrisch-Impfungen? Ab welchem Alter kann geimpft werden? Was weiß man über Impfdurchbrüche? Wie ist die Lage in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen? Antworten auf diese Fragen und aktuelle Zahlen und Fakten gibt es in unserem FAQ:

Im Landkreis Harz in einer Senioren Pflegeeinrichtung in Halberstadt (Seniorenzentrum Krüger) wurden die ersten Bewohner sowie das Pflegepersonal geimpft.
Seit Ende 2020 wird in Deutschland gegen das neuartige Coronavirus geimpft. Drei Corona-Impfstoffe sind zugelassen. Bildrechte: dpa
Die Grafik einer Mitteldeutschland-Karte mit eingeziechneten Hauptstädten und über die Bundesländer verteilten Punkten. Darunter der Schriftzug: "Ein Impfzentrum pro Landkreis und kreisfreier Stadt." 1 min
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Wie das Coronavirus mutiert 1 min
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Wie viele Menschen haben bisher Corona-Impfungen erhalten?

Die Impfkampagne in Deutschland hat am 27. Dezember 2020 offiziell begonnen. Mit der zunehmenden Verfügbarkeit von Impfstoffen konnte seitdem bereits ein Großteil der Bevölkerung gegen das Coronavirus geimpft werden. Das Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlicht regelmäßig neue Daten zu den bereits erfolgten Impfungen. Den aktuellen Stand aller Erst- und Zweitgeimpften in Deutschland finden Sie in der folgenden Grafik:

Wo kann ich mich impfen lassen?

Gegen das Coronavirus kann man sich mittlerweile vornehmlich bei niedergelassenen Ärzten impfen lassen, in Thüringen haben nach wie vor gesonderte Impfstellen geöffnet. Außerdem gibt es in den Bundesländern verbreitet Angebote mobiler Impfteams. Eine Übersicht über Impfmöglichkeiten in Deutschland mit entsprechenden Verlinkungen zu den Angeboten der Bundesländer finden Sie hier.

Ab welchem Alter können Kinder und Jugendliche geimpft werden?

Kinder ab einem Alter von zwölf Jahren können gegen das Coronavirus geimpft werden. Im Mai 2021 wurde der Impfstoff von Biontech/Pfizer für Zwölf- bis 17-Jährige zugelassen, im Juli auch jener von Moderna. Die Ständige Impfkommission (Stiko) hatte dennoch lange Zeit keine Empfehlung zur Impfung von Kindern gegen Covid-19 ausgesprochen. Die Sächsische Impfkommission (SIKO) hatte Ende Juli schließlich eine Empfehlung ausgesprochen, im August folgte auch die Stiko. Begründet wurde der Schritt mit neuen Daten zur zu diesem Zeitpunkt "dominierenden Delta-Variante". Vorteile der Impfung überwögen das Risiko von sehr seltenen Nebenwirkungen.

Für Fünf- bis Elfjährige Kinder hat Biontech mit seinem Partner Pfizer Mitte Oktober 2021 eine Zulassung seines Impfstoffes beantragt.

Wie kann ich die Impfung nachweisen?

Die Impfung gegen das Coronavirus kann zum einen mit dem Vorzeigen des Impfpasses bzw. des ausgedruckten Impfnachweises bestätigt werden. Der in der DDR ausgestellte rote Impfausweis ist dabei nur noch innerhalb Deutschlands anerkannt. Für Reisen ins Ausland empfiehlt es sich, den gelben internationalen Impfausweis mit sich zu führen. Die Impfungen aus dem roten Impfausweis kann man sich beim Hausarzt in einen gelben Impfausweis überführen lassen.

Zum anderen gibt es seit Mitte Juni den digitalen Impfnachweis. Dafür wird nach der letzten Impfung ein QR-Code generiert, der von entsprechenden Apps – entweder der Corona-Warn-App oder der CovPass-App – verarbeitet werden kann. Die Apps geben den Impfstatus dann aus. Wer den QR-Code nicht direkt nach der Impfung erhalten hat, kann ihn sich nach Vorlage des Impfausweises in Apotheken erstellen lassen.

Wann werde ich eine Auffrischungs- beziehungsweise Booster-Impfung bekommen?

Noch wird die Auffrischungsimpfung nicht für alle Bevölkerungsgruppen empfohlen. Die Stiko empfiehlt sie für Menschen über 70 Jahre, für Bewohnerinnen und Bewohner von Altenheimen oder Pflegeeinrichtungen (auch unter 70 Jahren), für Personal im Pflege-Bereich und für medizinisches Personal mit direktem Kontakt zu Patientinnen und Patienten.

