Ab Oktober Bundesregierung beschließt Mindestlohn von zwölf Euro

Die Bundesregierung hat die von ihr versprochene Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns auf den Weg gebracht. Das Kabinett billigte eine Vorlage von Arbeitsminister Hubertus Heil, wonach der Mindestlohn zum 1. Oktober auf zwölf Euro pro Stunde steigen soll. Auch die Verdienstgrenze für Minijobs wird angehoben.

Eine Kellnerin
Die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns auf zwölf Euro war eines der Vorhaben, das die Ampel schon zum Abschluss ihrer Sondierungsgespräche verkündet hatte. Bildrechte: IMAGO / Ralph Peters

Die Bundesregierung hat die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns auf den Weg gebracht. Das Kabinett billigte eine entsprechende Vorlage von Arbeitsminister Hubertus Heil. Demnach soll der Mindestlohn zum 1. Oktober auf zwölf Euro steigen. Zudem soll es höhere Verdienstgrenzen für Minijobs geben.

6,2 Millionen Beschäftige profitieren

Etwa 6,2 Millionen Beschäftigte können durch den höheren Mindestlohn mit mehr Geld rechnen. Das geht aus dem Gesetzesentwurf hervor, der der Agentur Reuters vorliegt. Auf die Arbeitgeber kommen demnach Mehrkosten von etwa 5,6 Milliarden Euro pro Jahr zu, für die Sozialabgaben anfallen. Für die Sozialversicherungen wird daher mit Mehreinnahmen von 2,2 Milliarden Euro gerechnet.

Derzeit beträgt der Mindestlohn noch 9,82 Euro pro Stunde. Bereits am 1. Juli steigt der Mindestlohn planmäßig auf 10,45 Euro. Im Oktober steigt er dann zum zweiten Mal in diesem Jahr auf die vereinbarten zwölf Euro pro Stunde.

Auch Verdienstgrenze für Minijobs steigt

Ebenfalls ab dem 1. Oktober bleiben Monatsverdienste von bis zu 520 Euro für Beschäftigte steuer- und sozialabgabenfrei. Die Verdienstgrenzen für Minijobs von derzeit 450 Euro monatlich waren zuletzt 2013 erhöht worden. Während sie für Arbeitnehmer abgabenfrei sind, führen Arbeitgeber an die Sozialkassen und das Finanzamt eine Pauschale ab. Im Juni 2021 gab es rund 7,4 Millionen Minijobber. Für gut drei Millionen davon war dies ein Nebenjob neben dem Haupterwerb.

Reuters (sra)

Reporter Ralf Geißler bei Oliver Holtemöller im Institut für Wirtschaftsforschung Halle. 25 min
Bildrechte: MDR / Isabel Theis

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 23. Februar 2022 | 12:00 Uhr

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