Erntebilanz 2021 Bauernverband sieht Klimawandel als größte Herausforderung

Die diesjährige Ernte fällt in vielen Regionen Deutschlands nach den schweren Wetterbedingungen der vergangenen Monate enttäuschend aus. Das zeigt der vorläufige Erntebericht des Bundesagrarministeriums, und auch der Bauernverband rechnet mit einem unterdurchschnittlichen Ertrag.

Erntemaschine im Einsatz
Bauernverband und Landwirtschaftsministerium rechnen mit einer unterdurchschnittlichen Ernte für das Jahr 2021. Bildrechte: MDR/Thüringer Bauerverband e.V.

Der nasse und kühle Sommer stellt die Bauern in Deutschland vor große Herausforderungen. In manchen Regionen sei die Ernte noch nicht abgeschlossen, es habe einfach zu oft geregnet, sagt Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbands. Eines steht nach seinen Worten aber schon fest: "Wir erwarten in diesem Jahr für ganz Deutschland ein unterdurchschnittliches Ernteergebnis."

Eine Million Tonnen weniger Getreide als im Vorjahr

Insbesondere die diesjährige Getreideernte fällt demnach zum wiederholten Male unterdurchschnittlich aus. Der Deutsche Bauernverband (DBV) rechnet mit einer Getreideernte von 42,4 Millionen Tonnen.

Joachim Rukwied auf einem Feld
Joachim Rukwied ist Chef des Deutschen Bauernverbands (DBV). Bildrechte: Deutscher Bauernverband (DBV)

Damit liegt das Ergebnis rund eine Million Tonnen bzw. knapp zwei Prozent unter dem Vorjahr. Das geht aus der vorläufigen Erntebilanz des Deutschen Bauernverbandes hervor, die auf Daten aus den Landesbauernverbänden basiert.

Da die Ernte witterungsbedingt noch nicht abgeschlossen ist, können sich die Zahlen noch geringfügig ändern. Die Erntebilanz des Landwirtschaftsministeriums zeigt allerdings einen ähnlichen Trend.

So verheerend das für die Bauern sein mag, die Verbraucher würden davon nichts zu spüren bekommen, versichert Verbandschef Rukwied: "Die Rohstoffpreise haben einen geringen Anteil am Endpreis – der Getreideanteil beim Brötchen liegt bei rund einem Cent. Die Entwicklung bei Löhnen und anderen Betriebskosten ist entscheidender."

Klimawandel erschwert Ernte

Die extremen Wetterbedingungen seien zwar nicht der einzige Grund für die unterdurchschnittliche Ernte, sagt Rukwied. So sei den Bauern beim Raps beispielsweise ein wichtiger Wirkstoff gegen Schädlinge genommen worden. Auch das spüre man in der Erntemenge. Aber: "Der Klimawandel ist ganz sicher unsere größte Herausforderung." Extremwetterereignisse, wie Starkregen, Hagel oder Spätfröste würden sich häufen. Auch die Vegetationszeit habe sich verschoben. In diesem Jahr sei die Ernte durch häufigen Regen deutlich erschwert worden.

Die Landwirtschaft müsse sich in Zukunft auf solche Extremwetterbedingungen einstellen, erklärt der Präsident des Bauernverbands. "Wir benötigen vor allem Sorten, die an die veränderten Bedingungen angepasst sind. Dazu ist es notwendig, dass wir neue Züchtungsmethoden nutzen können. Nur so kann es uns gelingen, in kurzer Zeit widerstandsfähigere Sorten zu züchten."

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 27. August 2021 | 11:00 Uhr

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