Gaskrise Habeck lehnt staatliche Deckelung der Gaspreise ab

Die enormen Preissteigerungen bei Gas könnten nicht vollständig vom Staat aufgefangen werden, sagt Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck. Deshalb kommt für ihn eine Deckelung der Gaspreise nicht in Frage. Zugleich stellt er auf weiter steigende Preise im Winter ein.

Robert Habeck
Robert Habeck hat sich gegen eine staatliche Deckelung der gestiegenen Gaspreise ausgesprochen. Bildrechte: dpa

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck lehnt eine staatliche Preisdeckelung bei Gas ab. Die hohen Preissteigerungen seien ein "externer Schock" und könnten vom Staat nicht vollständig aufgefangen werden, sagte Habeck am Mittwoch am Rande der Münchner Handwerksmesse.

Deckelung wäre falsches Signal

Auch ökonomisch wäre ein Preisdeckel nach Einschätzung des Wirtschaftsministers Habeck der falsche Weg. "Eine Deckelung der Preise wäre bei einem knappen Gut ein Signal: Energie ist nicht wertvoll, haut raus, was ihr wollt", sagte Habeck. Mit Blick auf den kommenden Winter stellte der Grünen-Minister auf weitere enorme Preiserhöhungen ein. Zugleich versicherte er, die Bundesregierung wolle Sorge dafür tragen, dass die Belastung "gerecht" verteilt werde. Wie das geschehen soll, dazu sagte er nichts.

Knapp zehn Prozent weniger Gasverbrauch

Mit den bisherigen Energieeinsparungen in Deutschland sei er zufrieden, sagte Habeck. Im ersten Halbjahr 2022 sei gegenüber dem Vorjahr 14 Prozent weniger Energie verbraucht worden. Beim Gasverbrauch seien es knapp zehn Prozent weniger gewesen.

Sollten die Gas-Lieferungen aus Russland jedoch ganz abreißen, befürchten viele Experten eine Rezession, weil ganze Industrieprozesse nicht mehr funktionieren würden. "Wir müssen natürlich mehr besorgen", sagte Habeck. Der Winter werde eine Herausforderung, auch für die privaten Verbraucher.

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Reuters,dpa(nvm)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 06. Juli 2022 | 15:00 Uhr

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