Lebensmittel Brot, Nudeln, Bier und Kaffee werden teurer

Steigende Preise für Gas und Strom belasten auch Unternehmen – weil damit die Produktionskosten steigen. Das ist ein Grund, warum Kunden 2022 für Brot, Nudeln, Eier, Bier und Kaffee mehr bezahlen werden müssen.

Verschiedene Sorten Brot liegen übereinander
Gestiegene Kosten für Transport, Rohstoffe und Produktion werden Brot und Brötchen 2022 deutlich teurer werden lassen. Bildrechte: Colourbox.de


Brot und Brötchen: Rohstoffe werden immer teurer

Laut "Allgemeiner Bäckerzeitung" (ABZ) müssten Brötchen aktuell über einen Euro kosten, würden die Bäcker alle gestiegenen Kosten an die Verbraucher weitergeben. Der Preis für Getreide ist laut Statistischem Bundesamt von 2020 auf 2021 um 34,4 Prozent gestiegen. Die Transportkosten für den Import für Waren aus Übersee haben sich sogar verzehnfacht.

Auch die immer höheren Energiepreise setzen den Bäckern immer mehr zu. Der Gaspreis etwa wirkt sich nicht nur auf die Kosten für das Beheizen der Öfen aus, sondern verteuert auch die Rohstoffe. "Der gestiegene Gaspreis führt zwangsläufig dazu, dass die Verkaufspreise für Düngemittel oder für Adblue nach oben gehen. Teurere Düngemittel bedeuten, dass auch die Ernte teurer wird. Das heißt, der Landwirt muss für seine Produkte auch höhere Preise verlangen. Jetzt mal durchdekliniert am Ende des Tages: Das Mehl wird teurer, das Brot und das Brötchen werden teurer", erklärt Christopher Profitlich von den SKW Stickstoffwerken Piesteritz.

Der Mix aus sich verteuernden Rohstoff- und Energiepreisen plus Einnahmeverlust durch die Corona-Pandemie wird für viele Unternehmen zur Zerreißprobe. Laut ABZ stehen viele mittelständische Bäcker-Betriebe vor dem Aus.

Nudeln: schlechte Hartweizenernte

Auch der Preis für Nudeln wird dieses Jahr anziehen. Ein Grund ist die schlechte Hartweizenernte im vergangenen Jahr. Laut Verband der Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft (VGMS) sorgten die düsteren Ertragsaussichten auf den globalen Getreidemärkten für enorme Preissprünge an den Rohstoffbörsen. Die Rohstoffkosten seien für rund 80 Prozent der Gesamtkosten verantwortlich. Bei Hartweizengrieß haben sich bereits nahezu verdreifacht.

Unklar ist, wie sehr es die Verbraucher trifft. Das hängt davon ab, inwieweit Supermärkte die Preiserhöhungen der Nudelhersteller an die Kunden weitergeben. Mehrere Nudelhersteller haben laut tagesschau.de bereits Preiserhöhungen von bis zu 30 Prozent angekündigt.

Nudelgerichte beliebt Laut einer aktuellen Verbrauchsanalyse (befragt wurden Menschen über 14 Jahre) haben 2021 fast 16 Millionen Personen in Deutschland mehrmals pro Woche Nudeln gegessen.

Kaffee: Lieferengpässe und Ernteausfälle

Kaffeeliebhaber müssen in Cafés im ersten Halbjahr 2022 mit spürbar höheren Kosten für Kaffee rechnen. Für einen Cappuccino müssen Verbraucher aktuell zwischen 3,60 Euro und 4,10 bezahlen. Dieser Preis könnte auf bis zu 4,50 Euro steigen. Nicht unwahrscheinlich ist, dass man auch im Supermarkt tiefer in die Tasche greifen werden muss. Allerdings kann man aufgrund unterschiedlich abgeschlossener Verträge zwischen Händlern und Zulieferern keine klare Aussage treffen, ab wann dies der Fall sein wird und wie sich das unterm Strich auswirken wird.

