Bundestagswahl 2021 Welche Thüringer Abgeordneten sitzen nicht mehr im Bundestag?

Nach der Bundestagswahl tragen viele Thüringer Wahlkreise eine neue politische Farbe. Viele Thüringer Abgeordnete kehren nach dieser Wahl nicht mehr nach Berlin zurück. Um wen es sich dabei handelt, finden Sie hier.

Abgeordnete im Deutschen Bundestag
Thüringen ist mit insgesamt 19 Abgeordneten im Berliner Parlament vertreten. Bildrechte: IMAGO

Johannes Selle

Der CDU-Politiker Johannes Selle holte 2017 das Direktmandat in seinem Wahlkreis 191 (Jena - Sömmerda - Weimarer Land I). Von 2009 an hatte er seinen Wahlkreis im Bundestag vertreten. Vorher war er bereits von 1994 bis 1998 Bundestagsabgeordneter.

Der Bundestagsabgeordnete der CDU Johannes Selle.
Der Bundestagsabgeordnete der CDU Johannes Selle. Bildrechte: privat

Als Abgeordneter war er stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Kultur und Medien, stellvertretendes Mitglied im Auswärtigen Ausschuss sowie Mitglied im Unterausschuss Zivile Krisenprävention, Konfliktbearbeitung und vernetztes Handeln und im Ausschuss für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Anfang September fiel die Entscheidung für den Spitzenkandidaten im Wahlkreis 191 auf den ehemaligen CDU-Landesvorsitzenden Mike Mohring. Der musste sich jedoch SPD-Herausforderer Holger Becker geschlagen geben.

Tankred Schipanski

2017 Verteidigte Tankred Schipanski sein Direktmandat im Wahlkreis 192 (Gotha - Ilm-Kreis) für die CDU. Seit 2009 saß er für Thüringen im Bundestag.

Der Bundestagsabgeordnete Tankred Schipanski von der CDU.
Der Bundestagsabgeordnete Tankred Schipanski von der CDU. Bildrechte: privat

In der vergangenen Legislaturperiode war er Vorsitzender im Ausschuss für Digitale Agenda sowie Mitglied im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung. Von 2018 an war er der digitalpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Zusätzlich war er Mitglied im Haushaltsausschuss, im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe sowie im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz.

Bei der Bundestagswahl verlor er sein Direktmandat an den AfD-Politiker Marcus Bühl. Der Wiedereinzug über die Landesliste gelang Schipanski ebenfalls nicht.

Volkmar Uwe Vogel 

Volkmar Uwe Vogel saß seit 2002 im Deutschen Bundestag. Im Jahr 2017 gewann der CDU-Politiker das Direktmandat im Wahlkreis 194 (Gera - Greiz - Altenburger Land).

Volkmar Vogel
Der CDU-Politiker Volkmar Uwe Vogel. Bildrechte: CDU Thüringen/Andreas Kinder

Während seiner Tätigkeit als Bundestagsabgeordneter war er unter anderem stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Mitglied im Bundestagsausschuss für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit sowie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur. Seit 2018 war Vogel ordentliches Mitglied der Parlamentarische Versammlung des Europarates, dort gehörte er der Fraktion der Europäischen Volkspartei an.

Bei der Bundestagswahl am Sonntag verlor Vogel nach 19 Jahren seinen Sitz im Parlament. Im Wahlkreis 194 erreichte er nur den dritten Platz hinter dem AfD-Politiker Stephan Brandner und der SPD-Politikerin Elisabeth Kaiser. Auch über die Landesliste verpasste der CDU-Politiker einen Wiedereinzug in den Bundestag.

Albert Weiler

Albert Weiler ist seit 2013 für die CDU Mitglied im Deutschen Bundestag. 2017 konnte er die Wahl im Wahlkreis 195 (Saalfeld-Rudolstadt - Saale-Holzland-Kreis - Saale-Orla-Kreis) für sich entscheiden. Der Diplom-Verwaltungswirt und Politikwissenschaftler aus Milda im Saale-Holzland-Kreis holte damals mit rund 31 Prozent das Direktmandat.

CDU-Bundestagsabgeordneter Albert Weiler
Der CDU-Politiker Volkmar Albert Weiler. Bildrechte: MDR / Laurence Chaperon

Im Bundestag war er ordentliches Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales sowie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Energie sowie im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe. Zudem arbeitete er als stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft mit. Weiler nahm 2018 außerdem an der Ausarbeitung des Koalitionsvertrags zwischen der CDU/CSU und der SPD teil.

Bei der Bundestagswahl am Sonntag verlor Weiler sein Abgeordnetenmandat im Bundestag. Der CDU-Politiker musste den Ostthüringer Wahlkreis 195 an den AfD-Politiker Michael Kaufmann abgeben.

