Studie Im Osten mehr Frauen in Führungspositionen kommunaler Firmen

Frauen kommen in der Top-Etage kommunaler Unternehmen im Osten Deutschlands einer Studie zufolge im Schnitt besser voran als in den westlichen Bundesländern. Insgesamt sei leider nur wenig Bewegung in Richtung weiblicher Führungskraft zu sehen.

Frauen gehen am Dienstag (07.05.13) im Kanzleramt in Berlin anlässlich eines Treffens von in Führungspositionen eine Treppe hinab.
Ostdeutschland schneidet bei dem Blick auf Frauen in der Chefetage besser ab als der Westen. Bildrechte: imago/CommonLens

  • Gera und Magdeburg liegen im Ranking zum Frauenanteil in Führungspositionen bundesweit auf dem zweiten und dritten Platz.
  • Jedoch sei generell nur wenig Bewegung zu sehen – im letzten Jahr wurde nur ein Drittel der Chefetagen weiblich besetzt.
  • Deshalb spricht sich die Studie auch für eine vorgeschriebene weibliche Mindestbeteiligung in der Unternehmensführung im öffentlichen Sektor aus.

Der Anteil von Topmanagerinnen in Unternehmen größerer Städte im Osten ohne Berlin lag im Untersuchungszeitraum März/April im Schnitt bei 22,6 Prozent, wie aus einer Analyse der Zeppelin Universität Friedrichshafen hervorgeht.

Im Westen waren es ohne die Stadtstaaten Hamburg und Bremen 16,4 Prozent. "Frauen scheinen in Kommunen im Osten leichter in Führungspositionen zu gelangen", sagte Studienleiter Ulf Papenfuß. Gründe könnten die generell stärkere Beteiligung von Frauen am Arbeitsleben und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf in den neuen Bundesländern sein.

Bundesweit wurden 1.425 kommunale Unternehmen in 69 größeren Städten untersucht, in denen der öffentliche Sektor einen mehrheitlichen Anteil am Unternehmen hat, sowie 541 Unternehmen des Bundes und der Länder. Im Schnitt lag der Anteil von Frauen im Vorstand, der Geschäftsleitung oder Geschäftsführung kommunaler Firmen bundesweit bei 20,6 Prozent. In Bundesunternehmen waren es 27,9 Prozent.

Gera und Magdeburg ostdeutsche Spitzenreiter

Schlechter schnitten Landesunternehmen mit durchschnittlich 20,4 Prozent Frauen in der Führungsetage ab. Spitzenreiter war der Studie zufolge das hessische Offenbach mit einem Frauenanteil von 42,1 Prozent in den Topetagen öffentlicher Unternehmen, gefolgt von Gera (37,5 Prozent), Magdeburg (36,8 Prozent) und Berlin (36,4 Prozent). Über dem Durchschnitt lagen demnach auch die Stadtstaaten Bremen und Hamburg.

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Keine Frau wurde hingegen in den Top-Management-Positionen von Heidelberg, Ingolstadt, Neunkirchen, Trier und Völklingen festgestellt. Allerdings gebe es in Neunkirchen, Trier und Völklingen nur vergleichsweise wenige kommunale Unternehmen, die entsprechend der Methodik der Studie berücksichtigt werden konnten, hieß es.

2021 nur ein Drittel der Chefetagen weiblich besetzt

Insgesamt wurden den Angaben zufolge nur 32,1 Prozent der insgesamt 280 Top-Management-Positionen kommunaler Unternehmen im vergangenen Jahr mit Frauen neubesetzt. Nach wie vor sei nicht genug Bewegung festzustellen, um die politischen Ziele zu erreichen, sagte Papenfuß.

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Die Studie spricht sich unter anderem dafür aus, in jeder Gebietskörperschaft mit öffentlichen Unternehmen einen Public Corporate Governance Kodex einzuführen, in dem die Anforderungen aus dem zweiten Führungspositionen-Gesetz zur Mindestbeteiligung von Frauen als Empfehlung aufgenommen werden sollten.

Ab 1. August des laufenden Jahres müssen börsennotierte und paritätisch mitbestimmte Unternehmen mit mehr als 2.000 Beschäftigten und mehr als drei Vorständen bei der Neubesetzbesetzung in dem Gremium darauf achten, dass mindestens eine Frau in der Top-Etage sitzt. Bei Bundesunternehmen mit mehr als zwei Führungskräften muss künftig mindestens eine Frau vertreten sein.

dpa (amu)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Nachrichten | 19. Juli 2022 | 09:00 Uhr

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