Schlechte Ernte Landwirte beklagen wechselhaften Sommer

Der Sommer war bisher ziemlich durchwachsen und es hat viel geregnet. Für die Landwirte, die in den letzten Sommern mit viel Dürre zu kämpfen hatten, könnte es in diesem Jahr besser gelaufen sein. Tatsächlich sieht es auf den Feldern gerade aber nicht so gut aus. Zwar gab es in diesem Jahr genügend Niederschlag, allerdings hätten die Sonne und die Temperaturen gefehlt. Außerdem erschwert der Niederschlag gerade jetzt die Ernte.

Erntemaschine im Einsatz
In diesem Somer gab es kurzzeitig extreme Hitze, aber auch viel Regen – keine gute Voraussetzungen für die Ernte. Bildrechte: MDR/Thüringer Bauerverband e.V.

Beim Erntestart Anfang Juli war man beim Sächsischen Landesbauernverband noch guter Dinge gewesen. Mit dem Witterungsverlauf sei man zufrieden, hieß es damals. Man blicke der neuen Ernte zuversichtlich entgegen. Laut Vize-Präsident vom Landesbauernverband, Tobias Pelz, sahen die Bestände damals sehr gut aus.

Man müsse sich aber auch das Wetter vor Augen führen, sagt Pelz: "Im Juni hatten wir dann drei Tage lang eine ziemliche Hitze von 35 bis 38 Grad. Die haben den Beständen anscheinend doch ziemlich zugesetzt, sodass trotz der guten Wasserversorgung die Bestände darunter gelitten haben und wir doch mit ziemlichen Qualitätseinbußen beim Getreide zu kämpfen haben." Genaue Zahlen gebe es noch nicht. Pelz erwartet aber eine unterdurchschnittliche Ernte in diesem Jahr.

Schwierige Ernte in Thüringen

Gleiches Bild in Thüringen: hoffnungsvoller Start, ernüchternde Zwischenbilanz. In der Hauptwachstumsphase der Pflanzen sei einiges zusammengekommen, sagt der Referent des Landesbauernverbands für Pflanzenbau und Umwelt, André Rathgeber: "In der Phase, wo die Pflanze das Korn ansetzt, das heißt den Ertrag eigentlich entwickelt, da haben die Temperaturen und die Sonne gefehlt. Vom Wasser her war es gut, die Versorgung hat gepasst."

Das gelte auch für den Raps, sagt Rathgeber. Jetzt – zur Ernte – werden die Niederschläge aber zum Problem. Das berichten beide Landesverbände. Denn: Vielfach sind die Felder zu feucht und können nicht abgeerntet werden. "Wir hoffen auf ein paar Tage trockenes und windiges Wetter, dass wir das Getreide und die anderen Kulturen, die auf den Feldern stehen, trocken einfahren können. Dann können wir die Felder so aufbereiten, dass wir die nächste Saat einbringen können", erklärt Rathgeber. Nötig wäre ein goldener Spätsommer.

Optimismus für das Weinjahr in Sachsen

Einen goldenen Herbst erhoffen sich auch die Weinbauern. Bei den Winzern ist die Lage aber weit weniger angespannt. Das Jahr sei zwar herausfordernd gewesen, sagt Martin Junge, Sprecher des sächsischen Staatsweingutes Schloss Wackerbarth – aber vor allem deswegen, weil die Reben fast schon zu gut gewachsen seien: "Wir konnten wirklich sprichwörtlich zuschauen, wie die Triebe der Reben im Eiltempo jeden Tag um bis zu 10 Zentimeter gewachsen sind. Auf diese besonderen Witterungsverhältnisse mussten wir reagieren mit einer angepassten und auch aufwendigeren Bewirtschaftung der Weinberge."

Jetzt brauche man noch einige sonnige Tage. Das sei entscheidend für die Qualität der Trauben und damit auch für das Ernteergebnis, sagt Junge: "Wenn das Ganze so funktioniert, wie wir uns das erhoffen, dann sind wir vorsichtig optimistisch, dass wir wieder ein sehr gutes Weinjahr hier in Sachsen haben."

So weit sei man aber noch nicht, sagt Junge. Zu Lesemenge und Güte könne man erst dann Belastbares sagen, wenn der Winzer die Trauben im Keller habe. Anfang September soll die Ernte starten.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 25. August 2021 | 07:53 Uhr

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