Mark Hauptmann

Der ehemalige CDU-Politiker Mark Hauptmann war von 2013 bis 2021 Mitglied des Deutschen Bundestages. Bei der vergangenen Bundestagswahl 2017 gewann er das Direktmandat im Südthüringer Wahlkreis 196.

Mark Hauptmann (CDU/CSU) spricht im Deutschen Bundestag.
Mark Hauptmann (CDU/CSU) spricht im Deutschen Bundestag. Bildrechte: dpa

Hauptmann war Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Energie sowie stellvertretendes Mitglied im Auswärtigen Ausschuss und im Ausschuss für Gesundheit.

Im März 2021 geriet Hauptmann ins Visier der Thüringer Generalstaatsanwaltschaft. Diese begann gegen ihn aufgrund des Verdachts der Bestechlichkeit von Mandatsträgern zu ermitteln. Mehrere CDU-Büros sowie private Wohnräume wurden durchsucht. Auslöser war die sogenannte Maskenaffäre. Auch wegen des mutmaßlichen Engagements für Aserbaidschan, Taiwan und Vietnam ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen ihn. Ende März erklärte Hauptmann seinen Parteiaustritt aus der CDU und verzichtete auf sein Bundestagsmandat.

Robby Schlund

Der Orthopäde und Sportmediziner Robby Schlund war von 2017 an Mitglied des Deutschen Bundestages. Als Nummer vier auf der AfD-Landesliste gelang ihm damals der Einzug ins Parlament.

Der AfD-Politiker Robby Schlund.
Der AfD-Politiker Robby Schlund. Bildrechte: Robby Schlund

Im Bundestag war er Vorsitzender der AfD-Bundestagsfraktion im Parlamentarischen Begleitgremium Covid-19-Pandemie und im Unterausschuss Abrüstung, Rüstungskontrolle und Nichtverbreitung. Zusätzlich arbeitete er als Mitglied im Ausschuss für Gesundheit mit.

Aufgrund eines Verfahrens der Landesärztekammer Thüringen gegen den AfD-Politiker hob der Bundestag seine politische Immunität auf. Bei der Bundestagswahl Ende September trat Schlund nicht als Direktkandidat an und wurde nur auf Platz sechs der Landesliste der AfD gewählt. Nach der Bundestagswahl trat Schlund aus der Partei aus.

Anton Friesen

Der 1985 in der Sowjetunion geborene Anton Friesen ist seit 2013 Mitglied der AfD. Nach der Bundestagswahl 2017 ging es für ihn über Platz fünf der Landesliste der AfD Thüringen nach Berlin. Im Bundestag ist er Mitglied im Auswärtigen Ausschuss.

Der AfD-Politiker Anton Friesen.
Der AfD-Politiker Anton Friesen. Bildrechte: dpa

Bei der Bundestagswahl 2021 war er auf Platz sieben der Landesliste der Thüringer AfD und verpasste den Einzug in den Bundestag.

Christoph Matschie

Bereits von 1990 bis 2004 saß der SPD-Politiker Matschie im Bundestag und brachte es dort sogar zum Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesforschungsministerium. 2004 trat er bei der Landtagswahl in Thüringen als Spitzenkandidat der SPD an. Bis 2017 blieb er Mitglied des Thüringer Landtags. Nach der Bundestagswahl 2017 gelang er über einen Landeslistenplatz in den Bundestag.

Christoph Matschie
Der SPD-Politiker Christoph Matschie. Bildrechte: SPD Jena/Sebastian Bentzin

Matschie arbeitete als Mitglied des Auswärtigen Ausschusses mit und war stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Zudem war er Obmann des Unterausschusses Vereinte Nationen, internationale Organisationen und Globalisierung. Für die SPD-Fraktion war er zuständig für die Region Afrika sowie stellvertretend für Russland und die Ukraine.

Nach 30 Jahren in der Politik will sich der SPD-Politiker im kommenden Jahr von der politischen Bühne verabschieden. Aus diesem Grund trat er zur Bundestagswahl 2021 nicht mehr an.

Kersten Steinke

Kersten Steinke war bereits von 1998 bis 2002 Mitglied des Deutschen Bundestages. 2005 wurde sie erneut in den Bundestag gewählt und war bis 2017 Vorsitzende des Petitionsausschusses. 2017 wurde sie über die Landesliste der Linken erneut nach Berlin gewählt.

Direktkandidatin der Linken im Wahlkreis 189: Kersten Steinke
Kersten Steinke aus dem Kyffhäuserkreis. Bildrechte: MDR/Kersten Steinke

Dort ist sie bislang Mitglied im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft sowie im Petitionsausschuss.

Bei der Bundestagswahl 2021 trat Steinke nicht mehr als Direktkandidatin an und war ebenfalls nicht mehr Teil der Thüringer Landesliste.

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Quelle: MDR THÜRINGEN/jn

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 27. September 2021 | 20:00 Uhr

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