Benzin und Diesel Spritpreise steigen erstmals auf mehr als zwei Euro

Der Preis für Diesel und Super-Benzin ist am Montag erstmals auf durchschnittlich mehr als zwei Euro pro Liter gestiegen. Experten sehen den Ukraine-Krieg als einen Preistreiber. Insbesondere beim Kraftstoff Diesel fällt der Anstieg stark aus: Diesel ist mittlerweile teurer als Super-Benzin. Die Preisanstiege geben der Diskussion um Entlastungen für Verbraucher neuen Antrieb.

Ein Autofahrer betankt ein Auto mit dem Kraftstoff Diesel
Insbesondere der Dieselpreis ist in den vergangenen Monaten enorm gestiegen (Symbolbild). Bildrechte: dpa

Die Spritpreise sind im bundesweiten Tagesdurchschnitt erstmals auf mehr als zwei Euro pro Liter gestiegen. Wie der ADAC mitteilte, kostete am Montag Superbenzin der Sorte E10 pro Liter 2,008 Euro, bei Diesel waren es 2,032 Euro. Im Laufe des bisherigen Tages zeichnet sich ein weiterer Anstieg ab: Laut dem Kraftstoffmarkt-Experten Jürgen Albrecht war Benzin am Dienstagmittag rund 10 Cent teurer als am Montag, Diesel sogar 12 Cent.

Ukraine-Krieg als Preistreiber

Haupttreiber des bisherigen Anstiegs an der Zapfsäule waren die Ölpreise, die im Zuge des Konflikts in der Ukraine nach oben schossen. Am Montag hatte die Sorte Brent zwischenzeitlich bis zu 139 Dollar pro Fass gekostet, nachdem US-Außenminister Antony Blinken einen Importstopp für russisches Erdöl ins Spiel gebracht hatte. Bis zum Abend schmolz ein großer Teil des Preissprungs wieder ab. Bis Dienstagmittag hatten sich die Ölpreise nach den heftigen Anstiegen der Vortage stabilisiert – allerdings mit Tendenz nach oben.

Dass derzeit Spritpreis-Rekorde erreicht werden, liegt zudem daran, dass der Effekt durch den Krieg in der Ukraine auf bereits erreichte Rekordniveaus der vergangenen Monate aufsetzt. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Spritpreise deutlich gestiegen: Im Durchschnitt des März 2021 hatte Super E10 pro Liter 1,454 Euro gekostet, bei Diesel waren es 1,315 Euro. Der Anstieg bei Diesel ist so stark, dass der traditionell günstigere Diesel-Kraftstoff mittlerweile Super E10 überholt hat. Im Vergleich zum Oktober 2020 hat sich der Dieselpreis fast verdoppelt.

Debatte um Entlastungen für Verbraucher

Die Entwicklung treibt auch die Debatte um Entlastungen voran. ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand forderte zusätzliche Hilfen für die Verbraucher. "Kurzfristig sollte die Bundesregierung eine befristete Mehrwertsteuersenkung auf Kraftstoffe und Heizöl prüfen", sagte er. "Diese könnten unmittelbar wirken und eine breite Entlastungswirkung erzielen."

Der saarländische Ministerpräsident, Tobias Hans, hat unterdessen mit Äußerungen zu den hohen Spritpreisen Kritik auf sich gezogen. Über den Kurznachrichtendienst Twitter postete Hans am Dienstagvormittag ein kurzes Video, das er vor einer Tankstelle offensichtlich selbst aufgenommen hatte. Darin nennt er den Preis von 2,12 Euro für einen Liter Diesel "wirklich irre".

Hans‘ Aussage im Video, der Staat bereichere sich an den steigenden Energiekosten, sorgte für Diskussionen. Die saarländische Grünen-Spitzenkandidatin Lisa Becker schrieb auf Twitter als Reaktion auf Hans‘ Tweet: "Als MP müsste er wissen, dass Steuern unsere Demokratie finanzieren."

dpa(jan)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 08. März 2022 | 10:30 Uhr

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