Nach Angaben der Stiko sollte eine Auffrischungsimpfung frühestens ein halbes Jahr nach den ersten beiden erhaltenen Dosen verabreicht werden – wenn möglich mit dem gleichen mRNA-Impfstoff. Der Virologe Alexander Kekulé erklärt den Abstand damit, dass nach dieser Zeit der Effekt am deutlichsten sei. Eine Ausnahme stellt hingegen die Erstimpfung mit dem Impfstoff von Johnson und Johnson dar. Laut Stiko schützt dieser verglichen mit den anderen Wirkstoffen weniger gegen die Delta-Variante. Daher sei eine Booster-Impfung bereits vier Wochen nach der Impfung möglich.

Welche Impfstoffe gegen das Coronavirus sind zugelassen?

Bislang sind vier Corona-Impfstoffe in der EU zugelassen. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA gab am 21. Dezember zunächst grünes Licht für den Impfstoff von Biontech und Pfizer. Die formelle Zulassung durch die EU-Kommission erfolgte kurz danach. In den USA und Großbritannien war das Serum im Rahmen von Notzulassungen zu diesem Zeitpunkt bereits genutzt worden. Seit Januar ist außerdem der Corona-Impfstoff des US-Konzerns Moderna zugelassen. Beide mRNA-Impfstoffe (siehe nachfolgende Frage) haben eine Wirksamkeit von mehr als 90 Prozent.

Ebenfalls im Januar wurde der Impfstoff zugelassen, der von der Universität Oxford und dem Pharmahersteller Astrazeneca entwickelt worden ist. Seit März gibt es auch eine Zulassung für das Vakzin des US-Herstellers Johnson & Johnson. Es ist der erste Impfstoff, bei dem nur eine Dosis verabreicht werden muss. Er wurde Ende April in Deutschlands erstmals verimpft.

Die bisherigen Zulassungen für Corona-Impfstoffe sind "bedingte" Zulassungen. Laut dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte können derartige Zulassungen erteilt werden, "wenn hinreichende Erkenntnisse über ein positives Nutzen-Risiko-Verhältnis der Therapien vorliegen". Da die Impfstoffe kurzfristig entwickelt worden sind, müssen die Hersteller weitere Studiendaten und Nachweise zu Wirksamkeit und Verträglichkeit ihrer Präparate einreichen. Dies regelt das Verfahren der "bedingten" Zulassung. Abzugrenzen ist diese Art der Zulassung von der "Notfallzulassung", die keinen geregelten EU-Standards unterliegt und über die jedes Land für sich entscheiden kann.

Was ist ein mRNA-Impfstoff?

Bei dem in Deutschland am meisten eingesetzten Impfstoff von Biontech/Pfizer handelt es sich um einen sogenannten mRNA-Impfstoff. Auch das Vakzin von Moderna ist ein solches. Diese Präparate basieren auf einer neuen Technologie. Der grundlegende Unterschied ist, dass diese Impfstoffe keine abgeschwächten oder abgetöteten Viren enthalten, sondern lediglich eine Bauanleitung für einen Bestandteil des Covid-19-Erregers. Die Anleitung wird in Form eines sogenannten mRNA-Moleküls in den Körper geimpft, wo dann die menschlichen Zellen selbst ein Eiweiß herstellen, das auch das Virus in sich trägt. Dieses Eiweiß regt das menschliche Immunsystem zur Bildung von Abwehrstoffen an.

Es kursieren Gerüchte, dass mRNA-Impfstoffe das Erbgut verändern könnten. Fachleute widersprechen dem: "Eine Integration von RNA in DNA ist unter anderem aufgrund der unterschiedlichen chemischen Struktur nicht möglich", stellt etwa das für Impfstoffe zuständige Paul-Ehrlich-Institut fest.

Mit Blick auf die Sicherheit der mRNA-Impfstoffe ist ein weiterer Punkt wichtig: Die Technologie wurde nicht erst im Zuge der Corona-Pandemie entwickelt. Einige Erfahrungen damit liegen bereits vor. Das Prinzip stammt aus der immunologischen und infektiologischen Grundlagen- und aus der Krebsforschung. Ziel dabei ist es, den Körper zu einem Angriff auf Tumorzellen zu befähigen. Auch in diesem Bereich laufen bereits klinische Studien.

