IQ Innovationspreis Mitteldeutschland Preis für die beste Innovation des Jahres wird verliehen

Einmal im Jahr vergeben große Firmen, Städte und Landkreise aus Mitteldeutschland den IQ Innovationspreis. Er ist gedacht für die beste Innovation des Jahres aus Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Am Donnerstagabend wird der Preis in Köthen verliehen. Welche Ideen haben es ins Finale geschafft?

Symbolgrafik eines menschlichen Gehirns
Einer von zehn Finalisten wird am Donnerstagabend den Preis für die beste Innovation des Jahres verliehen bekommen. Bildrechte: PantherMedia / Illia Uriadnikov

Die Maschine, die einmal Deutschlands Schlaglöcher stopfen soll, ist gut verpackt. Markus Kraus steht in einer Halle in Leipzig und entfernt Plane für Plane von einem Anhänger. Darauf steht ein Gerät, das Radiowellen erzeugen und mit ihnen vorportionierte Asphaltblöcke schmelzen kann. Die Erwärmung kleiner Mengen direkt vor Ort, nach einem Prinzip, das so ähnlich funktioniert wie eine Mikrowelle – das ist Kraus' zentrale Idee.

Finalist beim IQ Innovationspreis Mitteldeutschland

Der Vierzigjährige will damit ein Jahreszeitenproblem lösen: "Das Problem ist, dass die meisten Schlaglöcher in unseren Asphaltstraßen während der kalten Jahreszeit im Winter entstehen. Während Heißasphalt, das optimale Reparaturmaterial, einfach nicht zur Verfügung steht während dieser Zeit, da es nur dann gemischt wird, wenn es in großen Mengen abgenommen wird, also im Sommer, wenn große Straßen gebaut werden." Kraus kann Heißasphalt das ganze Jahr liefern.

Mit seiner Firma RW Innotec ist er einer der Finalisten beim IQ Innovationspreis Mitteldeutschland. Mehr als 100 Firmen haben sich um den Preis beworben. Zwar gibt es mehrere Innovationswettbewerbe, aber nur einen gemeinsamen für Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt.

Um den könnten sich nicht nur junge, sondern auch etablierte Forscher bemühen, sagt Organisatorin Hanka Fischer: "Die Besonderheit beim IQ ist, dass das ein Preis ist, den die Mitglieder der Metropolregion Mitteldeutschland, also die Unternehmen, fördern. Er soll eben auch ein Aushängeschild sein in den sogenannten strukturbestimmenden Branchen der Region: Automotive, Life Sciences, IT, Chemie und Kunststoffe sowie Energie, Umwelt und Solarwirtschaft."

Tanken mit Wasserstoffperoxid

Für die Finalrunde hat eine Jury aus jeder Sparte die zwei Besten ausgewählt, sodass nun zehn Finalisten auf den Gesamtsieg hoffen. Zu ihnen gehört auch der Zwickauer Lukas Basan. Der Student tüftelt an Autos, die mit Wasserstoffperoxid fahren, einer Chemikalie, die man bislang vom Friseur als Bleichmittel kannte.

Dafür kommt aus dem Auspuff dann nur noch Sauerstoff und Wasser. Vorausgesetzt, man findet ausreichend Wasserstoffperoxid zum Tanken. "Das ist ungefähr so, wie die Beginnerzeit beim Verbrennungsmotor. Da gab es ja auch das Benzin nur in der Apotheke. Also dieses Wasserstoffperoxid wird relativ viel hergestellt, eben in der Chemieindustrie, sodass große Unternehmen da sehr viel auf Lager hätten. Unsere Vision ist es, dieses Wasserstoffperoxid künftig an der Tankstelle tanken zu können."

Als Prototyp baut Basan einen DeLorean um. Das Automodell wurde populär durch den Film "Zurück in die Zukunft", in dem es Marty McFly durch die Zeit trägt.

Bessere Verschlüsselung von Daten mit Hilfe von Quantenphysik

Zeitreisen hat Kevin Füchsel zwar nicht im Angebot. Der Jenaer verspricht aber einen Quantensprung in der IT-Sicherheit. Seine Firma Quantum Optics arbeitet an der Verschlüsselung von Daten: "Typischerweise werden im Moment dazu Algorithmen oder Mathematik verwendet. Und man kann sich ja vorstellen, für jede mathematische Funktion gibt es immer Umkehrfunktionen. Was dazu führt, dass bestimmte Algorithmen anfällig für Attacken sind. Bei uns ist es so, wir nutzen dazu Quantenphysik, um Schlüssel zu erzeugen. Die kann man nicht zurückrechnen. Das geht einfach nicht."

Die Firma sagt von sich, sie sei eine der ersten, die Quantenverschlüsselung kommerziell anbietet. Man könne so zum Beispiel Gesundheitsdaten sicher zwischen Ärzten übertragen. Auch die Kommunikation zwischen Behörden könnte quantenverschlüsselt ablaufen. Ob das für den IQ Innovationspreis reicht? Am Abend will die Jury ihre Entscheidung bekannt geben.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 30. Juni 2022 | 06:00 Uhr

Mehr aus Wirtschaft

Martin Bergner 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Mehr aus Deutschland