Höhere Verbraucherpreise Inflation in Deutschland im Mai erneut gestiegen

Die Inflation in Deutschland hat sich im Mai nochmals beschleunigt. Die Verbraucherpreise stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat erneut stark an. In Sachsen knackt sie sogar die Acht-Prozent-Marke. Experten rechnet mit einem allmählichen Abflauen der Inflation erst ab Jahresmitte.

Das gestellte Symboldbild zeigt auseinander gezogene Elektrostecker auf Euro-Scheinen
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Die Inflation in Deutschland ist im Mai erneut gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte, mussten Verbraucher für Waren und Dienstleistungen durchschnittlich 7,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor zahlen.

Lieferengpässe und Ukrainekrieg als Ursache für hohe Inflation

In Sachsen, Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen knackt sie sogar die Acht-Prozent-Marke. Grund sind demnach die gestiegenen Energie- und Lebensmittelpreise aufgrund des russischen Krieges gegen die Ukraine.

Aber auch pandemiebedingte Lieferengpässe durch unterbrochene Lieferketten beeinflussen die Preise vieler Waren. So stiegen Energiepreise um 38,3 Prozent zum Vorjahresmonat an. Nahrungsmittel verteuerten sich mit 11,1 Prozent überdurchschnittlich.

Vor allem auf dem Energiemarkt gab es laut der Statistikbehörde durchweg hohe zweistellige Steigerungsraten. So verteuerte sich Heizöl im Vergleich zum Vorjahresmonat mit plus 80,2 Prozent und Fernwärme um 32,3 Prozent. Gas um 30,9 Prozent und Strom um 16,4 Prozent. Kraftstoffe waren 42,3 Prozent teurer als vor einem Jahr.

Ähnliche Inflationsrate zuletzt im Winter 1973/1974

Ökonomen, die von der Nachrichtenagentur Reuters befragt wurden, gingen für Mai von einem bundesweiten Anstieg von nur 7,6 Prozent aus, nachdem im April mit 7,4 Prozent bereits ein neuer Höchstwert seit 1981 gemessen wurde.

Ähnlich hoch war die Inflationsrate zuletzt im Winter 1973/1974, als infolge der ersten Ölkrise die Mineralölpreise ebenfalls stark gestiegen waren.

Inflation soll erst Mitte des Jahres abflauen

Experten gehen davon aus, dass die Inflationsdruck vorerst sehr hoch bleiben wird. "Bei den von Lieferengpässen getroffenen Gütern und bei Nahrungsmitteln steckt wohl noch etwas Druck in der Pipeline, bevor die Lage sich ab dem Herbst entspannen dürfte", erklärte der Chefvolkswirt der Berenberg Bank, Holger Schmieding Reuters.

Das Ifo-Institut rechnet jedoch mit einem allmählichen Abflauen der Inflation erst ab Jahresmitte. Grund sei laut einer Umfrage der Münchner Wirtschaftsforscher, dass im Mai erstmals weniger Firmen ihre Preise in den kommenden drei Monaten erhöhen wollen.

Reuters, MDR Aktuell

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 30. Mai 2022 | 16:00 Uhr

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