Energieversorgung Kemfert: Energieversorgung in Deutschland trotz Krise sicher

Die Klima-Ökonomin Claudia Kemfert sieht trotz der Eskalation im Ukraine-Konflikt keine Gefahr für die Energieversorgung in Deutschland. Kemfert fordert gleichzeitig den Aufbau einer strategischen Gasreserve, ähnlich wie beim Öl. Derzeit sei man auf Krisen noch ungenügend vorbereitet, man müsse jetzt handeln.

Mann überprüft Messgeräte am Starpunkt der Nord Stream 2 Gas Pipeline
Weiterbau von Nord Stream 2 auf Eis gelegt Bildrechte: dpa

Die Klima-Ökonomin Claudia Kemfert sieht trotz der Eskalation im Ukraine-Konflikt keine Gefahr für die Energieversorgung in Deutschland. Kemfert sagte MDR AKTUELL: "Der Stopp der Zertifizierung von Nord Stream 2 ist richtig. Wir benötigen diese Pipeline nicht für die Energieversorgung, sondern können Gas aus anderen Quellen beziehen.

Kemfert betont, es sei ohnehin besser, auf mehr Diversität zu setzen und zum Beispiel auf Flüssiggas auszuweichen. Die Ökonomin forderte den Aufbau einer strategischen Gasreserve, ähnlich wie beim Öl. Derzeit sei man auf Krisen noch ungenügend vorbereitet, man müsse jetzt handeln.

Kein komplettes Aus der Lieferungen erwartet

Kemfert rechnet nicht damit, dass Putin die Öl- und Gaslieferungen in den Westen vollständig einstellt. "Damit würde sich Russland ins eigene Fleisch schneiden", so die Ökonomin am DIW Berlin. "Sie sind auf die Einnahmen angewiesen. Knapp die Hälfte der russischen Staatseinnahmen kommt aus dem Verkauf von Öl, Gas und Kohle".

Proteste nicht unumstritten

Zu den jüngsten Protest-Aktionen der Gruppe "Aufstand der letzten Generation" in Deutschland sagte Kemfert, es sei grundsätzlich gut und legitim, auf bestimmte Anliegen aufmerksam zu machen. Lebensmittelverschwendung sei ein wichtiges Thema. Die Methode der jungen Klimaschützer sei aber problematisch: "Ultimaten rufen eher Abwehr hervor. Es darf niemand gefährdet und bedroht werden. Eine Demokratie sollte sich nicht erpressen lassen."

"Wir haben ausreichend Pipelines, die wir nutzen könnten", betonte die Abteilungsleiterin am DIW Berlin. Andere europäische Länder hätten in den vergangenen Jahren zudem auf Flüssiggasterminals gesetzt, auf die man im Verbund zurückgreifen könne. Außerdem werde der Anteil an fossilem Erdgas langfristig zurückgehen, wenn man die Klimaschutzziele erfüllen wolle.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 24. Februar 2022 | 17:00 Uhr

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