Preissteigerungen 2021 bereits durch Lieferengpässe Die International Coffee Organization (ICO) gibt den Kaffeepreis im November 2021 im Schnitt für ein Pfund mit 1,95 US-Dollar an. Ein Jahr zuvor lag er noch bei 1,09 US-Dollar.

Der aktuelle Kaffeepreis für das Pfund liegt bei 2,40 US-Dollar (Stand 18.1.2021). Ein Grund für den hohen Kaffeepreis ist die letzte Ernte, die wetterbedingt schlecht ausfiel. Dazu kommen Lieferengpässe, von denen die wichtigsten Produktionsländer Brasilien und Kolumbien betroffen sind. Brasilien ist das führende Ursprungsland der deutschen Rohkaffeeimporte.

Neues Gesetz erhöht Ei-Preis

Schon seit Januar 2022 verlangen einige Discounter mehr für Eier. Aldi Süd und Aldi Nord haben den Preis für Eier aus Boden- sowie Freilandhaltung um jeweils zehn Cent angehoben. Zehn Eier aus Bodenhaltung kosten nun 1,29 Euro und aus Freilandhaltung 1,69 Euro. Konkurrent Lidl zog in gleicher Höhe nach.

In Zukunft kann es aber noch teurer werden. Der Bundesverband Ei (BVEi) bemüht sich aktuell, die Kommunikation zwischen Herstellern und Händlern zu intensivieren und bestehende Verträge anzupassen. Laut Bundesverband könnten viele Hersteller nicht kostendeckend arbeiten – aufgrund hoher Kosten für Futtermittel sowie steigender Transportkosten.

Seit Januar ist es verboten, männliche Küken zu töten. Anders als die Weibchen legen sie keine Eier, setzen nicht so viel Fleisch an und sind deshalb für die Betriebe nicht rentabel. Die Umsetzung des Gesetzes und die Tierwohl-Auflagen machen die Produktion nach einer Rechnung des Bundesverbandes Ei e.V. (BVEi) für das einzelne Ei noch einmal um bis zu vier Cent teurer. Die Discounter könnten die daraus folgenden höheren Ausgaben auf die Eierpreise umlegen. Bei einem deutschen Pro-Kopf-Verbrauch von circa. 239 Eiern (verarbeitete Erzeugnisse mit einberechnet) wird sich eine Erhöhung beim Einkauf deutlich bemerkbar machen. Und bereits 2021 war der Preis für ein Ei um 14 Prozent gestiegen.

Bier: Fass- und Flaschenbier betroffen

Viele Bierbrauereien haben für 2022 bereits höhere Preise angekündigt. Auch hier werden gestiegene Energiekosten sowie erhöhte Ausgaben für Logistik und Rohstoffe als Gründe angegeben. Die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns wird ebenfalls die Produktionskosten hoch treiben. Zudem hatten die Brauereien 2021 mit einem Corona bedingtem Umsatzeinbruch von fünf Prozent zu kämpfen. Die Deutschen tranken so wenig Bier wie noch nie seit 1990.

Laut "Getränke-News" wird der Preis für Fassbier bereits im Februar höher ausfallen. Ein Glas des kühlen Getränks werde Kunden in der Gastronomie 30 bis 50 Cent mehr kosten. Bier aus Flaschen und Dosen soll dann ab Mai teurer werden. Die Kiste Bier dürfte dadurch bei vielen Herstellern rund einen Euro teurer werden.

Quelle: MDR Wirtschaftsredaktion

Ausblick

Gasflamme an einem Gasherd. 7 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Umschau | 11. Januar 2022 | 20:15 Uhr

Mehr aus Wirtschaft

Raffinerie 1 min
Bildrechte: imago images/Sylvio Dittrich
1 min 16.05.2022 | 18:50 Uhr

Es ist einer der wichtigsten Chemie-Standorte in Deutschland: der Industriepark Leuna. Die wichtigsten Fakten dazu finden Sie hier.

Mo 16.05.2022 18:22Uhr 00:32 min

https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/wirtschaft/video-grafik-stichwort-leuna-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Mehr aus Deutschland