Was gibt es für Nebenwirkungen und Impfreaktionen bei den mRNA-Impfstoffen?

Viele Menschen reagieren nach einer Corona-Impfung mit grippeähnlichen Symptomen, Niedergeschlagenheit oder Kopfschmerzen. Auch Muskelbeschwerden und Schmerzen an der Einstichstelle können auftreten. Viele Menschen reagieren nach der zweiten Impfung stärker als nach der ersten, manche auch gar nicht.

In Großbritannien reagierten Menschen, die bereits zuvor durch Allergien anaphylaktische Schocks erlitten hatten, auf den Impfstoff von Biontech/Pfizer mit allergischen Reaktionen. Die Ursache war noch nicht abschließend geklärt. Ende Mai 2021 wurde zudem bekannt, dass vornehmlich junge Männer nach der Impfung mit den mRNA-Impfstoffen von Biontech/Pfizer beziehungsweise Moderna einem erhöhten Risiko für Herzmuskelentzündungen ausgesetzt sind. Diese mögliche Nebenwirkung tritt jedoch nur in äußerst seltenen Fällen auf und wurde erst sichtbar, als weltweit schon viele Millionen Menschen mit den Vakzinen geimpft worden waren.

Was gibt es für Nebenwirkungen und Impfreaktionen bei den Vektor-Impfstoffen?

Der Hersteller Astrazeneca hatte im Vorfeld Fieber als relativ häufig vorkommende, aber mild verlaufende und schnell vorübergehende Impfreaktion seines Vakzins angegeben. Als weitere Nebenwirkungen werden vorübergehende lokale und systemische Reaktionen wie Schmerzen und Empfindlichkeit an der Injektionsstelle, leichte bis mäßige Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schüttelfrost, Fieber, Unwohlsein und Muskelschmerzen genannt. Wegen heftiger Impfreaktionen bei relativ vielen Geimpften war die Impfung mit Astrazeneca in Teilen Schwedens Mitte Februar sogar kurz ausgesetzt worden. Der konkrete Grund war, dass viele Geimpfte aus medizinischen Berufen sich wegen der Impfreaktion für einen Tag krankmelden mussten.

Wegen des sehr seltenen Auftretens von Hirnvenenthrombosen (siehe nachfolgende Frage) im zeitlichen Zusammenhang mit der Gabe des Astrazeneca-Impfstoffs ist die Impfung für unter 60-Jährige mit diesem Impfstoff in Deutschland ausgesetzt worden. Einen ähnlichen Zusammenhang gibt es auch beim Impfstoff von Johnson & Johnson.

Welche Probleme gab es mit dem Astrazeneca-Impfstoff?

Anfangs wurde der Impfstoff des britisch-schwedischen Unternehmens Astrazeneca in Deutschland vorsorglich nur für Menschen unter 65 Jahre zugelassen. Grund dafür war laut der Ständigen Impfkommission (Stiko), dass in Studien zur Wirksamkeit nur wenige alte Menschen eingeschlossen waren. Mit Verbesserung der Studienlage passte die Stiko ihre Empfehlung an und empfahl den Impfstoff auch für Menschen über 65 Jahre.

Mitte März 2021 stoppte das zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) jedoch alle Impfungen in Deutschland mit dem Präparat von Astrazeneca. Hintergrund war eine Häufung von Thrombosen und Blutgerinnseln im zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung. Zuvor hatten bereits andere europäische Länder wie Dänemark, die Niederlande, Irland oder Norwegen die Impfungen mit Astrazeneca gestoppt. Nach einer Überprüfung durch die europäische Arzneimittelagentur EMA wurde Astrazeneca dann wieder freigegeben – die EMA bewertete den Impfstoff ebenso wie die WHO als sicher. Trotzdem sollten die Nebenwirkungen weiter beobachtet werden.

Dann die erneute Kehrtwende: Nachdem bekannt wurde, dass es weitere Fälle von Hirnvenenthrombosen bei Geimpften unter 60 Jahren gegeben hatte, stellten Ende März zunächst mehrere Unikliniken in Deutschland die Impfungen mit Astrazeneca ein. Am Abend des 30. März beschlossen Kanzlerin Merkel, Gesundheitsminister Spahn und die Gesundheitsminister der Länder, Astrazeneca nur noch für über 60-Jährige zu empfehlen. In dieser Altersgruppe waren keine Häufungen von Thrombosen oder Blutgerinnseln beobachtet worden.

Welche Probleme gibt es mit Impfstoff von Johnson & Johnson?

Der Impfstoff kann ähnlich wie das Präparat von Astrazeneca in sehr seltenen Fällen schwere Nebenwirkungen haben. Aus diesem Grund entschied die Ständige Impfkommission (Stiko) am 10. Mai, den Impfstoff ähnlich wie den von Astrazeneca grundsätzlich nur für über 60-Jährige zu empfehlen. Anfang August 2021 erklärte die Europäische Arzneimittelbehörde EMA, in den Produktinformationen solle ergänzt werden, dass das Vakzin in seltenen Fällen zur Immunerkrankung Immunthrombozytopenie ITP sowie zu Schwindelt und Tinnitus führen kann. Der Nutzen des Impfstoffs überwiege aber weiterhin die Risiken, hieß es von der EMA.

Welche weiteren Impfstoffe stehen vor der Zulassung?

In einem sogenannten Rolling-Review-Verfahren bei der EMA, das der Prüfung eines formellen Zulassungsantrages unmittelbar vorgeordnet ist, befinden sich der amerikanische Hersteller Novavax sowie das Tübinger Unternehmen Curevac. Mit Curevac hat die EU bereits umfangreiche Liefervereinbarungen getroffen. Eine schnelle Zulassung erscheint hier aber mittlerweile nicht mehr realistisch, Studiendaten offenbarten zuletzt eine geringe Wirksamkeit des Impfstoffes.

Die Europäische Arzneimittelagentur prüft nach eigenen Angaben auch die Zulassung des russischen Impfstoffes Sputnik V – ebenfalls in einem Rolling-Review-Verfahren. Unabhängig von der EU haben die Slowakei und Ungarn den Impfstoff bereits zugelassen, der laut Studien eine Wirksamkeit von 91,6 Prozent haben soll. Dass Verfahren zieht sich allerdings, da die russischen Impfstoff-Entwickler Studiendaten zu Nebenwirkungen schuldig blieben.

Global gibt es nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weit mehr als 100 Impfstoffprojekte. Zahlreiche klinische Studien laufen.

Wann könnte Herdenimmunität erreicht sein?

Beim RKI geht man nicht mehr davon aus, dass das Coronavirus zum völligen Verschwinden gebracht wird. Diese Vorstellung, "im Sinne einer Elimination – also ein weitgehendes Zurückdrängen oder Ausrotten – sei nicht realistisch", heißt es in einem Ende Juli veröffentlichten Strategiepapier des RKI.

Nach wie vor erreichbar ist aber ein Stadium der Herdenimmunität im Sinne eines stabilen endemischen Gleichgewichts. Dann wäre die Immunität in der Bevölkerung groß genug, dass sich das Coronavirus nur noch während bestimmter saisonaler Phasen langsam ausbreiten kann. In diesem Fall würden sich viele immune Menschen gar nicht mehr anstecken oder das Virus höchstens kurze Zeit weitergeben. Gefährdete Menschen hätten ein deutlich geringeres Risiko, mit dem Virus in Kontakt zu kommen. Krankenhäusern droht nicht mehr die Überlastung.

Angesichts der hochansteckenden Delta-Variante gehen Epidemiologen des Robert Koch-Instituts davon aus, dass etwa 85 bis 90 Prozent der über 18-Jährigen durch Impfung oder Genesung immunisiert sein müssen, um ein solches Gleichgewicht zu erreichen.

Wie wird der Corona-Impfstoff international verteilt?

Corona-Impfstoffe sollen nicht nur in wohlhabenden Ländern zur Verfügung stehen, sondern auch Menschen in den ärmeren Regionen der Welt. Darauf hat in Deutschland unter anderem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gedrängt. International verpflichteten sich etwa die G20-Staaten diesem Ziel. Der UN-Generalsekretär erneuerte die Forderung nach einer gerechten Verteilung Mitte Dezember.

Im Zentrum soll nach dem Willen von Kanzlerin Merkel die Impfstoffplattform Covax stehen. Covax will für eine faire und transparente weltweite Verteilung zukünftiger Impfstoffe gegen Covid-19 sorgen. Deutschland ist der Initiative im September 2020 beigetreten. Im Kern sieht das Projekt vor, dass die reichen Industrieländer den ärmeren Ländern den Zugang zu Impfstoff ermöglichen, finanziert im Zuge der Entwicklungsarbeit.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 23. November 2020 | 12:00 Uhr

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https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/video-verschwoerung-corona-familie-hilfe-100.html

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